Frage von grasivino, 106

Pferd im Gelände führen?

Hey :-) Hab da mal eine Frage, wie soll ich meinen Wallach am besten im Geländeführen? Also er war noch nicht oft draußen. Danke schon mal im Vorraus lg

Expertenantwort
von friesennarr, Community-Experte für Pferde, 42

Ich nutze immer bei Pferden, die ich nicht 100 % kenne, eine Führkette.

Zur Einübung würde ich erstens einen Kurs von L. Tellington Jones belegen und dann mit dem eigenen Pferd und einem Partner das Laufen im Gelände üben.

Erst wenig (um den Hof herum) dann langsam immer mehr. Je bekannter, je regelmäßiger das Gelände besucht wird, desto besser bzw. schneller kann das Pferd es als Normal abhaken.

In der Wiederholung liegt die Ruhe.

Also erst mal Führkette - später wenn man sich sicherer fühlt auch ein Knotenhalfter (welches von der Einwirkung her nicht unterschätzt werden darf) und immer mit einem ordentlichen Strick und Zeigestock (Gerte) um auch das anhalten deutlich zu machen. Bei mir heisst Gerte vor die Brust halt.

Einen langen Strick oder gar eine Longe würde ich niemals verwenden, die Unfallgefahr ist viel zu groß.

Kommentar von Tangstedt ,

Sehr langer Strick oder Longe kann helfen, ein weglaufendes Pferd überhaupt zuhalten. Wenn sich der Zausel vor irgend etwas erschrickt, stürmt er los - auch mit Führkette. Natürlich auch mit Longe. Aber da habe ich das Ende ja noch in der Hand, und wenn er erst einmal zehn Meter wegstürmen konnte, kann man ihn wieder umdrehen. Ein Pferd am kurzen Führstrick ist einfach weg...

Kommentar von friesennarr ,

Bei mir war noch nie ein Pferd das ich an der Führkette hatte jemals weg.

Ein Pferd mit Führkette und Longe wäre lebensgefährlich, das geht gar nicht.

Der Ruck an einem kurzen Führstrick ist ja schon heftig - aber wie heftig ist dann erst der ruck an einer Longierleine, wenn das Pferd schon Fahrt aufgenommen hat? Da hälst du gar nix mehr, es sei den das Pferd hat sich auf den 6 Metern schon wieder beruhigt.

Wie gesagt bis heute (klopf auf Holz) ist mir noch niemals ein Pferd an der Führkette entkommen. Nicht mal in wirklich brenzligen Situationen.

Antwort
von Tangstedt, 53

Ich benutze für das Führen im Gelände immer mein Knotenhalfter und ein langes Führseil (zur Not auch Longe). Knotenhalfter deshalb, weil man damit das Pferd gut halten kann.

Und ich nehme einen Stallkumpel mit. Zu zweit fühlt man sich gleich sicherer!

Und dann würde ich erst einmal alle Ecken auf dem eigenen Hof erkunden. Vielleicht gibt es da eine Weidefläche oder einen Paddock. Dort würde ich vor allem das Anhalten, das Umdrehen usw. üben. Sollte er sich dort losreißen, dann kann nichts passieren.

Es gibt auch Leute, die mit Trense führen, weil man damit das Pferd besser kontrollieren kann als mit einfachem Stallhalfter.

Ich würde dir immer zum Knotenhalfter raten.

Kommentar von Punkgirl512 ,

Das wäre jetzt auch exakt meine Antwort dazu gewesen!

Antwort
von soulmeetsbody, 31

Hast du ein Monty Roberts Halfter oder kannst dir vielleicht eines leihen? Damit funktioniert das eigentlich ganz gut, weil du - wenn du es brauchst - mehr Druck ausüben kannst.

Das würde ich dann aber erstmal in der Halle austesten, wie er darauf reagiert. Nicht gleich damit nach draußen.

 Eine Longe und Handschuhe würde ich auch unbedingt mit einplanen, falls er doch mal wegspringt. Auftrensen eher nicht, das wäre mir zu gefährlich.

Expertenantwort
von Urlewas, Community-Experte für Pferde, 52

Eine Trense ist gesetzlich vorgeschrieben.Handschuhe sind aus Sicherheitsgründen zu empfehlen, und ich würde eine Longe  nehmen.

Kommt sich drauf an, wie das Pferd so ist...Gerne zu zweit gehen. (2 Menschen, rechts und links einer).

Wenn ein dritter ein weiteres Pfeed mit auf einen Spaziergang nimmt, ist es dem Pferd normalerweise lieber.

Zumanfang nicht zu sehr ausdehnen - anfangs nur kurz, und dann von Tag zu Tag etwas weiter gehen, wenn es gut klappt.

Kommentar von Boxerfrau ,

Was hast du denn für ein Pferd? Ich reite seit 20 jahren und hab täglich mit Pferden zu tun, aber von so einer Sicherheitsausrüstung musste ich noch nie vor die Tür. Man sollte das Pferd vielleicht erst am am Boden arbeiten bevor man vor die Tür geht. Bei einem normalen Pferd sollte ein Halfter, Knotenhalfter von mir aus auch eine Frührkette reichen. Und diese ganze Ausrüstung nutzt sowieso nicht wenn ein Pferd sich los reisen will.

Kommentar von Urlewas ,

Es geht hier nicht um mich.

Und wir wissen nichts über den Fragesteller und sein Pferd.

Es ist rein rechtlich nicht erlaubt, ein Pferd ohne Trense auf öffentlichen Wegen zu führen. Zumindest nicht in Deutschland. Natürlich hast DU DEIN Pferd vermutlich am Halfter besser " im Griff" als manch anderer seines an der Trense. Das in beiden Fällen trotzdem mal was passieren kann, ist aber ja nie ganz auszuschließen. Nur dass im Falle eines Unfalls, wo jemand anders betroffen ist, du mit dem Halfter ein rechtliches Problem hast. Zumindest in Deutschland. 

Daher fasse das bitte nicht als Kritik für Dich auf. Hier fragt halt jemand, der recht unerfahren scheint, sonst würde er diese Frage nicht stellen, dachte ich mir.

Und in dem Fall finde ich es halt nicht falsch, ihm die Gesetztesgrundlage samt ein paar weiteren Vorschlägen für erhöhte Sicherheit mit auf den Weg zu geben. Er kann ja das umsetzen, was ihm passend erscheint,  und den Rest vergessen.

Ist das so ok für Dich?

Kommentar von grasivino ,

vielen dank an alle dir mir helfen :-)

Kommentar von grasivino ,

habe einen 14 jährigen Traber :)

Kommentar von Urlewas ,

Hast Du denn auch Hilfe?

Das Pferd hast Du ja sicher nicht frisch von der Trabrennbahn geholt und in deinen Vorgarten gestellt ;-)

Kommentar von Urlewas ,

Ach, ich verstehe... Der Traber, der beim Reiten wenig Hilfe von der RL bekam.

Kommentar von Urlewas ,

Wenn die Bemerkung noch erlaubt ist: in der Umgebung, wo ich wohne, gibt es kaum einen Stall, wo die Pferde nicht über öffentliche Straßen geführt werden müssen, um auf die Koppeln und/oder die Trainingsplätze zu kommen. 

Die Bebauungspläne werden nun mal nicht geändert, wenn die Landwirte auf Pferde umstellen. Da kann man nicht einfach Offenställe draus machen.

Die kann man ja nun nich erst in der Box trainieren, eh sie vor die Tür dürfen. Das siehst Du doch sicher auch so.

Kommentar von Tangstedt ,

Du willst mir aber doch nicht sagen, dass ihr alle Pferde mit Trense zur Weide bringt? Soweit ich weiß, ist inzwischen sogar das gebisslose Reiten im Gelände erlaubt und versicherungstechnisch abgesichert. Das nur mit Trense führen ist überholt.

In der Straßenverkehrsordnung steht: "...muss das Führen eines Tieres auf geeignete Art und Weise erfolgen." Das kann schon auch ein Halfter sein...

Kommentar von Urlewas ,

Ach, lass gut sein.

Hier hat jemand eine Frage gestellt, und ich habe mich bemüht, eine  FÜR. DIE. FRAGESTELLERIN  passende Antwort zu geben.

Soll sich doch niemand angegriffen fühlen, der es anders macht.

Ich habe halt mal an einem Lehrgang teilgenommen, wo einDozent der Sachverständige war, der vor Gericht zu Rate gezogen wurde, wenn es um Unfälle mit Pferdebeteiligung ging. Daher bin ich mit meinem Rat sehr vorsichtig, weil ich viele Fallbeispiele und die Urteile aus der Praxis mitbekommen habe.

Was Du machst, und was ich mache, steht unter Umständen auf einem ganz anderen Blatt...

Aber  wenn Du es genau wissen möchtest, wie wir das machen: was heißt da wir? Ich bin nur eine Person ;-)

( darfst mal lachen)

Wie ich ein Pferd führe, kommt auf die jeweilige Situation an. 

Mit einem Pferd, mit dem ich gut vertraut bin, gehe ich auch mal handgrasen. Ohne Trense, denn damit frisst es so schlecht. Würde ich aber zum jetzigen Zeitpunkt DIESER Fragestellerin mit DIESEM Pferd nicht unbedingt empfehlen. Alles gut jetzt?

Kommentar von Tangstedt ,

Hallo Urlewas,

Alles gut jetzt?

Es war nie schlecht!!! :-)

Du hast in einem der Kommentare gesagt, du willst niemanden angreifen. Das glaube ich dir. ICH will auch niemanden angreifen. Auch dich nicht!

Und anstelle der Fragestellerin, würde ich dieses Pferd vermutlich überhaupt nicht draußen führen, denn die Vertrauensbasis zwischen Reiterin und Pferd scheint nicht so groß zu sein, sonst würde sie diese Frage vermutlich auch nicht stellen.

Kommentar von Urlewas ,

Ja, sicher ist es besser, wenn erst man so ein Verhältnis aufbauen kann. Nur hat ja nicht jeder die Möglickeiten für einen idealen Start, besonders, wenn man kein eigenes Pferd hat. Ob es einen Platz zum üben direkt am Stall gibt, wissen wir nicht. Hilfe erfahrener Pferdeleuten scheint es dort auch  kaum zu geben, sonst würde sie nicht hier fragen.

Da bin ich ( auch bedingt durch meine eigne " Reiterbiographie") einfach etwas Kompromiss bereiter und versuche, die Menschen da abzuholen, wo sie nun mal grade stehen.

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