Frage von Sarahwolf0908, 79

Pferd hat angst dass er den Stall verlassen muss?

Hallo ich habe ein Problem mit meinem Pferd. Es lässt sich nicht mehr verladen (dreht richtig durch und rennt weg), weil es denkt es kommt in einen anderen Stall. Er hat keine Angst vorm Hänger (Platzangst,..) sondern Angst davor dass er in seinen alten Stall zurück muss wo er nur Boxenhaltung hatte und keine Koppel (im jetzigen Stall hat er ein Paddock und Koppeln).Dort hat er sehr gelitten. Was kann man tun um ihm zu zeigen dass er den Stall nicht mehr wechseln muss, sondern dass wir nur zum Trainieren wo anders hinfahren müssen. Danke sehr für Antworten, ich hoffe jemand kann mir helfen.

Antwort
von Tasha, 52

(Info: Habe keine Pferde und reite nicht.)

Ich würde es wenn möglich so angehen:

Gebt dem Pferd eine Sicherheit und verladet es erst, wenn es diese hat.

Sicherheit gewinnt es  durch Routinen. Es muss wissen, dass es jeden Abend in Euren Stall zurück geht, es muss wissen, wem es vertrauen kann, dass diese Personen wiederkommen, es muss wissen, wie der Tagesablauf verläuft und was wann passiert (zu welcher Zeit und nach welchen Ritualen).

Nebenbei würde ich immer wieder in Minischritten Annäherungen an den Transporter machen. Das heißt: Aus der Box - Belohnung - in die Box. Aus der Box, Belohnung, in die Stallgasse. Mehrere Wiederholungen. Umgekehrt ggf. genauso: Von der Weide - Belohnung - auf die Weide. Von der Weide - Belohnung - kleiner Spaziergang an der Weide entlang. Richtung Stall - Belohnung - zurück zur Weide. In den Stall - Belohnung - zurück zur Weide. Die Zeit im Stall verlängern, zwischenzeitlich belohnen. Das Ganze in kurzen Trainingseinheiten immer und immer wieder. Auf dem Weg zur Weide und von der Weide immer wieder mal am Hänger vorbei gehen, anfangs in großer Entfernung, dann etwas näher, um den Hänger herumgehen - sich dabei nichts anmerken lassen - vor dem Hänger stehen usw. Dann, wenn das Pferd diese Routinen kennt, und weiß, dass es regelmäßig wieder auf die Weide kommt, mal einen Fuß auf die Rampe setzen - Belohnung, Weide. Dann mal ein paar Schritte mehr. Belohnung, Weide. Kopf in den Hänger. Im Hänger stehen - Belohnung. Weide. Hänger schließen, wieder öffnen. Am Schluss Auto starten, Pferd wieder entladen. Auto starten, ein paar Meter fahren, Pferd entladen, auf die Weide schicken. Usw. Dabei wird jeder Schritt mehrfach wiederholt, entweder am Stück oder mehrfach am Tag (so oft es geht ohne das Pferd zu überfordern. 

Auch das Anfahren würde ich ganz langsam machen, immer nur kurz, bis das Pferd völlig entspannt ist.

Die Belohnung kann Futter oder auch eine Streicheln etc. sein - etwas, das erwiesenermaßen das Pferd als Belohnung ansieht, das es also akiv bekommen möchte. Da es Angst hat, würde ich es anfangs immer wieder auf die Weide bringen, nach extrem kurzer Zeit, da dies Teil der Belohnung wäre und dem Pferd die Sicherheit vermittelt, dass es immer wieder auf die Weide zurück kommt. Erst wenn das Pferd im Hänger völlig entspannt ist, und gewohnt ist, die Zeit, die die Fahrt zum Training dauern würde, dort zu bleiben, würde ich tatsächlich zum Training fahren (falls das möglich ist).

Du möchtest auf keinen Fall, dass das Pferd mit dem Hänger Stress und Angst verbindet!

Daher würde ich mir hier Zeit lassen, viele kleine Schritte einbuaen, die sehr oft wiederholen, sehr kurze Trainingseinheiten durchführen und die Erfahrung "du kommst wieder auf die Weide" so oft wie möglich machen lassen.


Man tendiert dazu, wenn ein Pferd im Hänger ist, diesen zu schließen und loszufahren. Damit verliert man Zeit, weil die Angst evtl. bestätigt wurde: Das Pferd wurde eingesperrt und weggebracht. Besser ist es, damit zu warten, bis es große Sicherheit im Hänger hat und dann nur in Minischritten weiterzugehen, etwa Tür anheben, Tür schließen, öffnen, raus, wieder rein usw.

Kommentar von NeverEver31 ,

Gutes Kommentar, solltest drauf ein gehen

Expertenantwort
von Urlewas, Community-Experte für Pferde & reiten, 14

Rein praktisch hat Tasha ja schon alles gesagt, was zu sagen ist.

Allerdings noch eines möchte ich anfügen:

Das Pferd denkt so nicht! Es stellt keinen Zusammenhang zwischen dem Hänger und seiem alten Zuhause her. Wenn Du so etwas ins Pferd hinein interpretierst,, spürt es dein Verständnis dafür, dass es nicht in den Hänger will und findet seinen Widerwillen bestätigt.

Wirf diesen Gedanken auf den Müll und konzentrier  dich darauf, dass ein Hämger ein angenehmer Lixus ist, an den man sich nur gewöhnen muss.

Und noch was kleines: manchmal liegt es an der Art eines Hängers, dass ein Pferd nicht gerne rein geht. Vielleicht kannst Du mal mit einem anderen üben ( größer, heller, Frontausstieg...)

Und nirgendwo anders ausladen, bevor das einsteigen daheim selbstverständlich geworden ist. Sonnt gibt es Stress, wenn du wieder heim mußt, und das wirft sein ganzes Training wieder zurück.

Antwort
von fjalar2002, 9

Versuche so viel Vertauen mit deinem Pferd aufzubauen wie möglich! (Bodenarbeit, Übungen, Vertrauenstraining, ...) Damit es weiß das du nur das beste für ihn willst und so auch dir mehr vertraut ;)

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