Frage von Nala1701, 122

Pferd geht im Gelände durch. Könnt ihr mir helfen?

Hallo, Ich kümmere mich seit gut einem Jahr um einen Wallach. Er ist am Platz und im Umgang total lieb und brav. Im Gelände ist er auch brav und reagiert sehr auf Sprechkomandos wie z.B. "steh" und er steht. Wenn er merkt das wir Richtung heim reiten galoppiert er los und lässt sich nicht mehr halten. Volten reiten, paraden, am Platz davor auspowern oder am Hof vorbei reiten bzw. noch eine Runde danach reiten hat keinen Sinn bei ihm. Möglichkeit bergauf zureiten habe ich auch nicht. Habt ihr Tipps für mich? Bzw. hat es Sinn wenn ich merk das er gleich losschießt abzusteigen und ihn heim zuführen? Lernt er es dadurch das er das nicht machen darf? Freue mich auf jede Antwort und Hilfe! Lg

Expertenantwort
von Baroque, Community-Experte für Pferde & reiten, 47

Absteigen bringt Dich schonma heil heim, was erst mal wichtig ist, denn mit gebrochenen Knochen, weil ihm vor lauter Aufregen die Füße weg rutschen oder Du einen Satz von ihm einfach nur verpasst, kommst Du in der Reiterei nicht weiter. Steig aber lieber ab, so lang er noch absolut ruhig ist und nicht erst, wenn er sich schon aufregt. Nicht, dass er Dein Absitzen als "leichter machen" interpretiert und Du dabei in Schwierigkeiten kommst.

Im Endeffekt ist es eine Frage des Horsemanship, in jeder Situation zum Pferd durchdringen zu können, doch kann man nicht alles auf einmal lernen, manches braucht seine Zeit. Wenn Du jetzt in der Erwartung "oh je, jetzt macht er gleich wieder Stress" auf den Heimweg gehst, wirkst Du für das Pferd nicht überzeugend genug, um die Sache nicht selbst in die Hand zu nehmen. Entsprechend mach's lieber zu Fuß.

Ich habe schonmal draußen 7 Runden immer ums gleiche Wald-Karree gedreht, weil mein nettes Tierchen an dem Tag einfach so "weg" war, dass ich ihn erst spät wieder ansprechen konnte und ich nicht mit einem so völlig aus der Welt getretenen Pferd ins Dorf kommen wollte. Also bin ich vorm Dorf im Kreis geritten. Die Wege machen da eine Schlinge von ca. 1,5 bis 2 km und die haben wir dann so oft absolviert, bis er nimmer diskutiert hat. Das hat dann ordentlich lang gedauert, nämlich fast 2 Stunden (er musste ja Schritt gehen, ich spiel ihm ja nicht das zu, was er sich rausnehmen wollte), aber seitdem hat es nie wieder eine Diskussion dieser Art und Intensität gegeben.

Kommentar von Nala1701 ,

Dann werd ich mir jetzt immer genug Zeit nehmen und es so mal versuchen bis es langfristig klappt! Danke! 

Antwort
von LiveLoveLaught1, 38

Ich würde erstmal üben ihn zu führen auch nach Hause ohne dass er durchgeht. Und wenn dass klappt dann draufsetzen:) Ich weiß nicht ob du alleine ausreiten gehst aber wenn ja dann probiere mal ein ruhiges Pferd mit zu nehmen vielleicht beruhigt es deinen auch. Sonst kannst du auch hinter dem Pferd im Schritt her gehen so dass er nicht vorbei kommt:) oder im Notfall dass du ihn führen lässt nach Hause wenn du drauf sitzt. Auf jeden Fall muss er lernen dass er auch im Schritt nach Hause gehen kann;) Dein Oferd sollte durchlässig sein und gut an den Hilfen stehen. Du wirst kein Pferd gut mit zügeln ziehen durchparieren können. Dafür versuche dass du Zirkel reitest und verkleinerst. Je mehr Last das Pferd auf das Innere Hinterbein trägt, desto langsamer wird es. Nimm die Hand nach außen oben um es zu gymnastizieren;) Du darfst nicht versuchen das Pferd durch streicheln oder loben zu beruhigen denn so denkt es es macht alles richtig mit dem durchgehen. Lass dir nicht anmerken wenn du verkrampft bist oder Zitterst, versuche zu locker zu sitzen als wäre alles ok:)

Viel Glück!😊

Expertenantwort
von MissDeathMetal, Community-Experte für Pferde, 54

Heimführen löst das Problem nicht, ist aber evtl sicherer für euch beide. 

Normalerweise hilft das am Hof vorbeireiten schon, man muss es nur hartnäckig machen und notfalls immer wieder hintereinander tun. Notfalls umkreist du den Hof einfach ein paar Stunden lang und gehst erst heim, wenn er ruhig und aufmerksam auf dich ist. 

Macht der das beim Spazierengehen auch? Dass er heim rennt? Dann würde ich am Boden anfangen und x mal vom Hof weg, hin, dran vorbei, zurück, weg, hin, usw. laufen. Wenn er anfängt zu ziehen, gleich umdrehen, wieder vom Hof weg, bis er ruhig ist und zuhört. Dann wieder zum Hof hin. Ich habe durchaus schon 3 Stunden damit verbracht 500m vom Hof entfernt mit dem Pferd auf und ab zu laufen bis er das verstanden hat. 

Wenn es am Boden zuverlässig klappt, dann kannst du es vom Sattel aus probieren. Sobald er zieht, umdrehen und das mit allen Mitteln. Und dann wieder vom Hof wegreiten. Nicht mit Gewalt, aber mit sehr viel Konsequenz und aller Deutlichkeit. 

Allerdings ist so ein Pferd, das einfach heimrennt, nicht gerade ungefährlich. Die Hilfe eines guten Trainers wäre hier wirklich angebracht. 

Kommentar von Nala1701 ,

Nein beim Spazieren geht er brav hinter mir bzw neben mir. Sollte ich ihn dann also eher um den Hof reiten? 

Kommentar von MissDeathMetal ,

ja das kann auch helfen. Wenn es möglich ist den Hof zu umkreisen, dann tu das ruhig mal, und das ein paar einige Male hintereinander. Nur weil er in Hofnähe ist oder der Weg zum Hof führt heißt das nicht, dass es auch heim geht. Probier es aus und wenn es funktioniert, dann weite den Radius um den Hof herum aus. Viel Glück!

Kommentar von Nala1701 ,

Werde ich mal Versuchen. Vielen Dank für den Tipp. 

Kommentar von Nala1701 ,

Komme grade vom austeiten heim.

Wir haben heute die ganze runde im schritt geschafft, also immer wenn er schneller wurde bzw traben wollt haben wir umgedreht. Hat super geklapt!!!

Danke nochmals 

Kommentar von MissDeathMetal ,

sehr gut, bleib konsequent und mach das weiter bis er wirklich bei dir ist! :) Viel Erfolg noch! 

Antwort
von leiderkeinepzza, 67

Absteigen würde ich nicht, weil er dann wahrscheinlich merkt, dass du "aufgibst". Versuche ihn so gut wie es geht zurückzuhalten und immer wieder an derselben Stelle vorbeireiten und ihm zeigen, dass du der Boss bist, vielleicht hat er auch vor etwas Angst? :)

Kommentar von DCKLFMBL ,

Absteigen heißt nicht aufgeben, damit kann man einem Pferd mit machen!

http://alessa-neuner.de/kein-falscher-stolz-das-absteigen-beim-reiten/#more-780

Kommentar von MissDeathMetal ,

Nur ist der Unterschied zwischen dem durchgehenden Pferd der Frage und Khayman, dass der Araber immer ängstlicher wurde. Das Pferd der FS hat keine Angst, der will heim aber zackig. 

Ergo ist es falsch, abzusteigen und zu tüddeln und zu beruhigen. absteigen wäre sinnvoll, wenn es gefährlich ist sitzen zu bleiben. Etwa wenn weiter vorne eine Straße lauert, oder einige Gräben auf dem Weg sind. Mit Stolz hat das nichts zu tun, absteigen ist eine Problemvertuschung, aber keine Lösung. 

Kommentar von Nala1701 ,

Angst hat er nicht ihn kann man nur schwer erschrecken. Er ist auch ein recht selbstbewusstes Pferd und auch in seiner Herde der Ranghöchste. 

Antwort
von steffenOREO, 49

Daran sieht man, dass dein Pferd dich nicht als "Chef" anerkennt, kein Vertrauen zu dir hat und es mit deinen Reitkünsten nicht weit her ist. Da hilft nur üben, üben, üben

Kommentar von Nala1701 ,

Wenn er mich nicht als Chef sieht bzw. mir nicht vertraut warum ist er dann sonst immerso brav bzw. respekt voll? 

Kommentar von steffenOREO ,

Er ist nur solange brav, wie er es mit sich selber vereinbaren kann. In "ernsten" Situationen will er sich nicht auf dich verlassen. Er gibt dann dem Drang nach, zu seiner "Herde" - also in den Stall zurück zu kommen. Hätte er genügend Vertrauen zu dir oder würde er dich als Herdenführer anerkennen, würde er dir bedingungslos überall hin folgen. Das tut er aber nicht.

Also musst du an seinem Vertrauen arbeiten. Und an deinen Reitkünsten ebenfalls. Denn ein entsprechend erfahrener Reiter würde ihn sicherlich "im Griff" halten können.

Kommentar von Nala1701 ,

"Ein entsprechen erfahrener Reiter" wie die Vorbesitzerin und die Hofbesitzerin können ihn oft selbst nicht halten. Über meine Reitkünste hier zu urteilen finde ich unangemessen. Reiten klappt bei mir seit über 10 Jahren jetzt recht gut und seit 2 Monaten am Heimweg halt nicht mehr. 

Kommentar von Manuelajosefa ,

Hallo,

ich finde das jetzt auch nicht angemessen über die Reitkünste zu urteilen. Bei einem Pferd, das wirklich durchgeht,  kann der Reiter letztlich gar nichts machen, deshalb ist es ja so gefährlich vor einer Straße oder so.

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