Frage von vesper007, 54

Pferd bleibt im Geände ständig stehen - was tun?

Hallo! :) Mein Pferd bleibt im Gelände ständig stehen, obwohl ich mir sicher bin, dass er in diesen Momenten keine Angst hat. Er ist generell sehr triebig, allerdings lässt er sich in der Halle, oder am Platz inzwischen schon sehr gut vorwärts reiten. Im Gelände habe ich dann allerdings wieder das Problem, dass er alle 100-200m einfach stehen bleibt und keinen Schritt mehr weiter geht. Inzwischen bin ich echt schon am Ende, denn nichts hilft - egal, ob ein 2. Pferd dabei ist, ich abwarte und ihn alles ansehen lasse, oder versuche ihn mit aller Kraft vorwärts zu reiten. Sobald ich absteige und ihn ein paar Schritte führe, geht es wieder für 200m und dann wieder das selbe Problem.

Ich weiß, dass ich oft zu stur bin und ihn dann einfach nicht "gewinnen" lassen will und nicht umkehre, aber ihn zu schlagen, oder ihm die Sporen in den Bauch zu rammen ist einfach nicht meine Art.

Bitte helft mir! Danke im Vorraus :)

Expertenantwort
von Sallyvita, Community-Experte für Pferde, 34

Dass ein Pferd so faul ist und so extrem triebig, ist schon ungewöhnlich. Und weil ich das Pferd nicht kenne, würde ich auch auf keinen Fall raten, es mit Gerte, scharfen Sporen oder sonst womit vorwärts zu treiben, denn eine solche Triebigkeit kann durchaus auch gesundheitliche Ursachen haben. Schmerzt nämlich der Rücken, das Maul, die Beine oder die Hufe, dann kann sich auch dies in Triebigkeit äußern. 

Rückenleiden können durch falsches Reiten entstehen. Eine Verletzung am Maulwinkel ist im Auslauf schnell passiert, aber auch durch grobes Reiten. Und diverse Erkrankungen der Beine sind heutzutage auch keine Seltenheit mehr. Mauke, Hufrehe, Arthrose, Chips in den Gelenken und viele andere Krankheiten mehr verursachen Schmerzen, die beim Pferd zur Vermeidung von Bewegung führen. Inwieweit diese Ursachen behoben werden können, muss ein Tierarzt abklären. Neben ernsthaften Erkrankungen können auch ein unpassender Sattel, ein zu scharfes Gebiss oder falsch verschnallte Hilfszügel zu Triebigkeit führen. 

Wichtig wäre an dieser Stelle, ob das Pferd auch auf der Weide faul und wenig lauffreudig ist, oder nur unter dem Sattel. Denn auch ein schlechtsitzender Sattel kann ein Pferd triebig werden lassen - nämlich dann, wenn er mies sitzt, drückt und vielleicht sogar die Schulter in der Bewegung einschränkt. Das ist je nach Körperbau bei gar nicht so wenigen Pferden der Fall. 

Mit eine der häufigsten Ursachen für Triebigkeit ist tatsächlich bei vielen Pferden schlichtweg Resignation und mangelhafte Grundausbildung des Pferdes. Wenn es zum Beispiel durch grobes Reiten ausgebildet wurde oder immer nur unklare oder falsche Hilfen bekommt. Aber auch Langeweile, resultierend aus nicht artgerechter Haltung und einem ewig gleichen und stupiden Tagesablauf können Triebigkeit hervorrufen. Die Eintönigkeit im Alltag stumpft sie ab, sodass sie schließlich resignieren und jegliche Motivation verlieren. 

Im Falle Deines Pferdes müsste erst einmal abgeklärt werden, ob es gesundheitlich komplett in Ordnung ist, ob der Sattel wirklich gut sitzt, es mit Trense und Gebiss zufrieden ist und ob Du tatsächlich korrekt reitest. Auch die Haltung Deines Pferde solltest Du hinterfragen - steht es 23 Stunden in seiner Box, könnte das eine der Ursachen sein. Auch die Fütterung sollte mit dem Tierarzt besprochen werden, ob diese optimal ist, oder ob das Pferd zu viel oder zu wenig von dem bekommt, was es benötigt. Und wenn dann alles optimiert ist, dann brauchst Du guten Unterricht von jemand wirklich Qualifizierten, der Dir an der richtigen Stelle das Richtige sagt und rät und vor allem Dich und Dein Pferd in Aktion sieht.

Antwort
von lovelifee6899, 10

Also ich hatte das bei meinem Pferd auch mal, allerdings nicht im Gelände, aber ich habe dann sozusagen mit "Tricks" gearbeitet, also ich habe einfach so getan, als würden wir umdrehen, also eine Art kehrtvolte angedeutet und meistens gegen die Pferd dann auch los und dann drehst du eben weiter und machst eine ganz normale volte, wenn dein Pferd dann wieder stehen bleibt, würde ich es schon energisch (!!) aber natürlich nicht mit Schlägen vorwärtsschicken, oft hilft auch eine Gerte mit einer Plastiktüte am Ende, um die Aufmerksamkeit zu schärfen, allerdings solltest du deinem Pferd diese Gerte davor schon zeigen und etwas daran gewöhnen, denn sonst erschrickt es vielleicht....

Ansonsten würde ich es mal durchchecken lassen und schauen, wie es sich auf der Koppel bewegt, evtl hat es ja schmerzen, das Pferd meiner Freundin hatte zum Beispiel Arthrose in den vorderen Beinen, was man aber am Anfang nicht erkennen konnte, auch der Tierart nicht und geht deshalb nur sehr langsam und isr überhaupt sehr trieben... oder dein Pferd ist einfach nur schlecht/grob ausgebildet worden und reagiert nicht fein auf die Hilfen....

Kommentar von lovelifee6899 ,

*triebig

Expertenantwort
von Heklamari, Community-Experte für Pferde, 13

wenn Dein Pferd gesund ist, Sattel- und Zaumzeug ok, dann reite ihn draußen mal öfters in Gesellschaft: und zwar sowohl hinter al auch vor einem Kumpel, den er von der Weide her schon kennt du kannst auch mit ihm joggen gehen, damit er in Schwung kommt und versteht, draußen gehts auch mal flotter; benutze zum aktivieren einen Stock mit kleinem Flatterfähnchen dran um seine Aufmerksamkeit zu steigern. Viel Erfolg p.s. Was sagt denn dein Trainer ? Konnte der dir nicht helfen?

Antwort
von SuperB18, 4

Meiner machte das auch mal, mitten im Ausritt. Blieb stehen
und ging nur noch Rückwärts wenn ich den Schenkel anlegte. Das "nicht
weiter wollen" ist eigentlich die Aufforderung an dich, die Führung zu
übernehmen. Entweder, weil das Pferd eine Führungsperson braucht, oder
es selbst diese Rolle und damit die Entscheidung zu stehen zu bleiben
übernommen hat.

Dann heißt es: hartnäckig bleiben. Nicht absteigen, nicht aufgeben.

Ich habe es so innerhalb von 5 Minuten für immer geklärt: Nimm den
rechten Zügel auf. Deine Hand zieht den Pferdekopf zur Seite und
Richtung deiner rechten Schulter. Das ist unangenehm und deshalb wird
das Pferd  sich drehen. In dieser Haltung mit zur Seite gedehntem Hals
kann das Pferd weder steigen, noch buckeln. Nun lässt du es ruhig 2-3mal
drehen, bis du wieder richtung des Weges schaust. Biete dem Pferd nun an,
vorwärts zu gehen (Friedensangebot!). Klappt das nicht, wieder drehen
(3-4mal). Dann wieder das Angebot: wenn du vorwärts gehst höre ich auf
mit dem Mist!. Das wird nicht lange dauern und das Pferd hat da keinen
Bock mehr drauf :-)

Aber Achtung! Das ist keine Methode, die du jetzt wegen jeder
Kleinigkeit anwenden solltest. Achte auch darauf, dass du nur so viel
Kraft anwendest, wie nötig und nicht vor Wut härter ziehst, als nötig.
In der Regel kapieren Pferde das Spiel irgendwann und werden immer
ausdauernder. Deshalb nicht übertreiben!

Antwort
von Boxerfrau, 8

Nun würde mal sagen das Pferd hat wohl genau das erreicht was es wollte. Du steigst ab.... ich würde einfach mal versuchen die ganze sache aus zu sitzen oder es einfach so lange im Kreis laufen lassen bis es dem Pferd zu blöd ist... drauf hauen oder sporen rein bringt nix. Wenn das Pferd einfach stehen bleibt, dann lass es eben stehen. Es wird bald die lust verlieren. Wenn es dann von alleine Los will, würde ich es aber noch mal stehen lassen und erst los laufen lassen wenn du ein klares Signal gibst. Das Pferd muss lernen das du das sagen hast.

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