Frage von julie1520, 115

Pferd bleibt beim Reiten stehen und dreht sich beim Longieren rein- was tun?

Ich habe folgendes Problem mit meinem Pferd: Beim Longieren dreht sie sich ständig rein und kommt auch in die Mitte zu mir. Was kann ich in dieser Situation tun und wie kann ich dieses Verhalten dauerhaft unterbinden? Habt ihr eine Idee mit welcher Methode sie abtrainieren könnte? Beim Reiten (fast nur auf dem Reitplatz, im Gelände nur selten) bleibt sie auch sehr oft stehen. Sie reagiert dann weder auf die Schenkel noch auf die Gerte. Wie kann ich sie vorwärts bewegen? Eigentlich würde ich sie nicht als das typische faule Pferd beschreiben, sie reagiert auch sehr sensible. Bei der Peitsche ist sie sogar sehr angespannt. Ich habe auch das Gefühl, dass sie beim Longieren oder Reiten nie richtig entspannt. Sie hat auch noch die bei der Arbeit geäppelt. Ich habe sie nun fast ein Jahr und bis jetzt bin ich sie fast nur Schritt geritten und ab und zu Trab. Galopp wollte ich eigentlich erst auf dem Platz probieren bevor ich es im Gelände versuche oder könnte ich sie auch versuchen im Gelände zu galoppieren, denn dort läuft sie etwas besser, wahrscheinlich macht es ihr mehr Spaß? Ganz am Anfang hatte ich noch nicht solche Probleme mit ihr. Sie ist 13 Jahre alt, 1,39 m groß und eigentlich schon vollkommen ausgebildet. Im Trab hat sie einmal mehrmals gebuckelt und als ich sie dann nur noch im Schritt reiten wollte, ist sie immer wieder in den Trab gegangen und hat gebuckelt bis sie mich schließlich runtergeschmissen hat. Mit dem Rücken hat sie laut Osteopath nichts, obwohl sie dort etwas empfindlich ist. Unser Trainer meint, dass sie blockiert. Wie kann man diese Blockade lösen? Gibt es noch andere mögliche Ursachen. Welche Übungen könnte ich mit ihr machen? Ich hoffe ihr könnt mir helfen.

Expertenantwort
von Urlewas, Community-Experte für Pferde & reiten, 55

Wenn ich das so lese, beschleicht mich der Eindruck, dass Du recht unsicher bist, und diese Unsicherheit sich blockierend in dem Pferd widerspiegelt.

Aber das kann ich ja nicht mit Bestimmtheit beurteilen - ich kenne dich ja nicht.

Um einen Tipp geben zu können, sollte man wissen, welche Reitweise du hast. Grade beim Lomgieren ist es total unterschiedlich, ob du klassisch, Parelli, Wege- zum - Pferd oder sonst eine Methode anwendest.

Da bringen dich Tipps aus der jeweils anderen Sparte total durcheinander.

Kommentar von julie1520 ,

Ich reite eher klassisch

Kommentar von julie1520 ,

Hey Urlewas. Mich würde mal interessieren, was aus meiner Frage, bei dir den Eindruck erweckt, dass ich unsicher bin.

Kommentar von Urlewas ,

Ich kenne Dich und das Pferd ja nicht - ich denke, eine Analyse, wieso ich diesen Eideuck bekam, würde hier zu umfangreich werden.wie gesagt, soll nicht als Behauptung da srhen, ist nur ein Eindruck.

Wenn ich das so lese, reitest Du jeztz schon einKahr ein 13 jähriges , entsprechend natürlich ausgebildetes Pferd, bist aber noch nie damit galoppiert? Warum nicht? Bist Du Anfänfer  und kannst noch nicht galoppieren? ( dann lerne es an der Longe!)

Wird das Pferd noch von wem anders geritten? Wenn nicht, ist darin möglicherweise schon die Ursache zu finden, dass das Pferd buckelt und sich nicht löst: viele Pferde lösen sich am besten in frischem Galopp. Vielleicht ist dies auch so eins, und daher die Anspannung, weil eben das galoppieren zum Lösen fehlt.

Ein frischer Galopp könnte demnach vielleicht diese Blockade lösen. ( habe ich schon öfter bei Pferden erlebt)

Blockieren, stehen bleiben, beim longieren nach innen kommen - das sensible Pferd ist womöglich unsicher und wartet auf klare Anweisungen von Dir. So sind sensible Kinder auch - trotz, oder grade weil sie sensibel sind, probieren sie manchmal, ob " die Zäune, die man aufgestellt hat" halten. 

Sie probieren, ob man sich durchsetzt, weil sie dann wissen, dass man es ernst meint und sie sich auf einen verlassen können. ( ich hoffe, das klingt nicht zu verworren)

Was hast Du für einen Trainer? Du sagst, eher klassisch; da spricht man meist eher von einem Reitlehrer.Trainer nennen sich ja meist welche von Western, Parelli.....

 Oder bist Du relativ allein und holst dirmRar aus verschiedenen Richtungen? 

Wegen Longieren ist es besonders wichtig, dich für eine Richtung zu entscheiden.

Dazu später mehr.

Kommentar von julie1520 ,

Es ist ein Trainer. Ich bin keine Anfängerin mehr (reite schon seit neun Jahren). Bin sie vor einem Jahr einmal beim Probereiten galoppiert. Dort ist sie in den Galopp reingerannt und auch nur ganz kurz galoppiert. Ansonsten bis jetzt noch nicht, da ich sie erst einmal ordentlich im Schritt und Trab reiten wollte, bevor ich mit dem Galopp beginne. Auf dem Platz hat sie wie gesagt gebuckelt und im Gelände ist sie extrem nervös und schreckhaft. Ich habe die Vermutung, dass sie gebuckelt hat, weil sie fand, dass ich die Zügel zu fest angenommen habe. Die Zügel sollen ja nicht durchhängen. Habe gehört, dass es den Pferden mehr im Maul weh tut, wenn die Zügel durchhängen als wenn diese nicht durchhängen. Soll ich sie trotzdem mit durchhängenden Zügeln reiten, wenn ihr das lieber ist. Auch wenn ich dann keine richtige Verbindung zum Pferdemaul habe? 

Kommentar von Urlewas ,

Ja was ist das nun für ein Trainer? Welche Qualifikation hat er oder welche Reitweise lehrt er?

Du sagst, du reitest " eher klassisch". Da lernt man normalerweise, die Zügel weder fest anzunehmen noch schlabbern zu lassen. Wichtig ist vor allem das Gleichmaß. Entweder die Verbindung ist immer (!) da, oder der Zügel hängt immer (!) durch. Letzteres schaffen  aber nur ganz wenige besonders gute Reiter mit gut ausgebildeten Pferden.

Daher hält man die Verbindung möglichst weich. Was dem Pferd weh tut und es verwirrt, ist eine Zügel, der mal weg ist und plötzlich wieder zieht. Da sollte eine leichte, ständige Verbindung sein, wie wenn man ein kleines Kind sachte an der Hand hält.

Was sagt denn dein Trainer zu dem Thema?

Antwort
von yylime, 45

Hey, dass Problem mit dem hereinkommen beim longieren hatte ich auch. Das hat etwas mit Respekt und Rangordnung zu tun. Für dein Pferd ist die Rangordnung noch nicht geklärt, zumindest war es bei mir so. Ich war bei einem Horsemanshipkurs, dann hat es aufgehört. Vielleicht hört das buckeln und stehen bleiben auch auf.

Antwort
von musenkumpel, 64

Ich bin ja nur ein Kerl und kenn mich nich so mit Pferden aus, aber rede vielleicht mit ihr und schenk ihr genug Aufmerksamkeit =D

Erklär ihr, warum ihr raus geht und dass ihr Galopp im Gelände bestimmt mehr Spaß machen würde ....

Naja, lass ihr Zeit?

Bin au schon vom Pferd geflogen, weil es keinen Bock hatte immer die selbe Strecke zu reiten. So war zumindest meine theorie.. Wenn ich so ein Pferd wäre, würde mich das auch langweilen.

Zeig ihr wo sie lang laufen soll, geh den Kreis ab, damit sie weiss dass sie da lang soll?

(bevor hier keine andere Antwort kommt, wollt ich wenigstens schreiben wie ich denke...)

Antwort
von muffiny, 54

Naja, also ich kenne mich damit auch nicht so aus aber wenn es beim longieren so reindrängelt und rein will hat das oft was mit unsicherheit oder kein Bock zu tun...bei beidem auf jeden Fall immer konsequent trotzdem wieder raus schicken und versuche schon bevor es wirklich rein kommt das zu unterbinden (an longe wackeln, mit Peitsche auf die schulter usw), also sobald du merkst es fällt nach innen und macht Anzeichen zu kommen-gleich wieder raus. Und damit es nicht so unsicher ist würde ich es mal mit dem circle game von pat parelli probieren. Also allgemein die 7 games (kannst ja mal googlen wenns die nichts sagt), denn da lernt das pferd auch selbstständigkeit und ist vielleicht mal ne gute Abwechslung zum longieren:)

Antwort
von Pferdegirl01, 48

Hi, zum Longieren: vielleicht versuchst du es zuerst mit einem Joi-Up. Du brauchst einen umzäunten Platz, rund, aber mehr oder weniger quadratisch ist auch gut. Als allererstes (nach dem Aufwärmen natürlich;-)) machst du das Pferd von allem los (Halfter/Zaumzeug, Strick, evtl. auch Gamaschen, etc.).

Dann schickst du sie davon/raus auf den Zirkel. Vielleicht musst du auch einen Strick, den du nach ihr wirfst, sie aber nicht triffst (!) zur Hilfe nehmen. 

Nun jagst du sie im Kreis herum. Mal im Trab, mal etwas im Galopp. Das Tempo varrierst du, indem du auf ihre Vorderhand/ihren Kopf schaust (bremsend) oder auf die Hinterhand (treibend). Die Richtung lässt du sie wechseln, indem du ihr so zu sagen den Weg abschneidest. Natürlich nicht wirklich, du machst nur einen Schritt auf ihren Kopf zu (evtl. schwingst du das Seil in ihre Richtung). 

Nach einiger Zeit sollte sie dir symbolisieren, dass sie zu dir in die Mitte kommen will. Das tut sie, indem sie den Kopf senkt und/oder  zu kauen und lecken beginnt. Dann jagst du sie nicht mehr davon, sondern wendest dich von ihr ab. Dann wird sie langsamer werden und vielleicht schon zu ihr in die Mitte kommen. Falls sie nicht kommt, beginnst du einfach deinen eigenen Weg über den Platz zu gehen. Wenn sie dir dann immer noch nicht folgt, jagst du sie wieder auf den Zirkel zurück und machst das ganze von vorne. 

Das könnte vielleicht auch gegen die Blockaden helfen. 

Wenn sie nicht vorwärts geht beim Reiten und einfach stehen bleibt, könnte es vielleicht sein, das sie etwas gesehen hat, wovor sie sich fürchtet. Ich würde mich einmal genau umsehen.                                                                     Ansonsten würde ich es einmal mit Bodenarbeit versuchen. 

Lg ;-)

Kommentar von LyciaKarma ,

Join Up ist vielleicht was für Wildpferde, aber sicher nicht für Hauspferde, bei denen der Besitzer einfach nicht mit seiner Körpersprache umgehen kann.

Warum möchtest du eine Methode für Wildpferde an einem Hauspferd anwenden?  

Und dir ist schon klar, dass sie aus einer Anleitung im Internet nicht die Erfahrung bekommt, wie sein ein langjähriger Trainer hat?  

Wenn das schief geht - und es wird schief gehen, weil man beim Hauspferd keinen Grund hast, sowas zu tun - dann wird dieses Pferd eine lange Zeit keinem Menschen mehr vertrauen. Willst du das?  

Diese Methode sagt dem Pferd "Entweder du ordnest dich mir bedingungslos unter oder du stirbst", denn das Pferd hat keinen Ausweg. Von wegen mit "das Pferd entscheidet selbst, ob es reinkommt", denn der Mensch hört ja nicht auf, wenn das Pferd sich dagegen entscheidet. Er schickt und scheucht so lange, bis es aufgibt.  

In der Natur machen Pferde sowas auch untereinander, das stimmt. Dann kannst du ja naturgetreu versuchen, sowas auf einer großen Weide zu machen. Da wirst du dann schon merken, dass wir keine Pferde sind und dass jedes Pferd einfach weggeht oder dich angreift, wenn du mit so einem Müll ankommst.  

Kommentar von musenkumpel ,

Ja wie denn nu? Also ohne 'scheuchen'. Du hast jetz nur geschrieben wies nicht geht und vergessen zu sagen wies geht :D

Ausserdem hast du Pferdegirl01 jetz ziemlich auf die Vorderhand geschaut. Ob sie jemals nochmal was schreiben wird?? :P

Kommentar von horzrider ,

Was LyciaKarma schreibt, hab ich in letzter Zeit schon öfter gehört und ich gebe dir in einem Punkt recht "Bei denen der Besitzer nicht mit seiner Körpersprache umgehen kann" . Aber was soll an Join Up falsch sein? Wenn du dein Pferd longierst, dann treibst du es auch von hinten und machst Druck. Und beim Join Up machst du eben genau das selbe(ausserdem arbeitest du mit Körpersprache, das sehr sinnvoll ist, aber diese lernt man nicht von heute auf morgen, sondern über Jahre)...um es vereinfacht darzustellen. Aber du hast schon recht, wenn so manch selbsternannten Pferdeflüsterer sein Pferd stundenlang durchs Round Pen jagt und die kleinsten Annäherungsversuche seines Pferdes nicht erkennt, ist es pure Tierquälerei.

Kommentar von Pferdegirl01 ,

Liebe LyciaKarma

Ich akzeptiere natürlich deine Meinung, nur habe ich schon oft Join-Ups mit meiner RB gemacht, sie reagiert super auf die Körpersprache, aber sie kommt auch nicht immer zu mir ind die Mitte. Das akzeptiere ich. Und mir ist auch klar, dass julie1520 mit einer Anleitung aus dem Internet nicht an die Erfahrung einer langjährigen Trainers herankommt. Doch irgendwie muss man ja anfangen, falls man das will. Und diese Entscheidung liegt immernoch bei julie1520. 

Kommentar von julie1520 ,

Hey, erst einmal Danke für den Tipp. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob ich diesen umsetzen werden. Ich möchte ja eigentlich genau das Gegenteil erreichen, nämlich, dass sie nicht in die Mitte kommt.

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