Frage von netflixanddyl, 67

Pferd bleibt bei Box im Stallgasse stehen?

Es geht um die Stute, über die ich schon gestern eine Frage gestellt hatte. Wenn ich sie von der Weide hole, muss ich erst durch die Stallgasse um nach vorne zum Putzplatz zu kommen. Ihre Box ist von der Weide aus direkt die zweite.

Sie bleibt jedes Mal an ihrer Box stehen und will sich kein Stück weiterbewegen. Ich hab es einmal geschafft mit einem Leckerli sie weiter zu locken, beim letzten Mal hat meine Tante sie einfach von hinten ein wenig vorwärts gebracht. Sonst musste ich eben Minuten da stehen und warten, bis sie sich entschließt, an der Box vorbei zu gehen.

Was kann ich da anders machen, damit sie einfach daran vorbei geht? Beim nächsten Mal werde ich die Boxentür vorher zuschieben, aber gibt es trotzdem Tipps, die ihr mir geben könnt?

Expertenantwort
von Sallyvita, Community-Experte für Pferde, 40

Gibt es auf der Weide Wasser? Oder nutzt sie das Wasser dort nicht in erforderlicher Weise? Gehört sie vielleicht zu den Pferden, die nur in der Box pieseln können und bleibt deshalb stehen, weil sie in ihre Box will, um Pipi zu machen, etwas zu trinken und kurz zur Ruhe zu kommen? 

Ich würde das mal testen. Hol sie von der Weide, lass sie für ein paar Minuten in ihre Box und hol sie dann wieder raus und geh dann mit ihr zum Putzplatz. Die 4-5 Minuten sind nicht schlimm, aber vielleicht helfen sie dem Pferd. Solange sie sich danach problemlos aus der Box holen lässt, ist doch dann alles gut.

Wenn sie sich danach allerdings nicht wieder gerne aus der Box holen lässt und weder Wasser gelassen, noch getrunken hat, dann kannst Du schon mal ausschließen, dass es um ein Bedürfnis geht und Eigensinn und Sturheit in Betracht ziehen. Und da hilft dann nur Bestimmtheit. 

Kommentar von netflixanddyl ,

Wasser gibt es und sie trinkt dort auch genug.. ob sie nur in der Box pinkelt, da habe ich tatsächlich nie drauf geachtet. Danke.

Expertenantwort
von Heklamari, Community-Experte für Pferde, 16

probier doch mal etwas unerwartetes - gern mit deiner Tante im Hintergrund: Hold da Pferd von der Weide, aber vorher gehst du auf der Weide NICHT direkt zum Augang ondern erstmal in Bögen und schlangenlienien hier und dort  hin, hältst alle 10 -12 chritte an, 3 Atemzügen warten und Pferd darf außer stille stehen NIX tun, schon gar nicht fressen; es soll sich NUR auf dich konzentrieren, nach 4-7 Minuten gehst Du - nicht auf direktem Weg - wie zufällig zum tor, hältst an, pause, UND gehst wieder in die Weide rein und wiederholst das Theater für nochmal 2-3 Minuten mit Gehten und stehen

JEDES Mal, wenn Pferd brav mitkommt wird es dolle gelobt - nur Worte, sonst nix; Du solltest auch da Führtempo variieren (DU; nicht das ROß)

dann geht es irgemndwann raus und NICHT in Richtung Stall ondern nach hinten zum Misthaufen oder Hühnerhof oder was immer in der ANDEREN  Richtung ist; einige Schritte vorher anhalten, 3mal atmen, weitergehen auf den Misthaufenzu und dran vorbei und in Richtung Stall bald wieder anhalten;

 du kanmnt das auch variieren, indem du da Pferd jede 3. oder 4. Mal 2-3 tritte rückwärt richtest

SO geht es nun in den Stall; wird Pferd langamer, halkte SOFORT an und chuck es mind 4 Triutte zurück, PAUSE

bitte es nun, weiter mit zu kommen, sagt es NEIN, geht es wieder zurück usw nusw usw, bis es sich freutz, endlich geradeau gehen zu dürfen

Prinzip:

Mach dem turen Pferdel das, was es NICHT tun soll so unangenehm und blöd wie nur möglich - aber bleib dabei unbedingt cooool und gelassen ( nimm dir mind ne Halbe Stunde zeit für diese Aktion) und lobe es ganz dolle, wenn es tut, was DU möchtest

Du wirst dieses Programm sicher einige Tage durchhalten müssen, also ich tippe  mind eine Woche jeden Tag 1-2mal die ganze Prozedur, aber irgendwann schnallt dein Roß, daß Du einfach nicht zu übertölpeln bist und daß es für es besser  und bequemer ist, zu tun, was du möchtest

(ich hab meine freche Jung-Stute schon mal rückwärts duch die Büsche geschickt - ganz cool, gaaanz ruhig, und wir sind oft nach Hause gegangen, indem es 3 Schritte vor und 5 zurück ging (an der Hand) weil sie alles andere vor hatte, als gelassen und auf meinem Wunschweg heim zu gehen (die Ausritte dauerten damals 20 Minuten, der Heimweg leicht ne ganze Stunde...); sie war halt versaut, durfte bei dem Opa, dem sie vorher gehörte alles machen was sie wollte und hatte ihn quasi durch die Gegend gezogen und Freßpausen gemacht, wo und wann und wie lange sie wollte UND DAS geht GAR NICHT !!!

(DAheim ging alles recht flott  wie gewüncht, aber draußen hat sie's dann noch mal ein halbes Jahr probieren müsen - war aber auch schon von 2 Vorbesitzern "noch nicht eingeritten" bzw überhaupt kaum erzogen worden und strotzte mit 8 JAhren vor Selbstbewußtein -WIR wurden für 22 tolle Jahre die besten Freunde....)

Du wirst also wirklich Geduld brauchen und DEIN Sturkopf muß größer sein als ihrer.. ;-D

Viel Erfolg

Kommentar von netflixanddyl ,

Danke :)

Antwort
von FelixFoxx, 44

Box zumachen und eine lange Gerte mitnehmen, so dass Du sie damit hinten antippen kannst, ohne Deine Führposition zu verlassen. Und nicht das Pferd ansehen, wenn es stehen bleibt, schau nach vorne und tipp sie mit der Gerte an und gib das Stimmkommando zum gehen (Komm, Zungenschnalzer, etc.).

Expertenantwort
von Urlewas, Community-Experte für Pferde, 26

Pferd nie(!) mit Futter locken!

Warten, bis das liebe Tier sich bequemt, deinem Wunsch Folge zu leisten ist meist auch nicht die beste Lösung.

Hattest du nicht gesagt, das Pferd sei gut erzogen...?

Wie  war das mit dem Treiben? Wer treibt, ist am Drücker. Statt zum wandelnden Futterspender zu werden, soltest du das Pferd treiben. Die Lösung mit einem Helfer, der von hinten treibt, ist schon mal  nicht schlecht.

Sonst nimmst du eine lange Gerte in die Linke Hand, führst dasPferd mit der rechten Hand ganz normal in Position neben seinem Kopf/ Hals, und gehst schnurstracks deinen Weg. Beim kleinsten Stocken berührst du das pferd sofort hinten mir der Gerte, ohne deine Haltung und Blickrichung zu ändern. Du gehst dabei  einfach weiter. Nach 1-2 Versuchen wirst du merken, wie fest du das Pferd antippen mußt, damit es nächstens sofort(!) reagiert.

Nach wenigen Malen wird das Pferd dann schon wissen, dass es an der Box keinen Anspruch mehr auf einen Parkplatz hat. Was sagt denn eigentlich der Besitzer dazu; hilft er dir nicht bei solchen Schwierigkeiten?

Kommentar von netflixanddyl ,

Das mit dem Leckerli war sogar nicht extra. Ich hatte eins in der Tasche und sie hat das bemerkt, ist nach vorne gegangen und da hab ich sie direkt weitergeführt, da waren wir schon an der Box vorbei. Sie ist auch gut erzogen, das an-der-Box-stehen ist eigentlich das einzige Problem was ich mit ihr habe.. Das mit der Gerte werde ich definitiv beim nächsten Mal machen.. Meine Tante ist immer dabei, sie ist mit dem Besitzer befreundet deshalb ist er nicht dabei. Nur war sie bis auf das letzte Mal eben nicht dabei, als ich die Stute von der Weide geholt habe.

Kommentar von netflixanddyl ,

Sorry für die unübersichtliche Antwort, meine Absätze wurden scheinbar weggemacht.

Expertenantwort
von MissDeathMetal, Community-Experte für Pferde, 28

Energisch weitergehen, wenn sie langsamer wird streng sagen "Nein, weiter!" und ggf einen Klaps mit dem Strickende geben? Jedenfalls das alles noch bevor sie stehenbleibt. Streng und energisch sein, nicht grob, aber du bist der Chef und sie hat nicht einfach irgendwo stehenzubleiben. Leckerlis sind da der genau falsche Weg, wenn sie checkt sie bekommt was wenn sie streikt macht sie das noch viel eher und stärker. 

Kommentar von netflixanddyl ,

Energisch weitergehen klappt nicht, sie bleibt ja wie gesagt einfach stur stehen. Dann endet das nur noch im nach vorne Ziehen und Druck erzeugt ja bekanntlich Gegendruck.

Kommentar von VanyVeggie ,

Sorry, aber das ist hier gewiss nicht die Lösung. "Ich-chef-du-nix"-Beziehungen braucht kein Pferd.... Ein Pferd hat kein Interesse daran einen Menschen zu dominieren. 

Kommentar von sukueh ,

Ein Pferd will den Menschen vielleicht nicht zwingend dominieren, aber will dem Menschen auch nicht unbedingt folge leisten. Das ganze endet dann unweigerlich im Chaos. Also muss ich dem Pferd vermitteln, dass ich derjenige bin, der das sagen hat. Oder möchtest du das Pferd vorher immer um seine Zustimmung bitten ?

Die meisten Pferde sind doch ganz froh, wenn sie nicht diejenigen sein müssen, die die Entscheidungen treffen, möchten aber doch gerne sicher sein, dass derjenige, dem sie die Entscheidungen überlassen, diesem Vertrauen auch würdig sind. Ob ich das jetzt durch Bodenarbeit oder einen konsequenten Umgang im Alltag erreiche, bleibt wohl jedem selber überlassen. Meiner Meinung nach nutzt nur Bodenarbeit nicht viel, wenn im alltäglichen Umgang jegliche Form von Konsequenz fehlt.

Ein Mensch, der sich in solchen Sachen auf "Diskussionen" mit dem Pferd einlässt, dessen "Vertrauenswürdigkeit" wird mit Sicherheit vom Pferd hinterfragt werden. Mögliche Folge auch hier: Chaos.

Also, doch dem Pferd deutlich zeigen, wenn ich sage, wir gehen, dann gehen wir und bleiben nicht da, wo es dem Pferd beliebt, stehen und machen Pause.

Wobei der Hinweis von Sallyvita bezüglich des Pinkelns/Trinkens in der Box meiner Meinung sehr gut ist und das Problem durchaus schon lösen könnte.

Expertenantwort
von VanyVeggie, Community-Experte für Tiere, 32

Hallo, 

hast du den Eindruck, dass sie in die Box möchte oder das sie einfach nur nicht mit gehen will? 

Ohne sich das mal live anzusehen wird es schwierig da Tipps zu geben. Mit Leckerlie locken ist jedenfalls ein NoGo. Das Pferd fasst das nämlich so auf, dass es immer wenn es stehen bleibt ein Leckerchen bekommt. Ihr bestärkt ihr Verhalten damit. 

Was nun die Ursache ist, ist die Frage. Vielleicht vertraut es dir nicht genug und möchte nicht weitergehen oder sie hat Schmerzen. Das sollte sich ein Zahn - und Tierarzt sowie Osteo auf jeden Fall mal ansehen. Ansonsten erstmal viel Bodenarbeit machen um Vertrauen aufzubauen.

Mit freundlichen Grüßen

VanyVeggie

Kommentar von netflixanddyl ,

Sie will halt in die Box, sie geht ja nach paar Minuten weiter wenn sie merkt, dass es nicht in die Box geht. Das mit dem Leckerli war sogar unbeabsichtigt, weil ich noch eins in der Hosentasche hatte und sie das mitbekommen hat, da hat sie dann ein paar Schritte nach vorne gemacht und ich hab sie weggeführt. Schmerzen hat sie keine und sie kennt mich auch, das einzige Problem ist einfach dieses Stehen bleiben.

Kommentar von VanyVeggie ,

Jemand kennen und jemanden vertrauen ist ein großer Unterschied. Ich würde dir raten auf jeden Fall Bodenarbeit zu machen. Das allein kann das Problem schon beheben. 

Woher weißt du, dass sie keine Schmerzen hat? 

Kommentar von netflixanddyl ,

Ihr Besitzer achtet darauf und der Osteo war erst vor ein paar Tagen da..

Kommentar von VanyVeggie ,

Dann Bodenarbeit, vor allem Horsemanship. Ich kann den Ratschlägen mit Gerte zu treiben absolut nicht zustimmen und hoffe du lässt dich darauf nicht ein. Die Gerte ist kein Treibmittel! 

Kommentar von MissDeathMetal ,

Die Gerte kann das Pferd aber durchaus darauf aufmerksam machen, dass man noch da ist. Es hat hier ja niemand davon geredet auf ein Pferd einzuprügeln und eig weiß ich gar nicht, wo hier wann ne Gerte erwähnt wurde? Ein Klaps mit der Hand, der Gerte oder dem Strickende ist nicht schlimm, sagt dem Pferd aber auch mal "Hallo, hör mal zu!". Wir reden hier von einem Klaps, wohlgemerkt. 

Bodenarbeit und Horsemanship bringen rein gar nichts wenn der Mensch keine Führungsqualität hat. Und Vertrauen kann man nicht durch Übungen aufbauen, entweder man kann dem Pferd beweisen, dass man vertrauenswürdig ist (und von Vertrauen würde ich generell erst nach 10 Jahren reden und auch nur bei wenigen Pferd-Reiter Paaren) oder man kann es eben nicht. wunschdenken, dass jeder Reiter Führungsqualitäten hat. Klar will jeder, dass einem das Pferd vertraut. Aber andersrum, könnten wir jedem Reiter vertrauen? Ich sicherlich nicht. Warum wird das dann von den Pferden erwartet? 

Kommentar von VanyVeggie ,

Ein Klaps  ist aber nicht nötig. Darauf reagiert auch ein Pferd empfindlich. Dann ist die Gerte bei Bodenarbeit böse. 

Hab ich auch nicht gesagt. Um Vertrauen aufzubauen, muss man zusammen was meistern, Zeit verbringen und man muss sich mit dem Gegen über auseinandersetzen. Hier bringt Bodenarbeit dann sehr wohl was. Ein Klaps hingegen bringt gar nix. Davon kommt weder Vertrauen, noch lernt man das Pferd dadurch besser kennen um es einschätzen und lesen zu können. 

Kommentar von MissDeathMetal ,

das soll daraus auch nichts lernen, das soll nur mal wieder herhorchen. Und tatsächlich hat mein Pferd gar kein Problem mit der Gerte und ist sogar sehr froh wenn ich eine dabei hab, weil ich damit ganz toll die Mücken am Bauch wegwischen kann ;) Mein Pferd hat auch keine schlechten Erfahrungen mit der Gerte, ich habe sie nie unfair eingesetzt, wenn es einen Klaps gab hat sie immer verstanden warum und was das soll. Insofern ist die nicht böse für sie und ich nutze sie auch nicht als böses Mittel sondern eben als HILFSmittel, auch zum touchieren etc. Aber du musst das nicht machen ;) 

Klar, Zeit miteinander verbringen. Bodenarbeit sollte ca 30-60min dauern, je nachdem wie viele Pausen man macht. Gut, 30-60min und dann kommts Pferd wieder weg. Kennenlernen kann man durch beobachten auf der Weide im Umgang, und das über Stunden hinweg, oder indem man 12h am Tag mit dem Pferd verbringt, bspw beim Wanderreiten. Bei der Bodenarbeit erlebt man das Pferd wieder im Arbeitsverhältnis, ehrlich kennenlernen kann man sein Tier nur, wenn man es in allen Lebenslagen kennt. 

Ich kenne Pferdemenschen, die haben keine Ahnung was Horsemanship ist, oder Bodenarbeit. Und trotzdem sind die Pferde wohlerzogen und hören auf jeden Fingerzeig. Ich sag ja nicht, dass BA schlecht ist, aber Vertrauen schafft man nicht und miteinander auseinandersetzen tut man sich dabei auch nur zum geringen Grad

Kommentar von VanyVeggie ,

Aber nicht so. Macht das eine PB bei meinem Pferd gebe es Ärger. Wenn du meinst deinem Pferd gleich einen Klaps geben zu müssen, dann bitte. Ich find´s nicht gut und werde nach wie vor ablehnen. 

Ich rede ausserdem nicht von Kennenlernen, sondern von einem Vertrauensaufbau. Das geht auf der Koppel und per Bodenarbeit. Sicher nicht vom Reiten aus. 

Dann sind das auch so "Klaps-Menschen". Bodenarbeit ist mehr als 30-60 min Rumgehampel auf dem Platz. Es ist unumgänglich, wenn man mit seinem Pferd richtig umgehen und arbeiten können möchte. Menschen, die ihre Pferde lieber unter Druck setzen und nur reiten bis zum geht nicht mehr kenne ich auch. Hat für mich aber nix mit Erziehung zu tun. 

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