Frage von Flowerpower002, 70

Pferd belastet das innere Bein in den Kurven auf der linken Hand stark und läuft nicht rund?

Hallo liebe Community!

Vorab: Ich möchte hier bitte keine Antworten wie ,,Hol den Tierarzt!" oder derartiges Bekommen, weil ich dies auch tun werde falls es nicht in geraumer Zeit besser werden sollte.

Also, hier mein Problem:

Meine RB (mittlerweile 19 Jahre alt aber noch so gut wie topfit) läuft seit einigen Tagen auf der linken Hand nicht mehr ganz rund. Als meiner Reitlehrerin dies aufgefallen ist, meinte sie dass es wahrscheinlich daran liegt, dass er in den Kurven das innere Vorderbein zu stark belastet. Er läuft generell auf der linken Hand nicht so gut wie auf der rechten, ist steif und lässt sich nur mit sehr viel Mühe stellen. Deshalb wollte ich mal fragen, ob ihr Tipps bei diesem Problem habt oder ob es in diesem Fall sinnvoll wäre zu Bandagieren, da mir eine Stallfreundin dies empfohlen hat. Da ich allerdings auch schon häufiger gehört habe, dass Bandagen schnell schädlich wirken können bin ich mir nicht ganz im Klaren, wie ich handeln soll.

Ich würde mich auch über kurze Erklärungen freuen!

Danke :)

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von ponyfliege, Community-Experte für Pferde & reiten, 24
Nicht Bandagieren

wenn das stellen schon schwierig ist, wie sieht es dann erst mit der biegung aus?

dass das innere vorderbein zu stark belastet wird, ist völlig klar. wenn das links auftritt, liegt das problem rechts. links wird belastet,  rechts fehlt der raumgriff und dann fängt das pferd quasi an zu "eiern".

wie geht das pferd, wenn du auf der linken hand "rechts" leichttrabst? wird es dann etwas besser? lässt sich das pferd auf der linken hand problemlos nach aussen stellen - oder sogar biegen? dann besteht mit ziemlicher wahrscheinlichkeit eine schulterblockade. und zwar rechts.

das problem liegt an einer stelle, die sich nicht bandagieren lässt - davon abgesehen, dass du mit bandagieren für zusätzliche thermikprobleme im bein mit wärmeschäden sorgen wird.

bei einer leichten blockade ohne lahmheit kann man mit gymnastizieren besserung erzielen.

du kannst auch durch das gymnastizieren selber feststellen, wo genau der schwachpunkt liegt. sollte eine sogenannte "nachtverletzung" vorliegen (also ungeschicktes aufstehen oder niederlegen oder längeres liegen auf einem nerv), kannst du sehr gut selber handeln.

zunächst mal das pferd von einem helfer am halfter halten lassen (nicht anbinden). das pferd soll auf allen vier beinen stehen. begutachten von allen seiten. vorn: ist die brust waagerecht zum boden? kopf senken lassen: befindet sich der kopf in gerader linie zum pferd? hinten: sind die sitzbeinhöcker auf gleicher höhe? sind muskeln eines hinterbeines deutlicher zu sehen als die des anderen? seite: zieht das pferd den bauch auf? atmet es gleichmässig und tief? wenn nein: anzeichen für schmerz. werden alle vier hufe gleich belastet? wird ein huf steiler gestellt?

senken lassen des kopfes bis zwischen die vorderbeine (ein stück möhre hilft dabei): gelangt das pferd mit dem kopf problemlos dorthin oder tritt es einen schritt zurück? nacheinander beide vorderbeine bis auf höhe des pferdebauches nach vorn herausziehen (mit gefühl, aber auch mit bestimmtheit): versucht das pferd wegzuziehen? schulterblockade. hat es gleichgewichtsprobleme und fängt an zu "rudern" oder steht nicht sicher, ist es das vorderbein auf der anderen seite. dann gibts ein beinproblem.

an der hinterhand dasselbe. zunächst beide hinterbeine mit gefühl unter den bauch nach oben biegen und auf die reaktion achten. beim hinten herausnehmen im 45° winkel zum boden das bein nach hinten und unten leicht strecken.

eine jeweilige reaktion lässt das problem schon mal ziemlich lokal begrenzen.

bei leichten blockaden und muskelverhärtungen helfen teils schon massagen, gibts irgendwo eine schwellung, hilft heparin.

bei blockaden ist es besonders wichtig, die muskeln "weich" zu machen.

übungen zur stellung und zur biegung am boden helfen dabei. vor allem die stellung kann man viel besser von unten erarbeiten als von oben.

und das hilft dann auch, das pferd jenseits der 20 gut beieinander zu halten. denn 19 ist ja wirklich noch kein alter.

Kommentar von Flowerpower002 ,

Danke für die tollen Erklärungen, ich werde das direkt mal ausprobieren :)

Expertenantwort
von Dahika, Community-Experte für Pferde, 36
Nicht Bandagieren

Nicht bandagieren. Natürlich. Was soll denn dieser Ratschlag? Damit soll doch nur verschleiert werden, das da etwas nicht stimmt. Oder soll das Pferd hübscher aussehen. Aber dann muss die Bandage natürlich zur Schabracke und dem Fliegenmützchen passen.

Schwachsinn. Der Taktfehler des Pferdes ist entweder tierarztrelevant oder ein Osteopath muss her. Und wenn beide nichts finden sollten, dann müsste mal an der Geraderichtung gearbeitet werden. Das ist dann ein reiterliches Problem.

Aber zuerst Tierarzt/Osteopath.  Und natürlich keine Bandagen. Die Dinger sollte man verbrennen.

Kommentar von Flowerpower002 ,

Wieso genau bist du denn gegen Bandagen, bzw. was stört dich?

Kommentar von AlisaRu ,

Ich verstehe auch nicht was Bandagen bei dem Problem helfen sollen...

Antwort
von AlisaRu, 25

19 Jahre ist je nach Rasse ja schon Opi Alter für ein Pferd... Meine Oma macht auch nicht mehr so super flexibel Gymnastik wie ich. ;-)
An der Flexibilität kann man natürlich arbeiten aber in dem Alter ist so eine Steifheit bis zu einem Punkt auch normal.

Wenn es stärker wird kann bestimmt ein Osteopath helfen.

Expertenantwort
von Urlewas, Community-Experte für Pferde & reiten, 8
Anderes

Ich würde vieleicht erst mal einen Ostepathen oder Pferdemasseur schauen lassen, ob das Pferd einfach nur eine Verspannung/ Blockade hat.

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