Frage von Feli1205, 89

Pferd bekommt Panik unterm Reiter.. Was kann ich tun?

Hallo ihr Lieben, Habe da ein kleines Problem und ich hoffe ihr könnt mir helfen.. Ich habe ein Pony als sagen wir mal so Pflege/Reit Beteiligung.. Ich weiß nicht viel über seine Vorgeschichte aber er soll angeblich nicht aus so Guten Verhältnissen kommenm. Jetzt zu meinem eigentlichen Problem vom Boden aus ist er total bei der sache er vertraut mir auch und kann mitlerweile auch schon ein paar Tricks die er schnell lernt.. doch unterm Reiter ist er wie ausgewechselt bei jedem kleinen Geräusch zuckt er zusammen und das Vertrauen ist komplett weg in der halle so wie im Gelände.. wir üben jetzt schon seit ein paar monaten um ihn dran zu gewöhnen aber es wird nicht besser.. er macht seine Augen weit auf und spannt sich total an.. Eine Freundin von mir kann ihn etwas besser reiten wobei das auch kein entspanntes reiten ist sonder nach 10 min ist er schon komplett nass.. woran könnte das liegen? Mit und ohne Sattel das gleiche.. Vielen Dank im Vorraus :-)

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von ponyfliege, Community-Experte für Pferde, 50

trauma.

manchmal kriegt man das wieder hin. meistens nicht.

vor allem welsh ponys sind, was das betrifft, oft nicht mehr heilbar.

als ich angefangen hab, mit solchen ponys zu arbeiten hab ich mir irgendwann die frage gestellt, ob man ein pony unbedingt reiten oder fahren muss. ich bin zu einem eindeutigen ergebnis gekommen:

NEIN. man muss nicht.

eine traumabewältigung bei einem pony oder pferd ist eine diffizile sache. dir muss klar sein, dass du lebenslang auf einem unberechenbaren pulverfass sitzt.

und gerade bei einem pony kann zudem auch die wirbelsäule einen erheblichen schaden haben. oft genug setzt sich bei einem "widersetzlichen" kleineren pony ein erwachsener drauf - meist ein schwerer mann - nach dem motto: wenns nur schwer genug ist, wird das vieh schon irgendwann aufgeben.

das kann leider zu schwerwiegenden verletzungen der wirbelsäule, der haltebänder, des kreuzgelenks führen, die von aussen nicht sichtbar sind. und selbst, wenn das tier körperlich völlig gesund sein sollte - ein trauma ist eine krankheit und erhebliche einschränkung.

traumatisierte pferde brauchen EINE feste bezugsperson.

ich würde das reiten ganz bleiben lassen und weiter das vertrauen festigen. wenn ihm tricks und kunststückchen spass machen, solltet ihr diesen sektor ausbauen.

Kommentar von ponyfliege ,

danke für den stern...

und viel geduld mit dem pony - und natürlich viel erfolg!

Antwort
von hupsipu, 68

Lasst das Reiten (bzw die Versuche) mal für mindestens 6-8 Wochen weg. Macht in der Zeit Bodenarbeit, Longenarbeit etc und fangt dann an, wie mit einem Jungpferd zu arbeiten: mal ein Pad auf den Rücken legen, wenn das gut sitzt auch mal nen Sattel, irgendwann Gurt zu, und wenn das alles prima und komplett angstfrei (!!) funktioniert kann sich die leichtere von euch beiden mal vorsichtig über den Rücken legen. Sobald das Pony Anzeichen von Angst oder deutlichem Stress zeigt: zwei Schritte zurück im Lernprozess. Ihr müsst arbeiten wie mit einem Dreijährigen, nur leider aufgrund Deiner Beschreibung mit schlechten Vorerfahrungen, was vermutlich bedeutet, dass das Grundvertrauen weg ist.

Antwort
von LyciaKarma, 72

Für ein Pferd ist es ein himmelweiter Unterschied, ob der Reiter draufsitzt oder der Mensch vorne weggeht (da kann man sich verstecken!).  

Wie ist es, wenn ihr einen "Fußgänger" mit dabei habt? Ich schätze, dass ihm die Sicherheit eines "Führers" fehlt, der aufpasst und hinter dem er sich verstecken kann.

Antwort
von sukueh, 56

Ist der überhaupt zum Reiten ausgebildet worden ? 

Ich würde da auch mit Reiten so "weitermachen", wie mit der Ausbildung eines Jungpferdes. Möglich bzw. Wahrscheinlich, dass ihr hierfür die Hilfe eines Profis braucht.

Antwort
von NeyChan, 89

Schon mal so einen "Vertrauensparcour" gemacht? Also das hat sicher nen anderen Namen aber mir fällt er grade nicht ein. Wie reagiert das Pony denn auf Regenschirm aufspannen, Vorhang aus Absperrband und so? 
Anscheinend macht er sich selbst stress unter dem Reiten. Vielleicht kannst du das so aufbauen, dass du ein 1-2 Wochen mal nur Aufsteigst und nicht reitest. Vielleicht merkt er dadurch dass nichts ist. Dann gehst du ein paar Tritte und es reicht wieder. Ich weiß nicht obs was hilft, aber ein Versuch wärs wert. 

Nichts übereilen, sondern eher kleine langsame Schritte machen, sodass er da nicht totale Panik bekommt. 

Antwort
von horsedreamer01, 66

Hey

Ich denke, dass dein Pferd panische Angst durch seine Vorgeschichte hat. Vielleicht probierst du es mal in einer anderen Umgebung, im Gelände oder so, aber wenn es nicht klappt solltest du wieder aufhören. Ansonsten würde ich dir Raten mal eine Person noch dazu zu nehmen, der er Vertraut. Die Person könnte ihn dann zum Beispiel führen wenn du dadrauf sitzt, oder longieren oder so. Denn wenn er vom Boden aus alles mitmacht, dann kann es sein, dass er sich dann sicherer fühlt

lg

Kommentar von Feli1205 ,

Ja wenn einer führt ist alles kein Problem weil er dann eine Person hat an der er sich orientieren kann und sich sicher fühlt.. aber das alleine reiten klappt nicht.. eigentlich möchte ich im es ersparen aber die Besitzerin möchte das er im Reitunterricht läuft..

Kommentar von horsedreamer01 ,

Vielleicht ist das mit dem Unterricht gar keine so schlechte Idee ... vielleicht weiß dein Reitlehrer irgendein Tipp.. klappt es dann auch wenn jemand longiert? Vielleicht liegt es auch daran, dass du von Anfang an mit dem Gewissen aufsteigst "Es klappt sowieso nicht" ? Oder vielleicht hast du Angst oder so? Also das wäre dann zumindest eine Erklärung dafür, dass er so unsicher ist

Antwort
von Viowow, 64

gesundheit gecheckt? klingt für mich nach völliger überforderung. wenns deine rb ist, hat deine freundin schonmal nix drauf zu suchen. dann fang bei 0 an.wie bei einem jungpferd, welches angearbeitet wird. ihr macht das viel zu schnell würd ich sagen

Kommentar von MilleW ,

Naja das die Freundin nix drauf zu suchen hat kann man nicht gleich sagen. Eine meiner Besten Freundinnen reitet meine Reitbeteiligung auch manchmal. Aber die Besi kennt sie gut. (Denn die Besi hat eine Schwester die auch ein Pferd hat und auf dem Pferd ist sie die RB). Also es gibt (komplizierte) Ausnahmefälle.

Kommentar von Viowow ,

gut, aber es sollte zumindest abgeklärt sein. der punkt ist aber sowieso, das auf dem pferd erstmal gar nienand etwas zu suchen hat...

Kommentar von Feli1205 ,

ist auch eigentlich so nur die Besitzerin kennt die Freundin die ihn manchmal reitet auch und das ist alles abgesprochen

Antwort
von kruemel84, 42

Hi Feli1205,

ich würde es genauso wie hupsipu machen und ganz von vorn beginnen.

Wisst ihr denn überhaupt über seine Vergangenheit etwas? Vielleicht lohnt es sich da mal nachzuforschen....

Lg kruemel;-)

Kommentar von Feli1205 ,

Ja er ist noch jünger und wir haben von Anfang an von ganz vorne angefangen erstmal mit bodenarbeit longueren mkt sattel etc. aber irgendwie klappt es nicht.. mit der Besitzerin ist alles abgesprochen.. 

Kommentar von kruemel84 ,

Ich glaub,du hast mich falsch verstanden....Ich meinte mit Vergangenheit seine Vorgeschichte,Vorbesitzer,Erkrankungen,etc.

Hatte er vielleicht mal ein traumatisches Erlebnis? Dort sollte man vielleicht mal nachhaken....

So wie du es beschreibst,kann (muss nicht) es sein,dass er unterm Sattel (vielleicht beim "einreiten") ein schlechtes Erlebnis hatte und dies sich so fest eingeprägt hat,dass bei ihm dann einfach die Nerven blank liegen wenn der Sattel draufliegt....

Es spricht zumindest dafür,weil du schreibst,dass er nach 10 min schon klatschnass geschwitzt ist...

Zum Beispiel ist eine meiner Stuten vor ein paar Jahren knapp 3 Meter tief in eine Bach gestürzt,nachdem jemand den Weidezaun zerschnitten hatte.... Sie stand dort mind. 3h bis wir sie gefunden haben...sie hatte wahnsinnig viel Glück,zwei Zähne ausgeschlagen,eine etwa handgroße Fleischwunde auf der Flanke und ein paar Prellungen.......das ist alles wieder gut verheilt,aber der psychische Teil hat Narben fürs ganze Leben hinterlassen....

Es hat zwei Jahre gedauert,bis ich mit ihr wieder an eine Bach oder ein fließendes Gewässer rangehen konnte,ohne dass sie komplett durchgedreht ist....

Ich hoffe,du verstehst jetzt,was ich meine.

Lg kruemel;-)

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