Pfändungsfreigrenze in Bezug auf Unterhaltsforderung?

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1 Antwort

Nun frage ich mich, laut Tabelle...  sind die Zahlungen unter einem bestimmten Nettoeinkommen nicht erforderlich



Das stimmt so nicht.

Solange du für minderjährige Kinder unterhaltspflichtig bist, unterliegst du einer "erhöhten Erwerbsobliegenheit", das heißt, du musst alles dir Mögliche unternehmen, um den Kindern wenigstens den Mindestunterhalt (s. "Düsseldorfer Tabelle") zahlen zu können (Vollzeitjob, ggf. noch Nebenjob...).

Nur wenn du nachweislich trotz aller Bemühungen nicht in der Lage bist, ein Einkommen oberhalb deines "Selbstbehaltes" (derzeit 1080 Euro gegenüber minderjährigen Kindern) zu erwirtschaften, wärst du nicht "leistungsfähig" - könntest keinen Unterhalt zahlen. Denn für deine eigenen Lebenshaltungskosten muss dir ein Selbstbehalt verbleiben...

Dieser Selbstbehalt darf aber nicht mit dem "Pfändungsfreibetrag" verwechselt werden, der bei Lohn- oder Kontopfändungen gilt:

Hättest du keinerlei Unterhaltsverpflichtungen - oder hättest welche, würdest aber keinen Unterhalt zahlen - läge dein Pfändungsfreibetrag bei derzeit 1079,99 Euro.

  • Nur wenn du tatsächlich Unterhalt leisten würdest, würde dein Pfändungsfreibetrag entsprechend angehoben, so dass du zu den Zahlungen auch in der Lage bist.... - es würde also weniger gepfändet werden können.

Würde dir "laufender Unterhalt" (nicht angehäufte Schulden...)  gepfändet werden müssen, weil du sonst einer bestehenden Unterhaltsverpflichtung nicht nachkommst, könnte dein Pfändungsfreibetrag sogar auf "Sozialhilfeniveau" herabgesetzt werden....

  • Das wird aber nicht geschehen, wenn du zumindest den bei dir lebenden Kindern Unterhalt  leistest.....
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Kommentar von dAs5igma
28.01.2016, 13:30

Danke erstmal für die ausführliche Antwort, das hat mir das JA auch so gesagt, aber objetkiv ist das natürlich nicht, es ist ja nicht so dass ich keinen Unterhalt zahlen will(habe bereits über 30.000EUR an Unterhalt bezahlt). Aber wenn Sie in Ihrer Ausführung meinen, ich muss alles dafür tun, und das Min.lohngesetz 8,50EUR brutto bei max 48Stunden-Woche  , dann wirds schwierig mit dem Unterhalt nach Düsseldorfer Tabelle. Es gibt Gesetzestexte, Menschenrechte etc etc. Und nicht zu vergessen es sind ja noch zwei andere Kinder da. (ausserdem ist die d...tabelle nur ein Richtwert, in Einzelfällen muss natürlich geprüft werden.) 

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