Frage von Malladan 28.08.2011

Petrus und seine Kirche

  • Antwort von Teddylein 29.08.2011
    9 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Was Jesus hier zu Petrus sagte, wird oft so aufgefasst, als würde Petrus das Fundament der Christenversammlung sein. Gemäß der katholischen Kirchenlehre habe Jesus ihm damit den Primat oder die Vorrangstellung gegenüber den anderen Aposteln eingeräumt und ihn so praktisch zum ersten Papst gemacht. Daher prangen Jesu Worte auf Latein auch in zwei Meter großen Lettern im inneren Kuppelfries des Petersdoms in Rom.
    Wollte Jesus wirklich sagen, dass Petrus der Felsen ist, auf dem er seine Versammlung errichten würde? Nein. Hier drei Gründe, weshalb das nicht sein kann. Erstens: Die anderen Apostel, die ebenfalls anwesend waren, fassten Jesu Worte nicht so auf. Hätte Jesus dem Petrus vor ihnen allen eine Vorrangstellung übertragen, dann hätten sie sich danach nicht wiederholt darüber zu streiten brauchen, wer von ihnen wohl der Größte sei (Markus 9:33-35; Lukas 22:24-26). Zweitens: Der Apostel Paulus zeigte später, dass Jesus der Felsen ist, also nicht Petrus (1. Korinther 3:11; 10:4). Drittens: Petrus selbst ließ erkennen, dass er sich nicht für den Felsen hielt. Wie er schrieb, ist Jesus der lang vorhergesagte „Grundeckstein“, der von Gott selbst auserwählt worden ist (1. Petrus 2:4-8).
    Trotzdem bestehen manche darauf, dass Jesus doch Petrus gemeint habe, da der Name Petrus „Fels“ bedeute. „Petrus“ bedeutet jedoch nicht dasselbe wie das im gleichen Vers verwendete Wort „Felsen“. Wörtlich bedeutet Petrus „Felsstück“ und ist ein männliches Hauptwort. Dagegen ist das mit „Felsen“ übersetzte Wort ein weibliches Hauptwort. Wie ist Jesu Aussage dann zu verstehen? Er sagte gewissermaßen zu Petrus: „Du, den ich Petrus — ,Felsstück‘ — genannt habe, du hast erkannt, wer wirklich der Felsen ist: der Christus, der das Fundament der Christenversammlung bilden wird.“ Es war für Petrus höchst ehrenvoll, dabei mitzuwirken, dass eine solch wichtige Glaubenswahrheit ans Licht kam.

  • Antwort von blondie1705 28.08.2011
    5 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Mit dem Fels ist nicht ein Stein gemeint. Das ist so zu verstehen, dass Petrus der Fels ist. Er war sozusagen das erste Kirchenoberhaupt.

  • Antwort von derprediger 29.08.2011
    4 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Schon der Name Petrus, aus dem griechischen "petros" stammend, heißt Stein, Fels. - Jesus Christus übertrug diesem Jünger die Aufgabe "Kirche" zu gründen und aufzubauen.

    Dass er dabei sinnbildlich ein "Fels" war, hat er bewiesen, denn er wurde für seine Standhaftigkeit im Glauben auch getötet. - Weil die Kirche die er mitbegründet hat, nach 2 Jahrtausenden ebenfalls noch besteht, bedeutet, dass auch sein Ursprungswerk "wie ein Fels im Weltgeschehen steht", wenn es auch zwischenzeitlich manche dunkle Flecken bekommen hat.

    Auch als Nicht-Katholik muss man das anerkennen.

  • Antwort von omikron 29.08.2011
    3 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    "Ich" in dem Satz ist Jesus Christus, der das zu Petrus sagt. Nicht Petrus soll also eine Kirche errichten, sondern Jesus selber tat es, und er nahm dazu als felsenfesten ersten, wichtigsten Zeugen Petrus.

  • Antwort von Sonnenschnauz 29.08.2011
    3 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Petrus bekundet seinen Glauben an Jesus (= das Petrus-Bekenntnis von Cäsarea Philippi). Der Glauben ist der Fels, nicht Petrus. Petrus selbst ist, menschlich gesehen, ziemlich wankelmütig.

    Derjenige, der die Kirche baut, ist Christus selbst. ("will ich meine Kirche/Gemeinde bauen") Christus baut sie auf den Glauben der Menschen. Allerdings hat Petrus eine gewisse Vorbildfunktion in dem SInne, dass er an Christus glaubt.

    Petrus ist also nicht der, der die Kirche baut, oder der Christus selbst vertritt. Man braucht in der Kirche zwar Ämter und Verantwortlichkeiten, keinen Christus-Ersatz oder Stellvertreter, aber sie bleibt die Kirche Christi.

  • Antwort von thokayanz 31.08.2011
    2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Man muss diese Bibelstelle im Zusammenhang lesen um sie richtig zu verstehen:

    Matthäus 16,13: "Als aber Jesus in die Gegenden von Cäsarea Philippi gekommen war, fragte er seine Jünger und sprach: Wer sagen die Menschen, daß ich, der Sohn des Menschen, sei? Sie aber sagten: Etliche: Johannes der Täufer; andere aber: Elias; und andere wieder: Jeremias, oder einer der Propheten. Er spricht zu ihnen: Ihr aber, wer saget ihr, daß ich sei? Simon Petrus aber antwortete und sprach: Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes. Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Glückselig bist du, Simon, Bar Jona; denn Fleisch und Blut haben es dir nicht geoffenbart, sondern mein Vater, der in den Himmeln ist. Aber auch ich sage dir, daß du bist Petrus(d.h. ein Stein); und auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen, ..."

    Der "Felsen" bezieht sich hier auf die Aussage von Petrus über Jesus und dass er "Gottes Sohn" sei. Petrus selbst ist nur ein Stein, d.h. ein Teil des Felsens. Die Kirche (oder Gemeinde) gründet sich also auf Jesus selbst, und nicht etwa auf Petrus. Diese Stelle wird leider durch oberflächliches Lesen leicht mißverstanden und falsch interpretiert. Petrus selbst war auch nur ein einfacher Mensch wie wir.

  • Antwort von Wilfri 29.08.2011
    2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    In Offenbarung 21 Vers 14 steht folgendes: Und die Mauer der Stadt (Gottes) hatte zwölf Grundsteine und auf ihnen die zwölf Namen der zwölf Apostel des Lammes.

    Die Bibel erklärt sich selbst. Hier wird ganz klar gesagt, worauf Gott seine Gemeinde bauen will. Im Vers 11 steht, dass diese Stadt die Herrlichkeit Gottes hat. Sie steht also über allem und ist richtungsweisend. Zu den Grundsteinen kann kein weiterer Grundstein hinzugefügt werden, denn Gott hat bereits die Auswahl getroffen. Das Amt der Apostel ist sehr wichtig, aber es dient nicht der Machtausübung. Als sich die Jünger stritten, wer unter ihnen der Größte sein soll, da antwortete Jesus: Wer unter euch will der Größte sein, der sei euer aller Diener. Als die Jünger den ganzen Inhalt des Evangeliums begriffen hatten und mit dem Heiligen Geist an Pfingsten in besonderer Weise ausgerüstet wurden, da waren sie sich im klaren, was Dienst für Christus bedeutet. Mit ihrem Dienstbegriff kollidiert der Begriff "Unfehlbarkeit in Lehrfragen". Unfehlbarkeit hat sich allein Gott vorbehalten und er ist es auch. Wenn Menschen, ganz gleich in welcher Funktion, Macht beanspruchen, die nicht von Gott unmittelbar verliehen ist, dann ist dieser nicht von Gott beauftragt. Insbesondere dann nicht, wenn sie zu denen gehören, von denen der Prophet Jesaja im 24. Kapitel Vers 5 folgendes sagt: Die Erde ist entweiht von seinen Bewohnern; denn sie übertreten das Gesetz und ändern die Gebote und brechen den ewigen Bund.

    Da dies sogar Kirchen gemacht haben, ist es schon sehr wichtig darüber nachzudenken. Wer nicht weiß, was das bedeutet, der vergleiche doch einmal die Kathechismen mit den in 2. Mose 20 aufgeschrieben 10 Geboten.

    Von dem Papst Johannes Paul dem II habe ich in der Zeitung gelesen, dass er seinen Frieden mit Darwin gemacht habe. Man kann aber nicht seinen Frieden mit der Evolutionstheorie machen ohne den Schöpfer und sein Wort zu verleugnen.

  • Antwort von helrich 28.08.2011
    2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Du kannst ja auch hier mal nachlesen: http://de.wikipedia.org/wiki/Simon_Petrus

  • Antwort von Dea2010 28.08.2011
    2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Petrus ist der Fels, sprich das Gemeindeoberhaupt. und mit Kirche ist nicht ein Gebäude, sondern die Gemeinde/Gemeinschaft der Christen gemeint!

  • Antwort von Hellfirestrike 28.08.2011
    2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Ich glaube das Petrus der fels war. Liege ich damit richtig? Einer ders besser weiß soll mich ruhig korrigieren

  • Antwort von Azizamasrya 29.08.2011
    1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

    Kurz vorher sagte Petrus den entscheidenden Satz: "Du bist der Sohn Gottes!" Im Orient drückt man Erstaunen oft aus mit einem Bezug zum Namen: Das heißt dann etwa so: Kein Wunder, Du heißt ja auch Petrus der Fels! Auf diesen Glauben will ich meine Kirche bauen. Die wahre Kirche ist nicht auf einen Menschen gebaut, sondern auf den Eckstein Jesus, den Messias!

  • Antwort von riara 29.08.2011
    1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

    Aber auch ich sage dir: Du bist Petrus, und auf diesem Felsen werde ich meine Gemeinde bauen, und des Hades Pforten werden sie nicht überwältigen. (Matthäus 16,18)

    Diese Aussage Jesus ist natürlich so zu verstehen, dass Petrus einer der ersten Gemeindevorsteher und Aufseher (gr. epískopos -> Bischof) der frühen Kirche wurde. In allen späteren Zeiten und selbst bei den frühen Protestanten wurde so verfahren, später wählte man den Gemeindeführer und tut das selbst heute noch...:-)

    Eine Gemeinde kann ohne ein Oberhaupt nicht bestehen und sie kann ohne Mitglieder nichts bewegen, in der Zeit Petrus war die Gemeinschaft um Jesus eine sehr kleine, nach dessen Tod setzten sich die Mitglieder in Bewegung und gründeten in diversen Gegenden neue Gemeinden, sie wurden die Lehrer oder Hirten (lat. pastor) der neuen Christen, sie führten Taufen und Gottesdienste durch, lasen aus den alten Schriften und vermittelten die Geschichten aus dem Leben Jesus...

    Die Christenverfolgung traf die jungen Gemeinden natürlich, weswegen sich Ihre Aktivitäten oft im Verborgenen abspielte, man musste also viel Reisen, um die kleinen Gruppen zusammenzuhalten. Hier kommt Paulus eine viel höhere Bedeutung zu, der sich - selbst berufen - zum ersten Pappas (gr. für Papst), obwohl dieser Titel erst im 3. Jh. wirklich verwendet wurde. Paulus kannte Jesu nicht persönlich, war also nicht ernannt sondern bekam durch seine Tätigkeit den Zuspruch und die Anerkennung der frühen Christen, noch heute fühlt man sich als Geistlicher zum Dienst an den Menschen berufen, auch das ist eine Tradition, die mit der des Judentums bricht, denn dort gab es ein Erbpriestertum, die Glaubensführer kamen sogar nur aus einem Stamm/Clan...

    Man kann sich keine andere Regelung vorstellen und es gibt praktisch auch keine andere Ableitung dieser Bibelstelle. Selbst die, die der katholischen Kirche heute feindlich gesinnt sind oder Ihre Führungsstellung ablehnen, wenden dieses Zitat weiterhin an, nur die Gemeinde kann sich den Führer auswählen den sie möchten.

    Bei den Katholiken hat man die Einsetzung der Priester und Bischöfe weitestgehend von der ursprünglichen Bedeutung abgekoppelt. Die eigentliche Führung der Gemeinde unterliegt aber auch bei den Katholiken den Gemeindemitgliedern, die sich zudem in diversen Gremien mit der Ausrichtung der angeschlossenen Verbände beschäftigen. Sicher kommt der geistlichen Führung der katholischen Kirche eine ungleich höhere Machtkompetenz zu, als man es z.B. bei der protestantischen EKD findet, nur hat sich der Druck in den letzten Jahren deutlich erhöht, bestes Beispiel ist die Bewegung in Österreich, der sich schon seit Jahren mehr und mehr Priester anschliessen, die zusammen mit Ihren Gemeinden für eine Liberalisierung der katholischen Kirchen einstehen. Die Abschaffung des Zölibats und das Weihen von Diakoninnen sind hier inhaltlich die grössten Forderungen, die Zeit wird zeigen, ob sich die Veränderungen der protestantischen Kirchen, nicht auch irgendwann bei den Katholiken auswirken, immerhin hatte der Mönch Martin Luther nicht unbedingt vor die Kirche zu spalten, sondern er wollte sie reformieren, es bleibt abzuwarten wann dieser Reformprozess wirklich abgeschlossen sein wird...

  • Antwort von Iubar 28.08.2011
    1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

    Du bist Petrus und auf diesem Felsen will ich meine Kirche errichten und die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen. Dir gebe ich die Schlüssel des Himmelreiches, und alles was du auf Erden binden wirst, soll auch im Himmel gebunden sein, und alles, was du auf Erden lösen wirst, soll auch im Himmel gelöst sein. (Mattäus, 16. Kapitel, 16.-18. Vers).

    Das ist eine Metapher ;-)

  • Antwort von mha1213 31.08.2011

    Petrus war der Führer der urchristlichen Gemeinde. Nur zwei Jünger kamen seinem Status gleich, das war einmal Johannes der Evangelist (welcher in der Schlusspassage des Johannes-Evangeliums als gleichberechtigt neben Petrus dargestellt wird), zum anderen war da der Konvertit Paulus, der angesichts herausragender spiritueller und rethorischer Begabungen, die Missionierung der Heidenchristen übernahm.

  • Antwort von santoberger 30.08.2011

    Einige (römisch-katholische) Irrtümer über Petrus möchte ich klarstellen:

    Nicht nur der gläubige Petrus, sondern jeder Christ, der Jesus als Christus bekennt, ist ein Glied der Gemeinde, des Leibes Christi, Christus allein ist der Grundstein, welcher im Neuen Testament umfassend beschrieben wird, Christus ist der Herr, aber alle Brüder sind gleich.

    Der Lieblingsjünger Jesu war nicht Petrus, er wird nicht namentlich genannt, aber seine Beschreibung passt auf Johannes. Er stand als einziger Jünger an Jesu Kreuz, während Petrus und alle anderen Jünger sich versteckten.

    Bei einer Apostelversammlung hatte Jakobus, der Bruder des Herrn, das Wort.

    Petrus ist nicht "unfehlbar":

    Petrus verleugnete Jesus dreimal. Paulus tadelt Petrus für seine Heuchelei.

    Petrus hielt kein "Zölibat":

    Petrus Schwiegermutter wurde von Jesus geheilt. Laut Paulus führte Petrus eine Frau mit sich.

    Paulus und Johannes schrieben mehr Briefe als Petrus.

    Paulus wurde nach Rom verschleppt und dort hingerichtet, nicht Petrus. Paulus erwähnt dutzende Brüder in Rom, aber an keiner Stelle Petrus.

    Für Petrus angebliche Romreise gibt es kein einziges Anzeichen weder in den zwei Petrusbriefen, überhaupt an keiner einzigen Bibelstelle!

    Diese Behauptung wurde viel später aufgestellt um einen Machtanspruch des römischen Papstes abzuleiten!

    Demnach hat der Papst in seinem kaiserlichen Palast auf dem sogenannten Petersplatz nichts mit dem armen Fischer Petrus zu tun!

  • Antwort von PieOPah 29.08.2011

    Alles Qutsch mit Sauce!

    Jesus hat schon zur damaligen Zeit die Chance genutzt, "seine Kirche" festzulegen, um spätere Streitigkeiten zu vermeiden, denn er wusste ja, in welchem Zustand die weltliche Religion sein wird, wenn seine Rückkehr ansteht. Und da abzusehen war, daß "seine Kirche" auch einige Leichen im Keller haben würde, hat er Petrus und dem ganzen Rest unmissverständlich gesagt, welches seine Kirche ist - ohne Ausnahme.

    Zugegeben, wenn ich mir diese Kirche heute anschaue, dann gibt es vielen, was echtes Lob verdient, wirklich! Aber es gibt da auch einige Dinge, da muss ich zwangsläufig mit dem Kopf schütteln. Trotzdem zählt nur das Endergebnis und das ist - von einigen Abstrichen mal abgesehen - ganz in Ordnung und ich kann von meiner Seite aus nur bestätigen: Jesus hat eine gute Wahl getroffen... Und wie es im Leben so ist - der ganze Rest darf getrost nach Hause gehen und weinen...

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