Frage von Tiberius131, 36

Personenfreizügigkeit in der EU, kann das überhaupt funktionieren?

Meine Befürchtung ist, dass es innerhalb der EU einfach zu grosse wirtschaftliche und soziale Unterschiede gibt und es somit zwangsläufig zu unkontrollierbaren Migrationsströmen kommt. Ich glaube das war auch der eigentliche Grund für den Brexit udn den Unmut der britischen Bevölkerung.

Ist diesem System grundsätzlich zum scheitern verurteilt? Eure Meinung zu diesem Thema würde mich interessieren!

Antwort
von CamelWolf, 9

Nach meiner Wahrnehmung hat diese Freizügigkeit bisher nur Vorteile gebracht. Deshalb glaube ich nicht, dass das System scheitern wird. 

Das Abstimmungsergebnis des Brexit wurde meiner Auffassung nach dadurch erzielt, dass  man ganz bewusst an die niedrigsten Instinkte (Neid, Fremdenhass, Angst vor dem Zu-Kurz-Kommen) der Wähler appelliert und zusätzlich noch eigene (innen-) politische Versäumnisse (Niedergang des Gesundheitswesens, Rentenpolitik, Niedrigsteuer für Spekulanten) der EU in die Schuhe geschoben hat.

Wir werden sehen, wie das weitergeht.....

Antwort
von Modem1, 5

Das funktioniert doch schon viele Jahre. GB hat niemals das Abkommen von Schengen unterschrieben was die Freizügigkeit regelt.

Kommentar von Tiberius131 ,

aber als EU-Mitglied  gilt doch das Schengener Abkommen als automatisch akzeptiert?

Kommentar von Modem1 ,

GB hat viele Extrawürste gebraten bekommen.Ich war vor einigen Jahren mit der Fähre von Calais nach GB gefahren.  In GB wurden wir mit Bus in eine Halle im Hafen gefahren . Dort kontrolliert .War völlig unvorbereitet auf diese Situation.Außerdem musste ich schon beim Kauf der Passage karte angeben wann ich zurückreisen will. 

Antwort
von Katzenreiniger, 21

Wie kann man so eine Frage im Jahr 2016 ernsthaft stellen?

Die Freizügigkeit gibt es seit vielen Jahren und sie hat schon einigen viele Vorteile gebracht. Sie funktioniert, daran ist nichts zu rütteln. "Unkontrollierte Migrationsströme" wie du sie befürchtest, gab es keine.

Kommentar von Tiberius131 ,

nun ich glaube schon das man diese Frage stellen darf, ohne das man deswegen gleich fremdenfeindlich ist. Aber danke für die Darstellung deiner Betrachtungsweise!

Kommentar von Katzenreiniger ,

Man ist dadurch nicht fremdenfeindlich, man hat nur scheinbar die letzten 20 Jahre hinterm Mond gelebt und nicht mitbekommen, was passierte.

Kommentar von Tiberius131 ,

"man hat nur scheinbar die letzten 20 Jahre hinterm Mond gelebt" 

immerhin wäre ich dann der erste nicht US-Amerikaner auf dem Mond gewesen ;)

Du bist also der Meinung, dass das Volk nicht das Recht haben sollte über den Grad der kulturellen Diversifikation mitbestimmen zu dürfen?

Antwort
von wfwbinder, 15

Nein, das System funktioniert ganz gut.

Es ist sogar etwas seltsam, das die Briten (britsche Unternehmen, unterstützt durch die Regierung) die Sache am Anfang sogar aktiv durch Anwerbung betrieben haben und nun auf Ablehnung geschaltet haben.

Kommentar von Tiberius131 ,

schon ein recht paradoxes Thema.

Hier in der Schweiz haben wir uns ja mit der Masseneinwanderungsinitiative gegen die Personenfreizügigkeit mit der EU ausgesprochen und das obwohl wir eigentlich nur davon profitieren. 

Deutsche Staatsbürger die erst dem deutschen Staat im Bildungssystem zur Last gefallen sind kommen zu uns arbeiten, helfen uns z.B. das Gesundheitssystem aufrecht zu halten und zahlen natürlich auch noch hier steuern. Und das während dem deutschen Gesundheitssystem Fachkräfte fehlen. Ist das nicht total unfair?

Kommentar von wfwbinder ,

Wer seinen Bürgern Bedingungen auflädt, die denen ein Leben in einem anderen Staat erstrebenswerter erscheinen lässt, verdient es nicht besser.

Antwort
von soissesPDF, 6

Zum scheitern verutreil ist dieser Unsinn von einer politischen Union.
Die EU ist kein Staat und wird auch keiner werden.

Der Euro ist eine Fehlkonstruktion, gerade wg. der wirtschaftlichen Unterschiede.
Er wurde geschaffen in der Verblendung eben der Schaffung der "Vereinigten Staaten Europas".

Als Freihandelszone ist die EU völlig ausreichend.
Den Euro wird die Geschichte eines Tages erledigen.

Antwort
von diroda, 13

Nur mit den Staaten der EWG ohne Spanien, Portugal und Griechenland.

Kommentar von Tiberius131 ,

klingt für mich vernünftig! Den Gedanken der EU befürworte ich, befürchte aber das sie einfach zu schnell gewachsen ist und es zu grosse Unterschiede zwischen den Staaten gibt. Daher denke ich wäre dein Vorschlag ein gangbarer Weg.

Kommentar von Geraldianer ,

Gerade aus diesen drei Ländern kommen aktuell viele junge und gut ausgebildete Leute nach Deutschland die wir dringend brauchen.

Ich arbeite in der Pflege, da werden, vor allem aus Spanien, direkt Leute angeworben. Im Handwerk sieht es in vielen Bereichen ähnlich aus.

Kommentar von diroda ,

Die brauchen nur Leute aus dem Ausland um in Deutschland die Löhne zu drücken/reduzieren. Würden die Pfleger/innen gut behandelt und bezahlt dann gäbe es genug von ihnen. Weil sie ständig körperlich und geistig überlastet und extrem unter Druck gesetzt werden verlieren viele die Lust an dem Job und suchen sich einen anderen in anderen Branchen. Es gäbe auch noch genug Jugendliche (geschätzt 500000) die eine Ausbildung machen würden wenn sie die Chance bekommen würden. Zum Beispiel von der Hauptschule. Einige müßten allerdings erst das arbeiten lernen bevor sie die Ausbildungsreife haben.

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