Frage von nike1983, 44

Personenbedingte & verhaltensbedingte Kündigung - wie geht man damit um?

Wie geht man mit den o.g. Kündigungsgründen in einem Vorstellungsgespräch um, falls hier nachgefragt wird. Grund der Kündigung tut erst mal nichts zur Sache, da gibt es viele.

Danke

Expertenantwort
von ShinyShadow, Community-Experte für Bewerbung, 26

Ach, ich hab auch schon mal eine bekommen, weil ich frech zum Chef geworden bin... (Er hats verdient, aber gut....) Offiziell wurde ich dann gekündigt, weil sie unzufrieden mit meiner Arbeit waren... hahaha... Die wussten genau, dass ich sonst im Recht wäre ;)

Selbstverständlich kam in JEDEM Gespräch die Frage, wieso ich nicht weiterhin da arbeite...

Mein Glück war, dass die Filiale meines Arbeitgebers sehr neu war und dass meine Stelle nicht neu besetzt wurde, sondern dass ein anderer Mitarbeiter meine Arbeit mit gemacht hat... Ich hab immer gesagt, dass das ja eine sehr neue Filiale ist und da am Anfang ein bisschen falsch kalkuliert wurde, sodass einer von uns zu viel ist und deshalb gehen muss... Da ich nicht den Job des anderen mit machen kann (Er hat Werkstattaufgaben gemacht und ich das Kaufmännische...) und er sowohl ne kaufmännische als auch ne handwerkliche Ausbildung hatte, machte es also nur Sinn, dass ich gehen muss.

Dann hab ich noch dazu erwähnt, dass ich ohnehin lieber in eine andere Branche will und deshalb auch nicht gegen die Kündigung vorgegangen bin, weil ich mich so wenigstens bewerben kann, ohne das verheimlichen zu müssen.

Das hat scheinbar gepasst... Haben sie geschluckt, aber war ja auch nicht wirklich gelogen ;)

Du musst eben schauen, was für Umstände es bei euch gibt, die man vorschieben kann :) Nur niemals über den alten Arbeitgeber lästern.

Kommentar von nike1983 ,

Danke :) da warst du aber scheinbar ordentlich frech ... :) aber ich glaube, dass haben mehr Vorgesetzte verdient als man denkt, denn diese Verhalten sich leider auch nicht immer korrekt. Kurze frage mich: hat man an deinem Arbeitszeugnis schon direkt was bemerkten können als pot. Neuer Arbeitgeber? Hinweis darauf, dass du frech warst, krummes Austrittsdarum? Wie wurde dein Austritt in dem Unternehmen im Zeugnis dargestellt - Eigenkündigung, betrieblich etc? Wie lange hast du nach einer neuen Stelle gesucht und ist diese immer noch im Büro? Danke und Grüße 

Kommentar von ShinyShadow ,

Jaaa, die hatten eben Arbeitsbedingungen, die waren unter aller Sau... unbezahlte Überstunden ohne Ende, unverschämte Löhne,... (Einmal musste ich wegen verschiedenen Messen 27 Tage am Stück arbeiten! Teilweise bis nach Mitternacht...) Und noch vieles weiteres... Als dann der Chef meinte, jeder Mitarbeiter muss ab jetzt jeden Tag eine minutengenaue Liste ausfüllen, wann man was gearbeitet hat (weil wir sind ja alle faul und so...) hab ich zu ihm gesagt, das ist das dümmste und bescheurtste, was ich je im Leben gehört hab und seine Art kot...t mich langsam an. Und er braucht nicht damit rechnen, dass ich im Leben noch eine Überstunde mach. 

Naja, das wars dann... 2 Tage später durfte ich zum Kündigungsgespräch antanzen... (Die Kündigung war übrigens nicht fristgerecht, sondern 1 Tag zu spät.... Da ich da aber eh weg wollte, wars mir ganz recht...) Es war eine "betriebsbedingte Kündigung", genauer ausgeführt wurde da nichts.... Mir wurde auch gesagt, dass es dran liegt, dass sie mit meiner Arbeit unzufrieden sind und ich nur Fehler mache...

Wegen dem Zeugnis: Ich hatte nie ein Arbeitszeugnis...

Das Ding ist... Wir hatten 2 Geschäftsführer, der mit dem ich das Kündigungsgespräch geführt hab, war nicht der, zu dem ich frech war. Er meinte dann, wenn ich die letzten Wochen noch freundlich arbeiten komm und meinen Kollegen ordentlich einlerne, bekomm ich ein gutes Arbeitszeugnis. Und er bittete mich darum, dass ich meinen Resturlaub nicht nimm, sondern mir ausbezahlen lass.

Da das Ausbezahlen absolut dämlich gewesen wäre (falls man ALG bekommt, sollte man das nicht machen! Lohnt sich nicht, weil das vom ALG abgezogen wird!) war ich danach noch genau 1 Tag arbeiten. Mir doch egal, wie die das regeln. Das beste war, dass der Chef mir dann ne Woche später auf die Privat-Mail Adresse schrieb: "Wer arbeitet Samstags in .... (unsere Filiale)?" Und ich konnte mir ein: "Keine Ahnung, geht mich nichts mehr an!" nicht verkneifen.

Tja, ich hab ja die "Bedingungen" nicht erfüllt... Und deshalb hab ich nie um ein Zeugnis gefragt.... Wäre eh schlecht gewesen... 

Ich hab dann aber direkt im Anschluss nen Job gefunden... Ich hab Bewerbungen geschrieben wie bekloppt und hatte noch während meiner offiziellen Beschäftigung Vorstellungsgespräche, so hat keiner nach dem Zeugnis gefragt :) Meinen Arbeitsvertrag unterschrieb ich an meinem ersten Tag als Arbeitslose, "ab sofort". Also doch nicht Arbeitslos. Das war der Oberhammer! (Und die Bewerbung für den Job schrieb ich am Abend nach der Kündigung ;))

Vermutlich wird dein Arbeitgeber schon die ein oder andere versteckte Bemerkung ins Zeugnis packen, wenn er mit dir ein Problem hat....

Kannst dann auch mal den Text von deinem Zeugnis hier als Frage rein tippen, hier kennen sich auch einige Leute aus.

Aber: Da gibts inzwischen sooo viele verschiedene Formulierungen... und viele widersprechen sich auch... Deshalb nehmen viele Personaler das gar nicht mehr sooo ernst... Die lesen dann das Ende, mit dem Teil "(Stets) Zu unserer voll(st)en Zufriedenheit" usw. und gut ist :)

Sorry für den langen Text, aber ich red einfach gern schlecht über meinen alten Arbeitgeber... und das anonyme Internet bietet sich da so gut an :D

Kommentar von nike1983 ,

Das mit deinem Text ist völlig ok, meist lässt sich so was nicht kurz fassen und gerade, wenn einige Dinge schief liefen. Viele sind leider immer nur der Meinung, dass wenn was schief gelaufen ist, ist immer der Mitarbeiter (also dann der Bewerber) schuld gewesen, hat schlecht gearbeitet, und - und - und ! Das kotzt mich an und leider sind hier in dem Portal auch paar solche leute unterwegs, obwohl sie weder den Betroffenen noch die Firma kennen. Mein Zeugnis ist gut, das hat meine Anwältin bereits geprüft. Das einzig auffällige ist, dass zum Ende des Zeugnisses nicht klar zu entnehmen ist wie und durch wen das Arbeitsverhältnis beendet wurde und das kann in Augen mancher schon die Auffälligkeit oder hindeutung auf ein evtl. "Problem" sein. Auch das finde ich mehr als fragwürdig, denn im Jahr 2016 sollte jedem auf diesem Planeten klar sein, dass Bestimmmt nicht in jedem Zeugnis stehen wird - hr./Fr. xyz verlässt uns auf eigenen Wunsch. Nun nochmal zu dir: du warst in der alten Firma nicht lange beschäftigt, oder? Wie lange bist du bereits in der neuen? Ich war fast knapp 4 Jahre in der Firma und da ist speziell im letzten Jahr einiges schief gelaufen. Bzgl meiner Arbeit kann man mir nichts, denn die habe ich ordentlich erledigt. Zum Tag x vor einem guten Jahr hat es zwischen Mir und meinem Chef gekracht und das hat sich nie wieder erholt. Darüberhinaus geht es hier um Belästigung und unfaires Verhalten seitens einer Person und letzendlich der Verantwortlichen der firma. Ende vom Lied: ich würde gefährlich. Wie würdest du so was in einem Gespräch verkaufen ? 

Kommentar von ShinyShadow ,

Ich war 10,5 Monate in der alten Firma (Mitte Januar bis Ende November... Wenigstens hab ich die Inventur immer verpasst :D) und bin jetzt dann bald 1 Jahr und 5 Monate in der neuen. Da das ja nur ein kurzes Arbeitsverhältnis war, hoffe ich, dass nie jemand nach nem Zeugnis dort fragt, falls ich mich wieder bewerben muss...

Erst mal wegen deinem Zeugnis: Du kannst auch deinen Chef drum bitten, da noch nen Schlusssatz rein zu tun. Tut ihm ja nicht weh, wenn er noch schreibt, dass sie dich betriebsbedingt kündigen müssen, es aber bedauern und dir für deine Zukunft alles Gute wünschen. Vielleicht macht ers ja.

Wegen der Frage im Vorstellungsgespräch: Das ist immer schwer... Aber das wichtigste ist, dass man das ganze selbstbewusst und überzeugt rüber bringt... Wenn man das nicht schafft, dann siehts aus, als hätte man was zu verbergen.

In der Bewerbung hatte ich stehen: "Mein Arbeitsverhältnis endet am 30.11....." also nichts wegen Kündigung. Beim aktuellen Job hatte ich dann im Gespräch nach der Frage nach dem Grund so angefangen: "Ich habe eine Betriebsbedingte Kündigung erhalten." So war das Wort Kündigung gleich raus und er hat gesehen, dass ich dazu stehe. Er meinte dann: "Ist ja nichts schlimmes" und dann erzählte ich eben weiter.

In deinem Fall speziell... Es kommt auch immer drauf an, wofür du dich bewirbst. Wenns irgendwie ne andere Abteilung, ne andere Branche,... ist, kannst du auch irgendwie so argumentieren, dass du deinen Job zwar sehr gemocht hast, aber schon immer nicht 100% glücklich mit der Abteilung (/der Branche) warst. Da jetzt betriebsbedingte Probleme dazu kamen, (Das klingt dann immer so, als hätten die momentan zu wenig Arbeit) hast du dich mit deinem Arbeitgeber geeinigt, dass du gekündigt wirst und dich auf die Suche nach einem Job machst, den du 100% willst.

So würd ich das glaube ich machen...

Einige mögen es auch, wenn man offen und ehrlich sagt: "Ich hatte eine Meinungsverschiedenheit mit meinem Arbeitgeber", aber das fassen die meisten so auf, als wärst du ein Unruhestifter.

Kommentar von nike1983 ,

Das ist in meinem Fall echt schwierig. Bin ein "normaler" Sachbearbeiter und werde das auch Weiterhin machen wollen - die Branchen sind dafür bzw im Büro ja sehr verschieden, definitiv wird es aber keine Firma in meiner Stadt geben, die auch in der selben Richtung unterwegs ist. Hab eher keine Ahnung, was ich im Gespräch sagen könnte 

Kommentar von ShinyShadow ,

Ja aber das ist doch gut, wenns ne andere Richtung ist :) Dann kannst du ja sagen, dass du eben nen Job in ner für dich interessanten Branche haben möchtest. 

Nehmen wir an, deine alte Firma hat... keine Ahnung... Kugelschreibermienen hergestellt .... und die, bei der du das Gespräch hast, die stellt Werkzeuge für Ärzte her (Diese Hör-Dinger oder irgendwelche Spritzen oder so... Kenn mich nicht so aus... :D) Dann kannst du ja sagen, dass du gerne in einen Bereich möchtest, der dich auch interessiert... Dass du mir Kugelschreibermienen nichts anfangen kannst, aber dass die Medizin ja was ganz tolles ist und du viel lieber mit Produkten arbeiten möchtest, in denen du auch einen Sinn siehst.

Oder wenn du bisher im Vertrieb warst und jetzt eher in die Produktionsplanung gehst, sagst eben, dass du das schon immer eher gemacht hast, bisher aber bei dem Job geblieben bist, weil du die Firma mochtest... Jetzt, da es eben das Gespräch mit der Firma gab, hast du die Karten auf den Tisch gelegt und deshalb habt ihr euch so geeinigt...

Irgendwie sowas...

Kommentar von nike1983 ,

Gute Idee. Mein "größtes" problem ist wohl eher, wie bringe ich es rüber und auch so, dass es glaubhaft ist. Bin da bissl aufgeregt  und da in der alten Firma so viel schief gelaufen ist, bin ich auch sehr eingeschüchtert :( normal bin ich gar nicht so. Hab halt auch die Befürchtung, dass in meinem alten Betrieb angerufen wird und die über mich ablästern. Dann bekomme ich ja nie einen Job und das evtl gelästert wurde, erfahre ich natürlich auch nie, das wird mir ja keiner sagen. Sehe im Moment wirklich kein Licht mehr am Ende des Tunnels. Meine Bewerbungen sind auch nicht wirklich erfolgreich, keine Reaktion oder absagen, ein einziges Vorstellungsgespräch in knapp 4 Wochen und das wurde kurz vorher auch noch abgesagt, da die Stelle dann bereits besetzt wurde. Das ist so frustrierend und das, obwohl ich eine Ausbildung habe und gearbeitet habe ! 

Kommentar von ShinyShadow ,

Kann ich voll verstehen :)
Ich war im ersten Moment, als ich dachte, ich find nichts, erst mal total verzweifelt und dachte, ich find nie was... Aber keine Sorge, auch du findest wieder was neues!

Thema Schüchternheit: Naja, du musst dir eben selbst glauben. Deshalb am besten was sagen, was nicht komplett erfunden ist, sondern etwas, was zumindest nicht gelogen ist. So hast du nicht das Gefühl, dass du lügst und kannst zumindest bisschen Selbstbewusstsein haben ;)

Wegen dem Anruf bei der alten Firma: Das SOLLTEN die zwar nicht, aber es kann passieren. Machen nicht viele, aber manche tun es... Aber dann ists eben so!

Wie du das vielleicht verhindern kannst: Hast du in der alten Firma iirgendjemanden, mit dem du dich gut verstehst? Irgend jemand, der ein bisschen eine gehobene Position hat? (Abteilungsleiter o.Ä.?) Dann kannst du diesen in der Bewerbung auch als Referenz nennen. Viele geben mit der Bewerbung inzwischen eine Referenzliste mit. Da schreibst dann eben diesen Menschen mit Telefonnummer und Mail-Adresse an, und am besten noch jemand von deinem Ausbildungsunternehmen, falls das ein anderes ist :) (Natürlich entsprechende Personen vorwarnen)

So melden sie sich dann wenigstens beim richtigen.

So, und nun Thema Bewerbung: Hast du deine Bewerbung mal überprüfen lassen? Viele denken, sie haben gute Bewerbungen, aber in Wirklichkeit sind sie langweilig und schlecht. Du kannst mal ein Muster-Anschreiben hier (anonymisiert!) einstellen, sodass die Leute drüber schauen :) Wenn man mehr einladungen zu Vorstellungsgesprächen bekommt, steigen natürlich auch die Chancen, genommen zu werden! :) 

Kannst es mir auch als PN schicken, wenn du es nicht öffentlich machen willst.

Kommentar von nike1983 ,

Die Unterlagen sind ok, das haben schon paar Leute geprüft. Das Problem könnte Einfach nur sein, dass das steht, das ich zu Datum x ausscheide und man mir dankt und alles Gute wünscht. Ich bin wohl leider nicht so erfiderisch und da dort nix von betriebsbedingt steht, kann ich das ja auch nicht sagen. Meine AA Beraterin hat gesagt ich soll aber betriebliche Gründe nenne, könnte mir aber keine nennen- toll. Meinst du wirklich, dass ich wirklich wieder was finde ? 

Kommentar von ShinyShadow ,

Ja klar, wieso solltest du denn nichts finden? ;) Du bist nicht der erste und nicht der letzte Mensch, der gekündigt wurde :)

Und zum Thema Arbeitsamt: Nur weil die was sagen, muss es nicht stimmen.... Wenn ich eins gelernt hab: Das sind Bürokraten, die von Jobsuche keine Ahnung haben... Die sagen immer: "is ok...."

Nur mal als Beispiel: Fängt dein Bewerbungsanschreiben mit: "mit großem Interesse habe ich...", "hiermit bewerbe ich mich....", "Durch Ihre Stellenanzeige bei der...." o.Ä. an? Dann ist es nicht ok. ;)

Kommentar von nike1983 ,

Na weil ich nicht weiß, ob die Firmen Idee Verantwortlichen denken Sie holen sich einen "schwierigen" Mitarbeiter an Bord weißt du was ich meine ? Mein schreiben fängt schon so In der Art an, dass ich aufmerksam wurde und Übereinstimmungen mit meinen Fähigkeiten gefunden habe erc

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