Frage von tommy40629, 107

Personen A und B beschuldigen Person C, die unschuldig ist?

Hey!

Kann ein Einzelner verurteilt werden, wenn er nicht das Gegenteil beweisen kann?

SITUATION:

Person C ist die unschuldige Person. C begeht ein 100% legale Handlung, die sich auch nicht nahe der Grenzen des Gesetzes abspielt.

Die Person A sieht C und meint, dass C etwas tut, das gegen das Gesetze verstößt.

A holt sich als Zeuge die Person B und zeig B, was C macht.

Auch B kann nicht genau erkennen, was C genau tut.

Weil B die Person A gut kennt, sichert B der Person A seine Zeugenaussage zu.

Nun wird C beschuldigt gegen das Gesetz verstoßen zu haben, was A und auch B bestätigen können.

Wie gesagt, A und B konnten nicht genau erkennen, was die Person C den genau macht!

C hat keinerlei Zeugen und kann nicht das Gegenteil beweisen.

Antwort
von Pudelcolada, 45

Im Straßenverkehr hast Du eine ähnliche Situation recht schnell und auch häufig:

C fährt den vorderen Wagen, möchte sich eine Zigarette anzünden und hält deshalb sein Zigarettenpäckchen in der linken Hand.
A fährt den Wagen dahinter.
B ist der Beifahrer von A, kramt irgendwas im Handschuhfach und kann deshalb den Verkehr nur mit einem Auge beobachten.

Plötzlich rennt ein Fußgänger vor C über die Straße, C macht eine Vollbremsung.
A kann nicht mehr bremsen und fährt C hinten rein.
Der Fußgänger ist verschwunden.
Als die Polizei den Unfall aufnimmt, sagen A und B aus, da sei nichts und niemand über die Straße gerannt, außerdem habe C einen Gegenstand (wahrscheinlich ein Handy) in der Hand gehalten.

Und schon steuert C auf eine Teilschuld zu, denn A muss zwar sein Fahrzeug jederzeit so bewegen, dass er es ohne Gefährdung anderer zum Stehen bringen kann, C seinerseits darf jedoch nicht grundlos eine Vollbremsung hinlegen. Und dann steht noch der Vorwurf der Ablenkung durch ein Mobil-Fon im Raum...

Kommentar von tommy40629 ,

Genau, z.B. und schon ist ein Unschuldiger schuldig.

Aus diesem Grund sollte man wie in Russland diese Cams im Auto erlauben.

Kommentar von Pudelcolada ,

Hmm, ich kann das Argument verstehen, aber:
Wenn Du ständig und permanent aus Deinem Auto heraus den öffentlichen Raum filmst und die eine oder andere lustige Szene sogar in's Netz stellst, verletzt Du wiederum die Persönlichkeitsrechte der gefilmten Personen.

Kommentar von tommy40629 ,

Stimmt, aber das ist ja wieder ein anderes Thema, wir können da eh nix dran ändern.

Kommentar von Pudelcolada ,

Wobei Du natürlich nicht unrecht hast.
Aus genau diesem Grund laufen ja die Versuche mit Body-Cams an Einsatzpolizisten.
Ursprünglich sollte damit der polizeiliche Beweis für übergriffiges Verhalten von Bürgern erleichtert werden.
Allerdings wird dadurch gleichzeitig der Beweis für übergriffiges Verhalten von Polizisten genauso erleichtert, und seit das klar wurde, sind Teile der Polizeiführungen gar nicht mehr so dafür...

Aber wie auch immer: Der Effekt aller bisherigen Versuche ist ein zivilisierterer Umgang aller Beteiligten miteinander...

Kommentar von Minster ,

Du hast zwei Sachverhalte vermengt.

Das Filmen alleine verletzt i. Allg. keine Persönlichkeitsrechte; das Ins-Netz-Stellen regelmäßig schon.

Antwort
von lamarle, 56

Der Person C muss eine Schuld eindeutig und zweifelsfrei nachgewiesen werden, um verurteilt zu werden.

Wenn A und B das eine aussagen, C aber das Gegenteil behauptet, steht Aussage gegen Aussage, C wird freigesprochen, solange es keine anderen Beweise für C's Schuld gibt.

Wenn B eine Gefälligkeitsaussage macht, um A zu unterstützen, ohne genau zu wissen, was C tut, könnte es sich um eine Falschaussage handeln. Erfolgt diese unter Eid, ist allein diese Aussage schon strafbar.


Kommentar von tommy40629 ,

Also A und B behaupten glaubwürdig, dass C   die Tat    XYZ begangen hat und C sagt ständig das Gegenteil, dann wird C nicht verurteilt?

Kommentar von lamarle ,

Wenn A und B glaubwürdiger sind als C, könnte das Gericht ihren Aussagen folgen. C sollte einen guten Anwalt haben. Genaueres kann man hier schlecht schreiben, ohne auch nur in Ansätzen zu wissen, worum es geht und worauf sich die Aussagen von A und B begründen.

Kommentar von tommy40629 ,

Ok, danke. Es sitzen uns saßen ja nicht ohne Grund Unschuldige im Knast.

Antwort
von tuedelbuex, 36

Zu einer Straftat gehört ja irgendwie auch ein Geschädigter und es bleiben "Spuren" des Verbrechens zurück....wenn nichts gestohlen wurde wird kaum ein Richter jemanden wegen Diebstahls verurteilen, selbst wenn Zeugen diesen beobachtet haben wollen. Gegen eine vorgetäuscht Straftat und falsche Verdächtigungen wärest Du natürlich relativ wehrlos ohne Zeugen oder andere Beweise für Deine Unschuld. Wobei solche Dinge natürlich ebenso Straftaten sind und Du in diesem Fall der Geschädigte....

Antwort
von Dragneel654, 40

Im Zweifel für den Angeklagten. Früher war es so, das der Angeklagte seine Unschuld beweisen musste. Heute muss man die Schuld des Angeklagten beweisen. Wenn A und B die Tat von C nicht eindeutig als gesetzeswidrig beweisen können, wird C freigesprochen.

Kommentar von tommy40629 ,

Mit z.B. einem Video darf man ja in der BRD als Bürger nichts beweisen.

Wenn A und B aber alle überzeugen können, dass sie zu 100% die Tat des C gesehen haben, dann sind A und B durch ihre Lüge im Recht.

Antwort
von KaterKarlo2016, 37

Guten Tag,

Eine Verurteilung ist nur möglich, wenn zweifelsfrei fest steht, dass die Tat begangen wurde. Wenn A und B nicht genau erkennen konnten, was C macht, reicht das für eine Verurteilung nicht aus. Der Beschuldigte selbst muss nicht beweisen, dass er unschuldig ist. Im Gegenteil: Dem Beschuldigten muss die Tat nachgewiesen werden. Zudem besteht Wahrheitspflicht vor Gericht für Zeugen, Falschaussagen können und werden in der Regel auch bestraft. Daher bleibt abzuwarten, ob auch diese Aussagen in der Praxis so "abgeklärt" stattfinden, wenn dies nicht den Tatsachen entsprechen sollte.

Ich hoffe ich konnte helfen.

KaterKarlo2016

Kommentar von tommy40629 ,

Naja, wenn A und B einfach gut und glaubhaft behaupten, dass C die Tat XYZ begangen hat, dann hat C eben doch die A-Karte gezogen.

Kommentar von KaterKarlo2016 ,

Das entscheidet dann immer noch ein Gericht. Zudem ist ihre Frage pauschal schwer zu beantworten, da hier nicht ersichtlich ist um welchen Straftatbestand es sich handelt.

Kommentar von tommy40629 ,

Könnte ein Richter sich den Tatort ansehen?

D.h. der Standpunkt von A und B war zu weit weg vom Standpunkt des C, so dass A und B ohne ein Fernglas gar nicht genau erkennen konnten, was C wirklich gemacht hat.

Das gibt es sicher nur im Film.

Kommentar von KaterKarlo2016 ,

Ich kann ihnen bei ihrer Argumentation nicht folgen, selbst als Anwalt. Alles zu Pauschal. Geht es um Vergewaltigung?

Antwort
von Nemesis900, 43

A und B konnten nicht genau erkennen, was die Person C den genau macht!

In Deutschland gilt die Unschuldsvermutung. Das heißt solang man nicht beweisen kann das jemand etwas rechtswidriges getan hat ist er unschuldig (im Zweifel für den Angeklagten).

Kommentar von tommy40629 ,

A und B geben natürlich nicht zu, dass sie es nicht genau erkennen konnten.

A und B sagen:"C hat dies und das (Verstoß gegen Gesetz) zu 100% getan."

Antwort
von Artus01, 8

So wie die Frage gestellt ist kann es zwar kritisch werden, wird sich aber letzlich klären.

A meint ja nur das er eine strafbare Handlung gesehen hat, B hat noch weniger gesehen. Bei einer getrennten Befragung der beiden Zeugen werden sich Wiedersprüche auftun, dann ist der Fall gegessen.

Das könnte eventuell sogar schon bei den polizeilichen Vernehmungen erkannt werden.

Antwort
von Antitroll1234, 21

Nun wird C beschuldigt gegen das Gesetz verstoßen zu haben, was A und auch B bestätigen können.

Und gegen welches Gesetz verstößt nun C ?

Wenn C gegen kein Gesetz verstößt und B nur aussagt was er gesehen hat, dann hat B ja nichts gesetzwidriges von C gesehen und entlastet C gegen eine falsche Anschuldigung durch A.

Kommentar von tommy40629 ,

A und B sagen einfach, dass sie genau die Tat XYZ von C erkennen konnten.

Nehmen wir an, dass C gegen das Strafrecht oder Zivilrecht verstößt.

Kommentar von Antitroll1234 ,

A und B sagen einfach, dass sie genau die Tat XYZ von C erkennen konnten.

Also würden A und B als Zeuge vor Gericht lügen und sich strafbar machen ? Welche Vorteile daraus hat A oder B, warum sollte B als Zeuge lügen und sich strafbar machen ?

Richter, Staatsanwalt und ermittelnde Beamte wissen schon geschickt Fragen zu stellen um ein solches Lügengerüst schnell zusammenbrechen zu lassen.

Nehmen wir an, dass C gegen das Strafrecht oder Zivilrecht verstößt

Denke C tut nichts verbotenes ?

Wenn eine Anschuldigung von A vorliegt wird dem nachgegangen und der Beschuldigte vernommen, da wird sich das dann schon aufklären wenn C erklärt was er dort (wo auch immer das sein soll) gemacht hat.

Kommentar von Minster ,

Zitat: "Richter, Staatsanwalt und ermittelnde Beamte wissen schon geschickt Fragen zu stellen um ein solches Lügengerüst schnell zusammenbrechen zu lassen."

Naja, da habe ich schon Anderes bei Ermittlungsbehörden und Gerichten beobachten müssen. Zwei nette Zeugen werden immer begeistert gepflegt. Die Zeugen erzählen: "Im Himmel ist Jahrmarkt." und die Staatsanwältin fragt, wo die Buden stehen.

Wenn jemand mit den Ermittlern und Richter kein Glück hat, dann gibt es einen weniger, der an den Rechtsstaat glaubt.

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