Frage von tommy40629, 31

Personalpronomen in einem neuen Satz bezieht sich auf?

Hey!

Ich habe hier aus Geschichte diesen Satz und da kam mir eine grammatische Frage auf:

Die Kolonisten unterstanden britischen Recht und waren verpflichtet Steuern an Großbritannien zu zahlen.

Sie durften jedoch keine Repräsentanten ins britische Parlament entsenden.

Ich schreibe diesen einmal um, der Sinn / Unsinn ist dabei sehr egal:

Der Kolonist unterstand britischen Recht und war verpflichtet Steuern an Ralf zu zahlen. Er durfte jedoch keine Repräsentanten ins britische Parlament entsenden.

Mir geht es um das Personalpronomen "Er".

Wie ist die Regel in der Grammatik, wenn in einem neuen Satz das erste Wort ein Personalpronomen ist, dann bezieht sich dieses auf das Subjekt des vorhergehenden Satzes?

Besteht wegen grammatikalischen Regeln die Möglichkeit, dass sich "Er" auf den "Kolonist" und vielleicht auch auf "Ralf" beziehen kann?

Antwort
von Deponensvogel, 6

Der Kolonist unterstand britischem Recht und war verpflichtet, Steuern an Ralf zu zahlen. Er durfte jedoch keine Repräsentanten ins britische Parlament entsenden.

Ohne Frage bezieht sich er auf das Subjekt des vorhergehenden Satzes, also auf den Kolonisten. Wenn man den Fokus ändern will, benötigt man ein Demonstrativpronomen.

Das gängige Demonstrativpronomen im Deutschen ist der/die/das. Daher:

Der Kolonist unterstand britischem Recht und war verpflichtet, Steuern an Ralf zu zahlen. Der durfte jedoch keine Repräsentanten ins britische Parlament entsenden.

Das ist die stilistisch sauberste Variante, mit der ausgedrückt wird, dass Ralf niemanden entsenden darf. Es gibt noch eine Reihe anderer Demonstrativpronomen im Deutschen, darunter auch dieser, was unter Bildungsbürgern als die hochkarätigere Form von der gilt. Man verwendet Ersteres aber nur als Ersatz für Letzteres, wenn die Demonstrativpronomen der/die/das mit den gleichlautenden Artikeln verwechselt werden können.

Expertenantwort
von LolleFee, Community-Experte für Grammatik, Schule, deutsch, 15

Theoretisch kann sich "er" auch auf "Ralf" und noch theoretischer "sie" aus dem ersten Beispiel auch auf "Steuern" beziehen. Allerdings gibt es neben der grammatischen Ebene der Sprache auch noch die semantische ;))

Um es ganz eindeutig zu schreiben, kann man "dieser" bzw. "jener" gebrauchen.

PS: Komma hinter "verpflichtet" nicht vergessen ;))

Kommentar von tommy40629 ,

Ja, an ein Demonstrativpronomen habe ich auch gedacht.

Der Kolonist unterstand britischen Recht und war verpflichtet, Steuern an Ralf zu zahlen. Er durfte jedoch keine Repräsentanten ins britische Parlament entsenden.

Der Kolonist unterstand britischen Recht und war verpflichtet Steuern an Ralf zu zahlen. Dieser durfte jedoch keine Repräsentanten ins britische Parlament entsenden.

Hier gab es eine Regel, auf was sich ein Demo-Pronomen im vorhergehenden Satz bezieht.

Vom Sinn her ist es ja das Subjekt aus dem Ersten Satz.

Stimmt das auch laut Regelwerk?

Kommentar von LolleFee ,

Jetzt durfte Ralf aber keine Repräsentanten ins britische Parlament entsenden.

"Dieser" meint immer die näher stehende Möglichkeit (vom Satzende aus gesehen), "jener" die Möglichkeit,  die weiter weg ist.

Expertenantwort
von latricolore, Community-Experte für Italien, Italienisch, Deutsch, Sprache & Schule, 4

Erstmal eine Korrektur:

Die Kolonisten unterstanden britischem Recht und waren verpflichtet Steuern an Großbritannien zu zahlen.

Der Kolonist unterstand britischem Recht und war verpflichtet Steuern an Ralf zu zahlen. Er durfte jedoch keine Repräsentanten ins britische Parlament entsenden.

Das Er bezieht sich eindeutig auf den Kolonisten, denn von ihm erzählst du.
Willst du aber von Ralf erzählen, kannst du z.B. Letzterer sagen/schreiben.

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