Frage von Connyfelix, 55

Persönlochkeitsänderung durch lange Krankheit?

Nach langer Krankheit wurde bei mir eine Persönlichkeitsstörung festgestellt, was mir leider auch auffällt. Und ich habe das Gefühl, mir kann keiner mehr helfen. Meine Psychotherapeutin meint, es wirdmit Zeit, ich brauche Geduld..... Mir gehts aber schon ein Jahr schlecht und es wird schlimmer. Wer hat Erfahrung, in der Klinik war ich auch, dort wurde es festgestellt....Vielleicht war es nicht die richtige...

Antwort
von Seanna, 12

Was nun?

Persönlichkeitsstörung (F60.x)? Ist kein Drama. Dauert aber deutlich länger als 1 Jahr zu therapieren.

Anhaltende Persönlichkeitsänderung aufgrund Extrembelastung (F62)? Ist auch therapierbar. Dauert aber auch länger als ein Jahr.

Persönlichkeitsstörung (F60.x) aufgrund von Krankheit? Halte ich für Unsinn. Persönlichkeitsstörungen haben andere Ursachen.

Antwort
von Lichtpflicht, 30

Meine Mutter hat durch eine Krebserkrankung ebenfalls eine Persönlichkeitstörung entwickelt. Sie hat sich aber geweigert, in psychotherapeutische und psychiatrische Behandlung zu gehen, so dass sie heute, 20 Jahre später, immer noch darunter leidet und chronische Depressionen entwickelt hat. Damals war das aber auch anders angesehen.

Krankheiten können verändern, aber Therapie kann helfen! Sie funktioniert aber nicht schnellischnell. Es ist ein langwieriger Prozess. Eine Freundin von mir kämpfte zweieinhalb Jahre mit Depressionen, bis sie sie -trotz Therapie und Medis- losbekam. Aber sie hat sie losbekommen! Sie dachte auch es hört nie auf und Therapie und Medis helfen doch nix.

Haben sie doch. Aber das Gehirn braucht lange Zeit, um sich tiefgreifend neu zu strukturieren.

Antwort
von Oidossi, 30

Ich bin überzeugt davon, dass bei zwei Drittel der Menschheit eine solche festgestellt würde, wenn sie zum Psychotherapeuten/ Psychiater gehen würden, inkl. unterschiedlicher, widersprüchlicher Diagnosen, die jemanden in einer labilen Phase total verwirren können (was den "Vorteil" hat, das jemand dadurch schön lenkbar wird, weil er seinen eigenen Willen eingebüßt hat).

Seelische Sachen sind nicht klar verifizierbar, weshalb diese ganze Abteilung immer die Aura des Ungefähren haben wird. Auch eine Depression ist nicht klar eingrenzbar, wie etwas Organisches und von verschiedenen Faktoren abhängig - nicht zuletzt den Lebensbedingungen eines Menschen. Da gibt es welche, wo doch sonnenklar ist, dass jemand nicht fröhlich sei kann (und schon heißt es - ups, Depression!).

Mein Rat: löse dich aus dem Kreis des psychiatrischen und gehe stattdessen lieber regelmäßig zum Gottesdienst. Davon hast du definitiv mehr. Die Fachleute wollen auch nur verdienen, um ihren hohen Lebensstandard zu halten - und schubsen einen rum mit ihren Gutachten. Ich habe da nie dran geglaubt.


Kommentar von Miezimaus ,

Besser ist es meiner Meinung nach, eine Psychotherapie zu machen und in den Gottessdienst zu gehen. Bei körperlichen Beschwerden gehen wir ja auch zum Arzt. Warum sollen wir das nicht bei psychischen Leiden tun? Psychotherapie und Gottesdienst ergänzen einander. Sie schließen nicht einander aus. Vor Jahren erschien ein Buch, dessen Autorin  Hanna Wolff Theologin und Psychiaterin ist,  mit dem Titel "Jesu Menschenführung als Modell moderner Psychotherapie".

Kommentar von Oidossi ,

Jesus als Psychologe? Auch diese Nische scheint besetzt zu sein...halte ich für sehr problematisch. Auch das Wort "Menschenführung" gefällt mir in dem Zusammenhang nichtg. Jesus war nicht der Rattenfänger von Hameln - die Seinen folgten ihm, die anderen nicht. Er hat alle eingeladen, aber niemanden überzeugen wollen.

Ich finde, man sollte davon absehen, Christi Lehre mit andern interessanten Zugaben zu kombinieren und zu "verfeinern". Auch wenn ich das aus der Sicht der Autorin irgendwie verstehen kann, empfinde ich sofort eine Abneigung dagegen.

Der Ausdruck "Menschenführung" geht ja noch, aber die Begriffe "Modell", "modern" und "Psychotherapie" in einem Atemzug mit Christus zu nennen, riecht für mich nach profaner Instrumentalisierung, die ich verwerflich finde, sei das alles noch so klug geschrieben - es stimmt für mich nicht, bzw. ist mir zu wenig.

Kommentar von Oidossi ,

Ich wollte nochmals sagen, wie fragwürdig ich deine Einstellung finde. Gottesdienst ist doch etwas Unvergleichliches, Weihevolles, Geheiligtes - das ist keine "Ergänzung" zu irgendwas, eine gute "Kombi" mit was anderem sozusagen. Auch hat Jesus Menschen kostenlos "geführt", was auf auf die moderne Psychotherapie nicht ganz zutrifft. Wenn man Glück hat, zahlt's die Kasse, sonst muss man's aus eigener Tasche zahlen. Wenn man das kann - sonst steht einem dieser Weg halt nicht offen. Der Weg zu Christus steht aber jedem offen, jederzeit.

Antwort
von schloh80, 5

Rasche Änderungen und Verbesserungen sind definitiv nicht zu erwarten. Sorry. 

Entweder du lässt es, dann ändert sich definitiv nichts und du lebst weiter wie jetzt, oder du arbeitest hart drei oder besser deutlich mehr Jahre in der ambulanten Psychotherapie und hast eine Chance auf leichte Verbesserungen, die sich in der Regel dann auch sehr positiv auf die Lebensqualität auswirken.

Antwort
von brido, 20

Oft wird die Diagnose Persönlichkeitsstörungen gestellt um zu erklären warum es keine Fortschritte gibt. Durch eine lange Krankheit kann auch eine posttraumatische Störung entstehen, dann wäre ein Therapeut der darauf spezialisiert ist sicher besser. 

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