Frage von Zeitreisende123, 67

Per Zwangsversteigerung Haus kaufen, wann wieder verkaufen?

Hey:) Seit paar Wochen interessiere ich mich sehr für Immobilienan- und -verkauf. Aber Einiges habe ich noch nicht so ganz verstanden, deshalb hier meine Frage(n):

Wenn ich mir ein Haus per Zwangsversteigerung kaufe, wann darf ich es wieder verkaufen? Gibt es da eine sogenannte Frist?

LG Zeitreisende123

PS: Es wäre auch gut, wenn ihr mir einige hilfreiche Links zu dem Thema verlinken könntet:) Danke schon mal im Vorraus:)

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Klopfklopfklopf, 26

Theoretisch kannst du es nach dem Kauf direkt weiter verkaufen. Allerdings geht immer etwas Zeit ins Land ehe mit dem Notar (Eintragung im Grundbuch, neuer Kaufvertrag,...) alles geklärt ist.

Zudem könnte es auch sein, dass die ehemaligen Besitzer noch raus geklagt werden müssen, wer will schon ein Haus kaufen wo noch andere Leute drinnen wohnen, die sich weigern zu gehen.

Zudem muss man Steuern auf den Gewinn zahlen, wenn man es ich meine kürzer als 10 Jahre besitzt.

Zwangsversteigerungen können einem eine gute Immobilie bringen, aber auch einen Schrotthaufen, wo Renovierungen ewig aufgeschoben wurden oder schlimmstenfalls alles kaputt und vermüllt ist. 

Glück hat man oft bei Immobilien die versteigert werden, da sich Eheleute in der Scheidung nicht einigen konnten wer es bekommt. Diese Immobilien sind oft gut/normal gepflegt. Aber auch da kann man Pech haben.

Kleiner Tipp: Beim ersten Termin darf nicht unterhalb einer bestimmten Wertgrenze des Marktwertes verkauft werden (ich meine 7/10 oder 5/10, das kannst du googeln).
Biete jedoch keiner, bleibt die Grenze beim nächsten mal bestehen. Biete man hingegen z.B. die Höhe der Verfahrens- und Gerichtskosten (die müssen nämlich mindestens gezahlt werden), ist beim nächsten Termin die Grenze gebrochen und es kann auch unter der Grenze verkauft werden, wenn eben die Kosten für die Zwangsversteigerung gedeckt sind. Viele warten und bieten nicht, weil sie denken beim nächsten Termin wäre sie automatisch weg...

Und immer dran denken, dass du vorher einen Teil des Geldes auf das Konto des Gerichtes überweisen musst oder das Geld anders hinterlegen bzw. vorweisen musst (z.B. bestimmte Bankbürgschaften oder Bundesbankschecks). Was erlaubt ist kann man auch googeln, die Kosten dafür erfährst du bei deiner Hausbank. Bar mitbringen, einfach einen Kontoauszug vorzeigen o.ä. reicht nicht, da wirst du mit leeren Händen nach Hause gehen.

Ganz wichtig: Gucke dir das ausliegende Wertgutachten in der Bietzeit an. Da können auch böse Überraschungen wie Asbest drin stehen. Ebenso sind dort oft Infos zu Mietverträgen enthalten, wenn es nicht komplett eigengenutzt war.

Mir wurde mal geraten, falls man wirklich bieten will, vorher zu einer anderen Zwangsversteigerung zu gehen um schon mal zu sehen wie alles abläuft.

Man sollte mit den Gebot nicht bis zur letzten Minute warten, wenn man das Haus wirklich möchte, die kann dann nämlich manchmal ganz schnell um sein und man hat Pech.

Einfach mal googeln, da findet man noch ein paar gute Tipps.

Kommentar von ChristianLE ,

Zudem muss man Steuern auf den Gewinn zahlen, wenn man es ich meine kürzer als 10 Jahre besitzt.

 

Als Ergänzung/Korrektur:

Steuern aus Vermietung und Verpachtung müssen immer gezahlt werden (sofern denn ein Gewinn erzielt wird). Das ist nicht von der Eigentumsdauer abhängig.

Was Du vermutlich meinst, ist die Spekulationssteuer.

wer will schon ein Haus kaufen wo noch andere Leute drinnen wohnen, die sich weigern zu gehen.

 

Teilweise erzielen vermietete Immobilien höhere Verkaufspreise, als leere. Insbesondere, wenn der Kauf als Kapitalanlage geplant ist.

Kommentar von lesterb42 ,

Das mit dem Schnäppchen aus der Teilungsversteigerung wegen Scheidung kann ich so nicht bestätigen. Die Häuser sind zwar häufig neu, aber auch bis zum Anschlag belastet. Häufig übersteigt das bestehenbleibende Recht den Verkehrswert. Ausnahmen hiervon wird es wohl auch geben.

Kommentar von schelm1 ,

Häufig übersteigt das bestehenbleibende Recht den Verkehrswert.

In Wirklichkeit ist es häufig so, dass der Verkehrswert vom Meistgebot nicht erreicht wird.

Für die Gläubiger hat das den Nachteil, dass der aufgrund eines Zuschlags erzielte Erlös dem Rang nach unter den Gläubigern nach Abzug der Verfahrenskosten verteilt wird und alle Rechte im Grundbuch gelöscht werden, soweit nicht aus einem bestehenbleibenden Recht heraus nicht betreiben wurde; das wäre dann beim Gebot zu berücksichtigen, da eine solche Belastung vom Meistbietenden zu übernehmen wäre!

Antwort
von ChristianLE, 27

Wenn ich mir ein Haus per Zwangsversteigerung kaufe, wann darf ich es wieder verkaufen?

 

Sobald Du im Grundbuch als Eigentümer eingetragen bist. Hier wäre aber dann die Spekulationssteuer zu beachten.

Bei fremdgenutzten Objekten ist diese zu zahlen, wenn Du das Haus vor dem Ablauf von 10 Jahren veräußerst.

Bei eigengenutzten Immobilien beträgt diese Frist auch mindestens zwei Jahre.

http://www.makler-vergleich.de/immobilien-verkauf/hausverkauf/hausverkauf-kosten...

 

Kommentar von lesterb42 ,

Das ist leider alles falsch.

- Eigentümer wird man in der Zwangsversteigerung mit dem Zuschlag. Das Grundbuch wird nur berichtigt.

- Eine "Spekulationssteuer" gibt es nicht.

- Bei der Besteuerung von Gewinnen aus dem Verkauf von Immobilien gibt es auch keine Frist von 2 Jahren zu beachten:

Einkommensteuergesetz (EStG)
§ 23 Private Veräußerungsgeschäfte

(1)

1

Private Veräußerungsgeschäfte (§ 22 Nummer 2) sind

1.
Veräußerungsgeschäfte
bei Grundstücken und Rechten, die den Vorschriften des bürgerlichen
Rechts über Grundstücke unterliegen (z. B. Erbbaurecht,
Mineralgewinnungsrecht), bei denen der Zeitraum zwischen Anschaffung und
Veräußerung nicht mehr als zehn Jahre beträgt. 2Gebäude
und Außenanlagen sind einzubeziehen, soweit sie innerhalb dieses
Zeitraums errichtet, ausgebaut oder erweitert werden; dies gilt
entsprechend für Gebäudeteile, die selbständige unbewegliche
Wirtschaftsgüter sind, sowie für Eigentumswohnungen und im Teileigentum
stehende Räume. 3Ausgenommen sind
Wirtschaftsgüter, die im Zeitraum zwischen Anschaffung oder
Fertigstellung und Veräußerung ausschließlich zu eigenen Wohnzwecken
oder im Jahr der Veräußerung und in den beiden vorangegangenen Jahren zu
eigenen Wohnzwecken genutzt wurden;
2.
Veräußerungsgeschäfte
bei anderen Wirtschaftsgütern, bei denen der Zeitraum zwischen
Anschaffung und Veräußerung nicht mehr als ein Jahr beträgt. 2Ausgenommen sind Veräußerungen von Gegenständen des täglichen Gebrauchs. 3Bei
Anschaffung und Veräußerung mehrerer gleichartiger Fremdwährungsbeträge
ist zu unterstellen, dass die zuerst angeschafften Beträge zuerst
veräußert wurden. 4Bei Wirtschaftsgütern im Sinne
von Satz 1, aus deren Nutzung als Einkunftsquelle zumindest in einem
Kalenderjahr Einkünfte erzielt werden, erhöht sich der Zeitraum auf zehn
Jahre.
2

Als Anschaffung gilt auch

die Überführung eines Wirtschaftsguts in das Privatvermögen des

Steuerpflichtigen durch Entnahme oder Betriebsaufgabe.

3

Bei

unentgeltlichem Erwerb ist dem Einzelrechtsnachfolger für Zwecke dieser

Vorschrift die Anschaffung oder die Überführung des Wirtschaftsguts in

das Privatvermögen durch den Rechtsvorgänger zuzurechnen.

4

Die

Anschaffung oder Veräußerung einer unmittelbaren oder mittelbaren

Beteiligung an einer Personengesellschaft gilt als Anschaffung oder

Veräußerung der anteiligen Wirtschaftsgüter.

5

Als Veräußerung im Sinne des Satzes 1 Nummer 1 gilt auch

1.
die
Einlage eines Wirtschaftsguts in das Betriebsvermögen, wenn die
Veräußerung aus dem Betriebsvermögen innerhalb eines Zeitraums von zehn
Jahren seit Anschaffung des Wirtschaftsguts erfolgt, und
2.
die verdeckte Einlage in eine Kapitalgesellschaft.

(2)

Einkünfte aus privaten Veräußerungsgeschäften der in Absatz 1

bezeichneten Art sind den Einkünften aus anderen Einkunftsarten

zuzurechnen, soweit sie zu diesen gehören.

(3)

1

Gewinn

oder Verlust aus Veräußerungsgeschäften nach Absatz 1 ist der

Unterschied zwischen Veräußerungspreis einerseits und den Anschaffungs-

oder Herstellungskosten und den Werbungskosten andererseits.

2

In

den Fällen des Absatzes 1 Satz 5 Nummer 1 tritt an die Stelle des

Veräußerungspreises der für den Zeitpunkt der Einlage nach § 6 Absatz 1

Nummer 5 angesetzte Wert, in den Fällen des Absatzes 1 Satz 5 Nummer 2

der gemeine Wert.

3

In den Fällen des Absatzes 1

Satz 2 tritt an die Stelle der Anschaffungs- oder Herstellungskosten der

nach § 6 Absatz 1 Nummer 4 oder § 16 Absatz 3 angesetzte Wert.

4

Die

Anschaffungs- oder Herstellungskosten mindern sich um Absetzungen für

Abnutzung, erhöhte Absetzungen und Sonderabschreibungen, soweit sie bei

der Ermittlung der Einkünfte im Sinne des § 2 Absatz 1 Satz 1 Nummer 4

bis 7 abgezogen worden sind.

5

Gewinne bleiben

steuerfrei, wenn der aus den privaten Veräußerungsgeschäften erzielte

Gesamtgewinn im Kalenderjahr weniger als 600 Euro betragen hat.

6

In

den Fällen des Absatzes 1 Satz 5 Nummer 1 sind Gewinne oder Verluste

für das Kalenderjahr, in dem der Preis für die Veräußerung aus dem

Betriebsvermögen zugeflossen ist, in den Fällen des Absatzes 1 Satz 5

Nummer 2 für das Kalenderjahr der verdeckten Einlage anzusetzen.

7

Verluste

dürfen nur bis zur Höhe des Gewinns, den der Steuerpflichtige im

gleichen Kalenderjahr aus privaten Veräußerungsgeschäften erzielt hat,

ausgeglichen werden; sie dürfen nicht nach § 10d abgezogen werden.

8

Die

Verluste mindern jedoch nach Maßgabe des § 10d die Einkünfte, die der

Steuerpflichtige in dem unmittelbar vorangegangenen Veranlagungszeitraum

oder in den folgenden Veranlagungszeiträumen aus privaten

Veräußerungsgeschäften nach Absatz 1 erzielt hat oder erzielt; § 10d

Absatz 4 gilt entsprechend.

Kommentar von Zeitreisende123 ,

Vielen Dank:)

Antwort
von lesterb42, 23

Mit Verkündung des Zuschlagsbeschlusses bist du Eigentümer und kannst grundsätzlich sofort wieder verkaufen. Tatsächlich vergeht immer etwas Zeit bis man einen Käufer gefunden hat und beim Notar einen Termin bekommt-

links:

https://versteigerungspool.de/

http://www.amtsgericht-hannover.niedersachsen.de/aktuelles/zwangsversteigerungst...

Es gibt auch sehr viel Literatur zu dem Thema. Für Einsteiger gut geeignet:

http://www.ebay.de/itm/Immobilien-gunstig-ersteigern-Zwangsversteigerung-So-ber-...

Kommentar von Zeitreisende123 ,

Vielen Dank, ich habe mir das Buch gestern bestellt:)

Antwort
von schelm1, 17

Sie können ein in der Zwangsversteigerung per Zuschlag aufgrund Ihres Meistgebotes erworbenes Objekt unter Vorlage des Zuschlagbeschlusses, der Sie als rechtmäßigen Eigentümer ausweist, unmittelbar in notarieller Form an einen Interessenten weiterverkaufen; Sie müssen dazu nicht im Grundbuch eingetragen sein, bzw. die Umschreibung auf Sie abwarten!

Antwort
von Feurigel1, 9

Das Haus wird nicht gekauft sondern vom Gericht meist lastenfrei zugeschlagen. Ich würde dir raten, das mit dem Ersteigern zu lassen. Du nimmst meist einem Schuldner sein Haus weg, dass er sich erspart hat. Das ist meist nicht menschlich und man fühlt sich nicht gut so ein Haus zu bekommen. Außerdem sind Schnäppchen sowieso nur noch in Randgebieten möglich, wo eh keiner hin will.

Antwort
von WetWilly, 25

Du kannst es erst verkaufen, wenn die Grundbuchumschreibung erfolgt ist.

Für den Erlös musst Du, je nach Nutzungsart und Haltedauer Spekulationssteuer bezahlen...

Kommentar von lesterb42 ,

Das ist falsch.

Kommentar von schelm1 ,

Für den Verkauf reicht der Zuschlagbeschluß vollkommen aus!

Antwort
von diekuh110, 25

wenn es innerhalb von 10 jahren  verkauft wird, muss man steuern bezahlen.

Kommentar von lesterb42 ,

Das ist falsch.

Kommentar von schelm1 ,

Steuern muß man dann zahlen, wenn durch den Verkauf der Immobilie innerhalb von 10 Jahren ohne vorherige Eigennutzung vor dem Verkauf ein Gewinn erzielt würde oder man solche Erberbs- und  Veräußerungsvorgänge gewerblich betreibt.

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