Frage von Anucis, 162

Pendlerpauschale - Ich kapier das immer noch nicht?

Hallo und zwar habe ich mich gerade mit der Pendlerpauschale berechnet, komme aber auf kein Ergebnis, was ich zurückbekommen kann, bzw. ob sich das für mich lohnt.

Ich hab meine Ausbildung seit Juni abgeschlossen und arbeite nun als normaler Arbeitnehmer mit Lohnsteuerklasse 1.

Zu meiner Arbeit hab ich einen Weg von ~42 KM laut Google Maps.

Nun hab ich mal per Rechner ausgerechnet, was ich dort mit den 30 Cent rausbekomme:

42 * ~120 Arbeitstage * 30 Center = 1512 €

Dann habe ich gelesen, dass man das irgendwie von der Steuer abziehen kann, muss keine Ahnung. Ich verdien im Monat 2000€ Brutto und bekomme 1.345 Netto raus.

Was würde ich jetzt zurückbekommen? Bzw muss ich die Monate als Azubi (Januar 2015 bis Juni 2015) mitrechnen?

Ich weiß es gibt dazu viel im Internet, aber ich würde gerne mal einen konkreten Ansatz an meinen Zahlen sehen.

Danke für jede hilfreiche Antwort!

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von petrapetra64, 76

Natürlich musst du das Einkommen des ganzen Jahres angeben und mitberechnen, es ist ja ein Jahressteuerantrag und kein NachAusbildungssteuerantrag. Ebenso natürlich die Fahrkosten aus dieser Zeit, du bist ja auch wohl zur Ausbildung gefahren.

Zurückbekommen wirst du Steuern wohl auch aufgrund der unterschiedlichen Einkünfte während und nach der Ausbildung.

1512 Euro Werbungskosten (Fahrkosten) sind natürlich so gut wie nichts, denn 1000 Euro sind ja als Pauschale eh schon berücksichtigt, es wirken sich daher nur die 500 Euro aus. Aber vielleicht kommst du ja noch auf etwas mehr, wenn du die Ausbildungszeit nicht vergisst bei den Fahrkosten.

Die Werbungskosten verringern das zu versteuernde Einkommen, wenn du also im Jahr 15000 Euro brutto verdient hättest, dann werden eben nur 13500 versteuert, je nach deinem persönlichen Steuersatz kannst du dadurch Geld zurück bekommen. Bei einem Steuersatz von 20 % bekämst du von den 500 verbleibenen Euro an Fahrtkosten dann 100 Euro zurück.

Mehr gibt es aber schon durch die Differenz der unterschiedlichen Einkommen, die du hattest. Mehr als du im Jahr an Steuern gezahlt hast (Steuern wohlgemerkt, nicht Sozialversicherungen).

Ausrechnen kann dir das wirklich nur ein Steuerprogramm. Lohnen sollte es für dich auf alle Fälle.

Antwort
von PatrickLassan, 97

Die Einkommensteuer ist ene Jahressteuer, also sind alle steuerpflichtigen Einkünfte eines Jahres zu berücksichtigen. Dazu gehört auch die Ausbildungsvegütung, die grundsätzlich steuerpflichtig ist. Dementsprechend sind auch die mit diesen Einkünften in Zusammenhang stehenden Werbungskosten abzugsfähig, zu denen die Aufwendungen für Fahrten zur Arbeitsstätte zählen (die sogenannte 'Pendlerpauschale'). 

Angenommen, die Entfernung wäre während des gesamten Jahres gleich geblieben, dann ergibt sich bei einer 5-Tage-Woche eine 'Pendlerpauschale' von 2.898 € (230 Tage mal 42 km x 30 Cent).

Wie hoch die Erstattung ausfällt, kann man allerdings nicht errechnen, da wichtige Angaben fehlen (z.,B.des Arbeitslohns, deiner Vorsorgeaufwendungen oder der einbehaltenen Lohnsteuer).

Antwort
von Y0DA1, 73

Das ist ganz einfach:

Arbeitslohn: 01.01. - 31.05. sagen wir mal 1.200 € =   6.000€
                    01.06. - 31.12 sind 2000 €                   = 14.000€
                                                                   Summe =  20.000 € im Jahr 2015

Werbungskosten: bei 230 Arbeitstage im Jahr (01.01. - 31.12.)
                             230 Tage * 42 km * 0,30 € = 2.898 €

Einkünfte 20.000 €
- Werbungskosten  2.898 €
Einkünfte = 17.102 €

Die Werbungskosten bekommst du nicht zurück, die mindern dein zu versteuerndes Einkommen. Du bekommst nur die zu viel gezahlten Steuern zurück.

Antwort
von SebRmR, 59

Deine "Pendlerkosten" ziehst du nicht von der Steuer ab, sondern sie mindern deine Einkünfte.

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