Frage von 007Fabian, 63

Pendlerpauschale - erst dualer Student, jetzt Arbeitnehmer. Kann ich die Kilometer aus dem Studium in der aktuellen Lohnsteuererklärung angeben?

Hallo,

ich habe während meines dreijährigen Dualen Studiums ca. 170€ pro Jahr Lohnsteuer gezahlt und bin täglich 35km zur Arbeit gefahren. Somit würden mir über 2400€ pro Jahr zustehen.

Da ich so wenig Steuern gezahlt habe, kann ich ja auch nur die 170€ pro Jahr wiederbekommen.

Jetzt bin ich jedoch angestellt, fahre meine täglichen 35km und verdiene erheblich mehr(zahle natürlich dementsprechend mehr Lohnsteuern)

Nun meine eigentliche Frage: Kann ich den Differenzbetrag, den ich die letzten Jahre nicht bekommen habe, nun ansetzen?

Antwort
von Chichiri, 38

Also erstens sollte dir klar sein, dass dir keine 2400 Euro im Jahr zustehen.

Diese Pendlerpauschale wirken sich nur auf dein Bruttoeinkommen aus. Das Bruttoeinkommen wird dadurch nach unten korrigiert, was dazu führt, dass du weniger Steuern zahlen musst.

Die 2400 Euro wirst du nicht 1 zu 1 raus bekommen. 

Zu dem anderen Punkt - es gibt die Möglichkeit der Verlustfestellung durch das Finanzamt. Wenn du in den Jahren während deines Studiums ein negatives Einkommen gehabt hast, dann kannst du den Verlust feststellen lassen und in die nächsten Jahre mitnehmen.

Wie ich dich aber verstanden habe, hast du doch gar keinen Verlust gemacht. Bei 170 Euro Einkommenssteuer, hattest du vielleicht ein Brutto-Einkommen von 13000 Euro. Davon werden 2400 Euro Pendlerpauschale abgezogen. Vielleicht hattest du noch studiumsbedingte Kosten von 500 Euro gehabt... dann kommst du auf ca. 10000 Euro Einkommen. Das ist ist halt kein Verlust. Daher wirst du das nicht ansetzen können.

Antwort
von petrapetra64, 12

Wie kommst du bitte auf so einen hohen Betrag von 2400 Euro? Das ist ja echt uebertrieben. Das waere ja alleinfalls der Betrag des Einkommens, den du nicht versteuern musst. Aber das kriegst du doch nicht ausbezahlt, oder hast du etwa einen Steuersatz von 100 %? Und weitere 1000 Euro von den 2400 wirken sich nicht mehr aus, weil die ja schon in der Werbekostenpauschale drin sind und die kriegt jeder.

Ich habe ein paar Kilometer mehr und bekomme so 600 Euro raus an Steuern deswegen.

Wenn du mit frueherer Steuer einen Verlustvortrag beantragt hast und dieser auch anerkannt wurde (geht eigentlich nur beim Zweitstudium, ueber das Erststudium gibt es derzeit noch laufende Gerichtsverfahren), dann waere es evtl. moeglich.

Antwort
von 007Fabian, 31

evtl. habe ich meine Frage nun selbst beantwortet:


"...Deutlich besser sieht es für Studenten im Zweitstudium aus. Denn ihre
Ausgaben werden vom Finanzamt als Werbungskosten angesehen. Sie können unbegrenzt hoch sein und außerdem in Folgejahre übertragen werden - vorausgesetzt, es besteht ein sachlicher Zusammenhang zwischen dem Studium und der beruflichen Tätigkeit. Dann lohnt sich das Sammeln und Sortieren von Quittungen auf jeden Fall.

Tipp: Viele angehende Mediziner machen vor dem Studium eine
Ausbildung zum Rettungssanitäter. Solche Kurzausbildungen werden als
Erstausbildung anerkannt. Das Medizinstudium gilt dann als Zweitstudium
und die Kosten können als Werbungskosten angerechnet werden...."

Quelle: http://www.sueddeutsche.de/geld/steuern-so-sparen-studierende-bei-der-steuererkl... [04.02.2016]


Ich habe wie in der Quelle angegeben vor dem Studium eine Berufsausbildung absolviert. Ich kann die Werbungskosten(Pendlerpauschale) also in die Folgejahre übertragen. Stimmt Ihr dem zu?

Kommentar von wurzlsepp668 ,

nein ....

Fahrtkosten sind in dem Jahr anzusetzen, in dem sie enstehen .....

durch den Verdienst des dualen Studiums scheidet ein Verlustvortrag vermutlich aus ..

Antwort
von wurzlsepp668, 30

Einkommensteuer ist eine Abschnittsbesteuerung nach dem Kalenderjahr ....

da dualler Student dürfte auch ein Verlustvortrag nicht in Frage kommen ..

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