Frage von Tom54, 83

Pendeln mit Welpen/Hund?

Wäre es für einen Welpen sehr stressig, wenn er 1 x die Woche mit mir von Ort A zu Ort B pendeln würde? Habe meine eigene Wohnung in einer Großstadt und gleichzeitig bin ich die Hälfte der Woche bei meinen Eltern in einem Dorf mit Haus und Garten. Aber gleichzeitig gewöhnt er sich doch dann von Anfang an diesen Lebensstil, oder? Danke

Expertenantwort
von Naninja, Community-Experte für Hund, 35

Einen Welpen würde ich sehr langsam daran gewöhnen.

Die "1 min Spaziergang pro Lebenswoche"- Regel würde ich in dieser Phase einhalten. Das kleine Hundehirn kann nicht unbeschränkt neue Eindrücke und Reize verarbeiten und brauchen dazu regelmäßig sehr viel Schlaf, Knochen und Gelenke sind im Wachstum und dürfen nicht überlastet werden.

Wenn der Weg zu Fuß sich in o.g. Grenzen hält und der Welpe klein genug ist, um auf Deinem Arm Schutz zu finden und schlafen zu können: vielleicht. Ich würde allerdings genau auf Stressanzeichen achten und unterbinden, das der kleine Knopf laufend angesprochen, angelockt und gestreichelt wird. Das erfordert Durchsetzungsfähigkeit und die Gelassenheit, das Unverständnis und böse Worte von Mitreisenden im Sinne des Hundes an sich vorbeiziehen zu lassen.

Vielleicht wäre, sofern es ein kleiner Welpe ist, eine Tasche sinnvoll, in der er geschützt ist und einen Rückzugsort hat, wenn ihm alles zu viel wird.

Wenn die Fahrt zwei Stunden dauert denk bitte auch daran, dass ein Welpe nicht einhalten kann. Gerade, wenn alles so fürchterlich aufregend und neu ist. Auch das würde ich in der ersten Zeit nicht riskieren, sondern warten, bis der Hund mindestens 4,5 - 5 Monate alt ist.

Generell kann sich ein Hund aber gut an diese Situation gewöhnen. Mein Hund ist immer mit mir unterwegs. Auf längeren Fahrten schläft er einfach durch und wird erst munter, wenn wir am Ziel angekommen sind.

Kommentar von Tom54 ,

Also direkt in den ersten Wochen werde ich es nicht tun. 

Würde oder besser gesagt müsste, ca 1-2 Monate warten. Ich werde schauen wann der Kleine dafür bereit ist, oder ich den Eindruck habe. 

Ich denke, das mit der Fahrt kriege ich hin. Nach einer Stunde muss ich sowieso umsteigen und würde ihn Gelegenheit zum pinkeln geben. 

Worauf sich auch meine Frage bezieht, ist ob ein Welpe /Hund damit zurecht kommt zwei verschiedene "Zu Hause" zu haben. So das er sich nicht immer verloren vorkommt. Mir ist wichtig, ihn immer bei mir zu haben. 

Kommentar von Naninja ,

Wie alt wird der Hund sein, wenn Du ihn bekommst?

Üblich sind ja 9 - 12 wochen. Wenn Du dann 1-2 Monate wartest, ist der Hund in einem Alter, indem er zumindest seine Blase kontrollieren kann (ca ab der 16. Woche).

Die zwei Wohnorte wird er sicherlich gut verpacken. Viele Hunde, die mit zur Arbeit gehen, haben ja eigentlich auch "zwei Wohnorte" und verpacken das super.

Was Du allerdings bedenken musst: Das Alleinsein lernen Hunde ortsbezogen. Dass er in Wohnung A alleine bleiben kann bedeutet also noch lange nicht, dass er es auch in Wohnung B kann. Du musst in beiden Wohnungen kleinschrittig trainieren. Wenn Dein Hund in Wohnung A 15 min alleine sein kann, kannst Du darauf nicht in Wohnung aufbauen, sondern musst dort ganz von vorne anfangen, bis es in beiden funktioniert.

Antwort
von Amyy15, 50

Wäre sicher kein problem, schau nur das du ihn nicht überforderst.

D.h. Wenn zb in offentlichen verkehrsmitteln sehr viele leute sind, kannst du ihn ruhig mal auf den arm nehmen.

Und wenn wenn du mit dem zug usw fährst, gewöhne es ihm langsam an.

Hatte das problem erst mit meiner 1 1/2 jährigen boxerhündin, die keine erfahrung mit öffis hatte.nur hatte ich nicht so viel zeit und es ist nicht gerade einfach 22kg in den zug zu bekommen wenn alle 4 Pfoten da nicht hineinwollen.

Wenn der welpe brav ist natürlich viiiiel loben(aber Achtung nicht loben,streicheln wenn er angst hat-das verstärkt sein verhalten nur)

Lg :)

Kommentar von Tom54 ,

Sehr interessant! Super vielen Dank für die Antwort. 

Habe mir vorgenommen mit dem kleinen auch erstmal nur eine bis zwei Station zu fahren, bevor ich den tatsächlichen  Weg  von 2 Stunden in Angriff nehme.

Ich werde sicher auch das Gefühl haben der einzige Mensch mit einem Hund im Zug unterwegs zu sein. 

Sehe sehe selten Hunde in den öffis..seltsam :D

Kommentar von Amyy15 ,

Wichtig ist auf jedenfall dass du es ihm jetzt schon alles zeigst, sonst passiert es wie bei mir und dein hund steigt dir nicht ein.(zum glück muss meine so gut wie nie mit öffis mitfahren)

Und glaub mir, den welpen bekommst du noch einfacher in die öffis ;)

(kommt natürlich auf die rasse drauf an)

Kommentar von Tom54 ,

Okay danke. Mir ist auch wichtig, dass er beide Orte als sein zu Hause sieht. 

Aber das wird sich dann her ausstellenden. Dann weiß ich jetzt wie ich die Sache angehen werde :) 

P. S. : es wird ein american akita. Wobei ich in diesem Fall nie etwas der Rasse in die Schuhe schieben würde 

Kommentar von Amyy15 ,

Sehr lieb :)

Mit der Rasse meine ich es in dem fall, das es im erwachsenen alter wesentlich einfacher ist einen zb Zwergspitz in den zug zu bringen als zb deinen zukünfigen akita, der doch ein paar kg mehr auf die waage bringt ;)

Aber den hund an das zu gewöhnen sollte natürlich rasseunabhängig sein...

Expertenantwort
von YarlungTsangpo, Community-Experte für Hund, 24

Du kannst erst dann eine wirklich gute Antwort bekommen wenn Du hier angibst wieviele Kilometer (einfach) gefahren werden müssen.

Kommentar von Tom54 ,

Je nach dem. Mit dem Auto (was ich selten mit in die Großstadt nehme)  1:30  min und mit dem Zug 2 Stunden. Sind 120km 

Kommentar von YarlungTsangpo ,

Das kannst Du erst dann mit dem ca. 6 Monate alten Hund unternehmen!

Kommentar von YarlungTsangpo ,

Hallo Tom54,

ungeachtet der Antworten, welche Dir ggf. gefallen, rate ich Dir ab täglich derart lange Strecken zu fahren - mit einem Welpen, welcher noch eingewöhnt werden muss und den grundlegenden Vertrauensaufbau in Dich und die gesamte Umwelt mental schaffen muß.

Wenn er kein geborener "Allerweltskerl" ist wird er das nicht verkraften und Problemverhalten entwickeln. Als da sind:

- verzögerte Stubenreinheit

- Stressverhalten und Stresshormonjunkie

- Unsicherheiten, exakt jenen Umweltsituationen gegenüber welche er eigentlich bestens, durch tägliche "Überflutung" kennen müsste.

Mein wirklich ernst gemeinter Rat:

Schaffe Dir den Welpen erst dann an wenn Du sicher Zuhause arbeiten kannst und rund um die Uhr Deinen Welpen in sichere, geregelte Tagesabläufe, in "Nestumgebung" eingewöhnen kannst.

Baue tägliche Rituale auf und tue alles, daß Dein Welpe und Junghund Sicherheit, Dir gegenüber und gegenüber der gesamten Umwelt aufbauen kann.

Das muß sich jeder Hund in kleinen, täglichen Schritten, mit Erfolg selbständig erarbeiten und Du sollst ihn dabei einfühlsam unterstützen.

Mit einem sogenannten "Flooding", gerade in dieser sensiblen Sozialisierungsphase des Hundes, in welcher er sich durch umwerfendes Neugierverhalten auszeichnet, erreichst Du letztlich nichts - außer das Gegenteil von dem was Du eigentlich wolltest und in der Symbiose Mensch - Hund benötigen würdest.

Dann, wenn alles geplant behutsam gelaufen ist. Dann kannst Du die erste Reise mit Deinem Hund antreten. Aber selbst das darf niemals (!) die wirklichen Bedürfnisse des Hundes außer Acht lassen.

Wenn Du das beruflich nicht kannst - Bitte schaffe Dir - um der Liebe zu Hunden Willen - keinen Welpen, keinen Junghund, sondern nur einen schon älteren, gut sozialisierten Hund an, welcher zum Beispiel seinen Menschen wegen Krabkheit oder Todesfall verloren hat.

Auf dem Weg zur Erkenntnis, wie Hunde in ihren Bedürfnissen gehalten werden sollen und müssen, wünsche ich Dir Glück.

Antwort
von MrMentalist1, 49

Er wird sich daran gewöhnen zu mal es eh "nur" 1x die Woche ist.

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