Frage von carowowerwas, 139

Pech mit Wohnungen und nun - ein 4. Mal umziehen?

Hallo zusammen,

ich habe eine etwas emotionale Frage - vor gut einem Jahr bin ich an einen neuen Arbeitsort gezogen. Meine erste Wohnung war eine Etagenwohnung in einem Genossenschaftsbau, leider extrem hellhörig. Es war nicht zum aushalten, somit bin ich 5 Monate später erneut umgezogen. Dann in eine Erdgeschosswohnung auf einem Dorf, wunderbar ruhig und saniert - leider hatte das Haus vom Hochwasser einen Feuchteschaden und Salpeterausblühungen an allen Wänden - Fachmann sagte Schimmel nur eine Frage der Zeit, schlecht beheizbar also besser erneut umziehen.

So, die gerade mal 3 Jahre alte Einrichtung nun gleich da gelassen da nicht erneut mitnehmbar bin ich in einen 90er Jahre Neubau gezogen, Erdgeschoss, frisch saniert.

Nun habe ich leider das Gefühl, ich kann mich auf garkeine Wohnung mehr einlassen, es ist wie eine Blockade, mir ist hier nun plötzlich teilw. die Straße zu laut, manchmal denke ich auch, es sei hellhörig, die Nachbarn finde ich komisch, kaum einer grüßt. vorstellen wollte ich mich schon mehrmals bei meinen direkten Nachbarn über und neben mir, nie macht einer auf...

Seit der Wohnung nun habe ich auch immer wieder quasi "Heimweh" zu meiner Heimatstadt und pendle fast jedes Wochenende die 1,5h zu meinen Eltern.

Ich weis nun nicht, was ich machen soll, erneut umziehen in einen anderen Ort und dort dann zügig einrichten... Hängen auch Emotionen dran, in der ersten Wohnung habe ich zwar schöne Dinge erlebt, aber direkt nach dem Einzug hatten sich meine Eltern getrennt, sind aber wieder zusammen gekommen. Beim Einzug in die 2. Wohnung ist mein Hund verstorben - dann wos zur 3. Ging war ich wie gesagt schon etwas paranoid, WE nie da - meine Eltern haben einen neuen Hund gekauft und den habe ich seit dem immer WE´s besucht.

Die Frage nun - obs was nützen würde, eine neue Wohnung diesmal in aller Ruhe (3 Monate definitive Kündigungsfrist) zu suchen (die 3. musste ich recht schnell nehmen, da für die 2. schon ein Nachmieter da war) und das evtl. in einem neuen Ort (denn auch zum Ort habe ich bisher keinerlei Bezug gesammelt, weil immer irgendwas war) der dann zwischen meinem Arbeitsort und meinem Heimatort liegt, so dass man beide gut erreicht...?

Umziehen könnte ich jetzt für 30€ mit einem Mercedes Vito - habe aktuell nur paar Kartons und einen TV ; )

Es macht einen verrückt und depressiv, ich weis nicht, was ich machen soll - sagt man sich, ich bleibe jetzt - kommen wieder diese Zweifel und depris - zur Kündigung konnte ich mich aber wegen der Ungewissheit und dem Aufwand auch noch nicht durchringen...

Bin für jede Meinung dankbar - kann offen persönlich über das Thema mit keinem reden, die Eltern nervts langsam, andere verstehens eh nicht...

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von conelke, 58

Die Gründe, die Du jetzt in der dritten Wohnung angibst, um nochmal einen Umzug zu starten, halte ich nicht für sehr stark. Teilweise ist es laut und Du meinst die Wohnung sei hellhörig. Na ja, manchmal muss man auch Kompromisse schließen können, kann sein, dass Dich in der nächsten Wohnung ein Vogel von draußen nervt, der einfach zu laut zwitschert. Dass Du Dich bei den Nachbarn vorstellen willst, finde ich sehr löblich, da das auch ein Zeichen von guter Erziehung ist, aber was nicht sein soll, weil es nicht geht, dann eben nicht. Nachbarn müssen nicht zu guten Freunden werden und mitunter ist es auch gar nicht schlecht, wenn der Kontakt eher selten ist.

Ich denke eher, dass Du inzwischen so rastlos geworden bist, weil Dir definitiv die alte Heimat fehlt. Das äußert sich ja schon dadurch, dass Du jedes Wochenende dort hinfährst. In einer anderen Wohnung würde es Dir vermutlich nicht anders gehen und wäre sie noch so perfekt. Wie lange lebst Du jetzt in der dritten Wohnung? Vielleicht solltest Du Dir einfach mal die Chance geben, Dich richtig einzugewöhnen, denn Du sagst ja selbst, dass es keine Option für Dich ist, in Deinen alten Heimatort zurückzugehen, da Du arbeitstechnisch gebunden bist. Wenn man eine soziale Struktur aufgebaut hat, die einen auffängt und für Abwechslung sorgt, ist es eigentlich ganz egal, wo man lebt, wenn nicht gerade Schimmel an den Wänden ist oder man das Gefühl hat, eine Strassenbahn fährt durchs Schlafzimmer.

Vielleicht suchst Du Dir vor Ort etwas, dass Dir Spass bereiten könnte. Z. B. in Richtung Sport oder so. Wenn Du jedes Wochenende flüchtest, wirst Du Dich nie heimisch fühlen.

Kommentar von carowowerwas ,

Da ist was dran - was man evtl. noch anmerken sollte ist, dass ich mich eh erst in 2-3 Monaten weiter einrichten könnte wegen privaten finanziellen Notwendigkeiten und der jetzige Ort im Nachbarbundesland ist, aber nah an der Grenze, sodass ich mit vertretbarem Arbeitsweg in mein altes Bundesland ziehen würde, wodurch ich mir einen Rückgang des "Heimwehs" erhoffen würde - auch weil ich nun schon zu lang uneingerichtet in der 3. Wohnung bin (3 Monate)...

Antwort
von DieRaumagentur, Business, 22

Hallo Caro, 

wohin du auch immer ziehst - du wirst dich selbst mitnehmen. Und solange du dir selbst an diesem Ort als Fremdkörper vorkommst, wird kein Ort der Welt dein Zuhause. 

Natürlich gibt es Orte, an denen man das mit aller Anstrengung auch nicht wird, aber oftmals ist es eben auch das soziale ankommen. Mit den Nachbarn hat sich bei mir (früher sehr oft umgezogen) auch mitunter erst ein paar Jahre später ein sehr netter nachbarschaftlicher Kontakt eingestellt. Wichtiger sind aber die Freunde, die man sich selbst aussucht, mit denen man sein Leben verbringt. 

Ich mag mich irren, aber deine Eltern scheinen den Lärm zu kompensieren, der sich aus der Stille bei dir zu Hause ergibt. Bei ihnen darfst du noch Kind sein. Auf dem Land kommt niemand vorbei, und in der Stadt zeigt das Leben draussen, daß man selbst nur Zuschauer ist. Bei erstem hat man den Grund, warum man allein ist, bei letzterem hat man zumindest eine Chance, etwas daran zu ändern.

Suche einfach in Ruhe und aktiv eine Wohnung in der Stadt, die all das NICHT hat, von dem du schon weisst, daß es dich stört. Wobei du zuvor überlegen solltest, was dich denn wirklich stört, und was nur eine Kompensation ist. Enttäuschungen kommen nie vom Leben, sondern immer nur durch die Vorstellung, die wir davon haben. 

Ein Balkon erinnert dich vielleicht daran, daß du dort allein sitzt, ein großer Tisch, daß keine Freunde da sind, eine Küche, daß du kaum (zusammen) kochst, ein vorbeifahrendes Auto, daß jemand anderes zu ein Ziel hat, … "Wofür etwas gestalten, wenn niemand es sieht?" Weil du es siehst, und du kein Niemand bist! Deine Eltern geben dir dieses Gefühl, jemand zu sein, deine Erinnerungen auch - aber wer sonst? Steht dir zu dieser Erkenntnis, daß du etwas Wert bist die Umgebung oder du selbst im Weg? 

Oft stört uns das in unserem Umfeld, was uns einen anderen Mangel bewusst macht. Und in der Starre des Verharrens stört auch mal ein Auto, das uns aus der Warteposition reißt. 

Du sagst, dich bindet nichts an die jetzige Wohnung und Umgebung - also ist sie quasi neu für dich. Lerne sie doch jetzt kennen?! Schaffe schöne Erlebnisse darin, veranstalte Kochabende, Spieletreffen, Mädelsabende mit Strähnchenfärben, irgendwas, was dich Lächeln lässt, wenn du die Räume siehst. 

Es gibt soziale Netzwerke, die regional wirken. Entweder soziale Projekte, Freizeitgruppen, Gruppen für bestimmte sportliche Aktivitäten, etc. geh raus, finde heraus, was zu dir passt, und du wirst auf Menschen treffen, die dir ziemlich ähnlich sind. Der erste Schritt ist schwer, aber er begründet einen Weg. Vielleicht gehst du ihn mit dem Hund in deiner Stadt? Soll bekanntlich mit Haustier zu netten Kontakten kommen :) 

Und erst, wenn diese Stadt das wirklich nicht bieten kann, dann suche in der nächsten. 

Deine Zeit steht dir nur einmal zur Verfügung. Du kannst weiter etwas an Stellen suchen, wo es nicht ist (bei den Eltern, im TV, auf dem Land,…), oder du verwendest sie darauf, das Richtige zu finden: dich!

Und wenn du es allein nicht schaffst, dann frage jemanden, der sich damit auskennt, ob er dich dabei begleitet. Gutes Stichwort zur Selbstwahrnehmung: Körpertherapie. Viel wirksamer als eine Sprachtherapie, wo doch die Sprache (Denken) das Problem erst groß gemacht hat… 

Viel Erfolg dabei, deine beste Freundin zu werden, di du überall hin mitnehmen magst, die mit dir das Leben und die tollen Seiten entdeckt. Dann braucht auch deine Wohnung nicht mehr alles kompensieren. 

Kommentar von carowowerwas ,

Ich packe mal meine Antwort von weiter oben auch hier rein, da es auf deine Reaktion auch zutreffen könnte:

Da ist was dran - was man evtl. noch anmerken sollte ist, dass ich mich eh erst in 2-3 Monaten weiter einrichten könnte wegen privaten finanziellen Notwendigkeiten und der jetzige Ort im Nachbarbundesland ist, aber nah an der Grenze, sodass ich mit vertretbarem Arbeitsweg in mein altes Bundesland ziehen würde, wodurch ich mir einen Rückgang des "Heimwehs" erhoffen würde - auch weil ich nun schon zu lang uneingerichtet in der 3. Wohnung bin (3 Monate)...

Kommentar von DieRaumagentur ,

Heimweh ist auch immer die Sehnsucht nach der heilen Welt, an die man sich erinnert - bei mir hatte sie sehr lange angehalten. So lang, bis ich mich um mein Leben in der Gegenwart gekümmert habe. Ab da verblasste die Heimat-Sehnsucht und wich einem Blick in die Vergangenheit. Ab jetzt war die Heimat eine liebgewonnene aber archivierte Erinnerung. 

Ich wünsche dir von Herzen, daß du dich findest, und damit auch deinen Weg. 

Antwort
von DennisZero, 60

Das ist eine ziemlich schwere Frage! 

Wenn du unbedingt zu deiner alten Heimat willst wieso gehst du dann nicht zurück? Wegen der Arbeit oder weshalb?

An deiner Stelle würde ich mir einen Ort suchen und dort ein soziales Umfeld aufbauen, welches dich ablenkt, denn hilft besser gegen Angst, Unwohlsein etc. als Spaß mit Freunden. 

Falls du deine Eltern irgendwie auch vermisst, solltest du nicht vergessen, dass sie nicht weit weg sind und du sie jederzeit erreichen kannst. 

Diese tragischen Geschehnisse haben nichts mit deinem Umzug zutun. 

Das hätte jederzeit passieren können.

MfG Dennis

Kommentar von carowowerwas ,

Danke für deine Antwort.

Ja, täglich 1,5h pendeln wäre keine Möglichkeit und die Arbeit die ich mache, kann ich nur an dem Ort tun, alternativen habe ich schon versucht und meinen Konzern würde ich nicht verlassen wollen.

Also meinst du, lieber noch einmal in einen neuen Ort ziehen und dann dort direkt ein Umfeld aufbauen? Der jetzige Ort ist eine Großstadt mit knapp 100k Einwohnern - evtl. viele es mir einer normalen Stadt mit um die 20k Einwohner leichter...

Kommentar von DennisZero ,

Soweit ich das Interpretiere suchst du gerade nur eine Ausrede um nochmal Umziehen zu können (sorry für die Direktheit).

Eine Stadt mit 100k Einwohnern ist noch relativ klein und sonderlich viel wird sich zu den 20k Einwohner auch nicht verändern, da die 100k nur auf einem größeren Bereich verstreut sind. Wirklich große Städte sind welche wie Berlin mit 4 Millionen Einwohnern. Ich würde es erstmal dort versuchen, wo du gerade bist und falls es dir dort wirklich wirklich nicht gefällt, würde ich über einen passenderen Ort nachdenken.

Kommentar von carowowerwas ,

Ich packe mal meine Antwort von weiter oben auch hier rein, da es auf deine Reaktion auch zutreffen könnte:

Da ist was dran - was man evtl. noch anmerken sollte ist, dass ich mich eh erst in 2-3 Monaten weiter einrichten könnte wegen privaten finanziellen Notwendigkeiten und der jetzige Ort im Nachbarbundesland ist, aber nah an der Grenze, sodass ich mit vertretbarem Arbeitsweg in mein altes Bundesland ziehen würde, wodurch ich mir einen Rückgang des "Heimwehs" erhoffen würde - auch weil ich nun schon zu lang uneingerichtet in der 3. Wohnung bin (3 Monate)...

Antwort
von Margita1881, 53

die Eltern nervts langsam

kann ich verstehen

Für Dich wäre es am besten ein Haus in Alleinlage zu bauen, aber Vorsicht,  da könnten mal Autos vorbeifahren^^

Kommentar von carowowerwas ,

Ja - das wäre so die gängige Beurteilung der Lage - aber die ersten 2 waren wirklich unzumutbar und auf die 3. kann man sich irgendwie nicht richtig einlassen.

Kommentar von Margita1881 ,

Du solltest Deine künftigen Wohnungen genau unter die Lupe - aufgrund Deiner Erfahrungen - nehmen; nun weist Du, was wichtig ist.

Kommentar von carowowerwas ,

Ich packe mal meine Antwort von weiter oben auch hier rein, da es auf deine Reaktion auch zutreffen könnte:

Da ist was dran - was man evtl. noch anmerken sollte ist, dass ich mich eh erst in 2-3 Monaten weiter einrichten könnte wegen privaten finanziellen Notwendigkeiten und der jetzige Ort im Nachbarbundesland ist, aber nah an der Grenze, sodass ich mit vertretbarem Arbeitsweg in mein altes Bundesland ziehen würde, wodurch ich mir einen Rückgang des "Heimwehs" erhoffen würde - auch weil ich nun schon zu lang uneingerichtet in der 3. Wohnung bin (3 Monate)...

Antwort
von Kasumix, 37

Das es andere nervt ist nachvollziehbar. 

Wenn du selbst nicht zur Ruhe kommen möchtest, zieh doch einfach um.

Perfekt ist es aber eh nirgends...

Kommentar von carowowerwas ,

Ich packe mal meine Antwort von weiter oben auch hier rein, da es auf deine Reaktion auch zutreffen könnte:

Da ist was dran - was man evtl. noch anmerken sollte ist, dass ich mich eh erst in 2-3 Monaten weiter einrichten könnte wegen privaten finanziellen Notwendigkeiten und der jetzige Ort im Nachbarbundesland ist, aber nah an der Grenze, sodass ich mit vertretbarem Arbeitsweg in mein altes Bundesland ziehen würde, wodurch ich mir einen Rückgang des "Heimwehs" erhoffen würde - auch weil ich nun schon zu lang uneingerichtet in der 3. Wohnung bin (3 Monate)...

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