Frage von Arzthelferin, 78

Patientenakte weitergeben?

Ich wechsle meinen Hausarzt, weil ich mit dem alten nicht mehr zufrieden war. Den neuen Hausarzt kenne ich sehr gut. Hab da früher meine Ausbildung gemacht. Ich hatte aber früher stark mit Mobbing zu kämpfen und war auch kurz in psychotherapeutischer Behandlung . Ich möchte nicht, dass mein neuer Arzt das erfährt .

Darf die Patientenakte einfach so weitergegeben werden ?

Antwort
von lastgasp, 21

Die Berufsordnungen der Ärzte sind auf Ärztekammer-Ebene nicht einheitlich, allerdings bin ich zu 100% sicher, dass §9 Absatz 4 der Berufsordnung der Ärztekammer Nordrhein in allen Kammern gilt.

https://www.aekno.de/page.asp?pageID=57#\_9

Wenn mehrere Ärztinnen und Ärzte gleichzeitig oder nacheinander dieselbe
Patientin oder denselben Patienten untersuchen oder behandeln, sind sie
untereinander von der Schweigepflicht insoweit befreit, als deren
Einverständnis vorliegt oder anzunehmen ist.

Anzunehmen ist die Entbindung von der Schweigepflicht, wenn Dich z.B. Dein Hausarzt zu einem Facharzt überweist und Du dort hingehst. In diesem Fall ist davon auszugehen, dass sich beide z.B. durch einen Arztbericht "kollegial" informieren. Sonst muss Dein schriftliches Einverständnis vorliegen.

Kommentar von Arzthelferin ,

Ich bin selber Arzthelferin aber ich bin mir nicht mehr mit der Weitergabe so sicher.
Ich hatte mal einen Chef wo die Zustände so schlimm waren, dass ich Arzt bei der Ärztekammer und Gesundheitsamt gemeldet habe . Daher war ich auch beim Psychiater . Das war heftig. Als Diagnose standen da dann so Sachen wie : Erschöpfungszustand , depressive Episode und Anpassungsstörung.
Was dazu geführt hat, weiß aber keiner. Das der Arzt noch Patienten versorgen darf ist mehr als schlimm 👎. Der müsste seine Approbation verlieren

Kommentar von lastgasp ,

Im Hausarzt-Praxisalltag kommen solche Feinheiten natürlich selten vor. Hier werden die PatientInnen an Fachärzte überwiesen, es kommen Arztbriefe und Befunde und wenn der demente Opa bei der Darmspiegelung war, gibt's mit Sicherheit auch 'mal den kurzen kollegialen Informations-Dienstweg, den Du als Arzthelferin eigentlich kennen müsstest.

In Deinem Fall bin aber absolut sicher, dass Dein alter Arzt gegenüber dem neuen zur Verschwiegenheit verpflichtet ist. Du solltest allerdings genau aufpassen, dass Du im Fragebogen für neue Patienten genau darauf achtest, für was Du evtl. Dein Einverständnis erklärst.

Antwort
von Chichiri, 22

Die Patientenakte verbleibt beim alten Arzt. Der neue Arzt hat kein Recht die Akte einzufordern, es sei denn du erlaubst es und entbindest den alten Arzt quasi von seiner Schweigepflicht.

Kommentar von Arzthelferin ,

Sollte ich denn offen damit umgehen und es erzählen oder eher nicht ?

Kommentar von Chichiri ,

Dazu kann ich dir leider gar keine konkrete Empfehlung geben. 

Wenn die psychotherapeutischen Behandlungen für die Behandlungen beim Hausarzt eine Rolle spielen könnten, dann würde ich das sagen. Ansonsten würde ich, wenn ich eine Erkältung habe, dem Hausarzt nicht unter die Nase reiben, dass ich in psychotherapeutischer Behandlung war.

Antwort
von klugerpapa, 41

nein. bleibt beim Arzt, der sie erstellt hat 

Kommentar von Arzthelferin ,

Auch nicht, wenn der neue sie anfordert?

Kommentar von Arzthelferin ,

Ich bin selber Arzthelferin aber ich bin mir nicht mehr mit der Weitergabe so sicher.
Ich hatte mal einen Chef wo die Zustände so schlimm waren, dass ich Arzt bei der Ärztekammer und Gesundheitsamt gemeldet habe . Daher war ich auch beim Psychiater . Das war heftig. Als Diagnose standen da dann so Sachen wie : Erschöpfungszustand , depressive Episode und Anpassungsstörung.
Was dazu geführt hat, weiß aber keiner. Das der Arzt noch Patienten versorgen darf ist mehr als schlimm 👎. Der müsste seine Approbation verlieren

Antwort
von Taimanka, 28

https://www.datenschutzzentrum.de/medizin/arztprax/arztwechsel.htm

Grundsätzlich nein.

Ich würde Deinem alten Arzt vorschlagen, eine Kopie Deiner Patientenakte auf Deine Kosten zu erstellen. Das sollte doch möglich sein und er kann das Original (Aufbewahrungspflicht) behalten.

Kommentar von Arzthelferin ,

Ich möchte aber diese Zeit mit dem Erschöpfungszustand, Depression nicht an den neuen Arzt weitergeben. Was ist, wenn es eine papierlose Praxis ist ?

Kommentar von Chichiri ,

Der Arzt ist verpflichtet seine Behandlungen zu dokumentieren und 10 Jahre lang aufzubewahren. Egal ob die Praxis papierlos ist oder nicht - eine Dokumentation über deine Behandlungen wurde geführt.

Kommentar von Taimanka ,

dem steht nichts im Wege, wenn er eine Kopie erstellt, offenbar geht es hier aber weit weniger um Machbarkeiten als um Befindlichkeiten des alten Arztes. 

Auch eine "papierlose" Dokumentation von Patientendaten benötigt die Originale um diese einzuscannen und dann ggf. wieder an den Patienten auszuhändigen. 

Kommentar von Arzthelferin ,

Ich bin selber Arzthelferin aber ich bin mir nicht mehr mit der Weitergabe so sicher.

Ich hatte mal einen Chef wo die Zustände so schlimm waren, dass ich Arzt bei der Ärztekammer und Gesundheitsamt gemeldet habe . Daher war ich auch beim Psychiater . Das war heftig. Als Diagnose standen da dann so Sachen wie : Erschöpfungszustand , depressive Episode und Anpassungsstörung.

Was dazu geführt hat, weiß aber keiner. Das der Arzt noch Patienten versorgen darf ist mehr als schlimm 👎. Der müsste seine Approbation verlieren

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