Frage von frage11849, 34

Partner mit paranoider Persönlichkeitsstörung?

Seit bereits einigen Jahren verändert sich meine Partnerin (vielleicht habe ich es am Anfang aber auch einfach nicht gemerkt). Nachdem ich am Anfang mir eher verärgert gedacht habe man sollte sie mal zum Psychologen schicken bin ich inzwischen fest überzeugt das sie ein Problem hat. Leider treffen alle Punkte einer paranoider Persönlichkeitsstörung ziemlich genau zu... sie hat kaum soziales Umfeld, immer denkt sie andere reden schlecht über sie oder wollen ihr etwas böses. Mich selbst beschimpft sie immer öfter wegen Kleinigkeiten und wirft mir dann die "Verfehlungen" der letzten Jahre vor (wirklich lachhafte Dinge). Dazu wird sie immer eifersüchtiger. Seit einigen Wochen wird es aber ganz extrem und seit gestern bin ich mir sicher das sie Hilfe braucht. Sie war der Meinung das ich sie mobben bzw. fertig machen würde weil das Warme Wasser nach dem Duschen aufgebraucht war als sie dann duschen wollte und hat sich dann heulend unter die lauwarme/kalte Dusche gestellt. Ich wolle ihr nur bößes und sie fertig machen (man hätte da meinen können ich hätte sie verprügelt)...

Das Problem ist jetzt, ich hätte gern das sie sich behandeln lässt oder zumindest mal mit einem Psychologen spricht... da sie ihren Zustand aber nicht erkennt und allen anderen die Schuld gibt (aktuell gerade ins besonders mir) wird sie kaum dazu bereit sein, bzw. es würde in einem extremen Streit eskalieren. Die Frage ist nun... was tun. Ich will demnächst einen Psychologen kontaktieren und auf eigene Rechnung mit ihm über die Problematik sprechen (hat jemand eine Ahnung was da so die Stundensätze sind, bzw. ob überhaupt über dritte Personen ohne deren Wissen gesprochen wird), aber ich denke nicht das man viel machen kann ohne das sie mit ihm Spricht.

Hat jemand Erfahrungen wie Personen reagieren wenn man ihnen so etwas unterstellt, bzw. Tipps wie man es am besten rüber bringt?

Antwort
von conelke, 20

Was eine Stunde beim Psychologen kostest ohne eine Überweisung kann ich Dir leider nicht sagen. Da wird es bestimmt Unterschiede geben, die bis zu 100 Euro schwanken können. Schätze ich einfach.

Du wirst die Problematik mit Sicherheit ansprechen können, da die Person über die Du sprichst nicht die zu behandelnde Person des Therapeuten ist. In dem Moment bist Du die Person, die ein Problem hat und leidet und Hilfe sucht.

Mit Sicherheit wird Dir ein Psychologe auch raten können oder Dir zumindest sagen können, wie sich das noch weiter entwickeln kann, wenn sich Deine Freundin nicht den Problemen stellt. Vielleicht kann er Dir auch Ratschläge geben, wie Du Dich selbst zu verhalten hast in bestimmten Situationen.

Es ist eine gute Idee, persönlich mit einem Fachmann darüber zu reden, wenn man selbst kein Weiterkommen mehr sieht. Ich hoffe, dass Du kurzfristig einen Termin bekommst, aber da es bei Dir ja nicht um eine langfristige Therapie geht, sondern lediglich um ein Informationsgespräch, wirst Du vielleicht Glück haben, wenn Du Deine Situation kurz telefonisch schilderst.

Was Deine Freundin tatsächlich hat, kann ich natürlich nicht beurteilen, aber es hört sich wirklich danach an, als wären diese Reaktionen nicht ganz normal. Tu das, was Du vorhast, damit Du einfach das GEfühl hast, etwas getan zu haben, denn so ist Eure Beziehung stark gefährdet. Es ist die Frage, wie lange Du das auch noch mitmachen möchtest oder kannst. Alles Gute.


Antwort
von Gronkor, 16

Du könntest Dich mal bei einer entsprechenden Stelle beraten lassen. Gib einfach mal "Angehörige Psychisch Kranker" und den Namen der Gegend oder des Ortes, wo Du wohnst in die Suchmaschine ein, vielleicht noch mit dem Wort "Beratung". Da solltest Du Leute finden, die Dir helfen können, mit der Situation umzugehen.

Du kannst (und solltest) natürlich versuchen, Deine Freundin zu motivieren, sich behandeln zu lassen. Am Besten, Du tust das auf eine möglichst freundliche und verständnisvolle Weise. Sie leidet ja selbst am Meisten unter ihren Problemen.

Zwingen kannst Du sie allerdings zu nichts. Und es ist bei der ganzen Sache auch wichtig, dass Du Dich nicht selbst zu sehr belastest. Niemandem wäre damit gedient, wenn Du jetzt auch in eine Krise stürzt. Deshalb rate ich Dir zu einer Angehörigen-Gruppe bzw. Beratungsstelle.

Mit einem Psychologen / einer Psychologin über sie zu reden, würde ich jetzt nicht empfehlen. Ich glaube, da bist Du bei einer Angehörigenberatung wirklich besser aufgehoben - und die ist zudem kostenlos.

Antwort
von sternenmeer57, 21

Versuch es doch erstmal mit einer Paartherapie. Der Psychologe macht dann erst Sinn, wenn der Paartherapeut das auch so sieht.


Kommentar von frage11849 ,

hatte ich mir als Einstieg auch überlegt, aber ein Paartherapeut ist jetzt ja nicht unbedingt ein Spezialist für das andere Fachgebiet (zumal es ja nicht nur mich betrifft sondern das komplette soziale Umfeld). Zumindest wäre das aber die Möglichkeit nicht mit der Tür ins Haus zu fallen.

Kommentar von sternenmeer57 ,

Stimmt, er ist kein Spezialist, aber ihr habt dort auch Einzelgespräche.

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