Frage von ayloss, 146

Parkschaden: Meine Nachbarin gibt es erst zu und jetzt doch nicht mehr?

Hallo, also wie schon in der Frage gestellt: Meine Nachbarin hat vor ca. 4 Tagen (Samstagabend) mein vor der Garage parkendes Auto beim Rückwärtsparken in ihre eigene Garage gestriffen. Laut ihrer Aussage: Als sie merkte das sie etwas streift, ist sie direkt wieder vorgefahren anschließend ausgestiegen und nachgeschaut. danach hat sie ihr auto ganz normal eingeparkt und hat bei uns geklingelt. jedoch hat sie als erstes nur meinen vater zum auto gerufen.

gemeinsam haben sie das auto angeschaut und sie bot ihm dann an den schaden zu bezahlen, wir sollen uns einen kostenvoranschlag in der werkstatt holen.

hab ich natürlich direkt am montag dann gemacht. der KV beläuft sich auf 420 € (inkl. MwSt) - das auto muss lackiert werden eine polierung reicht nicht aus. den KV hab ich ihr vorgelegt und dann meinte sie das sie die versicherung benachrichtigen wird. ich hab am selben abend noch meiner versicherung den schaden gemeldet. die meinten dann ich soll bei der gegnerischen versicherung anrufen, was ich dann auch am nächsten tag von der werkstatt aus getan habe. die werkstatt sowie ich selber haben mit denen gesprochen und alles nützliche mitgeteilt. daraufhin haben die gesagt wir sollen den KV zusenden und bei so einem geringen betrag reicht das vollkommen aus und meinten auch das die schädigerin noch gar nicht angerufen hat. Naja Gesagt getan!

Der nachbarin daraufhin bescheid gegeben, dann meinte sie plötzlich das die versicherung bei ihr angerufen hat (Halbe stunde nach unserem anruf) und gesagt hätte: "so schnell ist die sache nicht erledigt mit einem KV, wir werden erst einen KfZ-Sachverständigen schicken, der beide autos anschauen wird. Kam mir etwas verwirrend vor, da die versicherung uns was ganz anderes sagte und ihr dann so etwas.

also nochmal in der werkstatt angerufen alles erzählt, die haben sich mit der versicherung in verbindung gesetzt und dann stellte sich heraus, das meine nachbarin den schaden nicht zugegeben hat und das sie der meinung ist dass sie nicht schuld an den größeren kratzern (die am stoßfänger unten sind) ist.

meine frage hierzu: wie soll ich jetzt fortfahren? auf was hab ich ein recht und ist es auch mein recht den von sachverständiger der Versicherung abzulehnen und einen eigenen zu beantragen? wie sieht ihr das? und wer trägt dann die kosten?

Ich denke mal das meine Nachbarin nur nicht möchte das die versicherung steigt.

Antwort
von peterobm, 69

Ich würde der Nachbarin schlicht mitteilen, dass du die Polizei rufst. Dann geht das an deine Versicherung. Zugegeben hat Sie es ja vor deinem Vater.

Kommentar von ayloss ,

Also meinst du, eine Anzeige bei der Polizei machen? und wie ist es mit diesem sachverständiger? ihre versicherung möchte bestimmt den eigenen hausinternen oder einen "Partner" aussuchen, der natürlich alles günstiger machen wird (sind ja so diese tricks von versicherungen).
kann ich einen eigenen sachverständiger beantragen?

danke übrigens für die schnelle antwort.

Kommentar von peterobm ,

Du must den nicht von der Vers. nehmen, es muss nur ein Unabhängiger sein. Zahlt ebenfalls ihre Haftpflicht.

Kommentar von Franz577 ,

Der Sachverständige kann dir im Grunde egal sein. Dieser stellt nur fest, wie der Schaden entstanden ist. Letztlich muß die gegnerische Versicherung das bezahlen, was die Werkstatt berechnet bzw. die Werkstatt rechnet direkt mit der gegnerischen Versicherung ab.

Kommentar von peterobm ,

Dieser stellt nur fest, wie der Schaden entstanden ist.

selten so ein Blödsinn gelesen; 

Dieser ermittelt die Schadenshöhe. Danach wird abgerechnet.

Kommentar von ayloss ,

d.h. auch wenn ein sachverständiger kommt sich das alles anschaut und dann quasi herausstellt wie es entstanden ist, muss die versicherung von ihr trotzdem die rechnung bezahlen? sie meint ja aber dass sie nicht "alles" von den kratzern verursacht hat sondern nur einen kleinen teil. ich weiß echt nicht mehr was ich der noch glauben soll und dumm bin ich ja auch nicht, ich weiß schon was an meinem auto vorher war und was nicht

Kommentar von Franz577 ,

Genau dafür ist eben ein Sachverständiger da, um festzustellen, welcher Schaden genau von ihr verursacht wurde und welcher ggf. nicht.

Klar gibt er auch eine Schätzung über die Reparaturkosten ab, aber daran ist die Werkstatt nicht gebunden.

Bezahlt werden muß von der Versicherung das, was es tatsächlich gekostet hat und nicht, was der Sachverständige schätzt.

Kommentar von peterobm ,

er schätzt nicht, ER hat ein spezielles Programm, das sagt schon annähern genau die Schadenshöhe aus. Verdeckte Schäden sind kein Problem.

Kommentar von ayloss ,

ok, das mit dem sachverständiger werde ich dann einfach so machen, dass ich einen eigenen verständigen werde, der das dann kontrolliert. alles folgliche danach wird sich ja dann soweit rausstellen, die kosten hierfür werd ich dann auch ihrer versicherung zukommen lassen. denke mal das ist mein gutes recht.

Kommentar von peterobm ,

der das dann kontrolliert. 

ob du nicht auf den Kosten sitzen bleibst?

Kommentar von ayloss ,

genau das ist es ja, ich will nicht auf den kosten sitzen bleiben. aber wie diese versicherungen ja so sind haben die da ihre tricks bzgl. sachverständiger etc. und wir haben halt schon von 2 vorherigen unfällen einen spezialisten, bei dem wir immer waren und den würde ich dann auch gerne beauftragen.

Kommentar von peterobm ,

man rede mit der gegn. Versicherung

Antwort
von Franz577, 84

Zwei Dinge, die ich nicht verstehe:

1. Warum hast du DEINER Versicherung den Schaden gemeldet?

Die hat damit doch gar nichts zu tun.

2. Woher wußtest du, wo deine Nachbarin versichert ist, sodass du dort anrufen konntest. Hat sie dir die Karte von ihrer Versicherung gegeben?

Und wenn deine Nachbarin nicht will, daß ihre Prämie steigt, dann soll sie den Schaden halt aus eigener Tasche bezahlen.

Wenn sie nun alles abstreitet, dann würde ich damit drohen, die Polizei einzuschalten. Alleine das wirkt oft schon.

Kommentar von peterobm ,

zu 1. Ein Fehler ist es nicht, auch die kann hilfreich eingreifen

zu 2. meinte sie das sie die versicherung benachrichtigen wird.

Kommentar von Franz577 ,

Ja, aber nur weil sie gesagt hat, daß sie das tun wird, weißt du ja immer noch nicht, wo sie versichert ist. Oder hat sie das auch erwähnt?

Kommentar von ayloss ,

zu 1. wir haben mit unserer versicherung vertraglich geregelt, alle schäden zu melden auch wenn wir nicht die schädiger sind. komisch ich weiß, aber das wurde eben so vereinbart und ich hab auch extra bzgl. paar fragen angerufen.

zu 2. meine nachbarin hat mir ihre versicherung genannt und auch die genehmigung erteilt wenn was sein sollte das kennzeichen und ihrem namen durchzugeben.

aus eigener tasche möchte sie eben nicht bezahlen, da es für die ja "zu hoch" ist. und deshalb wollte sie ihre versicherung anrufen und das so regeln hat es aber nach der aussage doch nicht gemacht, sodass eben meine werkstatt und ich dann den schaden gemeldet haben.

mit polizei hab ich schon gedroht, dann kam nur die aussage: "dann ruf halt die polizei, ich kenn sowieso den einen (aus unserer Stadt), der wird das dann regeln"

und vorallem sie lügt mich ständig nur an, zweimal stand ich vor ihr und zweimal hat sie es zugegeben und einmal auch vor meinem vater direkt nach dem unfall - aber ich erfahre halt im nachhinein von ihrer versicherung das sie es nicht zugibt.

Danke für die antwort

Kommentar von Franz577 ,

Ok, wenn das Drohen nichts nützt, dann würde ich tatsächlich die Polizei einschalten. Mit der Aussage, daß sie da jemanden kennt, will sie dich nur verunsichern.

Aber wenn du es machst, dann mach es bald.

Nicht daß sie inzwischen versucht, die Spuren an ihrem Auto zu beseitigen, sodass ihr nichts mehr nachzuweisen ist.

Wenn du das zusammen mit deinem Vater als Zeugen glaubwürdig schilderst, dann wird man der Sache nachgehen und dann könnte ihr Verhalten (wenn ich mich nicht täusche) evtl. auch als Unfallflucht gewertet werden. Und dann wird es richtig teuer für sie.

Durchgehen lassen würde ich ihr das auf jeden Fall nicht.

Kommentar von ayloss ,

ich habe ihr auch angeboten einen unfallbericht zu schreiben, den wir dann beide unterschreiben werden (meine mutter stand neben uns als zeugin). sie hat zugestimmt und gemeint das sie dann unterschreiben wird. soll ich das erst tun und dann die polizei einschalten? weil so langsam regt mich das echt auf und die versicherung von ihr meinte eben noch das sie sich melden werden, aber tut sich halt auch nichts. von dieser "unfallflucht" habe ich auch schon gelesen allerding bin ich mir nicht so sicher, ob das hierbei zählt da sie sich ja gemeldet hat direkt danach und nur halt 3 tage später es bei der versicherung nicht zugeben möchte.

Kommentar von Franz577 ,

Dann würde ich ihr das Messer auf die Brust setzen und konkret mit ihr vereinbaren, daß hier und jetzt dieser Unfallbericht verfasst und von ihr unterschrieben wird und mich nicht länger vertrösten lassen.

Und ja, eine Unfallflucht im klassischen Sinne ist es zwar nicht (vielleicht gibt es für dieses Delikt auch eine andere Bezeichnung), aber unterm Strich läuft es doch auf dasselbe raus, wenn sie einen Schaden verursacht, den sie dann abstreitet.

Damit hast du dasselbe Problem wie bei einer Unfallflucht.

Kommentar von ayloss ,

Vielen Dank, wirklich. Ich mach das jetzt einfach mal so, dass ich diesen Unfallbericht vorbereite, anschließend es mit ihr durchgehe und dann beide unterzeichnen (Natürlich trotzdem mit Zeugen). Sollten dann noch Konflikte sein, kann ich ja direkt die polizei rufen. wenn sie es ohne mucks und aber unterschreibt dann kann ich ja danach die polizei anrufen und es denen erzählen und mich beschweren. ich denke mal, dass dieser bericht der polizei dann auch für die versicherung hilfreich sein wird.

Kommentar von Franz577 ,

Falls du einen von ihr unterschriebenen Unfallbericht hast, dann brauchst du die Polizei ja nicht mehr, sondern kannst diesen der gegnerischen Versicherung vorlegen.

Die Polizei würde ich nur dann einschalten, wenn sie sich weiterhin weigert, es zuzugeben bzw. den Bericht zu unterschreiben.

Kommentar von ayloss ,

Ich vermute mal, dass sie trotz der Unterschrift auf dem Unfallbericht, sich weiterhin weigern wird es bei der versicherung zuzugeben - sie möchte ja nicht das die versicherung steigt und wiedersprichst sich tausend mal.

Ich hab den Bericht mal ausgefüllt mit einer Skizze, welche die fahrrichtungen usw einzeigt und die umgebung. mal sehen, wie sich sich verhalten wird - ansonsten benachrichtige ich die polizei, die sie ja sehr gut "kennt", welche sich ja im dienst trotzdem loyal verhalten muss und nicht auf einer seite steht.

Kommentar von Franz577 ,

Naja, also wenn sie das auch dann immer noch abstreitet, obwohl sie den Unfallbericht unterschrieben hat, dann hat sie denkbar schlechte Karten und wird vermutlich auch von ihrer Versicherung zur Rede gestellt werden.

Bleibt aber erst mal abzuwarten, ob du sie überhaupt dazu bringen kannst, diesen Bericht zu unterschreiben, denn da hab ich noch so meine Zweifel.

Aber falls doch, gib den Bericht im Original bloß nicht mehr aus der Hand, sondern behalte ihn für deine Unterlagen und lege anderen nur Kopien vor.

Falls du eine Rechtsschutzversicherung hast, kannst du auch einen Anwalt einschalten oder dich zumindest mal beraten lassen.

Kommentar von ayloss ,

Das wäre dann auch mein nächster Schritt gewesen, wenn noch weitere Probleme zustande kommen werden. Würde sich dann zwar durch die Beratung beim Anwalt, etc. in die Länge ziehen alles, aber ich denke damit wäre ich dann klar im Vorteil.

Bin mal gespannt, wie es weitergeht zumindest weiß ich jetzt so ungefähr wir ich vorgehen muss. Dankeschön :) werde berichten, sobald ich was neues weiß.

Kommentar von ayloss ,

eine Frage hätte ich noch, vielleicht kannst du mir ja da auch noch behilflich sein. ich habe aus dem internet einen Unfallbericht heruntergeladen und diesem ausgefüllt inkl. skizze.

jedoch steht ganz oben: "keine schuldanerkenntnis, sondern eine Wiedergabe des Unfallherganges zur schnelleren Schadenregulierung." siehe: http://www.kfz-auskunft.de/info/unfallbericht.html

was bedeutet das? da steht ja "Keine schuldanerkenntnis" ??

Kommentar von Franz577 ,

Naja, ich würde das mal so sehen, daß dieser Bericht im Falle eines Prozesses nicht gegen den Unfallgegner verwendet werden dürfte.

Wobei das schon irgendwie auch schwammig ist, denn wenn es in dem Bericht z.B. die Ankreuzmöglichkeit "beachtete Vorfahrtszeichen nicht" gibt und der Unfallgegner das unterschreibt, was soll das dann sonst sein, wenn nicht eine Schuldanerkenntnis?

Oder wenn Fahrzeug A zurücksetzt, während Fahrzeug B parkte, ist es auch mehr oder weniger dasselbe.

Denn wer mit einem fahrenden Fahrzeug ein stehendes bzw. parkendes Fahrzeug beschädigt, ist grundsätzlich immer schuld oder hat zumindest die Hauptschuld (z.B. bei einem verbotswidrig geparkten Fahrzeug).

Allerdings würde ich dir trotzdem empfehlen, dich mal von einem Fachanwalt für Verkehrsrecht beraten zu lassen.

Und soweit ich weiß, braucht man da als Geschädigter nicht mal eine Rechtsschutz, da die Anwaltskosten auch die gegnerische Versicherung übernehmen muß.

Denn einer früheren Freundin von mir ist auch mal einer ins parkende Auto gefahren, es gab etwas Schwierigkeiten und sie ging zu einem Anwalt, weil sie auch Rechtsschutz hatte. Der Anwalt aber meinte, das wäre ein grundsätzlicher Irrtum, daß man in solchen Fällen eine Rechtsschutz bräuchte, damit keine Kosten entstehen. Denn als Geschädigter hat man immer Anspruch auf eine Rechtsberatung bzw. darauf, bei Streitigkeiten einen Anwalt einzuschalten, den dann die gegnerische Versicherung auch noch bezahlen müßte.

Aber trotzdem, informiere dich einfach mal. Viel Erfolg!

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