Parkinson mit Amphetamin behandeln?

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3 Antworten

Moin,

ja, tatsächlich wurden verschiedene Amphetamine etwa zur Zeit des 2. Weltkriegs u.a. zur Parkinsontherapie verwendet, allgemein wurden viele Erkrankungen als Indikation für die Verabreichung von Amphetaminen gesehen. Dies sank erst, als das massive Abhängigkeitspotential der Amphetamine in den Vordergrund trat.

Zu dieser Zeit und auch davor wurden allgemein viele Wirkstoffe, die heutzutage unter das BtMG fallen und als nicht verkehrsfähig gelten, als Medikamente mit großzügiger Indikationsstellung ausgegeben. Darunter z.B. Kokain als Lokalanästhetikum oder Heroin als Hustenblocker bzw. Schmerzmittel.

Amphetamin als Parkinsonmedikation zu verwenden ist jedoch ähnlich wenig zielgerichtet wie das Beispiel vom Heroin als Antitussivum, da es, im Gegensatz zu L-DOPA, ebenfalls zu einem massiven Anstieg anderer Katecholaminkonzentrationen führt, darunter Adrenalin und Noradrenalin. Dauerhaft erhöhte Spiegel dieser Neurotransmitter und Neurohormone stellen ihrerseits ebenfalls große Risiken für die Gesundheit dar, sodass eine Amphetamin-Therapie, von ihrem Suchtpotential abgesehen, einer Wahl zwischen Pest und Cholera gleichen könnte.

Habe ich deine Frage soweit einigermaßen beantworten können?

Gruß

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Kommentar von alihmn
09.12.2015, 15:08

Ja, dass es im zweiten Weltkrieg tatsächlich eingesetzt wurde finde ich sehr interessant. Danke für die ausführliche Antwort :)

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Moin,

Kann mir nicht vorstellen das das außer vielleicht einer sehr kurzweiligen "Verbesserung" etwas bringt, da das chemische Gleichgewicht im Gehirn dadurch ja nur noch mehr durcheinander Gerät und der Mangel an Dopamin durch das "Verschleudern" bei der Amphetamin-Kur eher gefördert werden dürfte. Kann das aber leider nicht mit Quellen belegen. 

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Ganz bestimmt nicht, da ist L-Dopa vielmehr angesagt.

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Kommentar von Chillersun03
09.12.2015, 16:27

Natürlich ist mir klar dass die Nebenwirkungen von Amphetaminen zu gravierend wären [...]

Die Argumentation vom Fragesteller ist völlig richtig.

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