Frage von Rick385, 1.512

Habe die "Schweigeminute" zum jüngsten Vorfall in Paris abgelehnt. Ist das respektlos?

Hallo Leute,

heute wurde in der Schule eine Schweigeminute bezüglich der Ereignisse in Paris gehalten. 

In einer Diskussion meinte ich dann: "Ich fühle mich nicht dazu verpflichtet eine Schweigeminute zu halten." 

Darauf hin kam ein Shitstorm auf mich zu. 

  • Was ist eure Meinung? 
  • Muss ich eine "gezwungene" Schweigeminute halten?
  • Warum ist es respektlos wenn man diese nicht "einhält"?

Ich habe kein Bezug zu dem Ereignis und fühle kein Mitleid, obwohl es schlimm ist, was dort passiert ist. 

Doch würde ich Mitleid für all die schlimmen Dinge haben, die heutzutage passieren, müsste ich 24/7 Mitleid empfinden.

Danke

Expertenantwort
von rotesand, Community-Experte für Kleidung, Auto, Mode, Schule, 1.512

Hallo!

Ich kann dich gut verstehen & halte es so wie du --------------> eine "gezwungene" Trauer/Solidarität hat für mich persönlich sehr viel mit Falschheit & Aufgesetztheit zu tun bzw. ich spreche dann stets von "geheuchelter Trauer", die man nur vorgibt zu haben.. und das finde ich absolut verwerflich!

Ich finde es zwar sehr "mutig" von dir, die Schweigeminute öffentlich bzw. in der Klassengemeinschaft abzulehnen aber andererseits vollkommen richtig. Du hast korrekt argumentiert, mir würde es genauso gehen ----------> ich stimme dir vollkommen zu!

Die anderen mögen deien Ansicht kapieren oder auch nicht.. Es spricht jedenfalls eher für dich dass du zu deinen Gedanken stehst & bereit bist diese zu vertreten bzw. sachlich zu begründen!

Weiter so ----------> leiste dir den "Luxus" einer eigenen Meinung!

Kommentar von Danniekob ,

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Antwort
von Kajjo, 1.120
  • Ich kann durchaus nachvollziehen, dass man aufgezwungene Solidarität als Heuchelei empfindet, wenn man gefühlsmäßig nicht selbst betroffen ist. Gefühle kann man nicht steuern und wenn du nicht viel fühlst, so ist das zu akzeptieren. Ich kann auch nicht glauben, dass wirklich alle so tief betroffen sind, wie sie nach außen tun.
  • Gleichwohl stehst du schon in der moralischen Pflicht, diejenigen nicht zu stören, die diese Solidarität zeigen möchten. Du bist einfach Teil einer Gemeinschaft, hier der Klasse oder gar Schule, und das bedingt einfach, dass man manchmal Dinge tolerieren muss, die die Mehrheit will. So funktioniert menschliche Gesellschaft und auch Demokratie.
  • Du musst nichts heucheln, du musst nichts vorspielen, aber du musst schweigen und höflich sein und zumindest die anderen gewähren lassen. Denk dir dabei, was du willst, aber benimm dich sozial-adäquat. Es ist dir ja nicht zum Schaden, die Gefühle anderer zu respektieren und auf die Rücksicht zu nehmen.
  • Im übrigen ist die Schweigeminute vorrangig Ausdruck der Solidarität -- wir sind alle in der gleichen Schusslinie und die westliche Welt muss diesen Kampf gemeinsam und Seite an Seite führen. Sieh nicht nur das Gefühlsgedusel der Gutmenschen, sondern sieh die enorme Tragweite des Terrorismus als Bedrohung unserer westlichen Werteordnung.
Kommentar von ZuumZuum ,

Einzundertprozentig meine Meinung. Diese Antwort hätte einen Diamanten verdient wenn es das denn hier gäbe.

Antwort
von HelftMir123, 691

Du musst gar nichts, eigene Meinung ist schließlich nicht strafbar. Du hast weder die Schweigeminute der anderen gestört (ich zumindest entnehme dem Text, die Diskussion fand danach statt) noch gesagt, alle die mitmachen, wären blöd oder sonst was. Du hast lediglich gesagt, du (und kein anderer) fühlst dich nicht dazu verpflichtet, und das ist vollkommen ok. Es ist deine Auffassung des Ganzen. 

Du hast recht, es geschieht so viel (zu viel) schlimmes, täglich sterben tausende Menschen, und in den meisten Fällen geht es den Menschen sonst wo vorbei. Und hier wird man fast schon  verstoßen, nur weil man sein Profilbild nicht in den Länderfarben färbt oder zum Kollegtivschweigen erscheint. Dass Trauer und Bedauern ebenso verschieden ist wie der Mensch selbst sollte eigentlich klar sein. Du findest die Geschehnisse ebenso schlimm wie andere Menschen, nur drückst du das eben anders aus. 

Wer zur Schweigeminute gehen will, kann da doch hingehen. Aber wer nicht möchte, sollte auch nicht dazu verpflichtet / gezwungen werden. Dann geht man die eine Minute halt woanders hin, so lange man die Teilnehmer nicht stört. So etwas kann die verschiedenste Gründe haben  - vielleicht möchte jemand auch einfach für sich selbst im Privaten trauern...

 

Antwort
von howelljenkins, 688

es ist nicht respektlos, weil du nichts fuer die opfer empfindest, es ist nur respektlos als verweigerung einer unaufwaendigen gemeinschaftlichen geste, die fuer manche vielleicht bedeutsam ist.

das ist ungefaehr so, als ob du bei einer familie zu gast bist, die vor dem essen ein tischgebet spricht, was du selbst nicht tust, und du dann anstatt einfach eine minute still zu sitzen und zu warten, bis die anderen fertig sind, direkt mit dem essen anfingest.

es kostet dich nichts, eine minute zu schweigen. es wird keine "aktion" von dir erwartet, bloss eine minute innehalten. ich finde, dass man sich keinen zacken aus der krone bricht, wenn man da auch unueberzeugt mitmacht.

Expertenantwort
von DieChemikerin, Community-Experte für Schule, 811

Hi,

erstmal kann ich deine Meinung voll und ganz nachvollziehen. Ja, es ist passiert! Aber es passiert genug Schlimmes auf dieser Welt! Dinge, die vielleicht schlimmer sind als dieses Attentat und auf die man gar nicht achtet. Mich wundert es ehrlich gesagt etwas, dass wir nur bei Paris so loyal sind. Wäre das irgendwo im Libanon oder so passiert, wäre nichts Derartiges geschehen. DAS ist das, was ich traurig finde und weshalb ich es nicht einsehe, eine solche Schweigeminute zu machen.

Bevor hier Tausende von Hatern kommen und mir sagen wollen, ich sei herzlos: Gut, eure Meinung. Aber: Es ist doch genau, wie der Fragesteller sagt! Natürlich ist es schrecklich, was dort geschehen ist, v.a. für die Angehörigen und so. Aber wir müssen weiterleben und nach vorn sehen! Es betrifft uns so gut wie nicht! Außerdem rennt die IS überall rum...

Es bringt doch nichts, dem Attentat so hinterher zu trauern. Man sollte mal lieber dafür sorgen, andere Dinge geregelt zu kriegen und nicht so lange an einer Tat festzuhalten. Attentate passieren täglich. Überall. Warum wird nur bei Paris so einen Terz gemacht? Wenn, dann ganz. Oder gar nicht.

Warum werden wir zur Solidarität gegenüber Paris gezwungen? Es gibt durchaus Länder, bei denen das angebrachter wäre, denke ich mal. PLÖTZLICH sind alle nach dem Motto "Oh mein Gott, ich habe so Angst" etc. - und schenken ihre Solidarität nur Frankreich. In meinen Augen ist das auch viel unnötiges Gehetze. Aber verdienen Leute in anderen Ländern, nur, weil sie uns nicht so nah stehen, weniger Respekt und Solidarität?

Vielen wird es wohl genau wie dir gehen, vermutlich aber sind sie zu feige, ihre Meinung zu bringen - selbst, wenn sie passende Argumente hätten. Oft passiert es nämlich, dass eben so etwas wie in deiner Klasse geschieht. Ich finde es toll, dass du dich so etwas traust! Hut ab :)

Tut mir leid, falls ich irgendwen provoziert haben sollte, allerdings herrscht in Deutschland Meinungsfreiheit. ;)

LG ShD

Antwort
von Phantom15, 678

In einer Diskussion meinte ich dann: "Ich fühle mich nicht dazu verpflichtet eine Schweigeminute zu halten." Darauf hin kam ein Shitstorm auf mich zu.  War klar. Einer macht nicht mit und ist der böse. Abgesehen davon das Du nicht dazu verpflichtet bist finde ich deine Haltung auch nicht kalt, oder unmenschlich. Da müssten jeden Tag Schweigeminuten abgehalten werden, bei dem Mist der auf der Welt passiert. Ich erinnere mich das es mal einen Film gab, bzw. noch gibt. Er heißt >die Welle<. ....In der Geschichte gibt es kaum ein Land was noch nicht miteinander Konflikte hatte, oder gar Krieg. Man muss sich nur die Weltgeschichte anschauen. Klar, was jetzt Paris betrifft, bzw. Frankreich, da trifft es wie immer die Unschuldigen, die frühere Kriege nicht veranlasst haben. Die Ursachen für Attentat, Amokläufe liegen viel tiefer in der Geschichte als man glaubt.

Antwort
von catchan, 499

1. Trauer ist was persönliches und kann nicht erzwungen werden.Von daher ist es absurd so etwas von oben herab zu verordnen. Ich würde mich schon alleine an der Formulierung du musst stören. Und im Zusammenhang mit Paris gibt es jede Menge du mussts. 

2. Solidarität... Was soll man damit bewirken? Ein anderer User sagte schon richtig, dass es die Opfer nicht wieder lebendig macht. Sie bewirkt auch nicht, dass die Verletzten schneller und besser genesen. Sie ersetzt auch nicht eine tröstende Umarmung derer, die einen geliebten Menschen verloren haben. Fakt ist: Man hat nichts davon.

3. Es ist nicht respektlos an verordneter Trauer nicht teilzunehmen. Dieser Massenhype hat in meinen Augen etwas heuchlerisches. Was ist nach der Schweigeminute? Lachen und scherzen wir wieder alle miteinander? Respektlos wäre es gewesen, wenn du verhindert hättest, dass die anderen an der Schweigeminute hätten teilnehmen können. Du hättest dich auch respektlos über die Opfer äußern können. Hast du aber alles nicht, soweit ich das richtig gelesen habe.

4. Hast du vollkommen Recht, wenn du sagst, du müsstet 24/7 lang Mitleid empfinden, wann immer ein Mensch ein anderes Menschenleben auslöscht. Das passiert ständig... rund um die Uhr. Nur so kann der Mensch nicht überleben.

Wobei... Was meinst du mit Shitstorm? War es eine Diskussion oder wurdest du tatsächlich nieder gemacht? Das jemand anders dich mit sachlichen Argumenten versucht zu überzeugen, das ist legitim. Ich habe zwar noch keine Argumente gehört, die mich diese Massensolidarität hätte verstehen lassen oder selbst so zu fühlen. 

Aber respektlos warst du sicherlich nicht, nur ehrlich. Eine Ehrlichkeit, die ich persönlich erfrischend finde. 

Kommentar von Gabel1953 ,

DH! :-)

Kommentar von catchan ,

danke.

Antwort
von PowerOFLove, 107

Du entscheidest selbst, was Du für richtig hältst oder nicht.
Dafür trägst Du aber auch die Konsequenzen.
Es gehört Einfühlungsvermögen dazu, sich in die Lager Anderer zu versetzen. Wenn Dir dieses Einfühlungsvermögen nicht gegeben ist, wirst Du natürlich anders entscheiden, als diejenigen die Dich dann mit einem Shitstorm überziehen. Diese Menschen haben sich besser in die Situation der Betroffenen versetzen können als Du. Sie hat das Geschehen einfach stärker berührt. Ich habe sogar vor dem PC gesessen und tränen vergossen.
Du hast auch völlig Recht, dass es so viele schlimme Dinge in der Welt gibt, das man eigentlich 24 Stunden Täglich Betroffenheit zeigen könnte.
Ob man das macht oder ob man die Realität in der Weise dann verdrängt und nichts von den schlimmen Dingen in der Welt an sich heranlassen sollte, kann und muss jeder für sich entscheiden.
Man könnte den Lebensmut verlieren, wenn einem dieses Böse auf der Welt extrem zu schaffen macht. Hier ist jeder Mensch anders. Menschen die kein Mitgefühl zeigen oder empfinden haben einen Vorteil, denn sie Leben ohne dass diese Dinge einen großen Einfluss auf ihr Leben nehmen.
Andere Menschen, die offener sind für Gefühle, leiden mehr und manche versuchen gar die Welt zu einem schöneren und lebenswerteren Ort zu machen.
Von diesen Menschen braucht die Welt deutlich mehr! Menschen die mitfühlen und die sehen wie schlecht es unserer Welt geht und die daran etwas ändern möchten.
Es wird aber immer die vielen unterschiedlichen Nuancen der Menschen geben, wenn sie dann aufeinander treffen wird es immer Kritik hageln.

Antwort
von lllyx, 799

Während einer Schweigeminute sollte man sich ruhig und schweigend verhalten, einfach aufgrund der Höflichkeit und des Respektes. Solange du während dessen nicht rumgealbert hast oder geredet hast, warst du definitiv nicht respektlos. Besonders in Deutschland ist es jeder seinem eigenen überlassen, wie man seine Trauer zeigt. In den typischen Kriegsländern sterben alle 2 Minuten Menschen, doch niemand macht dann eine Schweigeminute. Würde man höflicherweise nach jedem tragischen Tod eine Schweigeminute machen, währe es auf der Erde so still, wie auf dem Mars.

Antwort
von zahlenguide, 45

300 Millionen Menschen sterben jedes Jahr durch Ernährungsbedingte Krankheiten und 50 000 Menschen sterben jedes Jahr durch Hunger (davon 36 000 Kinder). Dazu kommen Menschen, die Selbstmord begehen (2. Höchster Todesgrund bei westlichen Männern) und ungezählte Menschen, die durch Kriege sterben (2/3 davon sind wieder Kinder) und die an Depressionen leiden. Dazu sterben jedes Jahr allein in Deutschland durchschnittlich 16 800 Menschen durch Autounfälle unter Drogeneinfluss und noch mehr durch Ärztepfusch. Unsere Feuerwehr und unsere Polizei sind immer überfordert und unser Schulsystem, unser Gesundheitssystem und unser Rentensystem verdienen diese Namen nicht. Dazu kommt Arbeitslosigkeit und Umweltverschmutzung. - Wir haben wirklich größere Sorgen als, ob ich jetzt gemeinschaftlich Mittrauer oder nicht. 

Denn wenn ich auch den ganzen Tag trauer, wird das die Welt nicht besser machen. Also sucht Euch einen Bereich, in dem Ihr glaubt die Welt ein bisschen besser machen zu können. Ich setze mich seit zwei Jahren für Kinder und Jugendliche mit Depressionen ein und Ihr könnt Euch nicht vorstellen wieviel Kraft man in seinem Leben bekommt, wenn man sich um andere kümmert. Probiert es einfach mal aus bei einem Projekt, das Euch gefallen würde. Und esst endlich gesund - und nicht Dosenfutter (auch nicht Gemüse aus der Dose), kein Zucker, nur stilles Wasser, Gemüse, Gemüse, Gemüse und zum Frühstück Obst statt Brötchen oder Müsli. Esst internationaler (aus Spezialitätenläden - z.B. sind Kokosnüsse und Quinoa sehr gesund) und gebt mal 30 Euro mehr aus für Essen. Ihr habt jetzt Euer ganzes Leben im Supermarkt gekauft, wird mal Zeit, dass Ihr was anderes ausprobiert. Euer Körper wird es Euch danken.

Antwort
von JackTheTrickser, 814

Ich finde es OK die Schweigeminute zu boykottieren. Keiner kann Dich zu sowas zwingen.

Laut dem in London ansässigen Institut für Wirtschaft und Frieden kamen im vergangenen Jahr über 32.650 Menschen durch Terroranschläge ums Leben.
Allein die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) und die in Westafrika operierende Boko Haram seien für gut die Hälfte der Opfer verantwortlich. Am weitaus meisten vom Terror betroffen sind die Länder Afghanistan, Irak, Nigeria sowie Pakistan und Syrien, heißt es im sogenannten Globalen Terrorismus-Index.

Da müsstest Du also sehr oft, beinahe jeden Tag ne Schweigeminute halten.

Antwort
von rainbow0303, 130

Also ich habe eine Schweigeminute gehalten, weil ich es auch richtig so finde. Klar du hast recht, wenn man für all die schlimmen dinge, die heutzutage passieren, eine schweigeminute halten müsste dann wären das echt viele. aber weißt du wie nah frankreich bei deutschland liegt?! das könnte genauso bei uns passieren und dann wärst du froh wenn viele leute eine schweigeminute für einen deiner verstorbenen verwandten hielten. versetz dich mal in die lage der leute, wessen bekannte etc. an diesem terrorismus verstorben sind. ich finde es nicht respektlos, dass du diese schweigeminute nicht gehalten hast aber es wäre RESPEKTVOLL gewesen wenn du es gemacht hättest

Antwort
von HirnvomHimmel, 376

Ich würde mich auch daran stören.

Die von oben angeordnete Trauer ist sehr selektiv. Je spektakulärer und je näher an Deutschland ein Ereignis mit Todesfolge ist, desto größer ist die Chance auf eine Schweigeminute.

P.S. Wähend Du diesen Text gelesen hast, sind auf der Welt ca. 20 Kinder an Hunger oder mangelnder medizinischer Versorgung gestorben.

Antwort
von OrangeTree, 538

Ich persönlich würde das schon als respektlos empfinden, ja. Allerdings habe ich auch irgendwo Verständnis dafür. Dass solche Anschläge in anderen Ländern täglich passieren mag ein Fakt sein, aber normalerweise hat man im Leben noch anderes zu tun als zu trauern. Dass man "erst" dann trauert, wenn etwas in der eigenen Nähe passiert, empfinde ich keinesfalls als verwerflich, auch wenn man es so auffassen könnte. Zusätzlich hat man zu jedem Land eine Art eigene Beziehung, beispielsweise steht Paris mir selbst näher, da ich mich oft in dieser Stadt aufgehalten habe, als Syrien oder Afghanistan. Und nein, ich möchte damit nicht sagen, dass Menschen in Paris mehr wert sind als in anderen Ländern, mit denen ich mich weniger verbunden fühle. Terror bleibt Terror und darf unabhängig vom Ort nicht toleriert werden.

Antwort
von piepmatz333, 966

Hallo Ricky 385, ich finde auch, dass in einem Land, in dem angeblich Meinungsfreiheitt herrschen soll, in letzter Zeit den Bürgern sehr viele Meinungen, die sie haben müssen, vorgeschrieben werden. Früher waren Zeitungen objektive Berichterstatter. Heute liefern sie die Meinung, die jeder haben muss, gleich immer mit dazu. In der Schule meines Neffen war auch eine Schweigeminute vorgeschrieben, sogar mit Kleidervorschrift (schwarze Kleidung, die ziehen viele nicht mal bei der Beerdingung ihrer eigenen Oma an.) Auf die Frage meines Neffen, warum man nicht auch mal für die armen anderen Kriegsopfer, die es überall täglich gibt, weil wieder einige glauben, sie müssten Kriege gegen irgendjemanden führen, reagierte der Lehrer ziemlich unwirsch... Ich finde, gerade in weiterführenden Schulen sollte man auch mal seine Meinung sagen dürfen und es sollte Raum für kritische Diskussionen sein. Man hat in letzter Zeit den Eindruck, dass die Meinungs- und Prssefreiheit immer mehr abgeschafft worden ist. Zum Glück gibt es das Internet, der einzige Ort, wo Meinungen noch halbwegs ehrlich und unmanipuliert sein dürfen, auch wenn einen selbst da manchmal die Zensur ereilt... Natürlch ist das, was in Paris geschehen ist, sehr schrecklich, vor allem, weil man sich nun nicht mehr einreden kann, es betrifft einen nicht. Der Terrorismus kann nun jeden Bürger im normalen Alltag treffen..Aber deshalb ein Zwang zu einer Handlung, die eigentlich aus dem Herzen kommen soll, das halte ich für sehr fragwürdig.

Kommentar von Akka2323 ,

Und warum kommt bei Dir und Deinem Neffen bei diesem Attentat nichts von Herzen? Ist es Euch egal?

Kommentar von Pestilenz ,

Das klingt so anklagend. 

Ja akka, mir ist es ziemlich egal, Sorry. Schlimm, schrecklich für die betroffenen...aber es berührt mich nicht. Germanwings hat mich auch nicht berührt. 

Aber mir wurde hier schon öfters gesagt das ich emphatielos bin.

Bin ich ketzt ein schlechterer mensch ? ^^

Kommentar von eleteroj ,

seh ich auch so. Dieses ganze durchritualisierte kollektive Betroffenheitstheater ist ein ekliger Ersatz für verantwortungsbewusstes, konsequentes Krisenmanagement. Leider werden wir von einer politischen Negativauswahl regiert, die demonstrativ und hyperaktiv "nichts tut. Weiter so wie bisher mit Tempo 100 in den Abgrund". Als Deutscher kann man eigentlich nur noch neidvoll zu unseren polnischen, ungarischen oder slowakischen Nachbarn mit ihren verantwortungsvollen Regierungen sehen.

Antwort
von bbjosefine, 210

Hallo ich habe bisher nur gelesn das alle fanden das es O.K. ist das du keine SChweigeminute halten wolltest, ich teile diese Meinung nicht, denn es ist respektlos den Leuten gegenüber die diese aber halten wollten, und die Möglichkeit dazu bekommen haben- eine Minute den Mund zu halten wird doch mal in Ordnung gehen können.

Wenn man es nicht will, geht man raus oder aufs Klo und aäußert seine Meinung hinterher meinetwegen,- ich kann mir gut vorstellen das der Shitstom gewaltig war, das finde ich auch ätzend so einen Gruppendruck bei solchen Themen aufzubauen- es ist auch unnötig und kontraproduktiv- aber man sollte eben nicht auf Kosten von Gefühlen anderer die eben da mehr Anteilnahme haben oder sie haben wollen- dann fröhliche Diskussionsrunden anstacheln- das ist ähnlicher Shitstorm.

Beides nervt. So wie meine Antwort bestimmt auch.

Antwort
von Ruff1, 127

Naja, also es ist respektvoll da mitzumachen. Doch das ist wie das wählen, du musst nicht einen Präsident oder Kanzler wählen ist freiwillig wäre aber nett

Antwort
von Gabel1953, 266

Wenn schon Schweigeminuten für Terroropfer, dann bitteschön auch für die russischen Fluggäste des explodierten Flugzeugs.Es ist nachgewiesen, dass eine Bombe im Flugzeug war.
Hier trauern die Russen ganz alleine.
Ansonsten unterschreibe ich die Antwort von Catchan.

Antwort
von TheAsder, 177

Klar, es kann nicht für jeden Vorfall eine Schweigeminute geben. Und ich bin auch der Meinung das es unfair ist, wenn man bei Paris trauert, Syrien aber egal ist. Klar, Frankreich ist direkt neben an aber dafür sind nicht mehr leute umgekommen als in Syrien in der letzten Woche. 

Du musst dnicht der selben Meinung sein wie alle anderen, dennoch solltest du, einfach aus Respekt vor der Meinung anderer, die anderen trauern lassen ,wenn sie das so wollen. Ich hoffe mal du hast das nicht mitten in den Sall gebrüllt und nur im Nachhinein erwähnt? :)

Antwort
von Sloterking, 220

Ich finde das vollkommen in Ordnung was du getan hast . Ich habe auch nicht getrauert warum auch ? Ich werde mich auch nicht an Schweigeminuten beteiligen.  Wozu um Solidarität zu zeigen ? Sölidarität mit wem ? Ich kenne keinen einzigen von den Leuten ? Dann sollte man drüber nachdenken warum gerade in Frankreich ? Wie konnte es passieren?  Der Staat wusste Bescheid schon Monate vorher ! Wer ist also Schuld daß es passieren konnte ? Natürlich ist es schrecklich was da passiert ist . Aber es hätte verhindert werden können ! Der französische Staat hat auf voller Länge versagt ! Was machen die französischen Soldaten da drüben ? Dasselbe nur mit dem Okay der UN ! Das sich das rächt ist doch ganz klar . Wenn wir ,wie unseren "tollen" Politiker es vorhaben , Flugzeuge und anderes Kriegsmaterial darunter schicken wird dasselbe bei uns auch kommen . Na mal sehen wieviele Franzosen dann Schweigeminuten einlegen .

Sloterking 

Antwort
von fussball1986, 167

Das sehe ich genauso. Nur weil das Ereignis unser Nachbarland betrifft, sollte man nicht aus den Augen verlieren, dass in anderen Ländern tagtäglich Hunderte Menschen sterben, gefoltert werden, verhungern. 

Warum sollte "Paris" eine Sonderstellung einnehmen?

Antwort
von LGTipps, 91

Nein, sondern konsequent.

Grundsätzlich finde ich dem Anlass entsprechende Schweige-/Gedenkminuten sinnvoll. Weiterhin ist es auf keinen Fall akzeptabel diese für andere zu sabotieren (normativ wie auch ethisch & logisch).

Allerdings: wenn jemand eine Schweigeminute für sich ablehnt und dafür auch noch gute Gründe hat (z.B. das Ignorieren uns nicht direkt betreffender Geschehnisse; konkret zu Paris (dh. am gleichen Wochenende): Erdbeben in Japan, vergelcihbare Terroranschläge im Libanon/Jemen), ist auch dies zu akzeptieren und im besten Fall in einer sachlichen Diskussion zum Wohle aller zu lösen.

Allgemein empfiehlt es sich einfach mitzuschweigen, wenn man die Gründe tragen kann (und das sollte bei jedem normal-empathischen Menschen und bei über 100 Terroropfern der Fall sein); damit wird jeder potentielle Konflikt vermieden ohne dass man die eigenen moralischen Ansichten verletzt.

Antwort
von Wummel1975, 314

Schau mal, "damals" gab es zum Absturz dieser Germanwings-Maschine einen Beitrag, den ich sehr treffend fand, was die neue Betroffenheitswelle angeht. Vielleicht interessiert er Dich,oder vielleicht kennst Du ihn ja schon.

https://nachdenkraum.wordpress.com/tag/betroffenheit/

Kommentar von Sloterking ,

Haben die Franzosen für die 150 Menschen die bei dem Absturz ums Leben kamen auch eine Schweigeminute eingelegt ? Ich denke mal jeder solles so machen wie er will , darf aber die anderen nicht stören . Aber ich finde das das mit der Schweigeminute übertrieben ist . Wer von euch kannte jemand von den Opfern ? Ich halte es für heuchlerisch und falsch . Falsch aus dem Grund das in Frankreich keinen interessiert hätte wenn dasselbe Attentat bei uns geschehen wäre ganz im Gegenteil unseren französichen Nachbarn würden das einen feuchten Furz interessieren .Wenn ich eine Schweigeminute einlegen würde dann für Kinder in Drittländern die wegen der Gier und Unfähigkeit der reichen Ausbeuter verhungern müssen . 

Sloterking 

Antwort
von LittleKitty4, 222

Ich stehe vollkommen hinter deiner Meinung und konnte diese Schweigeminute auch nicht verstehen. Anders als du, habe ich nichts gesagt und stand einfach dumm da und dachte mir 'Schön dass wir jetzt eine Minute lang rumstehen. Das wird die Sache auch nicht ungeschehen machen.' Wir könnten tagtäglich Schweigeminuten für irgendetwas abhalten.

Antwort
von diePest, 169

Es ist in meinen Augen ok die Schweigeminuten nicht zu machen .. allerdings solltest Du dann auch keine anderen Personen stören, die sie gerne einhalten möchten. Geh aufs Klo und halte Selbstgespräche, oder so. 

Antwort
von Naajed, 23

Hallo,

dass sehe ich absolut genauso . Wir hatten die Schweigeminute am offiziellen Tag, wo sie abgehalten werden sollte um 12 Uhr . Was ich gut fand , unsere Mathematiklehrerin war das auch ehr egal , sie legt auch nicht so Wert auf Gefühle denke ich .

- Finde ich in Ordnung, man muss keine Schweigeminute halten und die Toten bringt es auch nicht zurück 

- Nein , wenn ich dazu gezwungen werden würde , würde ich diese einfach ablehnen 

- Das ist nicht respektlos, dass ist nur eine eigene Einstellung .

Da hast Du Recht , dieses prayforparis ist auch dämlich, dass bringt gar nichts .

Antwort
von NamenloserKerl, 377

Ich gebe dir 100% Recht.

Leider werden aber keine Schweigeminuten für andere Dinge gehalten, wie zum Beispiel für das russische Flugzeug.

Es passieren anderswo viel schlimmere Dinge, ich musste in der Schule auch eine Schweigeminute machen aber habe aus "Widerstand" geredet.

Ich fühlte da auch kein Mitleid, ich fühlte da eher Wut da man ausgerechnet dafür eine Schweigeminute hinlegen muss aber für andere Dinge, Dinge die 2000x schlimmer muss man nichts.


Kommentar von TurkishGirl0411 ,

Nicht nur das russische flugzeug





GERMANWINGS🤔


Antwort
von Goodnight, 265

Ja natürlich ist das Respektlos. Eine Schweigeminute ist eine Gedenkminute. Es ist also eine Minute zum Nachdenken. Niemand zwingt dich zum Trauern, du kannst denken was du willst. Eine Minute den Mund zu halten und mal zu denken hat noch niemandem geschadet und verstösst gegen keinerlei Regeln oder Persönlichkeitsrechte.

Kommentar von LGTipps ,

Nur weil etwas gegen keinerlei "Regeln oder Persönlichkeitsrechte" verstößt, ist es noch lange nicht respektlos, diesem keine Folge zu leisten. Mit einer normativen Argumentationsweise kommt man bei diesem Thema (sowie allgemein ^^) kaum weiter- siehe dazu meinen Kommentar  https://www.gutefrage.net/frage/paris-schweigeminute-abgelehnt--respektlos?found... .... :)

Kommentar von Goodnight ,

Text nicht verstanden, aber kritisieren...

Kommentar von Spock1701 ,

Du solltest zuerst nachdenken, wer für die Tausenden Opfer in Syrien eine ''Trauerminute'' übrig hat, dann reden wir über Respekt.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort
von rainerpb, 461

Das ist das Phänomen der Masse....! Ich finde es mutig von dir,zu dem zu stehen,was Du denkst,was natürlich schwieriger ist,weil und das zeigen deinen Zeilen,Du dir ja durchaus Gedanken zu den Geschehnissen gemacht hast. Ehrlich gesagt: Ich finde solche Aktionen auch mehr als fraglich und beteilige mich ebenfalls nicht daran. Wem hilft es...? Niemandem! Womit erklärt man sich solidarisch...mit den Opfern? Die sind bedauerlicherweise ums Leben gekommen!!! Es ist schnell gesagt,daß man sich solidarisch erklärt,ja sehr schnell...nur was heißt denn Solidarität ? Ich frage mich,ob auch nur einer von all denen bereit wären,die jetzt von dieser Solidarität sprechen,ihr Leben für auch nur eines der Getöteten herzugeben...? Vermutlich nicht!! Wenn es drauf an kommt,ist sich meist jeder selbst der nächste...!! Leider. Wenn man sich mit der deutschen Gecshichte des letzten Jahrhunderts auskennt,finden sich genügend beispiele ,wo Menschen zugesehen haben,wie andere ,unschuldige Menschen hier in Deutschland aus ihren Häusern gezerrt und ermordet wurden. Da war keine Solidarität,da war nur Angst!! Wir können nur hoffen ,daß Ereignisse wie die jetzt aktuell in Frankreich sich nicht wiederholen. 


Kommentar von i8Sn0wZ ,

mir hats gefallen

Kommentar von i8Sn0wZ ,

gerne mehr Texte rain...

Kommentar von rainerpb ,

ganz aktuell und passend zum Thema: das Fußballänderspiel in Hannover,das große Zeichen der Solidarität mit Frankreich und bla,bla,bla...wurde abgesagt aus Sicherheitsbedenken. So sieht also die vielbeschworene Solidarität aus....?! Wenn es Ernst wird,ist schluß mit "lustig"  und von Zeichen,daß man sich nicht einschüchtern läst....und was sonst noch alles !

Antwort
von Spock1701, 74

Nicht respektlos, sondern gerecht.

Man sollte ja bedenken, dass in den Terror Ländern potenziell viel mehr gemordet, erschossen, ethauptet wird. Stört das wirklich jemanden?!

Jetzt operiert die IS einmal in einem für uns ungewohnten ''westlichem'' Land, und plötzlich muss für vergleichsweise winzige Verluste in ganz Frankreich eine ''Trauerminute'' (lol) eingelegt werden. Wenn man die menschlcihen Verluste in IS besetzten Ländern wahrnehmen würde, müsste man ein ganzes ''Trauerjahr'' vor dem Unterricht einlegen. Aber nein das stört ja niemanden. Desshalb:

Ich finde diese Trauerminute lächerlich, verachtungsvoll, unmenschlich und scheinheilig gegenüber den Tausenden Opfern in IS Ländern.

Mit freundlichen Grüßen

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