Frage von puma1999, 125

Panische Angst vor Vergewaltigung. Was kann ich tun?

Seitdem ich in der U-Bahn belästigt wurde (ca vor 2 Jahren) habe ich Angst vergewaltigt zu werden. Ich kann deshalb alleine wenn es dunkel ist nicht draußen bleiben. Es ist oft so, dass ich dann anfange zu weinen und vor Angst Schweißausbrüche bekomme. Ich gehe selten, eigentlich nie alleine raus. Ich kann mit niemanden über die Angst sprechen. Es ist mir auch peinlich, weil andere selbstbewusst sind und keine Angst davor haben und ich nicht so sein kann. Ich habe oft versucht die Angst zu überwinden, aber es hat nie geklappt...Was könnte ich tun, um die Angst wegzubekommen?

Antwort
von FlyingDog, 125

Hallo.       

Leider musstest du eine schlimme Sache erleben, die durchaus auch traumatisch für Betroffene sein kann. Oft ist es so, das man erlebte Dinge nicht selbst be- und verarbeiten kann, hier muss man dann schauen, ob man nicht für sich entsprechende professionelle Hilfe/Unterstützung in Anspruch nimmt. Dies kann zb. eine therapeutische Unterstützung sein, hier wiederum gibt es verschiedene Möglichkeiten, ambulant, teilstationär oder auch vollstationär. Dein Hausarzt sollte dich da gerne beraten und dir Anlaufstellen nennen können. Ich halte diese Option für dich den richtigen Schritt damit du erlernst, mit dem erlebten zu leben und um qualitativ dein Leben leben zu können.      

Alles Gute und liebe Grüße, FlyingDog 

Kommentar von puma1999 ,

Dankeschön...was meinst du? Kann eine Belästigung jemanden traumatisieren?

Kommentar von FlyingDog ,

Durchaus. Hier allerdings eine PTBS zu diagnostizieren ohne entsprechende fachärztliche Untersuchung und durch Nichtärzte bzw. selbsternannte Hobbyärzte halte ich für unmöglich und auch unseriös. 

Etwas als traumtisch zu bewerten was man erlebt hat, ist recht schwierig da nicht jedes Ereignis gleichermaßen als traumatisches Erlebnis empfunden wird, was für mich zb. traumatisch ist, muss für dich nicht auch traumatisch sein, es hängt davon ab, in wieweit dein Gehirn das Erlebte verarbeitet, die Feststellung einer zb. komplexen PTBS verläuft nach ganz bestimmten Kriterien durch Fachärzte (Facharzt für Neurologie und Psychiatrie) oder auch durch Therapeuten, in dem Fall von speziell ausgebildeten Therapeuten(Traumatherapeuten). Bei dir ist eine solche Angst vorhanden, das es sich bereits auf dein Alltag auswirkt und das ist psychosomatisch gesehen durchaus behandlungsbedürftig. 

Jemand der etwas traumatisches erlebt und je länger man wartet dies fachlich behandeln zu lassen, umso größer ist die Gefahr, das sich daraus eine psychische Störungen/Erkrankung entwickelt was durchaus Angststörungen, PTBS usw. sein kann. Deshalb ist es umso wichtiger, sich adäquat, fachlich helfen zu lassen.      

Liebe Grüße, FlyingDog 

Kommentar von puma1999 ,

dankeschön

Kommentar von FlyingDog ,

Sehr gerne, bitteschön...😊

Kommentar von Seanna ,

Was ist denn mit "psychosomatisch behandlungsbedürftig" gemeint? Komplextraumatisierung ist bei möglichem Monotrauma eher unwahrscheinlich. Nur damit hier keine Pferde scheu gemacht werden in die falsche Richtung :)

Kommentar von FlyingDog ,

Danke das du nachfragst. 

Das Wort psychosomatische wurde automatisch von meinem Tab übernommen und sollte psychotherpeutsch lauten, gut aufgepasst, das war mir nicht aufgefallen. 

Zum Punkt Komplextraumatisierung, so habe ich "zb." gepostet und diente als Beispiel. Ggf. wirkt es verwirrend, einfacher wäre da vlt. gewesen wenn nur PTBS geschrieben wurden wäre.      

Liebe Grüße, FlyingDog 

Antwort
von newcomer, 95

dich in Selbstverteidigung schulen lassen sprich dein Selbstwert aufpolieren um zu merken dass du dich auch wehren kannst. Zeitgleich verschwinden auch Ängste durch das Erlebte

Antwort
von Nightlover70, 71

Der Tip mit der Selbstverteidigung ist sehr gut .....  das solltest Du auf jeden Fall machen, da das Dein Selbstvertrauen sehr stärken wird.

Antwort
von verquert, 80

Eine Psychotherapie bezahlt die Kasse, wenn eine gesetzliche Krankenversicherung vorliegt. Aber selbst dann können Briefe (zum Beispiel die Bewilligung der Krankenkasse) in die Wohnung gesandt werden.
Wenn die Eltern privat versichert sind, dann zahlt es ebenso (halbwegs) die Kasse, aber die Rechnungen werden trotzdem zugesandt.

Beratungsstellen für Gewaltbetroffene (Zum Beispiel "Frauen helfen Frauen") hingegen sind in der Regel kostenlos und eventuell auch effektivier. Weil reden alleine wird kaum etwas bringen, wenn sich zu schnell in eine *Opferhaltung* gefangen gehalten wird. Hier braucht es Aktivitäten um das Selbstbewusstsein zu stärken - also nach meiner Logik.

Lieben Gruß an Dich.

Kommentar von Seanna ,

Warum ist "reden" (Psychotherapie) deiner Meinung nach ineffektiv? Und warum schließen Aktivität und Psychotherapie sich aus?

Sinn ist doch, das Gelernte umzusetzen. Und Reframing zb kann sehr gut dabei helfen, aus jeglicher 'Rolle' rauszukommen.

Kommentar von verquert ,

Ja, "das gelernte umsetzen". Einige Therapeuten machen dies vielleicht tatsächlich: nehmen sich Zeit für ihre KlientInnen. Allerdings ist meine eigene Erfahrung, und ganz viele gehörte, auch 'erlebte' (Klinik, andere Einrichtungen) Erfahrung, dass meist in Therapien gesprochen wird. Es werden eventuell Hausaufgaben gegeben, aber wenn diese (allein) aus Angst nicht durchgeführt werden können, so wird trotzdem vielleicht eine Verhaltensanalyse erstellt werden, aber keine andere konkretere Hilfe kann durchgeführt werden. Und nach 45-50 Minuten ist dann auch wieder vorbei. Weil die Krankenkassen nicht weiter zahlen. Ebenso dauert ein Ersttermin auch häufig bis zum halben Jahr (im Durchschnitt).

Und indem eher geredet wird, so KANN sich "reingesteigert" werden in die Problematik. 

Eine Beratungsstelle kann sich, bzw. nimmt sich häufiger mehr Zeit (häufig auch 1,5h). Treffpunkte können auch nach außen verlagert werden, um etwas zu üben. Eine Beratungsstelle für Gewaltbetroffene, diese können auch eventuell Tipps und Tricks nennen, wie sich vor der Gewalt geschützt werden kann. Vielleicht auch in Form von "Rollenspielen". Wenn dann etwas aufgearbeitet werden muss oder aus anderen Gründen eine Therapie wichtig ist, kann diese auch umgesetzt werden.

Selbstbewusstsein aufbauen, innere Stärke finden, um aus der 'gefühlten Hilflosigkeit' herauszukommen, wären, wie ich finde, bessere Aspekte, als eine "reine Therapieform".

Vielleicht auch einen Selbstverteidigungskurs in Erwägung ziehen.

Und wenn meine Antwort (kompletter) "Stuss" ist, dann können meine Worte als Variante angesehen werden, die offensichtlich nicht hilfreich sind. Aber dieses Wissen ist doch auch schon gut: zu wissen, was man nicht möchte. So wird sich auf dem Pfad bewegt, was wirklich gewollt wird.

Danke für Deine Rückfrage (ohne Verurteilung - habe es bereits anders erlebt, daher ist dieser Dank authentisch)

und einen lieben Gruß an Dich, Seanna.

Antwort
von Seanna, 84

Das Problem gehört in die Hand eines Therapeuten.

Antwort
von Shany, 95

Nimm eine Freundin mit wenn Du raus gehts zb

Antwort
von Wonnepoppen, 77

sicher kannst du mit jemandem über deine Angst reden!

Z.B. mit einem Psychologen!

wie alt bist du?

Kommentar von puma1999 ,

16

Kommentar von Wonnepoppen ,

Ich hab deshalb gefragt, weil ich wissen wollte, ob du noch zum Kinder Psychologen sollst, ist ja nicht der Fall!

Kommentar von puma1999 ,

Ich will aber nicht, dass meine Eltern was davon mitbekommen.

Kommentar von Wonnepoppen ,

mit 16 müssen sie das nicht, der Psychologe hat Schweige Pflicht!

Kommentar von puma1999 ,

Aber der Psychologe muss doch irgendwie bezahlt werden...

Kommentar von Wonnepoppen ,

Wenn du eine Therapie brauchst, bezahlt es die Kasse!

Antwort
von carolo, 78

nur am vormittig/nachmittags rausgehen, abends/nachts in der wohnung bleiben und nen schönen abend immer machen:)


Antwort
von Mucki007xyz, 27

geh wirklich besser nachts nicht raus und tagsüber eben auch vorsichtig sein und Tränengas oder Pfefferspray immer in der rechten Jackentasche tragen und einen Selbstverteidigungskurs machen. Und immer aufpassen, wer hinter einem her läuft usw. Und mit Deinen Eltern oder Freunden reden, wenn es eine sehr übertriebene Angst sein sollte. Aber so eine Grundangst oder sagen wir mal Vorsicht finde ich auch gut und richtig und wichtig. Bleib nachts zu Hause.

Antwort
von Schuwidu, 58

Es soll immer eine zweite Person in Deiner Naehe sein,Pfefferspray in der Tasche,kann auch noch eine Hilfe im Bedarfsfall sein.

Gruss vom Schuwi

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