Frage von peureux, 81

Panikattacken weiß jemand Rat?

Hallo mein Name ist "peureux" und ich bin 19 Jahre alt. Ich habe mich hier nun angemeldet um Rat zu suchen, weil ich nicht mehr weiter weiß... Ich versuche mich kurz zu halten. Hier meine Geschichte:

Es begann vor einem halben Jahr. Nach einem Krankenhausaufenthalt ohne Befund, wegen starker Unterleibschmerzen. Da war sie plötzlich... Meine erste Panikattacke. Herzrasen, starkes Zittern, Wahrnehmungsverlust, Atemnot... das volle Programm eben. Das ging über Stunden, bis ich irgendwann vor Erschöpfung einschlief. (Zweimal in einer Nacht wollte ich nun wirklich nicht in der Rettungsstelle auftauchen. Da war mir der Gedanke was die Leute von mir denken könnten tatsächlich wichtiger als meine Todesangst.) Seitdem kommen sie immer wieder, aus heiterem Himmel und völlig ohne Grund. Meist in Ruhephasen, vor allem Abends. Manchmal sind es leichte Panikgefühle die in den Griff zu bekommen sind. An anderen Tagen ist es wieder so schlimm, dass ich wünschte nicht auf dieser Erde zu weilen. Am schlimmsten ist jedoch, dass die Atemnot nun über Tage konstant ist - sogar ohne das dem eine größere "Attacke" zu Grunde liegt. Der Hals ist abgeschnürt, ein großer Felsen liegt auf dem Brustkorb und manchmal zieht es stark in der rechten Brust. Meine Hausärztin, die ich sofort aufsuchte, horchte mich kurz ab - befand alles für In Ordnung und erzählte mir dann von Atemtechniken. Einerseits bin ich natürlich froh, dass sich meine Organe bester Gesundheit erfreuen. Andererseits bin ich damit auch nicht weiter. Woher die Luftnot, wenn ich doch eigentlich in guter Verfassung bin? Ich versuche meinem Kopf klar zu machen, dass wenn ich tatsächlich gar keine Luft bekäme ich irgendwann umfallen müsste. Helfen tut es nicht. Ebenfalls probiert habe ich genannte Atemtechniken im stehen und liegen. (Auch vor dem Spiegel um meinem Kopf zu signalisieren, dass sich der Brustkorb hebt und senkt!) Keinen Erfolg. Baldrian in Tropfenform sowie Neurexan, zeigen ebenfalls keine Wirkung. An Ablenkung, vollkommen egal wie sehr ich es versuche, ist manchmal einfach nicht zu denken. Habe auch schon probiert mal ein paar Kniebeugen zu machen oder zu tanzen. (Ja auch dabei zu atmen.) Raus gehen... Nichts und wieder nichts. So langsam bin ich einfach am verzweifeln. Natürlich bin ich auf der Suche nach psychologischer Hilfe, doch niemand nimmt mich als Patientin an. Das einzige was ich euch jetzt noch nennen könnte ist, dass ich mit meinem Leben nicht umbedingt sehr zufrieden bin. (Depressiv würde ich mich jedoch nicht bezeichnen.)

Hat jemand einen Rat für mich? Was der Grund sein könnte? Was ich noch probieren könnte? Was würde ein/e Psychologe/in wohl mit mir veranstalten, wenn ich einen Termin bekäme?

Bitte helft mir. Es nimmt jeden Tag meines Lebens ein. :( Vielleicht geht es ja sogar jemandem ähnlich...

Danke und Respekt an diejenigen die sich all' dies durchgelesen haben. Und danke an jeden von euch, der einen Rat weiß.

Antwort
von Annapurna02, 31

Ich kann mich in deiner Frage so wiederfinden. Bei mir hat genau diese Thematik auch mit 19 angefangen. Ich weiß, wie schwer das ist. Du lebst in dem Moment wirklich in gewisser Todesangst. ich konnte mir das auch nicht erklären und jeder Arztbesuch beruhigte mich zwar temporär, aber mein Glauben in die Ärzte verließ mich schnell, trotz jeglicher Checks. Konnte nie glauben, dass mit meinem Körper wirklich alles okay ist. Und Stress macht offensichtlich viel mit dem Körper. Mein Hausarzt hat mir damals irgendwann eine Überweisung ausgeschrieben zur Psychotherapie und ich hatte das Glück, nach 2 Anrufen direkt einen Psychologen zu finden. Der hat gar nicht direkt an dem Symptom gearbeitet, sondern ging den Ursprüngen auf den Grund. Und das hat wahnsinnig gut getan. Vertrau mir, das wird besser. Ich bin jetzt 21. Gelegentlich habe ich noch Panikattacken, aber ich habe das Gefühl, endlich Kontrolle darüber zu haben. Um diese Hilfe kommst du nicht drum herum. Aber das kann man in den Griff bekommen. Alles Gute dir. Wenn du dich austauschen möchtest, kannst du mir gerne schreiben. 

Kommentar von peureux ,

Guten Morgen. Ich muss dir sagen bei deiner Antwort standen mir schon Tränen in den Augen. Das es jemandem genauso ergeht und Besserung eingetreten ist, war unendlich erleichternd zu lesen. Überhaupt zu Wissen, dass es einen Weg gibt damit umzugehen - lässt mich etwas besser fühlen. Vielen Dank für deine Antwort. ♡ 

Ich würde gerne nochmal von dir hören. Habe leider nur noch nicht herausgefunden, ob und wie man hier jemanden anschreiben kann.

Antwort
von LiselotteHerz, 37

Du solltest auf jeden Fall zu einem Psychotherapeuten gehen.

Da ich noch nie unter Panikattacken mit Atemnot gelitten habe, weiß ich nicht, wie er die Sache angehen wird. Auf jeden Fall wird er in vielen Gesprächen mit Dir, versuchen, herauszufinden, was die Ursache für diese plötzlich auftretenden Attacken ist.

Ob hier evtl. auch medikamentös behandelt werden wird, kann Dir keiner sagen.

Alles Gute. lg Lilo

Antwort
von DirectionFreak, 19

Mir geht's genauso.
Seit paar Jahren hatte ich so eine Panikattacke eben immer alle 6 Monate, aber seit Anfang des Jahres jeden Tag.
Ich gehe noch zur Schule und mache gerade auch meinen Abschluss was das alles doppelt so schlimm macht.
(Morgen wieder Prüfungen)
Ich gehe zum Psychologen, aber um ehrlich zu sein hat das bisher noch nichts gebracht.
Ich weiß das ich nichts habe und das alles Psychisch ist, aber in dem Moment ist einfach nicht daran zu denken.
Vor allem wenn Menschen dich sehen wie du ausrastet.
Sie können es nicht verstehen.
Keiner kann verstehen wie es sich anfühlt, wenn man es nicht erlebt hat.
Bei mir ist es so weit, dass ich nicht mehr rausgehen kann.
Ich quäle mich in die Schule und werde auch meist abgeholt.
Eines der schlimmsten ist der Realitätsverlust den ich seit 5 Tagen jetzt dauerhaft habe.
Es ist schrecklich, aber was noch schlimmer ist (ich weiß nicht ob du das schon hattest) das Taubheitsgefühl.
Es ist nicht nur ein Taubheitsgefühl, sondern du spürst richtig gar nichts mehr.
In dem Moment könnte man mich schlagen und ich würde nichts spüren.
Ich kann dir pflanzliche Beruhigungstropfen empfehlen.
Rescue heißen die, aber natürlich wirken die nicht sofort sondern du musst sie regelmäßig nehmen.
Ich kenn das und so ist das Leben nicht lebenswert..

Kommentar von DirectionFreak ,

Wir können über Skype schreiben

Kommentar von peureux ,

Guten Morgen. Ersteinmal vielen Dank für deine Antwort hier. Das was du geschrieben hast, tut mir im Herzen weh. Bei dir scheint das ja sogar noch früher angefangen zu haben. :( 

Wenn du das Gefühl hast, dass deine Psychotherapie dir nicht weiterhilft - liegt es ja vielleicht an der Art der Therapie oder der Therapeutin selbst? Vielleicht hörst du dich nochmal um und wechselst?  

Und ich gebe dir vollkommen recht. Andere Menschen können diese Gefühle nicht verstehen und wenn man die Kontrolle über sich selbst verliert, wirkt es bestimmt auch verstörend. Dein beschriebenes Taubheitsgefühl kann ich etwas nachvollziehen. Ich schiebe es auf den Wahrnehmungsverlust. Das Gefühl zieht sich durch den gesamten Körper, als würde ein Gift mich lähmen. Und dann habe ich einfach das Gefühl als würde dieser Körper nicht mir gehören. Berührungen sind einfach nicht wahrnehmbar. Über die Tropfen informiere ich mich gleich einmal. Vielen Dank für den Tipp. 

Für deine Prüfungen wünsche ich dir trotz allem viel Glück und drücke fest die Daumen. Das du es irgendwie noch schaffst an deine Zukunft zu denken, macht dich sehr stark. Und da ziehe ich den Hut vor dir und mache eine bodentiefe Verbeugung. Ich wüsste nicht ob ich dazu noch in der Lage wäre.  

Gute Besserung von einer Leidensgenossin. (Wenn man jemanden hier privat anschreiben kann, würde ich mich freuen von dir zu hören. )

Liebe Grüße, Peureux. ♡

Antwort
von Nirakeni, 28

Als ich las "Herzrasen, starkes Zittern in Ruhe" dachte ich zuerst an die Schilddrüse (Über- oder Unterfunktion). Zittern auch deine Hände, wenn du sie ausstreckst? Das würde auch dazu passen. Da würde dann eine Blutuntersuchung schon drauf hinweisen und noch weitere Untersuchungen.

Doch die Atemnot von der du überwiegend berichtest, die dir Angst macht deutet dann doch auf ein psychisches Problem hin. Ein ungelöstes lastendes Problem? Da hilft dann doch eine psychologische Beratung mit zusätzlicher Medikamentengabe.

Wünsche dir alles Gute!

Kommentar von DirectionFreak ,

Bei mir dachten sie auch Schilddrüse war es aber nicht

Kommentar von peureux ,

Huhu. Vielen Dank für die Liebe Antwort. Also zittern in den Händen habe ich (außer in diesen Momenten, da zittert alles) gar nicht. Es kommen ja leider noch andere Symptome wie beispielsweise Realitätsverlust und sinnlose Handlungen dazu. Woran genau das alles liegt, kann ich mir leider selbst nicht erklären. 

Danke nochmals. Hab einen schönen Tag. :) ♡ 

Antwort
von Puepp, 45

Meine Mutter, mein Bruder und eine Freundin haben dasselbe Problem... Mein Bruder ist vor Kurzem dann mal zum Psychologen gegangen. Dort lernt er, dass es die "Angst vor der Angst" ist, die er überwinden muss und wie das geht. Alle 3 nehmen zudem Tabletten, mit denen es viel besser geht als ohne.

Antwort
von JoeButsch, 26

Der Hippokratische ad ist für jeden Arzt Pflicht.Tip (Robert Betz) Lg Joe.Butsch

Antwort
von Favorite095, 47

Du arme/r auf jeden Fall gute Besserung und an professioneller Hilfe führt kein Weg vorbei,dass kann ja nicht angehen dass dich keiner als Patient annimmt,du hast ein ernstzunehmendes Problem welches behandelt werden muss,da es erheblich deine Lebensqualität einschränkt,gute Besserung.

Antwort
von peureux, 11

An dieser Stelle möchte ich allen danken, die sich die Zeit genommen haben eine Antwort zu meinen Fragen zu schreiben. (Und natürlich auch meinen Text ersteinmal durchzulesen.) 

Mit so vielen Antworten, Unterstützung und Besserungs-wünschen, habe ich gar nicht gerechnet. Vielen lieben Dank. Ihr seid wirkliche wundervolle Personen. ♡:* 

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