Frage von toneRing, 78

Panikattacken mit Hyperventilation aus heiterem Himmel?

Ich versuch PA immer zu verstehen irgendwie

Aber mir gelingt das nicht.

Es überkommt mich einfach so, entweder ist mir total Übel (plötzlich) oder ich krieg aufeinmal keine Luft, fange an zu Hyperventilieren und leide unter Atemnot. Habe alle Ärzte durch bis bei mir Depression mit Panikattcken diagnostiziert wurden.

Ok dachte ich mir, die kommen doch wohl nur in bestimmten Situationen.

Nix da.

Die kommen wann sie wollen, selbst wenn ich was schönes mache. Oder auch entspannendes. Es ist wahnsinnig belastend für mich.

Wie kann so etwas passieren, dass diese in den schönsten Momenten kommen? mach ich was falsch?

Ich versuch dann alles was ich irgendwie gelesen und gelernt hab, aber nö, es macht was es will. Als hätte ich keine Kontrolle mehr. Durch das Escitalopram ist es ja gott sei dank nicht mehr täglich, aber dennoch häufig..

Bin seit einem Jahr in Therapie aber oftmals hilft mir dann doch nur die Tüte gegen das Hyperventilieren.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von derMannohnePlan, 25

Vielleicht hast Du noch nichts vernünftiges darüber gelesen?

Leider sind Probleme wie Deine heutzutage eher die Regel, denn

eine Außnahme. Ich bekomme öfter Post und Leser Leser tragen mir
ihre Nöte und Probleme vor, in de Hoffnung ich könnte helfen.

Ich wills versuchen, obgleich mir noch im selben Augenblick, da
ich dies schreibe bewusst ist, das die Hilfe allein vom Betroffenen
kommen muss, wenn sie wirken soll. Die vielfältigen
Krankheitsbilder, Störungen und Probleme der menschlichen Psyche
sind nicht deshalb so schwerwiegend, weil sie unheilbar wären, sie
sind es, Entschuldigung, weil sie so absurd sind.

Denn die menschliche Psyche ist ein Denkprodukt. Sie wird einzig
durch unsere Erinnerungen und die damit gekoppelten Gedankengänge
als Ich - Betrieb am Leben erhalten. Real, aber ohne die sie
hervorbringenden Ideenbilder, existiert sie überhaupt nicht.Und
dieses Gebilde erzeugt in uns nun pausenlos Wirkung – fast könnte
man meinen, ein Böser Kobold habe es eigens dafür erfunden uns zu
quelen, und zu piesacken.

Nun wäre es leichtfertig, zu behaupten, bloß, wenn Du nicht mehr
daran denkst, ist der Spuk verflogen. Derjenige, nämlich Du selbst,
der ständig sich selber als Ich denkt, das von der Außenwelt
abgesondert existiert, als individuelle Einheit, ist letztlich
zugleich der Täter. Von der intelektuellen Seite oder seitens des
Willens her ist keine Hilfe oder Lösung des Konfliktes zu erwarten.

Doch es gibt ein anderes Mittel: in dem Augenblick, wo der
menschliche Verstand, das Denken selbst (das schließlich nicht blöd
oder dumm ist) ganz real erkennt, wie aussichtslos jeder Versuch ist
sich von sich selber und seinen gewachsenen Irrtümern zu befreien,
wird der Spuk nach und nach besser.

Wenn Du erkennst daß Dein Gefühl ein Mensch zu sein, Dein
Gefühl, zu existieren, zu leben das Originalgefühl des Urgrundes
aller Schöpfung ist -und nicht Dein individuelles, wenn Dir klar
wird das jedes Geschöpf, die ganze Menschheit aus diesem gemeinsamen
Grundgefühl heraus ist und lebt und handelt, dann fällt der
Abschied vom Wahn, ein von allen anderen getrenntes Individuum zu
sein, gar nicht mehr schwer.

Und nach dieser Einsicht sind wir noch genauso handlungs- und
entscheidungsfähig wie vorher. Bloß haben wir eine Illusion und
einen ganzen Buckel voll krankmachender Irrtümer aufgegeben.

Woran sehr viele Menschen heutzutage leiden, sind unbekannte,
unerkannte Spätfolgen traumatischer Kindheitserlebnisse. Man sagt
kurzer Hand Neurosen dazu.Da beeinflußt tief aus den unbewussten
kommend eine einst gemachte Erfahrung unser heutiges Leben und wirkt
wie eine Zeitbombe fort und vergällt uns die Freude am Alltag.

Analysen können mit einiger Mühe und viel Zeit solche Traumen
ins aktuelle Bewustsein förden, und nach affektivem Nacherleben der
alten Geschichte ist, ist Erleichterung möglich. Freilich auch bloß
in diesem einzigen Punkt aus der Vergangenheit.

Der Rest, unsere gesamten Lebenserfahrungen, gute und böse,
bilden zusammen den Bodensatz, aus dem das Denken unsere Psyche,
unser Ich oder Selbst pausenlos im Alltagsleben strickt und uns die
Illusion vermittelt, es gebe einen Denker, der unsere Gedanken denkt.
Den gibt es nämlich gar nicht. Darum kann niemand wirklich sein
Denken kontrollieren, wie sollte er wenn dieses Denken ihn erst
jeweils erzeugt.

Im Grunde ist die Psyche ihrer Struktur nach selber eine einzige
voluminöse Neurose. Es ist wichtig dies zu erkennen und zu
verstehen.

Jede Einzelreparatur von Traumen bleibt Flickwerk, angesichts der
Tatsache, daß das ganze Gebilde der Vergangenheit angehört und in
der lebendigen Gegenwart nichts als Störungen und Reaktionen
hervorruft.

Untersuche einmal Dein Innenleben daraufhin, ob es nicht stimmt,
was hier geschrieben steht. Sofern Dir real, nicht bloß als Idee,
als Einbildung klar wird daß dem so ist, wird der Spuk aufhören.
Leg Dir dazu ruhig eine robustere Lebensauffassung zu. Spuck gegen
den Wind und sag den Angstgespenstern aus Deiner unbekannten
Vergangenheit, sie mögen sich zum Teufel scheren.

Genau genommen brauchst Du nichts zu tun als Deine wirkliche
Position in der Welt und im Universum zu erkennen, real, wirklich,
ohne Vorurteile und ohne Deine gewachsenen Meinungen.

Kutzum: Du kannst nichtst tun, Du brauchst auch nichts zu tun. Wer
einfach sich komentarlos, vorurteilslos, neutral beobachtet, ohne zu
sagen, ich bin so oder ich bin so, der kommt ganz alleine hinter die
Mysterien seiner Identität. Es taucht einfach auf.

Gewöhn Dir an, daß Du merkst, wie Dein Geist aus einem Zentrum
heraus agiert und handelt. Und begreife; dieses Zentrum ist selber so
erfunden wie eine Romanfigur, bloß mit dem Unterschied dass der
Stoff für den Roman Deine Vergangenheit ist!

Kommentar von derMannohnePlan ,

Danke für den Stern!

Antwort
von voayager, 24

Panikattacken können nicht selten durch bewußtes anderes Atrmen verhindert werden. Ggf. ist für solche Zwecke eine Atemtherapie sinnvoll.

Antwort
von Sasocofi, 20

Hey

Ich hatte selber lange Zeit PA.... es war furchtbar sie kamen immer zu jeder Gelegenheit...

Ich habe dann eine Reha gemacht... dort hatte ich unter anderem Tanz- und Atemtherapie...

Ich habe dort gelernt das zu mindest bei mir die Attacken alle gemeinsame Auslöser haben auch e wenn diese absolut minimaler waren aber Naja ich erinnere mich da nur an den Flügelschlag des Schmetterlings.

Die Atemtherapie hat mir dann sehr geholfen Attacken zu verhindern bzw. In den Griff zu bekommen

Expertenantwort
von samm1917, Community-Experte für Depression, 22

Panikattacken überfallen einem aus heiterem Himmel. Bei der Arbeit, Abends im Bett, in öffentlichen Verkehrsmitteln, beim Wandern, wo auch immer. Das Problem von PA ist u.a., dass sie nicht kontrollierbar sind (ausg. bei Agoraphobie). Dies führt oft zu einem Zustand der "Angst vor der Angst". Immer erwartet man die nächste Attacke und ist in einem andauernden inneren Alarmzustand.

Es braucht viel Therapie um damit umgehen zu lernen. Bei einer schweren Ausprägung der Krankheit kommen oft auch Medikamente (allen voran Antidepressiva der SSRI-Klasse) zum Einsatz. Diese machen nicht abhängig, müssen jedoch täglich eingenommen werden. Die Nebenwirkungen sind auch nicht von schlechten Eltern. Bei akuten PA's sind Benzodiazepine alternativlos. Diese wirken schnell, sehr effektiv und können nur bei Bedarf eingenommen werden. Benzos machen bei längerem Gebrauch abhängig.

Ängste können im Vergleich zu anderen psychischen Erkrankungen relativ gut behandelt werden.

Deine Symptome sind überigens typisch für PA. Gehe in eine Therapie und wenns zu extrem wird gibts immer noch Medikamente.

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