Frage von Lovelyhorse, 144

Panikattacken beim Reiten?

Ich versuche mich mal "kurz" zu fassen: Ich reite momentan unter anderem ein Pferd einer Bekannten mit, welches sehr ängstlich und dadurch spannig ist (Daran wird gerade professionell gearbeitet!) und mir bereitet das Reiten auf dem Pferd oft große Probleme...

Diese sind sehr vielfältig und ich versuche daran auch natürlich mit meinem Trainer zu arbeiten aber ich hatte es nun schon 2 mal, dass ich plötzlich eine Panikattacke während dem Reiten hatte, ohne dass ich zuvor irgendwelche Ängste oder Bedenken hatte. Im Gegenteil. Jedes mal steige ich mit dem Gedanken auf: Ach heute bleib ich einfach schön ruhig und konzentriert und dann wird das schon! Ansonsten hab ich auch bei anderen Pferden absolut keine Ängste oder schlimmere Probleme und hatte auch früher nie welche. Ich muss auch sagen dass ich mich trotz allem recht sicher auf dem Pferd fühle und auch vor dem Reiten gar kein Angstgefühl habe aber im Laufe einer Reitstunde kommt es immer wieder. Hat jemand vielleicht ein paar Ratschläge für mich? Ich komm einfach nicht so recht weiter und möchte dem Pferd dadurch auch nicht schaden....

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von ponyfliege, Community-Experte für Pferde & reiten, 56

du scheinst ein recht guter sensor für dieses pferd zu sein.

im prinzip passiert dir nur das, was das pferd dir mitteilt. für mich als trainer wäre das ein phantastischer ansatzpunkt und ich würde jede stunde mit dir zusammen genau aufarbeiten.

damit kann man nämlich die ursache für die probleme, die das pferd hat, ergründen.

du selber solltest autogenes training, progressives entspannungstraining oder yoga machen.

konzentriere dich, wenn du auf diesem pferd sitzt, ausschliesslich aufs atmen. das pferd ist ängstlich und spannig, wie du schreibst. im normalfall passt der reiter seinen atemrhythmus der bewegung des pferdes an. auch dessen kreislauf und atmung. die wenigsten reiter wissen, dass sie das tun.

kannst du in dem moment, in dem du die panik bekommst, genau beschreiben, wie es sich anfühlt, dich sofort aufs ausatmen konzentrieren, das pferd zum stehen bringen und zehn konzentrierte atemzüge machen, hilfst du damit sowohl dir, als auch dem pferd.

versuche nicht, die situation zu vermeiden, sondern versuche bewusst, mit ihr zu arbeiten. später kannst du bewusst versuchen, sie hervorzurufen. du hast mit diesem pferd eine einmalige chance.

Kommentar von Lovelyhorse ,

Wow danke für diese tolle Antwort! Das klingt wirklich gut und logisch was du da schreibst! 

Das mit der Atmung war mir auch nicht so dirket bewusst. Ich werd das auf jeden Fall versuchen und kann mir auch gut vorstellen dass das evtl schon etwas helfen könnte. DANKE

Kommentar von ponyfliege ,

bitte. gern.

das wichtigste ist immer, zunächst auszuatmen. ganz bewusst.

Expertenantwort
von NanaHu, Community-Experte für Pferde & reiten, 32

Das du Angst bekommst ist überhaupt nicht schlimm. Jeder der schon mal vom Pferd gefallen ist und sich dabei eine schmerzhafte Prellung oder schlimmeres zugezogen hat, kennt das Gefühl von Angst im Sattel. Angst ist ein Schutzmechanismus des Körpers. Das Unterbewusstsein speichert gefährliche Situationen ab. Kommst du in die Situation in der du dich bereits verletzt hast oder eine Ähnliche, reagiert dein Köprer und schüttet Stresshormone aus (Hast du dich einmal verbrannt, dann fasst du garantiert kein zweites Mal auf eine heiße Herdplatte oder in offenes Feuer).

Natürlich überspielt sich die Angst im Sattel auch auf das Pferd. Der Reiter verkramft und geht in Schutzhaltung.

Vielleicht hilft es dir einfach erst mal einige zeit mit dem Pferd vom Boden aus zu arbeiten und dich dann ganz ruhig wieder ans Reiten ran zu tatsten (Konditoniere das Pferd auf Stimme).

Versuche eine Vertrauensbasis zwischen dir und dem Pferd zu entwickeln.

Kommentar von Lovelyhorse ,

Sorry auch wenn etwas spät mein Kommentar...

Also wie im Text ja schon geschrieben habe ich kein direktes Angstgefühl, da ich mich eigentlich auch gar nicht unsicher auf dem Pferd fühle. Wie gesagt, sie hat ja auch keine Unarten, steigt nicht, buckelt nicht....

Ich hab eigentlich eher das Gefühl als sei das umgekehrt. Also dass sich die Panik des Pferdes auf mich überträgt...

Am Boden beginnen wir bald mit Trainer :-)

Antwort
von Tanja28052012, 70

Hallo,

Wie sieht es denn aus, wann hast du diese Attacken bzw was macht das Pferd da gerade? 

Ich würde dir raten erstmal den Sattel wegzupacken und mit dem Pferd viel Bodenarbeit zu machen, denn du kannst damit tatsächlich dem Pferd und dir selbst schaden. Es spürt deine Panik und solche Situationen schaukeln sich gern auf. 

Kommentar von Lovelyhorse ,

Danke schon mal ! Das Pferd ist gerne mal sehr unkontrolliert und meist kommen die Panikattacken wenn er plötzlich losrennt. Ich kann ihn dann kaum kontrollieren (über die Hand unmöglich da er große Angst vor der Hand hat und auf Einwirken über den Sitz reagiert er nicht wenn er so unkontrolliert nach vorn schießt. 

Ja ich merke eben auch dass es danach quasi vorbei ist mit dem Reiten. Ich hab dann auch kaum noch (mentale) Kraft um mich auf einen korrekten Sitz zu konzentrieren...

Kommentar von Tanja28052012 ,

Hört sich ganz nach meiner Stute an, die ich vor 1,5 Jahren gekauft habe. Zusätzlich buckelte und stieg sie noch. Auch teilweise aus dem Nichts. Also ich bleib dabei. Verabschiede dich eine Weile von deinem Sattel. Natural Horsemanship hat mir viel geholfen. Ich habe mit dem Buch von Pat Parelli (Natural horsemanship heißt das) und mit dem Basistraining von Bernd Hackl gearbeitet. Mittlerweile läuft es ganz gut mit uns. Auf dem Platz ist sie manchmal etwas unwillig, im Gelände ein Traum. Allerdings geht sie noch nicht alleine ins Gelände, da wir aber noch viele andere Problemchen haben und ich eh nicht gerne alleine ausreite habe ich das ganz weit hinten angestellt. Ich muss auch zugeben ich hab es seit einem Jahr nicht mehr versucht. Momentan machen wir wieder mal was für sie und mich ganz neues: klassische Longenarbeit am Kapzaum 


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