Frage von wladirect,

Panikattacken beim Kind

Hallo, stehe gerade vor einem völlig neuem, ungewohntem Problem und würde gerne mal wissen wie ich mich verhalten soll bzw. was hilft dagegen wirklich?Also ich habe einen 6-jährigen Sohn, der seit ca. einem Monat sporadische Panikattacken bekommt. Er scheint während dieser Attacke völlig außer sich zu sein und kontrolliert seine Bewegungen nicht mehr richtig. Soll bedeuten er verkrampft sich völlig eigenartig versucht irgendwohin wegzurennen oder zappelt mit den Beinen (zB. im Auto wenn er nicht rumrennen kann) und steckt sich den Daumen in den Mund. Es erschreckt mich teilweise selbst und ich komme mir als Vater ziemlich hilflos vor. Anfangs ist es uns nur am Tage aufgefallen, besonders wenn etwas anstand wie z.B.. ein Ausflug oder einfach mal ein Spaziergang zur Eisdiele etc. So schöpften wir den Verdacht , dass er einfach überreagiert vor Freude. Die letzten paar Tage/Nächte schläft er aber sehr unruhig und ist auch schon mal mitten in der Nacht ins Bad gegangen und ist dort rumgesprungen. Meine Frau und ich sind völlig ratlos.Wir waren auch dierekt nach den ersten paar dieser Attacken bei unserer Hausärztin gewesen. Die gab uns eine Überweisung zu einem Klinikum, wo die Hirnströme des Kleinen gemessen werden sollen. Bis dahin sollen wir das Kind nur beobachten. Termin ist leider erst in einem Monat.

Evtl. paar Worte zu unserer allgemeinen Situation. Wir sind eine vierköpfige Familie. Wir haben noch einen jungeren Sohn (3 Jahre) Wir haben vor kurzem unsere Wohnung gewechselt und sind in eine größere Wohnung gezogen. Kita ist noch immer die selbe, bis die Schule beginnt. Ich bin leider (berufsbedingt) öfters nur am Wochenende zu Hause. Wir schlagen unsere Kinder nicht oder sonst irgend was. Ich weiß also echt nicht wodurch diese plötzlichen Panikattacken kommen. Ich habe schon mehrmals versucht kurz nach diesen Attacken mit ihm zu reden und ihn etwas auszufragen, wovor er denn Angst hat, aber scheinbar weiß er das selber hinterher nicht mehr so richtig. Oder er sagt: "Ich hatte Angst, dass ihr mit mir schimpfen werdet". Dabei gibt es dafür aber keinerlei Grund. Ich mache mir ernshafte Sorgen um den Kleinen und verschließe nachts die Eingangstür und nehme die Schlüssel raus, weil ich nicht weiß ob er nachts auch einfach rausspaziert. Überlege mir auch schon verschließbare Fenstergriffe einzubauen, da ich Angst hab, dass er sich einen Stuhl stellt und rausspringt oder saowas. (wir wohnen im 6. Stock).Was macht man denn in solchen Situationen, soll man das Kind in der Panikphase beruhigen und in den Arm nehmen oder lässt man es einfach wie es ist und tut so als wäre nichts gewesen? Evtl. hat ja jemand schon Erfahrung mit solchen Sachen. Für paar Ratschläge wäre ich sehr dankbar.

MfG

Antwort von quopiam,
5 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Ich halte es für richtig, wenn Du Deine (Ihr Eure) Reaktion auf dieses Verhalten auf die momentane Situation des Kindes einstellt. Ist der Bub ängstlich oder verwirrt nach so einer Attacke? Dann beruhigt ihn und seid lieb zu ihm, so daß er merkt, daß nichts schlimmes passiert ist. Kann er sich nicht erinnern und fühlt sich normal, dann braucht Ihr nicht viel zu tun als die Situation zu entspannen.

Mein spontaner Eindruck bei dem, was Du erzählst, ist ein epilepsiformes Geschehen. Das muß nun nicht unbedingt mit Angstzuständen zu tun haben, auch wenn es aus Deiner Perspektive so aussieht. Insofern ist es richtig, die Hirnstrommessung zu machen und den Status zu überprüfen. Anderenfalls wäre an eine recht ungewöhnliche und heftige Reaktion auf den Ortswechsel zu denken. Das hielte ich aber für ziemlich unwahrscheinlich. Kinder reagieren da normalerweise anders. Mir scheinen Deine Schilderungen schon sehr in Richtung Epilepsie zu gehen. Das ist natürlich keine Diagenose, sondern ein Verdacht, den ich aus meiner Erfahrung ziehe. Ihr werdet das ja mit dem Doc auch überprüfen.

Es wäre sinnvoll, wenn Ihr nun nicht - falls es sich als richtig herausstellt, daß es um Epilepsie geht - Eurerseits in Panik verfallt. "Epilepsie" hört sich schlimm an, weil einem bestimmte Bilder durch den Kopf schießen von dramatischen Anfallsgeschehen, bei denen man hilflos und mitfühlend dabeisteht. Diese Bilder beschreiben einen kleinen Ausschnitt der weiten Bandbreite epileptischer Formen, die vorkommen können. Sowas kann auch weitgehend undramatisch verlaufen, sich gut medikamentös einstellen lassen und auch wieder ganz verschwinden, so daß einfach keine weiteren Anfälle mehr auftreten, obwohl die Neigung weiterhin besteht. Ihr werdet sicher darüber noch sehr viel Aufklärung bekommen, schürt bitte jetzt keine Ängste in Euch.

Maßnahmen gegen Unfälle zu treffen ist in jedem Fall sinnvoll. Fenster und Türen sichern ist eine gute Idee, das beruhigt auch die Nerven. Ihr könnt das mit Eurem Sohn ja auch besprechen. Dann versteht er, daß Ihr Euch einfach keine Sorgen machen wollt und deshalb auf Nummer Sicher geht. Das kann ein Kind mit sechs Jahren doch begreifen. Laßt ihn spüren, daß er nicht "unnormal" oder "krank" ist, sondern daß Ihr einfach wollt, daß es ihm gut geht. Aber das könnt Ihr wahrscheinlich auch ohne meinen Rat. Viel Glück für die Untersuchung! Gruß, q.

Kommentar von wladirect,

Hallo und danke für die vielen, blitzschnellen Beiträge. Also, nach dieser Attacke, die nur paar sek. andauert, verhält er sich wieder ganz normal. Er beruhigt sich und macht weiter als wäre nichts gewesen. Wie ich schon geschrieben hatte, hatte er nachts scheinbar auch im Schlaf bzw. Halbschlaf gehandelt, denn normalerweise ist nach ca. 5-10sek die Attacke vorbei. D.h. er hätte es in der Zeit eigentlich gerade mal das Bad erreichen können. Zum Thema schimpfen mit dem Kind, also ich wage es zu behaupten, dass wir das schon sehr gut unter Kontrolle haben und nicht wie in den schlechten Fernsehsendungen irgend welche Agressionen auf das Kind auslassen. Auch sonstige Umstände sind eher alle positiv. Wir streiten uns mit meiner Frau nie, und wenn es mal was zu bereden gibt, dann tun wir das, wenn die beiden im Bett sind. Lautstarke Streitereien gab es bei uns nie. Die finanzielle Lage erlaubt es uns beide Kinder im gleichen Maße sehr umfangreich zu versorgen und zu verwöhnen, es bleiben also kaum Kinderwünsche offen. Ich halte uns allgemein für sehr gute und starke Eltern, die jedoch gerade ziemlich ratlos da stehen und nicht wissen wo und was schiefgelaufen sein kann. Ich haben schon darüber nachgedacht, ob evtl. in der Kita etwas vorgefallen ist oder ähnliches. Die Ausfragungen in diese Richtung haben bisher nichts dergleichen bestätigen können.
Wir wissen einfach nicht, ob es nun mit dem Umzug zusammenhängt oder evtl. damit, dass er dieses Jah in die Schule gehen wird und deshalb so gespannt ist oder oder oder... Ich werde es also weiterhin so machen, dass ich ihn während der Attacke in die Arme nehmen werde und und ihn versuchen werde zu beruhigen.

Danke noch ein mal für die Tipps!

LG

Antwort von rhapsodyinblue,
5 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Das hört sich wirklich Besorgnis erregend an und gut, dass ihr einen Arzttermin habt. Aber die Wartezeit erscheint mir doch lang, könnt ihr nicht den Termin evtl. vorverlegen? Mal dort anrufen und auf Dringlichkeit pochen.

Wenn wieder eine solche Attacke auftritt, dann solltest du oder deine Frau das Kind fest in den Arm nehmen und solange fest halten, bis es vorüber ist. Gut zureden, evtl. ein leises Lied singen oder summen. Vielleicht hat er ein Kinderlied, welches er gerne hört oder selbst vor sich hin trällert.

Warum es so ist bei deinem Kind, kann ich leider nicht erklären. Vielleicht liegt es an den äußeren Umständen, Unruhe oder Veränderungen. Habt ihr Rituale? Ich habe so etwas selbst noch nie gesehen. Ich hoffe, die Untersuchung bringt eine Erklärung und es ist harmlos.

Alles Liebe und Gute für euch.

Antwort von heartless94,
3 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Hallo,

Ich habe mir diesem Text einmal genau durchgelesen. Ich bin gerade einmal 17, deshalb müssen sie mich nicht ernstnehmen. Ich versuche lediglich nur zu schildern, was ich so als "Große Schwester" erlebt habe.

Mein Bruder ( 5 Jahre ) hat auch genau die selben Symptome. Es sieht schlimm aus, hatte uns der Facharzt gesagt aber es ist nicht so. Es ist eine Überreaktion auf irgendeine Kleinigkeit. Ich bin ja oftmals mit meinen anderen 3 Geschwistern allein zuhause. Der Zwillungsbruder (Antony) ist autistisch und meine kleinere andere Schwester geistlich zurück geblieben. Ich weiß also so ein wenig was Sache ist.

Im ersten Moment erschrickt man, ist völlig normal. Aber bei einem sensiblen Kind ist es meist so, dass es in den Arm genommen werden muss. Allein um ihm die Angst zu nehmen, dass es irgendetwas falsch gemacht hat. Unser Facharzt hat uns das so erklärt. Das Kinder in dieser Phase am liebsten nicht da sein wollen, weil sie denken sie hätten was verbrochen. Teilweise kann man Ihnen nur die Angst nehmen indem man dem Kind halt Aufmerksamkeit schenkt und gut beobachtet.

Mein Bruder ist schon gestürtzt. In dieser Überreaktion. Klingt seltsam und auch wie Gefängnis aber... Wir haben unsere Fenster verriegelt und die Haustür abgeschlossen. Nur ZUR SICHERHEIT !!

Das sind so "meine gesammelten Erfahrungen", sie übereinstimmen mit deren ihres Kindes ein bisschen überein.

Einwenig Fürsorge und Einfühlsamkeit wird dem Kind wohltuen, wobei jedes Kind da anders ist.

MfG Chassandra, ich hoffe doch sehr das ich etwas Rat geben konnte.

Kommentar von Gerdamaria,

Wieso sollte man dich nicht ernst nehmen, nur weil du 17 bist? Deine Erfahrungen sprechen für dich!!

Kommentar von heartless94,

Ja, weil mich viele nicht für voll nehmen/halten. Manchmal denken Menschen. Ein solch junges Mädchen kann schlecht solch GROßE Erfahrungen gemacht haben... deshalb sage ich das. Entschuldige bitte.

Kommentar von rhapsodyinblue,

Ich nehme dich ernst und deine Antwort ist sehr schön und einfühlsam geschrieben.

Es ist keine Frage des Alters! Alles Gute für dich!

Antwort von Gerdamaria,
3 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Kann ich gut verstehen- hier ist guter Rat teuer. Dennoch muss es irgendetwas geben, was diese Ängste auslöst. Das kann natürlich die neue, ungewohnte Umgebung sein- sprecht ihn einmal darauf an, ob es wohl irgendetwas in der Wohnung gibt, was ihm Angst macht. Die Aussage mit der Angst vor Beschimpfung- wo kommt das her? Ist es vielleicht doch so, dass ihr oft mit ihm schimpft, ohne dass es euch bewusst ist? Dass du an den Wochenenden oft weg bist, bedingt nun mal die berufliche Situation, das ist nicht zu ändern, auch das muss man einem Kind ausführlich erklären. Wenn die Symptome sich verschlimmern und andauern sollten, würde ich ernsthaft in Betracht ziehen, einen Kinderpsychologen aufzusuchen. Kinderseelen sind empfindlich und oft sehr schwer durchschaubar. Ich wünsche euch viel Glück!

Antwort von Undsonstso,
2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

deine sorgen kann ich verstehen...allerdings weiss ich auch keinen verlässlichen rat

vllt. solltet ihr eltern bis zum termin die anfälle mal chronologisch dokumentieren.... inkl. vermuteter auslöser etc.

fragt mal inder kita nach,ob den erzieherinnen etwas ungewöhnliches aufgefallen ist an eurem sohn, an seinem verhalten.

versucht, euren sohn am besten nicht mit eurer eigenen ängsten zu beunruhigen und bemüht euch, so liebevoll und "normal" wie möglich zu bleiben euren kindern gegenüber.

alles gute.

Antwort von hacky11,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Hallo! Was Du hier beschreibst, hört sich nach Epilepsie an! Herumzappeln, verkrampfen, außer sich sein, unkontrollierte Bewegungen. Das einzige, was für mich dagegen spricht, ist, daß Dein Sohn sagt, er hätte Angst, daß Ihr schimpft.Solange diese Diagnose nicht ausgeschlossen ist, müßt Ihr folgendes beachten: Während eines Anfalls den Jungen nicht berühren! Es besteht, durch das Verkrampfen, die Gefahr, daß er sich verletzt! Wenn der Anfall vorüber ist, egal welcher Art der ist, dann nehmt Ihn in den Arm, sagt, daß Ihr Ihn liebt habt, aber überfordert Ihn nicht mit Fragen. Falls es Epilepsie ist , kann ich nur sagen, daß es eine Krankheit ist, wo die Meinungen über Auslöser, etc. auseinander gehen. Wo man zwar vieles weiß, einiges aber auch nur vermutet. Dazu gehört, daß Streß ein Auslöser ist. Dazu gehört auch der positive Streß, wie die Freude auf etwas Bevorstehendes. (Besuch in der Eisdiele..)Leider müßt Ihr bis zum Termin versuchen, damit zurechtzukommen! Ich wünsche Euch, daß schnell die Ursache gefunden wird, sodaß Ihr Euch nicht mehr so hilflos fühlen müßt, sondern konkret etwas tun könnt! Alles liebe, Anne

Kommentar von wladirect,

Hallo, ja ich hoffe, dass es keine Epilepsie oder desgleichen ist. Also er verkrampft jetzt nicht so stark, dass er sich nicht bewegen kann, sonder es sieht eher so aus, als versuche er irgend wohin zu fliehen und macht dabei sehr seltsame Bewegungen. Heute morgen war es wieder soweit, während der Fahrt zur Kita. Er ist fast eingeschlafen im Auto und dann plötzlich wieder ganz wach. Ich habe nur kurz ein "Oo" gehört und habe die verwirrten Augen wieder im Rückspiegel beobachten dürfen. Das was er mir nach seiner Attacke sagte "er hätte angst, dass wir mit ihm schimpfen würden" scheint mir eher eine Ausrede zu sein, weil er scheint es wirklich gar nicht zu wissen, wovor er tatsächlich während der Attacke Angst hat. Das seltsame ist auch, dass in der Kita keiner der Erzieher etwas seltsames bobachten konnte. Solange er spielt und voll aktiv ist, scheint es überhaupt keien Probleme zu geben. Manchmal habe ich das Gefühl er versinkt in seinen eigenen Gedanken und dann passiert es plötzlich. Es passiert leider auch nachts im Schlaf. Es wundert mich einfach, dass diese Ticks so plötzlich entstanden sind, vor etwas über einem Monat kannten wir dieses Problem gar nicht und nun stehen wir da und sind schon ständig auf der hut, wann es wieder soweit ist.

Danke nochmals für eure Antworten.

LG

Antwort von Pinova,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Bei Bekannten war es eine ähnliche Situation. Nachdem sie mehrere Ärzte abgeklappert hatten, stellte sich heraus, dass es eine Form der Epilepsie war. Medikamentös eingestellt, alles wieder schön. Ich drücke euch die Daumen, dass ihr an einen guten Arzt geratet, der die Ursache schnell feststellt. Ansonsten ist den Sofortmaßnahmetipps von den Anderen nichts hinzuzufügen.

Antwort von Freak2300,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Also das erste was ich jetz empfohlen hätte wäre genau das was ihr ja schon getan habt. Das mit Hirnströme messen.

Das würde ich wirklich erstmal abwarten. Die ärzte dort können euch dann sicher sagen wie es weiter gehen soll. Unnötige Panik eurer seits hilft dem kind warscheinlich auch nicht weiter.

Ich weiß durch meinen suchtberater der auch verhaltensterapeut ist etwas von einer Familienaufstellung. Ich weiß nicht ob es bei euch sowas gibt aber da kannst du dich ja mal schlau machen. Ich habe schon davon gehört das häufig probleme der Eltern auf Kinder übertragen werden können. Eine Familienaufstellung kann helfen die Probleme offen zu legen.

Das ist leider alles was ich dir dazu sagen kann. Ich wünsche euch alles gute und das ihr das schnell in den griff bekommt!

Antwort von susi3,

Dein Kind hat womöglich das Tourette-Syndrom, das bei Kindern von 3 - 11Jahren erstmals auftritt.

Hier mal eine Seite, die dir diese Krankheit genauer erklärt und wohin du dich wenden kannst.

https://idw-online.de/pages/de/news300454

Antwort von iris66,

was sagt der kinderarzt dazu?

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