Frage von BarisGs, 71

Panikattacke? Weiß nicht mehr weiter?

Hallo erstmal ich bin neu hier bin 28 j 196 cm 98 kg.

Also ich fange mal an , vor einem halben Jahr begann alles mit Herzstolpern die über drei Stunden gingen , bin direkt dann in kh gefahren wurde auf den Kopf gestellt ekg Blut abgenommen . Alles in Ordnung .

Dann FING ALLES AN !!!
Eine Woche nach dem kh begann Herzstechen ,Nervös ,Kloß im Hals ,Druck im Kopf ,Schwindel ,schmerzen im linken Arm ,Rückenschmerzen ,Herzstolpern , zittern , Zucken an der Schläfe in der Brust im Arm in den Beinen , also ab in die Notaufnahme. Langzeit ekg , Ultraschall , großes Blutbild , Blutdruck Überwachung . Alles okay . Schilddrüse wurde auch schon kontrolliert alles in Ordnung .

Mein Problem ist die ganzen Symptome habe ich immer noch mal schlimm mal geht's also ich weiß nicht wohin mit mir , ich will schon garnicht mehr raus es ist einfach eine Qual .

Kennt sich irgendjemand damit aus kann das alles wirklich von der Psyche kommen ?

Danke jetzt schon für die Antworten

Antwort
von samm1917, 30

Ich bin zwar kein Arzt und kann keine Ferndiagnose erstellen, doch das was du beschreibst klingt absolut klassisch für eine Panikattacke.

Hast du auch Angstgedanken wie "ich habe einen Herzinfarkt", "ich ersticke" und/oder "ich werde verrückt"?

Panikstörungen äussern sich häufig psychosomatisch wie Schwitzen, (eigebildete aber als real wargenommene) Herzprobleme, Zittern, Schmerzen, Atemprobleme usw.

Panikattacken sind meist wie Wellen, die schnell und ohne ersichtlichen Grund über einem herfallen. Ein weiteres Problem ist die Angst vor der Angst. Der Körper und die Psyche befindet sich in einem dauerhaften Alarmzustand und der Erwartung der nächsten Attacke. So geht es manchmal besser, manchmal schlechter aber man ist immer mit diesem Thema konfrontiert.

Ein weiteres häufiges Phänomen ist die Agoraphobie, also die Angst vor Menschenmassen oder weiten Plätzen. Dies kann soweit gehen, dass man sich kaum noch aus dem Haus traut. Man hat Angst ausserhalb des Hauses eine Attacke zu erleiden und sich nicht zurückziehen zu können. Man hat Angst vor einem Kontrollverlust, bzw. die Situation nicht mehr kontrollieren zu können.

Deine Beschwerden können also durchaus von einer Panikstörung stammen. Dies ist die Hölle, doch es gibt auch gute Nachrichten.

Angststörungen (zu welchen auch Panikattacken gehören) sind i.d.R. sehr gut behandelbar. Als Behandlung eignet sich vor allem eine Psychotherapie (z.B. Verhaltenstherapie). Bis diese wirkt kann es jedoch Monate, wenn nicht Jahre gehen.

In der Zwischenzeit oder bei starken Panikstörungen werden auch Medikamente eingesetzt. Allen voran Antidepressiva der SSRI/SSNRI-Klasse (http://deprimed.de/ssri-ssnri-sndri-nari/) wie z.B. Sertralin, Venlafaxin etc. Diese wirken gegen Angststörungen ironischerweise zuverlässiger als gegen Depressionen.

Der Nachteil von Antidepressiva ist, dass sie in den ersten 4-5 Wochen die Angst steigern können bis sie nach ca. 5 Wochen angstlösend wirken. Sie wirken also nicht sofort, zudem müssen sie täglich eingenommen werden. Ein weiteres Problem sind die Nebenwirkungen.

Als Notfallmedikamente werden in erster Linie Benzodiazepine wie z.B. Lorazepam oder Alprazolam eingesetzt. Diese wirken innert 20-30min enorm zuverlässig und sehr stark angstlösend. Bei einer Panikattacke sind diese Medikamente ein segen. Sie können einfach bei Bedarf (also nicht täglich) eingenommen werden und die Panikattacken sind wie auf Knopfdruck weg.

Das Problem von Benzodiazepinen ist, dass sie bei längerem und regelmässigem Gebrauch (nach ca. 4-8 Wochen) anbhängig machen. Man muss also aufpassen, dass der Segen nicht zum Fluch wird. Dazu ist eine enge ärzliche Überwachung notwendig.

Ich persönlich hatte immer Angst vor Abhängigkeit und habe desshalb nur in Notsituationen Benzodiazepine genommen (so etwa alle 3 Tage), nach 5 Wochen, als das Antidepressiva (Sertralin) zu wirken begann habe ich die Benzodiazepine komplett und ohne Probleme abgesetzt.

Ich will damit nicht sagen, dass du zwingend Medikamente nehmen sollst, nur wenn die Panikattacken zu stark werden ist es gut zu wissen, dass es Medikamente dagegen gibt. Ich persönlich hätte es ohne die enstprechenden Medikamente nicht ausgehalten.

Medikamente unterdrücken jedoch nur die Symptome. Es ist wichtig, dass du dich auch wenn du keine Symptome hast einer Psychotherapie unterziehst. Ich rate dir dringend, dich an eine Fachperson (Psychiater) zu wenden.

Kommentar von BarisGs ,

Ein sehr hilfreicher Beitrag Danke !!! Sehr detailliert und hilfreich !

Aber können die Schmerzen werden wodurch ausgelöst ?

Kommentar von samm1917 ,

psychosomatisch. durch das ungleichgewicht der botenstoffe bei panikattacken können auch schmerzen ausgelöst werden. dies ist eher die regel als die ausnahme. das schmerzempfinden ist im prinzip nichts anderes als ein chemischer vorgang im gehirn. ist die chemie im gehirn gestört kann dies auch schmerzen auslösen. dies kommt vor allem bei depressionen und angststörungen vor.

Kommentar von leamarie2904 ,

Ich würde dir sertralin empfehlen. Ich nehme das Medikament jetzt seit ca. 2 Jahren und es hat sich vieles deutlich verbessert.

Antwort
von Manja1707, 33

Na ja, Panikattacken äußern sich bei jedem ein bisschen anders. Ich leide darunter seit ich 20 war, nehme allerdings seit 15 Jahren ein Medi dagegen, da es sich nach Jahren noch zusätzlich verschlimmert hatte und da war ich sogar ein paar Wochen in Krankenstand.

Deine Beschwerden habe ich teilweise auch, teilweise nicht. Bei mir kann dank der Medis die ich nehme eine Panikattacke gar nicht mehr so richtig hoch kommen. Es gibt aber sehr wohl Tage, so wie heute zum Beispiel, wo ich einen schlechten Tag habe und doch Panik aufkommt.

Bei mir ist das Hauptanzeichen Herzrasen, das Gefühl keine Luft zu bekommen und Todesangst.

Gegen dein Herzstolpern würde ich dir erst mal Magnesium anraten, das hilft gut gegen Herzstolpern. Wenn du kein oder weniger Herzstolpern hast, hast du auch weniger "Herzangst", das alleine ist schon mal beruhigend.

Nachdem bei all deinen Unterschungen nichts rausgekommen ist, werden die Beschwerden wohl psychisch bedingt sein. Hast du denn etwas (oder mehreres) das dich belastet?

Kommentar von BarisGs ,

Ja hauptsächlich die Angst das ich einen Herzfehler habe oder einen Infarkt bekomme die Gedanken drehen sich in meinen Kopf die ganze Zeit .

Kommentar von Manja1707 ,

Ich würde mich von einem Internisten nochmal gründlich durchchecken lassen. Vielleicht kann dir das ein wenig die Angst nehmen. Und trink Magnesium, am besten noch in Kombination mit Kalium.

Kommentar von BarisGs ,

Ok Danke für die Antwort , war aber schon bei 5 kardios

Kommentar von Manja1707 ,

Dann würde mich mein nächster Weg zu einem Psychologen führen...

Antwort
von leamarie2904, 13

Wenn alle körperlichen Befunde negativ ausgefallen sind, würde ich auf eine Angststörung Tippen. Am besten ist es die Situationen in denen es dir so schlecht geht auszuhalten damit du merkst das nichts passiert. Mit der zeit gehen die körperlichen Symptome weg.
Such am besten einen Psychologen auf und versuche eine konfrontationstherapie.  

Antwort
von Pseudonym1999, 2

Was hat sich in deinem Umfeld getan? Was belastet dich? Machst du etwas das dir keine Freude bereitet?

Panikattaken (solange nicht erstmals durch drogen ausgelöst) sind ein weg mit dem dir die psyche zeit - ich bin belastet!

Entweder du stopfst dich den Rest deines Lebens mit Happy-Pills, Angsthämmern etc. voll, oder du suchst die Ursache.

Nimm dir eine Woche frei, geh spazieren vielleicht wo wo weniger leute sind, lass es dir richtig gut gehen und denke darüber nach was dich nicht fröhlich macht, belastet, was du in deinem leben machen und erreichen willst.

Und dann lass los - alles was dich belastet! Du willst nicht für immer deinen Job ausüben sondern eigentlich ganz was anderes machen? Dann kündige und mach dass was dich glücklich macht...

Du liebst deine Freundin/Freund eigentlich nicht wirklich, aber denkst dir jetzt die Beziehung abrechen wäre auch falsch? Mach Schluss und such die Frau/Mann deiner Träume!

Befreie dich von allem was dich belastet und unglücklich macht und ich verspreche dir die panikattacken werden verschwinden!!

Antwort
von Sensenmann666, 39

Oha. Geh zum arzt o.O

Kommentar von BarisGs ,

Bin ich fast jede Woche , organisch wurde alles abgeklärt

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten