Frage von lizziratlos, 54

Panik vor dem dem nächsten Arzttermin?

Ich versuche so sachlich wie möglich mein Problem zu beschreiben, bitte nehmt Euch die Zeit zu lesen, es könnte ein längerer Text werden.

Nach einem psychischen und körperlichen Zusammenbruch war ich 2010 in psychotherapeutischer Behandlung. Ich bin gelernte Hotelkauffrau und hatte bis dahin kaufmännisch gearbeitet. Nach 1 Jahr in Behandlung und der Androhung der Krankenkasse mich auszusteuern und um den Bezug von Arbeitslosengeld zu umgehen, habe ich mich entschlossen, als Kellnerin zu arbeiten. So habe ich die letzten 6 Jahre in unterschiedlichen Häusern gearbeitet und bin immer mehr an meine Grenzen gestossen. Körperlich und seelisch habe ich von Jahr zu Jahr immer mehr gelitten und am ende nur noch Angst vor jeder neuen Schicht gehabt. Angst vor den Gästen, Angst davor, dass Arbeitspensum nicht zu schaffen, Angst davor, dass der Rücken und der Ischias mich wieder und wieder lahmlegen. Um einigermaßen zu verdienen, muss man sehr hart arbeiten. Man muss in der Lage sein, unhöfliche Gäste, höflich zu stimmen und man muss sehr viel laufen, heben, rechnen und dabei immer freundlich sein. Kurzum: Ende Juli habe ich nun den Mut gefunden, meinen Hausarzt aufzusuchen (der mich gut kennt und zu dem ich ein großes Vertrauensverhältnis habe) und ihm folgendes zu schildern:"ich schaffe das nicht mehr, ich bin körperlich und seelisch am Ende. Ich nehme vor jeder neuen Schicht Ibuprofen 600-800 ein um entweder akute Schmerzen zu unterdrücken oder auch nur rein zur Vorsorge, um ja während der Schicht keine Schmerzen zu bekommen. Ich kann das nicht mehr machen, ich will wieder ins Büro zurück, aber ich kann nichts mehr, ich habe alles verlernt!" Er nahm mich also "bei der Hand", gab mir die Überweisung zum Orthopäden und schrieb mich wegen starker Erschöpfung zunächst für 2 Wochen am Stück krank. So blieb ich also zuhause und in den ersten 2 Wochen nahmen meine Schmerzen ab,der Körper entspannte sich und ich konnte erstmals wieder nachdenken. Der Orthopäde sollte mich dabei unterstützen, eine Umschulung oder ein fachliches Upgrade zu bekommen. Nur ich habe nichts als Angst, teilweise sogar Panik,ihm meine Probleme zu schildern. Ich kann mir eine Umschulung gar nicht leisten, ich kann das alles gar nicht. Ich habe den Mut derzeit gar nicht, diesen neuen Schritt zu machen. Ich kann eigentlich gar nichts. Ich weiß nur eins: ich brauche Mut und Kraft und wieder Selbstbewusstsein, um einen neuen Schritt zu machen und der muss ja auch gelingen. Morgen muss ich erneut zu meinem Hausarzt (ich bin jetzt 7 Wochen krankgeschrieben), die Krankenkasse hat mich schon angerufen und mir angeboten, einen Therapeuten zu suchen. Ich muss also morgen meinem Hausarzt eröffnen, dass ich den Termin beim Othopäden 2x abgesagt habe, dass ich das nicht schaffe und das ich eigentlich zum Therapeuten will, um mich für den nächsten Schritt bereit zu machen. Ich habe totale Angst vor diesem Termin, er wollte mir ja helfen, zurück ins Büro zu kommen.

Antwort
von Samika68, 10

Bevor Du an eine Umschulung denkst, solltest Du erst einmal richtig gesund werden.

Sag' Deinem Hausarzt ganz ehrlich, dass Du nicht beim Orthopäden warst  und lasse Dir stattdessen einen Psychologen und Therapeuten empfehlen!

Es klingt für mich nach Burn-Out/Depression und das solltest Du erst in den Griff bekommen, bevor Du dich wieder in einen Job oder eine Umschulung stürzt!

Du musst Deine Angst überwinden und den Ärzten gegenüber offen Deine Erschöpfung zugeben und um Hilfe bitten - es gibt sie!

Solltest Du ausgesteuert werden, meldest Du dich beim Arbeitsamt, denn - so, wie ich das verstanden habe - hast Du Anspruch auf ALG 1. Solange Du krankgeschrieben bist, wirst Du nicht vermittelt.

Vielleicht solltest Du auch über eine stationäre Reha-Maßnahme nachdenken. Hierzu kann Dir Dein Arzt und Deine Rentenversicherung Auskünfte erteilen.

Ich wünsche alles Gute und baldige Genesung!

Antwort
von Marakowsky, 12

Mach dir nicht so einen Kopf! Ich weiß, das klingt leichter als es ist. Ich war in einer ähnlichen Situation und kann dir versichern, dass dein Verhalten (Angst, Termin absagen, etc) absolut zum Krankheitsbild gehört. Ich war damals 9monate krankgeschrieben von meinem Hausarzt. Der hat das auch sehr ernst genommen und die Schergen der Krankenkasse stets abgebügelt und von mir ferngehalten.
In den ersten 3-4 Monaten habe ich es teilweise nicht geschafft mich der schlafklamotten zu entledigen, an einkaufen o.ä war gar nicht zu denken. Ich hab auch Tabletten bekommen, die erst nach gut 3 Monaten endlich Wirkung zeigten. Mein Arzt hat das damals so kommentiert: "was erwarten sie denn von ihrem Körper? Sie haben ihn jahrelang gequält, der braucht Zeit sich wieder zu erholen"
Kurzum, schildere ihm alles so wie du es hier gemacht hast. Mach eine Therapie, wenn du das willst und lass dir die Zeit, die dein Körper braucht!
Alles gute!

Antwort
von Feuerherz2007, 18

In deinem Fall ist ein Psychologe der richtige Ansprechpartner, auf keinen Fall alleine der Hausarzt! Ibuprofen ist hier ebenfalls völlig unangebracht, du benötigst nach Rücksprache mit dem Psychologen andere Mittel. Außerdem brauchst du im privaten Bereich eine weitere Person, die dir hilft, die therapeutischen Maßnahmen des Psychologen auch umzusetzen und nicht wieder "einzuknicken". Vergiß aber nie, dass jedes Tief wieder vergeht und man aus einer solchen Sache gestärkt hervorgehen kann, nimm es als Abschnitt in deinem Leben, wenn auch ein bitterer. Und noch ein vielleicht merkwürdiger Vorschlag: Beschäftige dich mit Tieren, beobachte sie und lerne von ihnen, wie sie sich an einfachen Dingen erfreuen. Ich möchte dies als die Harmonie der Tiere bezeichnen, die mir bei meinen Hunden und Pferden bis heute Freude bereitet, deshalb habe ich sie.


Antwort
von herakles3000, 6

Du must keinen Umschulung bezahlen den du brauchst sie aus gesundheitlichen gründen damit wäre zb die Rentenkasse oder die Krankenkasse zuständig wen sie es nicht sind ist das Arbeitsamt oder das jobcenter zuständig einer von diesen wird das bezahlen müssen in deinem Fall..Du muat keine Angst vor den Ärzten haben die könnten dir sogar helfen die Umschulung bezahlt zu bekommen oder das du dich zb wieder in deinem Alten Beruf einarbeiten kannst es gibt zb  für Frauen auch Programme um wieder ins Berufsleben einzusteigen. Vom zb Arbeitsamt,

Antwort
von ErsterSchnee, 22

Und was genau erhoffst Du Dir jetzt von uns?

Antwort
von Apfel2016, 18

und was ist jetzt das Problem? Dann sag dem Arzt das und such dir einen Therapeuten bzw lass dir Adressen von der Krankenkasse geben, die haben das doch schon angeboten. Dein Arzt kann dich ja erstmal weiter krankschreiben und du gehst zur Therapie, die werden dir da schon helfen.

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