Pädagogische Erklärung zum soziologischen Erklärungsansatz für Gewalt nach Heitmeyer?

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3 Antworten

Ich versuchs so wie ich das verstehe:
Die aktuelle Situation ist so, dass sehr viel Individualisierung stattfindet. Früher war das anders - jeder hatte jemanden (quasi) der ihn führte und ihm sagte was er tun soll - wie man sich entscheiden kann .... je System wurden einem die Antworten mehr oder weniger schon vorgelegt.

Dadurch dass nun alles individualisiert ist, muss man sich sehr oft seine Antworten selbst suchen - sobald man sich sein eigenes System baut - muss man die Antworten darin selbst definieren für sich. Es gibt keinen Ratgeber mehr.
Es gibt viele Menschen die sich selbst beantworten können - aber noch viel mehr, welche sich ohne Antworten von außen alleingelassen und hilflos fühlen. Nachdem es auch immer schwieriger wird, Ansprechpersonen zu finden welche sich darauf einlassen können - weil auch diese einem Individualisierungsprozess unterliegen - klafft das auseinander.

Zu blöddeutsch: Je individualisierter die Gesellschaft - desto mehr Einsamkeit weil weniger Halt

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Gruß Dich Stellamister!

Prof. Dr. Wilhelm Heitmeyer ist Innovationspreisträger 2013 in der Kategorie "Ehrenpreis

Text vom Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen.

http://www.wissenschaft.nrw.de/forschung/fortschritt-nrw/forschungsleistung-wuerdigen/prof-dr-wilhelm-heitmeyer/

Das Video auf der Webseite ließ sich bei mir nicht abspielen.

" Seine Kernthese lautet: Je weniger faktisch oder gefühlt materielle Sicherheit, soziale Anerkennung und persönliche Akzeptanz gegeben sind, desto stärker werden diejenigen ausgegrenzt, die anders sind als man selbst. Als weiteren Grund für Gewalt sieht Heitmeyer eine "rohe Bürgerlichkeit": Durch ein ökonomistisches Denken in der Gesellschaft würden Einzelne nach Nützlichkeit, Verwertbarkeit und Effizienz beurteilt."

Auch dies könnte weiterhelfen. Das alles zusammen wäre aber von Dir auch selbst im Internet auffindbar!

Herzlichen Gruß

Rüdiger

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Also erst mal vorweg - ich kenne die Theorie nicht. Ich kann dir nur sagen, wie ich mir das erklären würde. Der Entscheidungsdruck beziehe ich auf alle möglichen Dinge. Heisst man braucht eine eigene Meinung/ einen eigenen Weg, um Entscheidungen in deinem Sinne zu treffe. Hat man Mühe sich festzulegen, weil man z.B. ein sehr niedriges Selbstbewusstsein hat, blockiert man sich in seiner Entfaltung und somit seiner Selbstverwirklichung nur selbst. Man würde evtl. Gerne was erreichen, hat Ideen und Vorstellungen (nicht direkt Träume wie ein Superstar zu werdern), macht aber keinen wank, um sie zu verwirklichen. Ergo hat man das Leben nicht im Griff.
Das desintergrationspotenzial in dem Zusammenhang verstehe ich so, dass wir alle dazu in der Lage sind, wieder in so eine Phase der Hoffnungslosigkeit zu fallen (bsp. Midlife crisis) wo wir uns isolieren und desintegrieren, weil wir uns meist kurzfristig von unserem Weg runterbegehen und in einer Sinnkrise befinden, wo wir uns die Frage stellen: gehn wir den selben Weg weiter oder müssen wir einen neuen einschlagen? Was will ich?

Ich hoffe, ich habe es einigermassen verständlich erklärt.

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