Frage von Pachtaufzeit, 49

Pachtzeitvertrag für ein Wohnhaus - muss ich wirklich ausziehen?

Die Verpächterin hat mir vor fünf Jahren ein Pachtvertrag über fünf Jahren gegeben (sie ist leider vor 4 Jahren verstorben. Somit war ihr Mann Alleinerbe). Darin wurde die Laufzeit sowie einige Auflagen zur Sanierung und Renovierung festgehalten. Im Gegenzug wurde im 1. Jahr wenig Pacht vereinbart und im Laufe der Jahre aufgestockt. Jetzt bin ich bei einer Pacht von 480€/Monat, aber auch am Ende meiner Pachtzeit. Also bin ich ab 1. Mai 2016 kein Pächter mehr?? Mein Verpächter möchte nach Ablauf dieser Zeit von mir jetzt 900€/Monat. Das ist mir zu viel, aber auch nicht sofort ausziehen. Gibt es nicht es irgendwas, welches die Pacht ersetzt in Miete. Denn das Haus wurde und wird ausschließlich privat genutz!! Für viele interessante Antworten bin ich im Voraus dankbar.

Antwort
von kabbes69, 31

Pacht macht doch nur Sinn, wenn du aus dem Haus Früchte ziehen kannst und dabei bist du auch noch für die Erhaltung verantwortlich. Wieso macht man dann für ein privat genutztes Wohnhaus einen Pachtvertrag? Handelt es sich also tatsächlich um einen Pachtvertrag, oder nur um ein falsches Wort. Und der Spruch heißt Kauf bricht nicht Miete, aber bei einem gesetztem Datum bedeutet das m. W. sowohl bei Pacht als auch bei Miete = Ende. Und daher bist du wohl gezwungen dich zum 1. mit dem neuen Eigentümer auf neue Bedingungen zu einigen. Ob die 900€ jetzt gerechtfertigt sind,  (oder du die Möglichkeit hast Früchte im Wert von 500€ zu ziehen....? ) kannst du höchstens am Mietpreisspiegel abschätzen. So seh ich es mal. Je nachdem wieviel Geld du in die Instandhaltung investiert hast, würde ich das mal von einem Anwalt prüfen lassen. 

Kommentar von Pachtaufzeit ,

Ja, ich dachte, dass ich diesen Pachtvertrag als nichtig erklären kann, weil ich ja nur privat wohne. Außerdem hab ich aus einer Ruine in ein großartiges Gutshaus gemacht. In dem Vertrag war es aber auch vereinbart, dass ich das Haus renoviere. Die wenige Miete hat sich bisher noch nicht gleichermaßen rentiert, denn ich habe viel mehr investiert  (Umbaumassnahmen).
Ich dachte auch noch, dass ich ganz normal nach der Frist, ohne schriftl. informiert zu werden, dass ich ausziehen soll oder/und automatisch in einen unbefristeten Vertrag rutsche. Das wäre mein Optimum.

Kommentar von kabbes69 ,

Sei da vorsichtig, dein Vertrag endet, dafür benötigst du keine extra Aufforderung mehr. Und wenn du die gepachtete Sache nicht herausgibst, bist du im Verzug. Ob jetzt speziell § 597 BGB bei dir greift, kann ich nicht beurteilen. Um da ohne finanziellen Nachteil rauszukommen, benötigst du einen guten Anwalt. Du hättest ja besser gekauft, oder dich auf Mietkauf eingelassen. 

Antwort
von Pfaffenhofener, 19

Naja, 5 Jahre sind 5 Jahre, und die sind halt jetzt rum. Ein neues Angebot hast du ja, wenn du damit nicht leben kannst, nachverhandeln oder ausziehen. Ist leider so und war ja seit 5 Jahren bekannt. Dein Vertrag endet Ende April, da musst draußen sein - oder dich doch noch mit dem Verpächter einigen.

Kommentar von Pachtaufzeit ,

Ich hätte schon gedacht, dass ich auf die Miete zurückkommen kann. Denn Pacht wird sicher nur in der Landwirtschaft angewandt und würde die Miete ausspielen. Ohne schriftliche ankündigte Pachterhöhung oder Kündigung, dass ich ausziehen muss, bleib ich solang, sobald ich etwas passendes gefunden habe... Wenn ich ein Gesetz dazu bekommen könnte, hätte ich etwas in den Händen.

Kommentar von Pfaffenhofener ,

Er muß nicht ankündigen, dass du ausziehen mußt. Das ergibt sich von selbst aus dem auslaufenden Vertrag.

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