Frage von dekanor, 48

P Konto Pfändungsgrenze / Erläutern?

Hallo Zusammen,

ich bin seit dem 01.06. auf anraten meiner Schuldnerberatung in die Privatinsolvenz gegangen. Zeitgleich hab ich einen neuen Job bekommen und mir wurde mein Girokonto fristlos gekündigt.

Nun habe ich mir auf schnellem Wege ein neues Konto geholt und auf Anforderung meines Insolvenzverwalters das ganze in ein P Konto umgewandelt. Aber ich blicke da, trotz Gespräche mit meinem Sachbearbeiter nicht durch. Und lese häufiger von Kontosperrung oder Nicht Auszahlungen bei P Konten.

Zu meinem Stand:

Ich habe eine Freigrenze von 1478 € und verdiene momentan 2634,50 € Netto, wovon 575,98 € direkt über den Arbeitgeber an den Insolvenzverwalter gehen. D.h. monatlich werden mir noch 2058,52 € überwiesen.

Habe ich nun Zugriff auf die kompletten 2058,52 € oder nur auf die 1478 €?

Oder heißt es, das mir am Monatsende alles abgenommen wird, was über diesen 1478 € liegt? Und wie verhält es sich da mit dem Gehalt, was ja meist erst zum Monatsende kommt?

Vielen Dank im Voraus.

Antwort
von DieMoneypenny, 29

Wenn das dein einziges Einkommen ist und Dein Arbeitgeber ordnungsgemäß abführt empfehle ich Dir, Dein Konto unbeschränkt freigeben zu lassen. Dein Pfändungsbetrag und die Freigrenze, die bei der Bank hinterlegt ist, sind zwei völlig verschiedene Paar Schuhe. Ohne Freigabe führt Deine Bank alles über dem Konto-Freibetrag zusätzlich ab. An das Geld kommst Du auch nicht mehr ran. Also schnellstmöglich ans Amtsgericht schreiben und Einkommensnachweis mitschicken. Entsprechende Musterschreiben findest Du im Netz.

Kommentar von DieMoneypenny ,

Zu der Frage mit dem Monatsende: Das P-Konto wird - solange Du keine unbeschränkte Freigabe hast - zum Monatsende gesperrt. Dann wird geprüft, ob das Gehalt schon für den neuen Monat ist und die Freigrenze zum 1. oder darauf folgenden Werktag freigegeben.

Kommentar von dekanor ,

Danke, das ist ungefähr deckungsgleich mit der Aussage die ich gerade vom Insolvenzverwalter bekommen habe und widerspricht der meiner Schuldnerberatung. Das ganze hätte man wohl auch über eine Umschuldung regeln können und nun Stecke ich in der Insolvenz. Die Restschuldenbefreiung ist sehr gering, für mich auch nicht Lohnenswert. Jetzt muss ich sehen wie ich die PI schnellstmöglich verkürzt bekomme. 

Kommentar von DieMoneypenny ,

Schöner Mist. Schlechte oder falsche Beratung ist bei dem Thema leider keine Seltenheit. Oft ist auch "unnötiges" Lehrgeld dabei. Man muss sich mühsam alle Infos erfragen und ergoogeln.
Aber dann dürfte die Verkürzung auf drei Jahre ja zumindest möglich sein. Viel Glück!

Antwort
von CharaKardia, 32

Du hast nur Zugriff auf den Freibetrag.

Antwort
von Marshall7, 22

Du hast deinen Freibetrag über den kannst du verfügen ,alles andere ist futsch,was ist da nicht zu verstehen.

Kommentar von dekanor ,

Das der Freibetrag eben zu niedrig ist. Hab gerade mit dem Amtsgericht telefoniert. Da ich bereits über den Arbeitgeber abgaben leiste, muss mir der restliche Betrag von den genannten 2058,52 € komplett zur Verfügung stehen und darf nicht gepfändet werden. Das wäre eine Doppelpfändung und die ist nicht zulässig. Das muss man jedoch selbst über den Insolvenzverwalter beim Amtsgericht beantragen lassen, da es sonst doch zur unzulässigen Doppelpfändung kommt.

Kommentar von DieMoneypenny ,

Vollkommen richtig. Nur interessiert diese Unzulässigkeit niemanden. Das Geld ist "weg", wenn man nicht schnell genug handelt. Tipp: Mach es gleich selbst, direkt beim Amtsgericht. Insolvenzverwalter sind leider meist etwas träge und dann ist der Monat rum.

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