Frage von Sven9789, 90

P-Konto Freibetrag für Miet und Stromschulden ausgegeben und nun kein Geld mehr, was kann ich tun?

Hallo zusammen,

und Danke an alle schon mal im voraus! Es geht um folgendes:

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Auf meinem P-Konto lag eine Pfändung vor. Jetzt habe ich vorgestern eine Nachzahlung vom Jobcenter erhalten. Das waren ca. 1700 €.

Davon habe ich 460 € für eine noch offen gewesene Miete überwiesen und 400 € an den Stromanbieter,um meinen seit längerem gesperrten Strom wieder freizuschalten. 40€ Euro habe ich für Lebensmittel ausgegeben.

Das hieß mein Freibetrag von ca.900€ ist verbraucht. Da ich aber nicht wusste das Gläubiger auch ALG2 Nachzahlung einfach einziehen dürfen, und ich Miete und Strom nachgezahlt habe um wieder in meiner Wohnung leben zu können (habe bei freunden gewohnt) stehe ich nun da.

Meine Frage:

Komme ich an die restlichen 800€ ran, und was muss ich dafür tun ?

Ich Danke für jede schnelle Antwort.

Antwort
von mepeisen, 72

Da ich aber nicht wusste das Gläubiger auch ALG2 Nachzahlung einfach einziehen dürfen

Das dürfen sie auch nicht, wenn du dich mit dem richtigen Rechtsmittel zur Wehr setzt.

Schau, dass du bei einer anerkannten Schuldnerberatungsstelle (Caritas z.B.) einen Not-Termin bekommst. Also einen Termin so schnell wie möglich. Diese kann dir bescheinigen, dass es sich um eine entsprechende Sozialleistung handelt, die unpfändbar ist. Die Bank wird in der Regel dann das Geld nicht pfänden.

Sollte die Bank sich doch zur Pfändung entschließen wollen, kündige an, dass du bei Gericht eine Erhöhung des Freibetrages beantragst. Und dann machst du genau das bei einem dortigen Rechtspfleger.

Noch heute solltest du deiner Bank diese Schritte ankündigen. Damit die Bank den Betrag zurückhält und noch nicht an den Gläubiger überweist.

Kommentar von Interesierter ,

So eindeutig ist das nicht. Auch Sozialleistungen können grundsätzlich gepfändet werden. Gerade eine Nachzahlung als hoher Betrag wird sicherlich nicht so einfach zurückzuhalten sein.

Auch eine Erhöhung des Freibetrages kommt so einfach nicht durch. Dieser wird vom Gericht und nicht vom Schuldner festgelegt.

Kommentar von mepeisen ,


Auch eine Erhöhung des Freibetrages kommt so einfach nicht durch. Dieser wird vom Gericht und nicht vom Schuldner festgelegt.

Dir ist schon klar, dass ich geschrieben habe, dass man eine Erhöhung des Pfändungsfreibetrages bei gericht beantragen soll? Natürlich legt das kein Schuldner selbst fest.

Auch Sozialleistungen können grundsätzlich gepfändet werden

Dem habe ich nicht widersprochen. Hier steht nur in nahezu jeder Antwort (auch deiner) im Prinzip "Keine Chance". Das ist sachlich Quatsch. Sobald man Antrag auf Erhöhung des Freibetrages stellt, wird das Gericht prüfen, was das für Nachzahlungen waren, wird sie ggf. auf die vorherigen Monate aufteilen und dann schauen, ob in den vorherigen Monaten der Freibetrag überstiegen wurde.

Und genau das ist es, was der TE letztendlich ja erreichen will. Wo das dann landet am Ende, wird man sehen.

Das ist übrigens Standard-Prozedere für die Gerichte. Dass das irgendwie extrem schwierig wäre, es durchzubekommen, ist albern. Solange man Unterlagen beisammen hat und eine Erklärung des Amtes, für was das Geld ist, wird das Gericht auch den Freibetrag einmalig anheben.

Antwort
von Interesierter, 90

Da ist nicht viel zu machen. Alles, was über die Pfändungsfreigrenze hinaus geht, kann gepfändet werden. Da du deinen pfändungsfreien Betrag ausgegeben hast, ist nun nichts mehr da. 

Letztlich kannst du nur versuchen, auf deinen Gläubiger zugehen und versuchen, eine Ratenzahlung zu vereinbaren. Ob dieser sich darauf einlässt, ist fraglich. Du hast dich bisher erfolgreich um die Zahlung gedrückt. Und wenn der Gläubiger dich nun am Wickel hat, wird er wohl kaum Milde walten lassen. 

Kommentar von AalFred2 ,

Naja, man kann sich schon für die Nachzahlung von Sozialleistungen einen Freigabebeschluss vom Gericht holen, so dass sie nicht gepfändet werden kann.

Kommentar von Interesierter ,

So denn das Gericht diesem Antrag folgt. Das ist keineswegs ein Selbstläufer.

Das hätte aber dann schon vorher passieren müssen. Rückwirkend ist das nicht mehr möglich.

Kommentar von AalFred2 ,

14 Tage hat man schon noch Zeit. Da Sozialleistungen grundsätzlich pfändungsfrei sind, ist das natürlich ein Selbstläufer.

Kommentar von Interesierter ,

Da Sozialleistungen grundsätzlich pfändungsfrei sind

Da bist du im Irrtum. Auch Sozialleistungen können unter Beachtung der Freigrenzen gepfändet werden. Nur meist liegen die Freigrenzen so hoch, dass kein pfändbarer Anteil übrig bleibt. Bei einer Nachzahlung dürfte das aber anders aussehen.

http://verbraucherhilfe.de/schuldenratgeber/ratgeber-schulden/pfaendung-sozialle...

Kommentar von AalFred2 ,

Ja, du hast Recht, ich war unpräzise. Allerdings ist ALG2, wie auch in deinem Link beschrieben, unpfändbar. Das gilt selbstverständlich auch für Nachzahlungen.

Antwort
von Eraz1337, 75

Nein, das wird nichts. Ein Kumpel sein Konto wurde auch gesperrt - Zugriff auf nichts! Sofort bei dem Gläubiger angerufen und Ratenzahlung vereinbart 100 Euro angezahlt und tada Konto ist nach 2 Wochen wieder frei. An deiner Stelle mit dem Gläubiger telefonieren und sowas in Zukunft vermeiden!!

Antwort
von grubenschmalz, 68

Die werden an die Gläubiger abgeführt.

Antwort
von Marshall7, 51

Ja das ist blöd gelaufen ,du wirst wohl das Geld nicht mehr bekommen,bzw.ab 1. Dezember hats du wieder deinen Freibetrag über 1073 € ,überdieses kannst du verfügen.Du kannst versuchen ,über Gericht eine einmalige Sonderzahlung zu beantragen so hast du für den einen Monat einen um 500 € erhöhten Freibetrag.Ob das allerdings auch bei Nachzahlungen gilt ,weiss ich nicht.

Antwort
von ErsterSchnee, 79

Nein, kommst du nicht. Warum klappt das mit nicht mit einem Job?

Kommentar von Sven9789 ,

warum klappt das nicht einfach nur die frage zu beantworten ? 

Kommentar von ErsterSchnee ,

Kein Grund, pampig zu werden...

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