Frage von vettel06, 67

Opferrechte gegenüber der Polizei?

Habe ich als " Opfer " einer Straftat das Recht darauf das die Polizei die Ermittlungen einstellt , nachdem ein Dritter der davon erfahren hat, eine Anzeige erstattet hat ?

Freue mich auf eure ernsten Antworten.

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Antwort
von DerTimmy95, 57

Du kannst zwar grundsätzlich deinen Strafantrag zurückziehen, die Strafanzeige ist damit aber noch nicht vom Tisch. Die Staatsanwaltschaft entscheidet selbst, ob an der Aufrechterhaltung der Strafanzeige ein öffentliches Interesse vorliegt oder nicht. 

Liegt nun das besagte öffentliche Interesse vor, ermittelt die Staatsanwaltschaft trotz des Rückzuges des Strafantrages weiter. 

Bevor du jedoch deinen Strafantrag zurückziehst, bitte ich zu berücksichtigen, dass ein zurückgenommener Strafantrag nicht nochmals gestellt werden kann. Du solltest dir deine Entscheidung also wirklich gut überlegen.

Viele Grüße,

Timmy

Kommentar von Sirius66 ,

Ich denke, umgekehrt - oder?

Kommentar von DerTimmy95 ,

Nein, so rum ist tatsächlich richtig. 

Die Strafanzeige (Anzeige), ist quasi nur die Mitteilung an die Strafverfolgungsbehörden (Polizei, Staatsanwaltschaft) dass eine Straftat begangen wurde.

Was du aber zusätzlich, neben der Anzeige stellen kannst, ist der Strafantrag. Mittels des Strafantrages zeigst du den Strafverfolgungsbehörden dein Verlangen an, dass jemand wegen einer bestimmten Tat strafrechtlich verfolgt werden soll. Und diese Willenserklärung, dass jemand strafrechtlich verfolgt werden soll, kannst du zurückziehen.

Expertenantwort
von imager761, Community-Experte für Recht, 41

Das käme auf die Straftat an: Manche Straftaten gelten als Offizinaldelikte und die müssen auch ohne oder bei zurückgezogener Anzeige verfolgt und ermittelt werden. Sonst würden sich die Strafverfolgungsbehörden wg. Strafvereitelung im Amt verantworten müssen.

Allerdings läge es im Ermessen der Statsanwaltschaft, ob sie das Verfahren vor Gericht bringt oder im öffentlichen Interesse gegen Auflage einstellt.

Kommentar von Alien0127 ,

Jedoch gibt es auch Straftaten, bei denen grundsätzlich ein Öffentliches Interesse besteht.

Antwort
von implying, 67

wenn du als opfer deine aussage verweigerst, bzw leugnest dass ein verbrechen passiert ist hat sich die sache wohl auch erledigt. 

ansonsten hat das glaube ich was mit öffentlichem interesse zu tun... käme also drauf an was genau vorgefallen ist.

Expertenantwort
von Sirius66, Community-Experte für Polizei, 14

Man unterscheidet bei Straftaten ein Antragsdelikt und ein Offizialdelikt. Es gibt noch Unterstufen, aber wollen wir es erstmal dabei belassen. Bei einem Antragdelikt wird nur auf Antrag verfolgt. Beim Offizialdelikt bedarf es keinen Antrages. Einmal Strafantrag, geht es seinen Lauf und kann nur von der Staatsanwaltschaft selbst eingestellt werden.

Ich denke aber, das es bei dir eher um eine Strafanzeige geht. Das ist ein Unterschied. Die kann man auch zurückziehen, wenn sich kein Straftatbestand mit öffentlichem Interesse ergibt.

Gruß S.


Kommentar von Samuel87 ,

Müsste es nicht umgekehrt sein? Einen Strafantrag kann man zurückziehen, eine Strafanzeige nicht. Bei Offizialdelikten reicht daher die Strafanzeige; eines Strafantrages bedarf es nicht.

Eine Strafanzeige bedeutet, den Ermittlungsbehörden (Polizei, Staatsanwaltschaft) das Wissen zu übermitteln, dass eine Straftat begangen wurde. Wenn die das wissen, dann ist und bleibt das so und deshalb kann man auch eine Strafanzeige nicht zurücknehmen.

Der Strafantrag hingegen ist die Willenserklärung, dass der Geschädigte wünscht, dass der Täter bestraft wird. Diese Willenserklärung kann man zurückziehen.

Antwort
von Still, 26

Es scheint sich um ein Offizialklagedelikt zu handeln, weil sonst die Polizei keine Anzeige von einem Zeugen entgegen genommen hätte. Insofern kannst du lediglich die Aussage verweigern.

Antwort
von Sonnenstern811, 62

Wenn eine Straftat bekannt wird, muss ermittelt werden. Außerdem verstehe ich den Sinn deiner Frage nicht.

Kommentar von vettel06 ,

Ich möchte nicht das dieser Sachverhalt in meiner kleinen Heimatstadt große Wellen schlägt und wollte deshalb wissen ob ich darauf bestehen kann das die Polizei ihre Ermittlungen einstellt, wen weder ich als " Opfer " noch der Täter Anzeige erstattet haben. Manchmal sind andere Überlegungen wichtiger als eine Verurteilung des Täters herbeizuführen.

Kommentar von Sonnenstern811 ,

Am besten fragst du dann gleich mal heute auf dem Revier nach. Wenn jetzt nicht gerade noch ein Experte hier wacht, wird in diesen seltenen Fall vermutlich niemand bescheid wissen.

Kommentar von Dirndlschneider ,

Wenn tatsächlich ein Straftatsbestand vorliegt hast du es nicht mehr in der Hand , es ist von allgemeinem Interesse , dass gegen den Täter ermittelt wird .

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