Frage von Doppelich1997, 65

Opfer schwereren Raubes mit nachträglichen gewaltandrohungen seitens der Täter. Ich muss als zeuge aussagen. Was tun?

Hallo erstmal, wie oben beschrieben wurd ich anfang des jahres opfer eines schweren raubes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung und verstoß gegen das waffenschutzgesetz. Die 4 Täter (17-25 Jahre alt) wurden noch vor ort erwischt und abgefuehrt jedoch nach abschluss des verhörs auf freien fuß gesetzt bzw den Eltern übergeben. Die Täter sind übrigens alle vorbestraft (BtMG und körperverletzung und diebstahl) ich leide seit dem raub an PTBS und hab meinen alten job und wohnung verloren ausserdem war ich mehrere monate in stationärer Behandlung. Etwa 2 monate nach dem Raub hab ich angefangen drohungen von einem der täter zu bekommen (hatten meine daten wohl von der polizei bekommen und sie glauben lassen er wolle sich entschuldigen). Daraufhin hab ich selbstverständlich anzeige erstattet. Da ich zu den zeitpunkt leider anrufe noch nicht aufgezeichnet habe wurde die anzeige nach 6 wochen bereits wieder fallengelassen, weil der Täter darauf beharrte er sei es nicht gewesen. Bei dem fall ist es nicht geblieben und neine anwältin sind auch die hände gebunden. Ich muss nächste woche (trotz ausdrücklichen "verbot" meines arztes wegen retraumstisierungsgefahr) gegen den ersten Täter aussagen...jedoch werde ich mich aus angst dafuer entschieden meinen mund zu halten weil mir mein leben immernoch lieber ist und der staat sowieso eine aussage von mir unmöglich macht solang ich den Täter dabei gegenübersitze. Welche möglichkeiten bleiben mir..? Und ja ich weiß das ich mich selbst strafbar mache wenn ich als opfer/zeuge/nebenkläger nicht aussage.

Antwort
von AndreasSieg, 24

Wende Dich bitte mal an den Weißen Ring, die betreuen Opfer und wissen genau was vor Gericht möglich ist und was nicht und helfen Dir das durchzusetzen, was in Deinem Sinne ist. Die haben mir auch sehr geholfen, kann ich nur empfehlen.

Als Tipp: Darüber hinaus helfen sie Dir auch Mittel nach dem Opferentschädigungsgesetz zu beantragen, dir steht von staatlicher Seite eine Rente für die Folgeschäden zu - in Deinem Fall die PTBS.  Das Versorgungsamt muss einen Berufsschadensausgleich zahlen, wenn Du Deinen Beruf nicht ausüben kannst.

Antwort
von Frooopy, 41

Musst Du denn dem Täter bei der Aussage gegenüberstehen? Wenn Du eine posttraumatische Belastungsstörung hast, wäre das so ald ob man Dich mit 40 Grad Fieber wieder zur Arbeit am Band schicken würde.

Da kann man doch bestimmt rechtlich gegen angehn oder? Außerdem hast Du doch bestimmt schon eine Aussage gemacht oder nicht?

Kommentar von Doppelich1997 ,

Ja ich habe bereits aussgesagt, jedoch wird meine aussage nochmal vor gericht benötigt. als nebenkläger hab ich zwar das recht auf eine private aussage jedoch dauert das seine zeit bis sowas durch ist. als trauma patient faellt es mir allerdings sehr schwer solche sachen zu passender zeit durchzubringen da ich teils kaum das haus verlassen kann. Danke fuer die Antwort! (als zusatz: genau das wollen die täter versuchen, also mich einzuschüchtern da sie wissen das ich bei einer direkten überstellung keine chance hätte.)

Kommentar von Frooopy ,

Na Zeit sollte da keine Rolle spielen. Kinder die Opfer von Straftaten geworden sind, müssen zum Teil genau aus diesen Gründen auch nicht vor den Tätern aussagen.

Warum sollte dann so eine Regelung nicht auch bei Dir Anwendung finden? Bitte deinen Rechtsanwalt das zu beantragen. Alles andere wäre unmenschlich.

Viel Glück.

Antwort
von grubenschmalz, 40

Normalerweise hätte der Täter in U-Haft kommen müssen, aufgrund von Verdunkelungsgefahr

Kommentar von Doppelich1997 ,

Danke fuer die Antwort, aber leider nein da alle Täter einen festen wohnsitz haben. man muss dazu sagen das durch den Raub eine mittelgroße BTMG straftat seiten meines bruders aufgeklärt wurde. Die polizei ging davon aus das die Räuber nichts verdunklen wollten/können da zb ihr auto sichergestellt wurde.

Kommentar von grubenschmalz ,

Wenn sie dich bedrohen, ist das Verdunkelungsgefahr. Ich rede nicht von Fluchtgefahr.

Kommentar von Doppelich1997 ,

Im nachhinein lässt es sich nunmal nichtmehr nachweisen dementsprechend wurd auch die anzeige wegen bedrohung fallengelassen. leider gilt die unschuldsvermutung.

Antwort
von sinari, 26

Bestehe auf die Beurteilung deines Arztes!Kein Gericht kann dich entgegen den ausdrücklichen Rat eines Arztes zu einer Aussage zwingen-außer es werden Bedingungen geschaffen,die dein Arzt zustimmt und die für dich akzeptabel sind.


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