Ontologische Gottesbeweis, was ist das?

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3 Antworten

Die Ontologie ist die Lehre vom Sein, von der Existenz. Ein ontologischer Gottesbeweis ist also ein Beweis über das unterschiedliche Sein Gottes, über Sein qualitativ höheres Sein.

Wie ist das zu verstehen? Denke Dir eine erfundene Person. Diese von Dir erfundene Person in Deinem Gehirn hat Sein, hat Existenz, jedoch zu Deiner Existenz untergeordnet. Würde Dein Sein als Schöpfer dieser Person aufhören, würde auch die Existenz dieser gedachten Person aufhören. Und diesen Weg, den Du beim Denken einer Person ontologisch - im Sein - nach unten gegangen bist, quasi durch das Denken schöpfend, gehst Du nach oben - ontologisch - indem Du Dich als geschaffenes zwar existierend, aber Gott als Deinen Schöpfer ontologisch übergeordnet seiend denkst. Sehr abstrakt.

Deine Existenz ist so, wie sie ist. Du darfst sie in diesem Experiment nicht reduzieren, sondern musst das Sein Gottes qualitativ übersteigern, ohne das Deinige zu reduzieren. Damit hättest Du die Ontologie Gottes.

Bei der Beweisführung setzt man hier an, allerdings besteht große Gefahr des Zirkelschlusses, weil das Sein schwierig zu greifen ist, häufig in der Sprache wechselnden Bezug aufweist sowie bereits sprachlich nicht einfach ist.

Ontologische Beweisführung fängt entweder am Gottesbegriff an und erkennt an ihm das ontologisch höhere Sein (Beweis von Anselm von Canterburry, wohl Zirkelschluss oder vergleichbarer Fehler, da die Gewissheit des Denkens von der Existenz Gottes abgeleitet wird, so dass aus der Gewissheit des Denkens nicht unbedingt die Existenz Gottes abgeleitet werden kann) oder am Erkenntnisakt des Menschen über das Sein. Es geht wohl jedes Mal um die Bezug-Setzung Gott und Sein, häufig ausgehend vom eigenen Sein und vom eigenen Denken, welches den Gottesbegriff umfasst, jedoch nicht in sich als Teil wiederfindet, ihn daher nach außen projiziert mit dem höheren Sein. Man geht also bezüglich des Gottes ontologisch die Richtung nach oben (da der Gang nach unten ontologisch zu Gott widersprüchlich wäre) und erkennt Gott als etwas, was notwendiger existieren muss als man selbst, somit ontologisch übergeordnet, somit mehr existierend als der Denkende, somit existierend. Schwieriger Beweis, ich persönlich habe den Beweis eher nicht ganz umfasst.

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Quelle: Wikipedia

Der ontologische Gottesbeweis

Anselm von Canterburyarbeiten

Die erste bekannte Version des sogenannten ontologischen Gottesbeweises[2] wurde von Anselm von Canterbury (1033–1109) im Proslogion formuliert.[3] Auch René Descartes (1596–1650) hat auf diese Weise versucht, Gottes Existenz zu beweisen. Ontologisch bedeutet, dass Anselm und Descartes von der logisch-begrifflichen Ebene auf die Ebene des Seins (griech. to on, Genitiv ontos) schlussfolgern.

Anselm wendet sich mit seinem Beweis ausdrücklich an Gläubige, die die Inhalte ihres Glaubens verstehen wollen, oder sachlich gesagt, an einen das Verstehen suchenden Glauben („fides quaerens intellectum“). Ein solcher Glaube hat einen Begriff von Gott als einem, „worüber hinaus nichts Größeres (Vollkommeneres) gedacht werden kann“ („quo nihil maius cogitari potest“). Dieser „Begriff“ ist nach Anselm gedanklich nur dann widerspruchsfrei nachzuvollziehen, wenn Gott wirklich existiert. Seine Argumentationsstruktur beginnt mit einer Annahme des Gegenteils:[4]

1.Annahme des Gegenteils: Das, worüber hinaus nichts Größeres gedacht werden kann [d. i. Gott], existiert nicht in Wirklichkeit, sondern nur im Verstand.

2.Wenn (1), dann kann etwas gedacht werden, das größer ist als das, worüber hinaus nichts Größeres gedacht werden kann (nämlich ebendieses, jedoch mit der zusätzlichen Qualität, dass es auch in Wirklichkeit existiert, was dann größer ist als das lediglich Gedachte, welches nicht in der Wirklichkeit existiert).

3.Wenn etwas gedacht werden kann, das größer ist als das, worüber hinaus nichts Größeres gedacht werden kann, dann ist das, worüber hinaus nichts Größeres gedacht werden kann, etwas, worüber hinaus Größeres gedacht werden kann.

4.Das, worüber hinaus nichts Größeres gedacht werden kann, ist etwas, worüber hinaus Größeres gedacht werden kann [aus (1), (2) und (3) durch zweimalige Anwendung des Modus ponens].

5.(4) ist widersprüchlich und daher (1) falsch, d. h.: Das, worüber hinaus nichts Größeres gedacht werden kann [d. i. Gott], existiert in Wirklichkeit und nicht nur im Verstand [aus (1)–(4) durch reductio ad absurdum].

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Kommentar von Skibomor
12.06.2016, 12:14

Ich versteh zwar kein Wort - aber besser und ausführlicher als Wikipedia kann man es wohl kaum erklären.

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Kommentar von xxTOxx
12.06.2016, 13:08

Ja , denke ich auch. Es ist halt ein komplexes Thema!

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