Frage von Tiempo, 124

Online-Shop - Was bei Versand in Schweiz beachten?

Hallo,
ich habe einen Online-Shop gestartet und Versand ist auch in die Schweiz geplant. Ursprünglich habe ich gelesen, dass eine Netto-Rechnung ausgestellt werden kann - das allerdings scheint veraltet zu sein und Stand 09/15 muss die deutsche MwSt ausgestellt werden - also alles ganz normal.
Bei Versand in die Schweiz muss ich außerdem eine Rechnung für den Zoll außen anbringen (in so einer Dokumententasche). Ist das korrekt? Was muss ich noch beachten?

Vielen Dank schon einmal!

Antwort
von Scampivalenz, 100

Weil die Schweiz nicht zur EU gehört, wird sie als sog. "Drittland" bezeichnet. Warenlieferungen in Drittländer sind in Deutschland nicht umsatzsteuerbar, wenn Sie als Absender den Export nachweisen können. Dieser Nachweis wird mit einer sog. "Ausfuhrbescheinigung für Umsatzsteuerzwecke" erbracht, die Ihnen viele Paketdienste als Serviceleistung anbieten. Eine normale Postquittung, wie sie bei der Paketeinlieferung am Postschalter ausgestellt wird, genügt den anforderungen an eine solche Ausfuhrbescheinigung üblicherweise nicht. Es soll aber auch Finanzämter geben, deren Buchprüfer solche Quittungen als Ausfuhrnachweis akzeptieren. Je höher der Warenwert ist, desto eher sollten Sie einen korrekten Ausfuhrnachweis haben.

Hinweis: Es ist egal, ob es sich um Lieferungen an gewerbliche oder private Abnehmer in der Schweiz handelt. Solange Sie einen Ausfuhrnachweis haben, besteht keine Umsatzsteuerpflicht. 

Achtung, wenn Sie Produkte mit einem Wert von mehr als 1000 Euro exportieren, ist eine elektronische Ausfuhrerklärung erforderlich. Wenn Sie nur selten Waren mit solch hohen Werten exportieren, können Sie die Die Internet-Ausfuhranmeldung (IAA) nutzen. Dieses Verfahren ist für Unternehmen mit geringem Warenaufkommen gedacht. Wenn Sie hingegen regelmäßig teure Waren exportieren, müssen Sie das ATLAS-Ausfuhr-Verfahren (Automatisiertes Tarif- und Lokales Zoll-Abwicklungs-System) nutzen. Mit dieser Software werden Zollanmeldungen zur Überführung von Waren elektronisch erfasst.

Einfach und günstig ist es mit DHL (Post):

nimmst den Paketschein international und füllst den aus:

-

 

Beschreibung des Inhalts

 

(einfache Produktbeschreibung wie auf Rechnung auch reicht)

-

 

Netto- und Bruttogewicht

-

 

Warenwert

 

(inkl. Versandkosten! - unverständlich aber ist so)

- deine

 

Zoll-Nummer

 

wird auf dem Paketschein auch abgefragt, lässt du einfach leer, falls du keine hast, kein Problem

dann musst du noch deine

 

Rechnung in zweifacher Ausfertigung

 

zusätzlich zugänglich außen auf den Karton kleben (zusammen mit 2 bestimmten Durchschlägen des Paketscheins), da gibt es selbstklebende DIN A5-Folientaschen für, solltest du bei der Post bekommen.

bis hierhin gilt für alle Lieferungen in Drittländer mit DHL

als

 

wirklich besonderen Special für die Schweiz

 

musst du auf deine Rechnung aber noch diesen netten Spruch drauf schreiben:

Erklärung:

Der Ausführer der Ware, auf die sich dieses Handelspapier bezieht, erklärt, dass die Waren, soweit nicht anders angegeben, präferenzberechtigte EG-Ursprungswaren sind.

Ort - Datum - dein Name - deine Unterschrift

Ansonsten einfach mal bei der IHK anrufen.

Kommentar von Scampivalenz ,

Es freut mich wenn ich helfen konnte. Darf ich fragen womit du handelst ? 

Kommentar von Tiempo ,

Vielen Dank für die ausführliche und hilfreiche Antwort!
Noch eine kurze Frage. In einem Artikel aus 2015 steht: „Deutsche Grenzbeamte verweigern den Stempel. Den fragenden Schweizern wird erklärt, dass die deutsche Bundesfinanzdirektion zur Auffassung gelangt sei, dass online bestellte Waren keine Befreiung von der deutschen Mehrwertsteuer erhalten sollen."
Quelle: http://www.srf.ch/konsum/themen/konsum/deutschland-stoppt-mehrwertsteuer-rueckga...

Demnach muss ich doch die deutsche MwSt bei Verkauf in die Schweiz ausstellen? Sehe ich das korrekt?

Gehandelt wird eigens gestalteten Textilien.

Kommentar von Scampivalenz ,

Davon habe ich bis jetzt noch nichts mitbekommen. Hauptzollamt in Berlin übrigens auch nicht. Würde mich nicht wundern wenn das nur ein kurzes Intermezzo war. Das dürften so einige Geschäftspartner auch nicht besonders erfreulich gefunden haben. Auf der Rechnung muss in jedem Fall die MwSt ausgewiesen sein. Bezahlen müssen die Schweizer sowieso erstmal den Bruttopreis, das Geld bekommen sie dann i.d.R von den Schweizer Behörden wieder. Das ist dann nicht mehr dein Problem

Es gab mal die Möglichkeit mit einem Tax -Free -Schein. Da habe ich allerdings keine aktuellen Infos zu.  

Antwort
von berlina76, 84

Das die Versandkosten in die Schweiz nicht EU sondern nach Welt berechnet werden und dementsprechend hoch sind. 

Halte in deinen AGB fest, das du keine zusätzlichen Kosten die durch Zoll oder Lagerung in der Schweiz anfallen übernimmst.

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