Frage von potterfan1996, 124

Online-Einkauf unter falschem Namen?

Mir kam vor drei Tagen eine Mahnung von einem Inkassounternehmen ins Haus geflattert, dass ich wohl einem gewissen Online-Shop namens eis.de so ca. 50€ schulde. Ich hab dann versucht, dass selber zu ~regeln indem ich im Internet rumgesucht habe, was man so machen soll/kann - ich hab dem Inkassounternehmen ein Einschreiben gesandt, dass ich die Mahnung nicht bezahlen werde, mit Bestell- und Rechnungsnummer und allem drum und dran, was passiert ist etc., und ich hab eis.de eine Mail gesandt mit ungefähr dem gleichen Inhalt. Heute hab ich dann eine Antwort auf die Mail bekommen, darin stand, ich soll bei der Polizei Anzeige gegen Unbekannt erstatten, damit mir "die Kosten erstattet werden" (?) und dass sie dann mit der Polizei zusammenarbeiten werden.

Mein einziges Problem ist eigentlich nur, dass ich zutiefst verunsichert darüber bin, ob ich hier auch noch alles richtig mache. Ich weiß, dass zum Beispiel die Verbraucherzentrale und einige andere Ratgeber sagen, dass man sowohl Polizei als auch einen Anwalt einstellen soll, ich weiß aber nicht, ob letzter wirklich so dringend nötig ist (und vor allem wie viel der kostet und ob ich mir das leisten kann).

Dann ist da noch die Tatsache, dass ich noch nie eine Anzeige erstattet habe, marschier ich da morgen einfach auf die nächste Wache und sag ich will eine Anzeige erstatten, oder muss ich da an irgendeinen anderen bestimmten Ort? Und kontaktieren die dann auch wirklich den Online-Shop oder was passiert dann? Was mache ich in der Zwischenzeit? Kann sein, dass das total banal klingt (vlt. ist es das sogar einfach) aber ich hab tierisch Angst, dass ich irgendwas übersehen habe und mir irgendwie noch eine fette Geldstrafe oder einen Eintrag bei der Schufa einbrocke - oder dass das ganze aus irgendeinem Grund vor Gericht landet, was weiß ich.

Ich bräuchte einfach nur ganz dringend jemanden der mir sagt, ob ich noch auf etwas anderes achten soll, ob ich irgendwo einen Fehler gemacht hab und dass alles wieder gut wird ;_;

Wer mir weiterhelfen kann erhält meine unendliche Dankbarkeit und mein Erstgeborenes.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von kevin1905, 46

Heute hab ich dann eine Antwort auf die Mail bekommen, darin stand, ich
soll bei der Polizei Anzeige gegen Unbekannt erstatten, damit mir "die
Kosten erstattet werden" (?) und dass sie dann mit der Polizei
zusammenarbeiten werden.

Wirtschaftlich Geschädigter ist doch eis.de. Wenn also jemand eine Anzeige zu stellen hat, dann wären die es. Dir steht es natürlich frei ebenfalls eine aufzugeben, wenn deine Identität missbraucht wurde. Allerdings besteht unabhängig davon gegen dich kein Anspruch auf Zahlung, da du nichts bestellt hast.

Du hast die Forderung zurück gewiesen mit Hinweis auf eine vermutete Straftat.  Wenn du Anzeige erstattest, lass denen das Aktenzeichen zukommen und das war es.

Teile ebenfalls mit, dass du keine Forderung bezahlen wirst, da kein Vertrag zwischen dir und eis.de besteht und wennn man gegenteiliges beweisen kann, man doch bitte gegen dich Klage beim Amtsgericht [dein Wohnort] einreichen solle. Wird nicht passieren! Derjenige, der eine Positivbehauptung aufstellt, ist beweislastig.

Gelingt die Beweisführung nicht, wird der Richter die Klage kostenpflichtig für den Kläger abweisen.

Antwort
von franneck1989, 44

Wenn du nichts dergleichen bestellt hast: Ruhe bewahren. Deine Angst ist völlig unbegründet.

Deine erste Reaktion mit einem Widerspruch per Einschreiben war schonmal goldrichtig.

Sollte wirklich jemand auf deinen Namen etwas bestellt haben, kannst du Anzeige erstatten. Das ist allerdings keine Pflicht, auch wenn das Inkassobüro das so rüberbringen möchte. Ob du das tust, hat für die rechtliche Lage überhaupt keine Bedeutung. Ich würde hier auch eher den Online-Shop als Geschädigten in der Pflicht sehen

Ansonsten brauchst du nichts zu unternehmen. Ein Anwalt wäre völlig unnötig. Die Gegenseite ist in der Beweispflicht, wenn sie was wollen.

Antwort
von PcMuffel, 50

Zuerst einmal: zur nächstgelegenen Polizeidienststelle und eine Anzeige erstatten ( keine Angst, die beißen nicht ;) ) diese Art von Warenbestellbetrug kommt leider täglich vor. Von der Polizei bekommst du ein Aktenzeichen,  das gibt man an die Versandfirma und das Inkassounternehmen weiter. 

Alle vorhandenen Unterlagen zu diesem Fall mitnehmen. 

Nichts bezahlen!

Anwalt ist erst mal nicht notwendig 

Viel Erfolg

Kommentar von mepeisen ,

Man kann Anzeige erstatten. Müssen tut man es nicht. Das Inkasso verbreitet nur dummes Zeug, wenn es so tut, als habe man nun einen Zwang, eine Anzeige zu erstatten.

Antwort
von Tasha, 63

Anzeige kannst Du auf jeder Wache erstatten.

 Was mich persönlich irritieren würde: Die schicken Dir eine Mahnung an DEINE E-Mailadresse, an die aber zuvor noch nie eine Bestellbestätigung, Anmeldungsbestätigung vom Shop, Rechnung oder erste Mahnung geschickt wurde?

Als erstes würde ich dem Shop schreiben, die sollen mir mal meine Daten zusenden an die Adresse, an die die Mahnung ging und prüfen, ob unter_dieser Adresse überhaupt die Bestellungen eingegangen sind, die nicht bezahlt wurden. Daten: Sendungsadresse, Rechnungsadresse, Name usw.

 Manchmal haben sie ja vielleicht nur einen Buchstaben falsch geschrieben etc.

Das andere, was mir einfällt: Ich bekomme immer mal wieder Spam "vom Anwalt", ich müsse irgendetwas bezahlen. Ich wäre sogar darauf reingefallen, nur schreiben sie mir immer an einen Doppelnamen, und den zweiten Namen habe ich gar nicht (also Müller-Jenner statt nur Müller).

 Daher wäre mein erster Verdacht immer Spam, und ich würde Anrede und Mailadresse prüfen, den Anwalt googeln, die Mail (Betreff) googeln und erst mal sehen, ob andere Ähnliches erlebt haben.

Ich weiß nicht, wie heutzutage die Beweisführung läuft, aber sicher kann man im Extremfall beweisen, dass man keine vorherigen Mail bekommen hat und die Adresse - Mail, Rechnungs- und Sendungsadresse - herausfinden, an die die echten Bestellungen gegangen sind.Bis dahin würde ich nicht zu viele private Daten preisgeben!

Antwort
von miimaa, 45

also dein erstgebornes behalt doch mal schön für dich, das würdest du wohl noch bereuen;)

und erstmal es sind nur 50 euro, also stehst du ja nicht so katastrophal da! wie konnte überhaupt gleich ne inkassomahnung bei dir landen? dann hättest du ja auch die rechnungen vorher erhalten müssen und dass du da drauf nicht reagiert / widerspruch eingelegt hast war falsch.

aber auch das ist nicht so schjlimm, weil ja keiner nachweisen kann dass du das erhalten hast, weil nicht per einschreiben.

ich persönlich würde einfach erstmal anzeige erstatten, das kostet ja noch nichts und dann abwarten und sich nicht zu sehr stressen lassen.

Kommentar von Tasha ,

Eben, die Frage ist, ob Inkasseunternehmen überhaupt - seriös - per E-Mail versenden. Das Ganze könnte auch eine Abzockermethode sein. Daher finde ich auch die andere Antwort "Bezahle" nicht so toll, denn genau damit würden Abzockeranwälte ja rechnen: Man bezahlt "die kleine Summe" aus Angst vor Folgen. Wenn man nichts bestellt hat, sollte man auf keinen Fall einfach so bezahlen!

Kommentar von miimaa ,

ja hab dass das per mail ist auch glatt überlesen.. mail gilt vor gericht soweit ich weiß sowieso nicht solang nicht eine spezielle signatur / verschlüsselung verwendet wurde. und ansosnten vllt einfach mal an eis.de direkt schreiben / kundenservice was die dazu meinen und grade ohne vorherige rechnungen ist das alles sehr haltlos.

Kommentar von potterfan1996 ,

Ok sry wenn ich das oben nicht klar genug ausgedrückt habe... Die Mahnung kam per Post, das Inkassounternehmen ist Klarna. Wie seriös die sind weiß ich nicht, die Mahnung an sich wirkte noch relativ "freundlich". Es hieß nur, sie wollen mich an die Zahlung erinnern, Mahngebür wegen Verzug und dann noch, wenn ich bis 20.02. nicht bezahle gibt es noch mehr Mahngebühren und dass "Daten über die nicht vertragsmäßige Abwicklung von fälligen und unbestrittenen Forderungen and die Schufa Holding [...] übermittelt werden können [...]" Auf die Mahnung habe ich per Einschreiben reagiert, und noch keine Antwort erhalten (war ja auch erst vor drei Tagen oder so). 

Eine Rechnung kam meines Wissens nach nie bei mir an (was mich auch sehr stutzig macht), dann hätte ich da schon panisch reagiert^^ 

Den Kundenservice  von eis.de habe ich dann selber per Mail angeschrieben, das wurde dann noch an den "Second-Level-Support" weitergeleitet, und der hat mir das mit der Anzeige empfohlen, die ich dann auch gleich aufgeben gehen werde.

Auf jeden Fall schonmal danke für eure Hilfe, es beruhigt mich ein wenig, wenn ich mir die ganzen Antworten hier durchlese.

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