Frage von highheel1239, 386

Onkel ist wieder aufgetaucht?

Hallo. (Ich versuche das ganze jetzt kurz zu machen) und zwar, ich war damals 7-8 Jahre alt und meine Eltern waren mal irgendwo eingeladen wo ich nicht mit hin konnte.. Also hat mein Onkel (damals 22) auf mich aufgefasst. Als meine Mutter mich dann am nächsten morgen abgeholt hat habe ich angefangen zu weinen, da ich ihr aber erstmal nicht gesagt habe warum, sagte sie du brauchst nicht weinen du siehst Onkel Julian doch bald wieder. Im Auto hörte ich nicht auf zu weinen und sie hat mich wohl gefragt was denn los ist. Ich habe dann wohl gesagt das er mich so komisch an bestimmten Stellen angefasst hat und er dabei nackt war und ich ihn auch anfassen musste..Damals wusste ich natürlich nicht wirklich was das war und warum aber ich wusste das dass nicht richtig war. (Ich selber weiß das nicht mehr alles so gut doch Mama hat es mir erklärt) als das ganze rausgekommen ist, ist er untergetaucht, keiner aus unserer Familie hatte mehr Kontakt zu ihm oder wusste wo er hin ist. Naja, bis Dienstag.. Ich war mit meinen Freundinnen unterwegs und sah ihn in der Stadt, dieses Gesicht ist einfach unverwechselbar, zuerst habe ich jedoch gedacht, okay du bleibst ruhig warum sollte er jetzt wieder auftauchen. Doch es war er tatsächlich er kam am Mittwoch bei uns klingeln und sagte das er sich entschuldigen will, er hätte eine Therapie gemacht usw. Doch wir wollen einfach nichts mehr mit ihm zutun haben.. Ich kriege dieses Gesicht und die Bilder nicht mehr aus meinem Kopf und habe Angst das er mir in der Stadt oder sonst wo begegnet .. Was soll ich machen ?

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Antwort
von AngJuli, 227

Hey!
Ich bin 54 Jahre alt, Mutter eines achtzehnjährigen Sohnes und einer sechzehnjährigen Tochter und habe mehrere Jahre mit einer Psychotherapeutin für Kinder und Jugendliche zusammengearbeitet.
Das schreibe ich dir, damit du siehst, dass ich deine Frage ernsthaft beantworte und sowohl als Mutter als auch von meiner Arbeit Ahnung von deinem Problem habe.

Ich finde es sehr erschreckend, was du erzählst. Du bist als Kind Opfer von sexuellem Missbrauch geworden. Es ist nicht so wichtig, was damals passiert ist. Und das meine ich nicht in dem Sinne, dass du es nicht wichtig nehmen sollst, sondern dass du dir nicht von anderen einreden lassen sollst, dass es doch gar nicht so schlimm war oder nur ein Mal oder viel schlimmer hätte sein können.
Selbst sehr kleine Kinder haben schon sehr früh ein Gefühl der Scham und der Unantastbarkeit ihres Körpers. Wenn ich mir meine Tochter in deinem Alter vorstelle, weiß ich, was für ein ungeheures Verbrechen es gewesen wäre, ihren Körper zu berühren, sie zu Nacktheit zu zwingen und sich ihr als Erwachsener nackt aufzudrängen.

Dass du in Panik bist, ist eine sehr gesunde und völlig verständliche Reaktion. Ich weiß ja nicht, wie alt du bist, aber auch das ist eigentlich egal. Wenn du deinen Onkel nie wiedersehen willst, wenn du dich erschrocken hast, als du ihn plötzlich sahst, wenn du Angst hast, ihm zu begegnen, dann hast du den Schock von damals noch überhaupt nicht verarbeitet.

Du hast ein Trauma erlitten, dass aufgelöst werden muss und das geht nur mit professioneller Hilfe. Ich rate dir ganz dringend, such dir eine Psychotherapeutin (wahrscheinlich gehst du lieber zu einer Frau?), mit der du über alles sprechen kannst. Vielleicht kannst du dir nicht vorstellen, dass das hilft. Aber solche Therapeuten können tatsächlich das Erlebte in dir mit dir zusammen so verarbeiten, dass du dich zwar noch daran erinnern kannst, es aber seinen Schrecken für dich verloren hat.
Und das ist ganz wichtig! Du wirst dein Leben lang davon beeinflusst sein, auch wenn du es nicht bewusst merkst.

Deine Eltern oder auch du selbst könnt selbst bei irgendeiner Psychotherapeutin anrufen. Wenn du unter 18 bist, muss es eine sein, die auf Kinder und Jugendliche spezialisiert ist. Die Kosten müsst ihr nicht selbst tragen, die bezahlt die Krankenkasse. Du kannst der Therapeutin alles erzählen, in deiner Schnelligkeit, mit deinen Worten. Wenn du nicht reden möchtest, ist das auch in Ordnung, sie wird so viel Geduld haben, wie du brauchst. Und sie ist zu absolutem Schweigen verpflichtet! Selbst deinen Eltern darf sie nichts erzählen, was du ihr nicht erlaubst.
Aber sie wird auch mit deinen Eltern sprechen, wenn du es erlaubst, denn auch die müssen einen Weg finden, mit dem Geschehenen klarzukommen. Dieser Onkel ist ja der Bruder deines Vaters oder deiner Mutter, es sicherlich schwer, zu erkennen, dass der eigene Bruder ein Kind missbraucht hat, das man ihm anvertraut hat. Auch dabei kann die Therapeutin helfen. Und sie kann euch allen helfen, diesem Onkel unmissverständlich klarzumachen, dass er sich von euch und vor allem von dir für immer fernzuhalten hat!

Bitte such dir so schnell wie möglich Hilfe! Dies ist ein Problem, mit dem ein Mensch nicht allein klarkommen kann.

Ich wünsche dir von Herzen alles Gute!

Antwort
von RastaNina, 184

Wär vielleicht am besten du machst auch eine Therapie, vor allem wenn du ihm jetzt vielleicht öfter über den Weg läufst! Das könnte dir sicherlich helfen, die Bilder zu verarbeiten und damit klarzukommen, dass er vielleicht wieder in deiner Stadt wohnt!! Alles Gute!!

Antwort
von mimi142001, 191

Du kannst eine Therapie machen und du kannst ihn immer noch anzeigen und du hast die Möglichkeit das er sich dir nicht mehr nähern darf per Gericht einzuklagen
Die anderen haben dir schon so viel geschrieben das ich jetzt nicht auch noch anfange

Antwort
von Fairy21, 166

Dann mach eine Therapie, um es aufzuarbeiten.

"..Damals wusste ich natürlich nicht wirklich was das war und warum aber ich wusste das dass nicht richtig war."

Das kann man als instinktives Wissen bezeichnen.

Antwort
von Powergirl2222, 145

Ich kenne das. Zwar nicht so wie du, aber schon. Und er hat mich auch nicht im Scharmbereich und auch nicht nackt angefasst, aber trotzdem. Es war ein Junge aus meiner alten Schule. Ich konnte ihn nicht leiden. Er war wohl unsterblich in mich verliebt und war mir immer ganz ganz nahe. Er hat mich verfolgt und belästigt. Ich hatte immer gesagt, das er bitte aufhören soll, aber er hat weiter gemacht. Er hat mich geküsst, angefasst und mehr. Und er ist Sehbehindert und hörbehindert und sabbert. Er hat mich angesabbert. Seitdem habe ich Berührungsängste. Ich krieg Panik wenn mir jemand nur aus Hilfsbereitschaft anfasst. Nun ist es besser und ich kann es nur aus Hilfsbereitschaft und nur bei Personen die ich sehr mag ab. Du bist nicht alleine. Ich brauche da auch Hilfe. Ich bin desshalb auch bei einer Psychologin. Sie hilft mir bei vielen Problemen. Ich würde dir aus eigener Erfahrung auch eine Therapie empfehlen.

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