Frage von Schwampel, 64

On Vista Bank will ganz viele Sachen wissen - Wie ehrlich sollte man da antworten?

Ich richte grade mit jemandem dessen On-Vista-Online-Banking-Konto ein und die wollen zu allen verschiedenen Wertpapieren wissen, ob man schon damit Erfahrungen hat und wieviele Transaktionen man in den jeweiligen Kategorien in den letzten 3 Jahren getätigt hat. Welche Auswirkungen haben die Antworten, die man darauf gibt? Wäre es von Nachteil einfach ehrlich zu antworten: Keine Kenntnisse, keine Transaktionen getätigt?

Antwort
von Zappzappzapp, 24

Diese Fragen werden normalerweise von jeder Bank gestellt, wenn man (online) Wertpapiergeschäfte machen will. Die Banken haften nämlich für Falschberatung.

Da online-Geschäfte in der Regel ohne Beratung ablaufen, soll damit sicher gestellt werden, dass der Kunde weiß, was er tut. Wer bisher keine Erfahrungen mit verschiedenen Wertpapierarten hat, soll diese zu seinem eigenen Schutz auch nicht ohne Beratung machen können.

Deswegen werden die Kenntnisse entsprechend eingestuft und nur die Geschäfte freigegeben, mit denen derjenige laut eigenen Angaben entsprechende Erfahrungen hat.

Damit ist der Kunde geschützt und die Bank von einer möglichen Haftung frei.

Es ist also von Vorteil, wenn man ehrlich antwortet. Wenn man keine Ahnung von bestimmten Wertpapieren hat, sollte man diese Geschäfte auch besser lassen, bzw. diese nur mit einer Beratung durchführen.

Wer falsche Angaben macht, hat zunächst mal keinen direkten Nachteil. Er darf dann eben Wertpapiergeschäfte machen von denen er (einfach gesagt), keine oder zu wenig Ahnung hat oder er darf Geschäfte machen, die risikoreicher sind als er eigentlich selbst will. Trotz anders lautender Antworten frage ich mich, wie unvernünftig müsste man dazu eigentlich sein? Den Schaden hat man im ungünstigen Fall am Ende selbst.

Ich kann jedenfalls auf keinen Fall empfehlen, sich falsch einzustufen.

Antwort
von KaterKarlo2016, 24

Eine reine Absicherung für die Bank, im Endeffekt eine Haftungsfrage.

KaterKarlo2016

Kommentar von Schwampel ,

Danke.

Kommentar von Zappzappzapp ,

Stimmt nicht, es ist auch zum Schutz des Kunden!

Antwort
von Traveller24, 27

Lass es mich so ausdrücken: Wenn Du ein 500PS-Powerboot ausleihen willst, dann fragt Dich der Verleiher nach Deinem Boots-Führerschein. Wenn Du keinen hast, ist es dann von Vorteil oder von Nachteil zu behaupten, Du hättest einen?

Deine Antwort bei Onvista hat Auswirkungen darauf, welche Wertpapiere man Dich handeln lässt. Wenn Du "keine... keine..." angibst, dann wirst Du nicht ohne weiteres für den Handel mit sehr riskanten Papieren wie Optionen und Futures etc zugelassen.

Ob das jetzt ein Vorteil oder ein Nachteil ist, hängt von Deiner Sichtweise ab. Wenn Du hier falsche Angaben machst und Dich als erfahrener Anleger ausgibst, dann hat das für Dich natürlich den Vorteil, dass Du alles handeln kannst was Da so angeboten wird. Es hat natürlich aber auch den Nachteil dass Du Dich an Dinge heranmachst, die Du aufgrund mangelnder Erfahrung möglicherweise nicht beherschst und deren Risiken Du aufgrund mangelnden Wissens nicht einschätzen und Haus und Hof verlieren kannst. Und dann kannst Du nich nicht mal die Bank verklagen, da Du ja falsche Angaben gemacht hast.

Antwort
von napoloni, 33

Meine Erfahrung ist, dass man sich besser erfahrener und risikobereiter einstuft, als man tatsächlich ist.

Für die Bank geht es einfach darum, nicht für dein Tun zu haften. Wenn du fehlende Erfahrung oder wenig Risikobereitschaft anzeigst, wird sie automatisch alle Geschäfte für dich sperren, die nicht dazu passen.

Das wird deine Möglichkeiten extrem einschränken.

Kommentar von Zappzappzapp ,

Was gibst Du denn für Antworten?

Wenn Du für dich selbst so handelst, ist das ja Deine Sache, das musst Du selbst verantworten.

Aber anderen zu empfehlen, falsche Angaben zu machen, um mehr Risiko eingehen zu können als sie selbst eigentlich wollen und Geschäfte zu machen, von denen sie keine ausreichenden Kenntnisse haben?

Es geht im ungünstigen Fall um viel Geld was man verlieren kann!

Kommentar von napoloni ,

Wenn meine Handlungsfähigkeit durch den Fragebogen beschränkt wird, verliere ich auf jeden Fall Geld. Dann darf ich etwa die Aktie eines seriösen und sicheren Nebenwertes nicht kaufen, weil er nicht im Dax ist. Oder ich darf überhaupt keine Aktien kaufen sondern bestensfalls irgendwelche Fondsanteile, für die ich einen Aufgabeaufschlag von 5,26% sowie eine jährliche Verwaltungsgebühr an die Bank entrichte.

Der korrekt ausgefüllte Fragebogen lässt es nicht zu, dass ich mich bei Finanzanlagen weiterentwickele; er berücksichtigt dabei noch nicht einmal, mit welchem Geldvolumen ich eine Transaktion durchführen möchte. Wenn ich 1 Million Aktienkapital im Depot habe, und dann auch mal für einen Tausender Optionsscheine ordern möchte, sperrt mich das System, weil diese Transaktion nicht mit meinem Erfahrungsschatz oder meiner Risikobereitschaft zusammenpasst. Aha... und was für ein Risiko wäre das, 1.000 von 1.000.000?

Schwampel wird ja nicht den Fragebogen ankreuzen und danach direkt sein komplettes Kapital auf die 13 setzen. Ich kenne keinen Fall von Leuten, die sich durch einen falsch ausgefüllten Fragebogen um ihr Erspartes gebracht haben.

Dementgegen darf sich jeder Depp mit Finanzierungskäufen im Möbelhaus, bei Otto oder im Saturn hoffnungslos überschulden. Und da gibt es ulkiger Weise keinen Fragebogen, ob man schon einmal auf Kredit gekauft hat, mit Schulden Erfahrung hat und ob es dem eigenen Risikoprofil entspricht, die eigene Überschuldung zu riskieren.

Merkste was?

Kommentar von Zappzappzapp ,

Ich möchte hier keine Diskussion anfangen über Fälle, in denen dieser Fragebogen für den Einzelnen mal nicht passt, die gibt es sicher. Ich selbst habe auch nicht alles korrekt ausgefüllt, aber ich weiß was ich tue und übernehme die Verantwortung für mich selbst.

Ich würde dies aber niemals anderen empfehlen, von denen ich keinerlei Informationen über deren Wissen habe.

@Schwampel stellt die Frage ja noch nicht einmal für sich selbst, also weiß man über den Betroffenen gar nichts. Was der also mit der Auskunft macht und ob er nicht doch "alles auf die 13" setzt, wie willst Du das beurteilen?

und

Ich kenne keinen Fall von Leuten, die sich durch einen falsch ausgefüllten Fragebogen um ihr Erspartes gebracht haben.

Der falsch ausgefüllte Fragebogen bringt niemanden um sein Erspartes, aber die damit eröffnete Möglichkeit, Geschäfte zu machen, von denen man nichts versteht. Dass Dir solche Fälle nicht bekannt sind, bedeutet gar nichts.

Wer würde sich schon gerne damit hervor tun wollen:

"ich habe den Fragebogen falsch ausgefüllt und dadurch Geschäfte machen können, mit denen ich viel Geld verloren habe"

Und dass "jeder Depp sich ohne Fragebogen bei Finanzierungskäufen überschulden kann" finde ich auch schlimm, aber da gibt es ja noch die Schufa und das hat mit der ursprünglich gestellten Frage nichts zu tun.

Kommentar von Traveller24 ,
Ich kenne keinen Fall von Leuten, die sich durch einen falsch ausgefüllten Fragebogen um ihr Erspartes gebracht haben.

Ich kenne da leider einige. Ich bin in den letzten Jahren öfter mal auf Leute gestossen, die entweder in Foren oder im realen Leben Fragen gestellt haben im Sinne von "Mein Geld ist weg, wie konnte das passieren?" und denen ich dann nach Betrachtung des Sachverhaltes erläutern muss, warum ein CFD  der Telekom auf Null fällt wenn die Telekom-Aktie gerade mal um 5% fällt oder warum sogar die Bank kommt und noch mehr Geld haben möchte.

ich hatte selbst hier im Forum schon mal jemanden der eine Frage stellte die ungefähr lautete " Ich habe gestern eine Öl-Aktie gekauft, da steht jetzt Null, warum?" und beim näheren hinsehen ergab es sich, dass er Futures gekauft hatte, was für ihn das gleiche war wie eine Aktie. Ich hab hier auch schon Leute gehabt, die hatten Aktien von Apple gekauft und wollten wissen, wie sie die jetzt "an Apple zurückgeben" können.

Jemand der wie von Dir beschrieben immerhin schon mal den Unterschied zwischen Nebenwerten und DAX kennt, zumindest Ahnung von Ausgabeaufschlägen hat oder 1 Mio € an Kapital aht, der wird durch diese Sicherheitsregeln auch nicht davon abgehalten, die von Dir beschriebenen Geschäfte zu machen.

Abgesehen davon sind diese Fragebogen nicht die Erfindung der Banken, sondern vom Gesetzgeber gefordert.

Kommentar von napoloni ,

Gut. Und was wäre nun das Ergebnis für den Fragesteller:

Wäre es von Nachteil einfach ehrlich zu antworten: Keine Kenntnisse, keine Transaktionen getätigt?

Was darf er nach korrekter Bearbeitung des Bogens noch machen?

Kommentar von Zappzappzapp ,

Was er genau machen darf, wird ihm die Bank schon mitteilen bzw. steht in den Unterlagen.

Und wenn er ohne jede Kenntnisse und ohne jede Erfahrung bestimmte Geschäfte nicht machen kann, ist das auch sehr gut so, dabei bleibe ich.

Zum zweiten Kriterium, der Einschätzung der eigenen Risikobereitschaft: Wenn ich mich selbst als absolut riskoscheu einschätze, was hätte ich davon, mich als risikofreudig einzustufen, um Geschäfte machen zu können, die ich nach eigener Einschätzung ja gar nicht machen will. Das wäre die Krönung des Absurden.

Er kann sich eine Bank mit Beratung suchen. Niemandem wird verboten, die riskantesten Geschäfte zu machen und sich möglicherweise auch zu ruinieren. Daher ist es völlig richtig, dass er wenigstens vorher "gezwungen wird", sich über die Risiken zu informieren. Dann kann er ja den Bogen unterschreiben und immer noch machen was er will.

Und um dem nächsten Argument vorzugreifen:

Natürlich ist die Beratung der Banken in vielen Fällen katastrophal, aber das ist ein anderes Thema.

Und damit das hier nicht endlos weiter geht:

Die Frage war nach möglichen Nachteilen einer falschen Antwort. Ich habe geschrieben

Wer falsche Angaben macht, hat zunächst mal keinen direkten Nachteil. .... Den Schaden hat man im ungünstigen Fall am Ende selbst.

Ich hör jetzt mal auf mit dem Thema, bis hier liest wohl ohnehin kaum jemand und eigentlich ist ja bald alles schon doppelt gesagt.

Kommentar von napoloni ,

Was er genau machen darf, wird ihm die Bank schon mitteilen bzw. steht in den Unterlagen.

Ja. Also bleibt ihm ohne bisherige Börsenerfahrung jedwedes Aktiengeschäft untersagt und er kann nicht an der Wirtschaft teilhaben. Statt der an der Börse üblichen Verdoppelung des Kapitals nach 10 Jahren darf er dann in Tagesgeld für 0,25% Zinsen anlegen.

Für viele nicht übermäßig verdienende Leute wäre damit Altersarmut vorprogrammiert. Toller Vorschlag.

Und wenn er ohne jede Kenntnisse und ohne jede Erfahrung bestimmte Geschäfte nicht machen kann, ist das auch sehr gut so, dabei bleibe ich.

Das mag für manch Anlagen stimmen, aber mindestens Aktien, ETFs und Anleihen sollten drin sein. Man muss ja auch keinen Führerschein haben, um ins Fahrschulauto zu steigen, mit dem man einen Führerschein erwerben möchte. Erfahrung bekommt man nicht durch Nichtstun.

Zum zweiten Kriterium, der Einschätzung der eigenen
Risikobereitschaft: Wenn ich mich selbst als absolut riskoscheu
einschätze, was hätte ich davon, mich als risikofreudig einzustufen, um Geschäfte machen zu können, die ich nach eigener Einschätzung ja gar nicht machen will. Das wäre die Krönung des Absurden.

Wie soll das eigentlich passieren, dass ich Geschäfte mache, die ich nicht machen will? Ist mir in 20 Jahren nicht passiert.

Und was ist Risikobereitschaft? Wenn ich mir ein Aktiendepot anlege, möchte ich wahrscheinlich in Aktien anlegen. Ist das riskant, ja oder nein? Aktien können auf den Wert Null sinken, sind also riskant, wirst du sagen. Wird dabei denn auch berücksichtigt, dass ich vielleicht auch hier noch meine Millionen auf einem Sparbuch habe, dort vielleicht noch eine Immobilie und eine Betriebsrente und dieses jenes welches? Nein. Der Fragebogen berücksichtigt nicht meine persönlichen Verhältnisse, nicht mein Vermögen und wie ich es aufgeteilt und Risiken gestreut habe.

Der Fragebogen ist Bockmist, wenn man ihm über die Nichthaftung der Bank hinaus Bedeutung beimisst.

Und auch wenn ich kein Banker-Basher bin: Das mit der Beratung war doch wohl ein Witz?

Kommentar von Zappzappzapp ,

Nur zu Deinem letzten Satz. Ich habe gesagt:

Natürlich ist die Beratung der Banken in vielen Fällen katastrophal, aber das ist ein anderes Thema

Ansonsten, Du hattest das letzte Wort und von meiner Seite ist alles gesagt.

Antwort
von Sonnenstern811, 40

In der Hoffnung, dass meine Antwort wenigstens von der Grammatik her dein Wohlwollen bekommt, antworte ich dir:

Die Banken sind selbstverständlich zur Einholung dieser Auskünfte verpflichtet. Und zwar zum Schutz der Anleger.Längst nicht jedes Produkt ist für weitgehend unbedarfte Kunden geeignet.

Das Erschrecken nach herben Verlusten könnte sonst gewaltig sein und andernfalls die Bank dafür zur Haftung herangezogen werden.

Kommentar von Schwampel ,

ging bei der kritik an der anderen antwort weniger um die grammatik, als darum, dass sie eben meine frage nicht beantwortet.



"Welche Auswirkungen haben die Antworten, die man darauf gibt? Wäre es von Nachteil einfach ehrlich zu antworten: Keine Kenntnisse, keine Transaktionen getätigt?"


Kommentar von Sonnenstern811 ,

Es kommt ganz darauf an, welche Werte gehandelt werden sollen. Wird nur aus den großen Indizes gekauft, braucht es keine zusätzliche Erfahrung.

Zum Handel Handel mit Zertifakten gleich welcher Art, Optionscheinen oder gar CFD braucht es schon einiges an Börsenerfahrung. Bei letzteren kann die Haftung gar weit über das Engagement hinausgehen.

Das ist sogar großen Namen passiert, als die Schweizer Nationalbank die Kursgrenze zum Euro fallen gelassen hat. Trügerische Sicherheit auf dem Weg In die Pleite. Also besser vorsichtig sein.

Antwort
von Omikron6, 19

Wenn die Bank "durch irgendwelche Umstände" erfährt, das die Angaben unzutreffend sind, könnte es durchaus Probleme geben. Also immer ehrlich bleiben. Du hast doch keinen Schaden dadurch. Hinterher ist es immer schwierig, alles wieder in Ordnung zu bringen.

Antwort
von Smartdude, 26

Das meiste muss laut Wertpapierhandelsgesetz gefragt werden. Stell dich also in dem Fall nicht schlauer als du tatsächlich bist.

Kommentar von Schwampel ,

das "also" in deiner antwort ist leider fehl am platze, da zwischen deinen beiden sätzen überhaupt kein nachvollziehbarer kausaler oder konsekutiver zusammenhang besteht.

Kommentar von Smartdude ,

Auch wenn du ihn nicht erkennst, kann er trotzdem da sein. Willst du nun eine Antwort auf deine Frage oder den Deutschlehrer spielen?

Kommentar von Schwampel ,

eine antwort auf die frage und die bist du halt schuldig geblieben, da das "also" im zweiten satz keine grundlage hat, auf die es sich bezieht.

Kommentar von Zappzappzapp ,

Nun hört doch mal auf zu streiten, das ist doch bloß ein Missverständnis! ;-)

@Smartdude hat mit seiner Antwort gemeint, dass Du Dich im Fragebogen der Bank nicht schlauer machen sollst, als Du bist. Das ist doch die Antwort!

Das "also" ist nur ein eigentlich überflüssiges Füllwort und sollte keinen "nachvollziehbaren kausalen oder konsekutiven Zusammenhang" herstellen.

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