Frage von trauerklos5, 70

Oma stirbt bald?

Meine Oma hat Bauchspeicheldrüsenkrebs. Im Februar hat sie die Diagnose bekommen. Sie wird jetzt immer schwächer und stirbt wahrscheinlich die nächsten 2 monate. Ich hatte immer eine sehr gute beziehung zu meiner oma. Ich bin quasi fast bei ihr aufgewachsen. Ich weiß überhaupt nicht wie ich damit umgehen soll. Ich habe angst, dass mich ihr Tod komplett aus der Bahn wirft. Ich würde gerne jede sekunde mit ihr verbringen, die ihr noch bleibt. Aber da ich Schule habe kann ich sie nur am Wochenende besuchen. Gibt es eine möglichkeit, mich von der Schule freistellen zu lassen, auch wenn meine Eltern dagegen sind?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Hayns, 22

...Ich weiß überhaupt nicht wie ich damit umgehen soll.

Du tust doch bereits etwas, um damit umzugehen. Du schreibst darüber.

Reden und Schreiben ist eine gute Möglichkeit, mit so einer Situation umzugehen. Wir alle haben Probleme mit neuen unbekannten Situationen umzugehen.

Der Tod einer uns Nahestehenden ist natürlich eine besondere Situation. Es ist vor allem der für uns allen unbekannte Tod, der uns Angst macht. Wir wissen nicht was kommt.

Du machst es richtig, wenn Du darüber schreibst und redest. Rede auch mit Deinen Eltern darüber, dass Du Angst hast, nicht damit fertig zu werden.

Diese Angst können wir Dir nicht nehmen - aber zumindest ich kann Deine Angst teilen.

Sprich mit Deinen Eltern, dass Du so sehr gerne, so oft wie es geht, zu ihr gehen möchtest. Versuche dennoch Deinen Lebensrythmus beizubehalten. Jetzt einen Stillstand in der Schule würde beim nächsten Mal wieder einen Stillstand hervorrufen.

Um Deine Situation besser einzuschätzen, wäre es gut, wenn Du uns ein wenig mehr von Dir und Deiner Oma erzählst. Wie alt seid ihr? Was habt ihr zusammen gemacht?

Du wirst nun lernen, dass der Tod zum Leben gehört. Das hat unsere Tochter gelernt, das habe ich gelernt. Das ist nicht immer einfach. Aber unser Leben ist schön.

Kommentar von trauerklos5 ,

ich bin 16 und meine oma ist 74. Wir haben früher sehr viel miteinander gemacht. Sie hat mir zum Beispiel das Radfahren beigebracht. Oft sind wir auch zusammen Wandern gegangen.

Kommentar von Hayns ,

Als meine Oma starb, war ich 19. Sie wurde nur 69 Jahre. Wir lebten alle zusammen in einem Haus, waren also ständig bei Oma.

Leider war ich damals nicht zu Hause, war weit weg und hatte keine Möglichkeit sie zu begleiten. Ich litt sehr darunter, dass ich nicht zu Hause sein konnte.

Die weiteren Umstände fern von zu Hause führten jedoch dazu, dass ich mich damit nicht befassen konnte - nicht trauern konnte.
Dass mir das so sehr zugesetzt hatte, habe ich erst viele Jahre später gemerkt.
Erst dann konnte ich weinen.

Da wurde mir klar was es bedeutet, nicht trauern zu können - es macht krank.

Sehe es als Glück an, wenn Du Deine Oma in der nächsten Zeit begleiten kannst. Auch wenn Du nicht so oft wie Du möchtest bei ihr sein kannst, Du bist es in Gedanken.

Du darfst traurig sein, Du darfst weinen, es ist so wichtig die Trauer zu leben.

Der Tod kommt -  unerwartet oder angekündigt durch Krankheit -  nie zum rechten Zeitpunkt.

Meine Hoffnung ist, dass es auch ein neuer Anfang ist.

Du wirst mit Deiner Aufgabe wachsen. Ich wünsche Dir für die nächste Zeit Hoffnung.

Antwort
von michi57319, 32

Nein du lieber Mensch, das geht nicht.

Aber deine Oma wird ja spüren können, daß du bei ihr bist, auch wenn du körperlich nicht anwesend bist und nur am Wochenende bei ihr sein kannst.

Nutze die Zeit, die euch noch bleibt. Lacht zusammen, wenn es sich ergibt, weint auch zusammen. Es wird Teil der sehr innigen Erfahrungen und Erinnerungen bleiben.

Wenn deine Oma im Sterben liegt, dann wünsche ich dir, daß deine Eltern ein Einsehen haben und dir gewähren, dabei zu sein.

Es ist nicht schön und wahrlich nicht einfach, einen Menschen bis in den Tod zu begleiten, aber mir hat es geholfen, mit dem Ende besser zurecht zu kommen.

Ich wünsche dir ganz viel Kraft und noch eine ganze Weile Zeit mit deiner geliebten Oma.

Der Lauf der Welt ist leider so, daß wir irdisch nicht ewig leben und Abschied nehmen müssen.

Alles Gute für dich.

Antwort
von Thali87, 21

Hallo, 

Meine Oma ist vor zwei Jahren gestorben. Ich bin auch bei ihr aufgewachsen. 

So etwas ist immer sehr schwer. Ich war am Anfang sehr traurig. Auch jetzt noch, wenn ich an sie denke. Man denkt an die schönen Momente, die man zusammen hatte. Und ich sage ihr jeden Abend gute Nacht. Klingt albern, ich glaube nicht mal an Gott oder so. Aber irgendwie hab ich manchmal das Gefühl, dass sie mich sieht oder hört oder sowas. 

Sei nicht traurig, wenn du keine Freistellung bekommst. Genieße die Wochenenden in vollen zügen mit deiner Oma. Rede viel mit ihr. Koste es einfach aus, dass sie noch da ist. Ich kann es verstehen, dass du jetzt am liebsten jeden Tag bei ihr sein willst. Ich würde viel dafür geben, noch ein Wochenende mit meiner Oma zu verbringen. 

Ich wünsche dir viel Kraft, das alles durchzustehen 😔

Antwort
von kleineseele, 27

Lass das lieber. Im leben ist es nunmal leider so, dass es irgendwann zu ende geht. Es ist traurig, wenn dieses ende einer geliebten Person näher ist als einem lieb ist. Ich kann verstehen, dass du jede Sekunde bei ihr sein willst. Aber dadurch die schule zu vernachlässigen wäre falsch. Deine Oma würde das bestimmt auch nicht gutheißen. Kannst du sie nicht nach der schule besuchen? Zumindest für eine Stunde oder so? 

Ich wünsche dir viel kraft. Ich erinnere mich noch zu gut an die zeit, an der meine geliebten großeltern von mir gingen. 

Kommentar von trauerklos5 ,

nein, sie wohnt zu weit weg, um nach der schule hinzufahren.

Antwort
von AlphaundOmega, 10

Ich glaube daß das ein Ausnahmezustand aus humanitären Gründen darstellt  und sollte dir gewährt werden können... Allerdings sollten es nicht nur deine Lehrer , sondern auch deine Eltern verstehen, wenn du dich ihr , in ihrer letzten verbleibenden Zeit,  zur Seite stehen möchtest ...


Antwort
von comhb3mpqy, 3

Hallo,

Du kannst mit einem Menschen reden. Es gibt im Internet und über das
Telefon kostenlose Seelsorge.

Ich bin Christ, ich glaube an ein Leben nach dem Tod. Wenn Du einiges
wissen möchtest, was mich überzeugt, dass es Gott und ein Leben nach
dem Tod gibt, dann kannst Du mich z.b. fragen oder auf mein Profil
gehen.

Alles Gute

Antwort
von trauerklos5, 8

Meine Oma ist heute Nacht verstorben. Vielen dank für alle antworten

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