Frage von Killerstom1, 78

Oma liegt im Krankenhaus?

Guten Abend Community, ich bin heute seit langem mal wieder auf gutefrage.net, denn heute habe ich zum ersten mal eine sehr schlimme Erfahrung gemacht. Meine Oma hat seit ca 12 Jahren Krebs sie hat ihn schon zweimal besiegt, jedoch wurde sie am Montag ins Krankenhaus eingewiesen, da sie schon seit längerem wieder Beschwerden hatte, chemotabletten nahm weil sie wieder Krebs hat. Mittlerweile ist der Krebs gestreut. Meine Oma wollte nie ins Krankenhaus sie wollte dort nie hin da sie dort, wie sie sagte ihr halbes leben dort verbracht hat. Mein Vater meinte sie komme bald wieder raus, sie würde nur ins Krankenhaus gehen weil man sie dort "aufpeppt". Nun es ist mittlerweile Freitag, gestern wurde ihr vom Arzt gesagt sie würde bald in auf die palliative Station kommen da ihr Zustand nicht besser wird, sie konnte ab Mittwoch kaum mehr atmen essen und trinken, jedoch wollte sie dort nie hin. Gestern war sie ziemlich aufgebracht weil ihre Sendung nicht kam: um auf den Punkt zu kommen: heute morgen wurden wir angerufen sie atmet schwer zeigt keine Bewegung sie hat ihre Augen zu. Ich bin heute vor 1 Stunde zu ihr wir waren alle versammelt haben mit ihr geredet, jedoch war alles still sie hat sich nicht gerührt und hatte ihre Augen weiterhin verschlossen. Wir haben ihren Mund befeuchtet. Jedoch wenn mein Vater geredet hat, er saß rechts von ihr, hat sie sich mit ihrem Kopf leicht nach rechts bewegt. Am Ende haben wir uns verabschiedet ich habe ihr gesagt, dass ich morgen wieder komme und ich ihr nochmal in die Augen schauen will und, dass sie sich nochmal von mir verabschieden soll. Ich hab das drei mal gesagt und habe gesagt ich will, dass sie es mir verspricht. Nach diesem einen Wort, flos eine träne aus ihrem linken Auge... Meine Frage ist, die Schwester meint es seien alles reflexe des Körpers, stimmt das hat sie eine Träne verloren, weil wir ihr vorher mit einem Stäbchen Flüssigkeit gegeben haben? Und was hat es mit dem Kopf drehen auf sich? Ich weiß das man in so einer Phase noch alles hören kann, aber wie gesagt alle meinten es seien nur Reflexe.. was meint ihr? Tut mir leid mit diesem ewig langen Text ich hab so eine Erfahrung noch nie mitgemacht, ich bin sehr traurig und aufgebracht und mache mir viele Gedanken. Ich wollte euch mit dem langen Text auch beschreiben was meine Oma mitgemacht hat und das sie bisher immer gekämpft hat.. Lg und habt ein schönes Wochenende!

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Antwort
von Karsten1966, 30

Die Situation, die Du beschreibst, lief bei mir nahezu parallel ab : vor 3 ½ Jahren starb meine Schwester (auch auf der Palliativ-Station) ebenfalls an Krebs. Vorher hatte sie 10 Jahre lang dagegen angekämpft, auch mit mehreren Chemotherapien. Zuletzt hatte sich ihre Lunge mit Wasser gefüllt und sie konnte kaum atmen. Man hat ihr zum Schluß starke Schmerzmittel gegeben, die auch zu einem "künstlichen Koma" führten.

Bis dahin hatte ich das Ganze immer verdrängt und mir selbst immer wieder eingeredet "wird schon wieder" - aber als ich sie da liegen und schwer atmen sah, wußte ich, jetzt heißt es Abschied nehmen.

Jeder aus der Familie war dann einen Augenblick allein mit ihr, um sich in Ruhe von ihr zu verabschieden. Auch ich habe mit ihr gesprochen - obwohl sie scheinbar schlief, bin ich der festen Meinung, das sie alles gehört hat, was man ihr gesagt hat.

Letztendlich ist doch egal, was andere über Wahrnehmungen oder Reflexe kranker / still daliegender Menschen sagen. Du selbst mußt für Dich entscheiden und vor allem fest daran glauben, das sie Dich gehört hat. Denn keiner kann das Gegenteil beweisen. Viele Totgeglaubte, die zurück ins Leben sind, haben von einem hellen Licht berichtet und Stimmen der Familien, wer weiß, ob es nicht wirklich so ist.......

Ich kann mich jedenfalls gut in Dich hinein versetzen und wünsche Dir viel Kraft in dieser schweren Zeit. Ich persönlich bin mir sicher : sie hört Dich......

Kommentar von Killerstom1 ,

Danke für deinen Text ja damit hast du Recht ich muss selbst wissen, ob Reflex oder nicht. Und danke für deine netten Worte.

Lg

Antwort
von Negreira, 18

Bitte glaube mir, daß es mir sehr leid um Deine Oma tut und ich mit Dir fühle. Ich habe in meinem Leben schon viele Leute gehen lassen müssen und einige auch auf ihren letzten Tagen begleitet, weil ich versprochen hatte, sie nicht allein zu lassen.

Bei meiner besten Freundin hat mir die Pflegerin, die täglich mit den Medikamenten kam, gesagt, man müsse sich die letzten Tage wie einen Berg vorstellen. Die Kranken wissen, daß sie ihn erklimmen müssen, strengen sich an, wollen im Grunde nicht hoch, und können erst dann loslassen, wenn sie oben angekommen sind und es nur noch bergab geht. Meine Freundin war Niederländerin, hatte sich vor ihrem Tod dafür ausgesprochen, Zuhause zu sterben (sie hatte Bauchspeicheldrüsenkrebs) und auch die entsprechenden Medikamente für einen schnelleren Tod zu bekommen. Als es soweit war, und der Arzt sie fragte, ob sie diese Medis wollte, hat sie es abgelehnt, so stark war sie dann doch nicht.

Du bist traurig, aber Deine Oma leidet. Auch wenn es sich herzlos anhört, und das bin ich nicht, bitte gönn ihr den Frieden. Ich bin selbst sehr krank und habe deshalb eine Patientenverfügung gemacht, weil ich nicht an diesen Apparaten hängen will. Wie es mir geht, wenn es soweit ist, weiß ich nicht, aber Deine Oma würde wollen, daß Du zwar an sie denkst aber daß sie keine Schmerzen hat. Du wirst sie immer im Herzen haben.

Ob sie noch etwas merkt, weiß man nicht. Ich kann mich z. B. an nichts erinnern, als ich im Koma lag. Nimm Dir soviel Zeit, wie Du kannst, weil das ist das Einzige, was Du für sie tun kannst. Halte ihre Hand, laß sie nicht allein. Laß sie gehen und laß Deine Gefühle zu. Ich wünsche Dir und vor allem ihr Kraft.

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