Frage von Pongo1000, 58

Ole Römer Experiment?

Hallo, Ich werde demnächst das Ole Römer Experiment nachstellen. Nun verstehe ich aber noch nicht ganz alles.

1) Werden diese Beobachtungen Anfang November (2016) machbar sein?

2) Io braucht ja etwa 42 h für eine Umkreisung also kann es ja sein dass der Mond an einigen Tagen gar nicht zu sehen sein wird da er hinter dem Jupiter steckt oder es Tagsüber stattfindet. Liege ich hier mit meinem Gedanken gang richtig?

3) Wird bei diesem Experiment die Zeit für das Auftauchen oder Abtauchen des Mondes oder beides gebraucht (auch dann für spätere Berechnungen)?

Ich hoffe ihr könnt mir weiter helfen.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Hamburger02, Community-Experte für Physik, 18

1. Nein. Den ganzen November über ist der Jupiter nur ganz kurz vor Sonnenaufgang Richtung Südosten knapp überm Horizont zu sehen und kurze Zeit später wird er dann durch die aufgehende Sonne überstrahlt.

2. In dieser Zeit finden die ganzen Messpunkte dann statt, wenn der Jupiter noch unterm Horizont liegt oder wenn schon die Sonne scheint. Daher kann der Versuch im November nicht gelingen.


Kommentar von Hamburger02 ,

Ergänzung: mein Planetarium sagt, dass Messungen erst wieder ab Dezember 2021 möglich sind, wenn Jupiter im Wassermann steht. Bis dahin sieht man ihn theoretisch nur tagsüber, praktisch wegen der Sonne aber gar nicht. Da hast du echt Pech gehabt.  Jahrelang war Jupiter nachts zu sehen und gerade nun beginnt die Zeit, wo er jahrelang nicht mehr zu sehen ist bzw. viel zu kurz, um irgendwelche Messsungen zu machen.

Kommentar von Pongo1000 ,

Echt? Im Dezember auch nicht? Da wird Jupiter von meinen Standort aus ab ca 2:45 bis ca 7:00 Sichtbar sein (Quelle; Stellarium). Werden da 2-5 Messungen nicht machbar sein? Würde eben sehr gerne dieses Experiment durchführen. Auch wenn ich wenig Messergebnisse erhalten würde. Es würde mir genügen wenn ich mit denn wenigen Daten auf die Größenordnung der v des Lichts und denn Beweis für die Endlichkeit der v des Lichts errechnen könnte.

Kommentar von Hamburger02 ,

Habe nochmal genau nachgeguckt (RedShift). Es gibt dieses Jahr wohl doch noch einige sehr wenige Tage, an denen zwischen Jupiter- und Sonnenaufgang ein Io-Durchgang gemessen werden kann.

Antwort
von gilgamesch4711, 25

  Es handelt sich im
Wesentlichen um ein ===> doppler Experiment; nur dass die Frequenz auf die Umlaufszeit der Monde " herunter transformiert " erscheint.

   1) Du besorgst dir jetzt das Kosmos Himmelsjahr so wie den Hans Roth; Kosmos Verlag. Es tut  mit Leid; du musst jeden Morgen früh raus. So bald der Juppi aus dem gröbsten Horizontdunst  raus ist, wirst du die Eintritte von Io und Europa stoppen; das ist übrigens genauer als die Austritte ( Überleg  dir mal, warum die Austritte von der Erde aus nicht sichtbar sind. Bei Ganymed ist es komplizierter; den zu beobachten, halte ich  für besonders lohnnend. Hier kriegst du stets Ein-und Austritte mit.

   Um die Oppositionszeit werden die Verfinsterungen unsichtbar;  hernach beschränkt sich die Sichtbarkeit von Juppi auf die Abendstunden. Dann sind von Io und Europa nur die Austritte zu sehen; Grundregel bei allen Mondverfinsterungen: Du nimmst Zeiten

   " Mit Sicherheit zu sehen.

  " Wahrscheinlich ( schon / noch ) zu sehen. "

    " Wahrscheinlich nicht zu sehen. "

   " Mit Sicherheit nicht zu sehen. "

   Mein Schönstes war ja eine Verfinsterung von Kallisto, bei der ich  ihn eine halbe Stunde lang durch wechselnd hellen Halbschatten verfolgen konnte; und letztes Jahr gabs ja wieder gegenseitige Verfinsterungen der Monde.

   2) Nein; ich sagte dir doch. Die für dich relevanten Ereignisse sind im Himmelsjahr bzw. Hans Roth verzeichnet.

  3) Ich sagte dir schon; " Abtauchen " ( notiert  als " VA - Verfinsterung Anfang " ist im Gegentum zu Früher ( leider ) nur noch in ganzen Minuten verzeichnet;  nimm die Zeiten mit einer Funkuhr. Sieh zu, dass du rechtzeitig ins Bett kommst; um 4 h ist die Nacht vorbei.

   Das Auftauchen im Frühjahr ist sehr unsicher; am Glaubwürdigsten ist noch die Zeit, wo du ihn erstmals erblickst. Du wirst das schon merken.

   Die Babylonier kannten ja die Mondumlaufszeit auf Sekundenbruchteile; was du vermutlich brauchst, ist die Metode der ===> übergreifenden Differenzen. Wenn das Wetter mit spielt, sieh zu, dass du jeden Monat  für Io möglichst viele Werte zusammen  bekommst. Dann merkst du, wenn du Glück hast, wie sich diese Periode verkürzt bzw. verlängert - gibt es da schon Auswertungssoftware?

Kommentar von Pongo1000 ,

Würden  die Eintritts Daten  Io`s von Oktober,November und Dezember für die Berechnungen reichen oder bräuchte ich noch mehr? und danke für die Antwort :)

Antwort
von gilgamesch4711, 13

  Zu deinem Kommentar; nein gerade  nicht. In diesen drei Monaten nähern wir uns ja Jupiter; die Daten erscheinen Doppler gerafft. Dann nach der Opposition - weiß ich jetzt nicht auswändig; Februar oder März, so bald du wieder Verfinsterungen beobachten kannst ( Austritte ) erscheinen sie gedehnt. Wäre also Sinn voll, wenn du den Mittelwert vor der Opposition nimmst und den danach.

   Hast du ein privates Spiegelfernrohr; und wo stellst du dich auf? Was für eine Uhr setzt du ein?

Antwort
von gilgamesch4711, 19

  Ergänzung; die Welt wird ständig schlechter. Buchstäblich nichts wird besser - ich wüsste wirklich nicht  was.

   Als ich anfing, enthielten Himmelskalender noch die ===> oberen geozentrischen Konjunktionen der Jupitermonde; rein aus dieser Datei war klar, dass diese ===> synodische Umlaufszeit nicht konstant ist.

  ( Ich brauchte diese Tabelle zu ganz anderen Zwecken als du. )

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