Frage von AnonymGirlxo, 83

Oft grundlos traurig - Leide ich unter Depressionen?

Seit einigen Tagen, sogar Wochen, schwebt mir die Frage durch den Kopf. Habe ich Depressionen? Oft bin ich grundlos traurig, sehr nachdenklich und habe jegliches Interesse an Dingen, die mir früher Spaß gemacht haben, verloren. Auf meine Lieblingsfächer habe ich meistens keine Lust mehr. Es fällt mir immer schwerer mich zu konzentrieren. Ich fühle mich wie ein Trottel. Einer, der alles falsch macht und dämlich aussieht. Ich hatte/habe sogar Selbstmordgedanken oder habe sogar versucht, mich umzubringen. Ich traue mich nicht, mit anderen darüber zu reden. Freunde habe ich leider nicht. Ich weiß manchmal nicht, was mit mir los ist oder ob mein Leben noch einen Sinn hat... Ich habe einige Tests gemacht und immer wurde mir gesagt, ich hätte Depressionen. Liegt das vielleicht daran, dass ich älter werde? Ich weiß es nicht. Vielen Dank für Kommentare.

Antwort
von Willothewisp, 37

Ich kann verstehen wo von du sprichst, da ich selber auch an Depressionen erkrankt war. Deine Symptome sprechen eindeutig für eine depressive Verstimmung / Phase.

Es ist fast schon "normal", dass Jugendliche an einer Art der "Depression" erkranken, welche sich auf den unausgeglichen Hormonhaushalt hinführen lassen. Erschwerend hinzu kommt meistens noch familiäre Probleme und/ oder Mobbing innerhalb der Schule.

Du schreibst, dass du keine Freunde hast. Woran liegt das?

Wie sieht deine familiäre Situation aus? Gibt es da häufig Stress?

Die von dir geschilderten Symptome deuten sehr auf Depressionen hin. Dies ist aber keine Erkrankung mit der du Leben musst. Es gibt mittlerweile sehr gute Therapien und Anlaufstellen, die dir helfen aus der Problematik neue Kraft zu schöpfen und diese Phase zu überstehen.

Wichtig ist, dass du nicht in diesen negativen Gedanken untergehst. Versuch für dich das Positive im Leben zu finden. Rede mit Leuten denen du vertraust, evtl. einem Lehrer oder deinen Eltern oder Geschwistern.

Versuche dich regelmäßig aufzuraffen auch wenn es schwer fällt. Es ist wichtig nicht in diesem schwarzen Loch zu versinken.

Ein Hausarzt ist bei einer depressiven Verstimmung / Phase immer der erste Ansprechpartner. Er kann erstmal versuchen dich mit sanften Mitteln (z. B. Johanniskraut) aus dieser Phase herauszuholen. Manchmal reicht dies schon aus. Solltest du keine Besserung verspüren, such dir bitte therapeutische Hilfe. Manchmal ist es schwer aus eigener Kraft daraus zu kommen, dann ist es wichtig, dass du nicht alleine bist.

Kommentar von AnonymGirlxo ,

Vielen Dank für deine Antwort! 

Ich weiß nicht warum ich keine Freunde habe. Kann aber daran liegen, dass ich Ausländerin bin...

Mit den meisten Mädchen komme ich kaum klar.

Meine Eltern zeigen mir, dass sie mich lieben, aber da ich einen kleinen Bruder habe, verbringen sie öfter mit ihm, was z.B. die Schule angeht. Oft haben meine Eltern Stress, aber es hat etwas mit der Arbeit zu tun.

Danke nochmal. :)

Kommentar von Willothewisp ,

Aufgrund deiner Art zu schreiben, erweckst du in mir den Eindruck, dass du eine sehr intelligente Person bist. Ein sehr lieber Mensch in meinen Leben, der Hochintelligent ist, hat einmal zu mir gesagt, dass kluge Menschen oft die einsamsten sind. 

Ich denke nicht, dass es wirklich daran liegt, dass du eine Ausländerin bist, dass du keine Freunde hast. Ich denke es liegt vielmehr daran, dass du noch nicht die richtigen Menschen in deinen Leben getroffen hast, die bereit sind dich so zu akzeptieren, wie du bist. Manchmal passen wir nicht in ein Schema das die Gesellschaft gerne hätte und das macht es uns schwer uns in eine Gruppe einzufinden. Ich hoffe wirklich sehr dass du bald jemanden findest, dem du dich auch anvertrauen kann und der dir stets wohlwollend zur Seite steht. 

Zu deiner eigentlichen Problematik, gibt es nicht mehr viel zu sagen. Hier auf der Plattform kannst du dich den Leuten anvertrauen, aber leider hast du auch immer mal welche dabei, die dich nicht ernst nehmen und/ oder denunzieren. Das ist Schade.

Wichtiger ist, dass du dir wirklich Hilfe bei deinen Eltern suchst. Dadurch dass du schon Selbstmordgedanken hast, spricht vieles dafür dass deine Depressionen nicht nur leicht sind, sondern schon mittel bis schwer. Du kannst auch Hilfe bei einer Vertrauenslehrerin suchen. Nur du solltest wirklich jemanden erzählen wie es dir geht. 

Ich weiß dass das nicht leicht ist. Ich habe fast 4 Jahre gebraucht um überhaupt zu erkennen was mit mir los ist und dann brauchte ich noch einmal 1 Jahr und einen Zusammenbruch um endlich Hilfe in Anspruch zu nehmen. 

Es ist wichtig das du frühzeitig Hilfe bekommst. Manchmal reichen schon Medikamente, da Hormone einen bösen Streich spielen. Aber manchmal reicht das eben nicht. Es wäre Schade, wenn so ein toller Mensch, wie du es bist, ein so schweres Laster mit sich tragen müsste und noch schlimmer wenn du aus dem Leben gehen würdest aufgrund einer Erkrankung die gut Therapierbar ist. 

Ich wünsche dir viel Kraft und wenn du noch fragen hast, dann schreib einfach. Evtl. hilft dir das schon, da Verständnis manchmal wirklich eine gute Medizin ist. 

Expertenantwort
von samm1917, Community-Experte für Depression, 4

Ich gebe dir jetzt Mal eine wissenschaftlich-medizinische und weniger sozialtechnische Antwort.

Es besteht ein grosser Unterschied zwischen Depressionen und einfach deprimiert sein. Das Erste ist eine ernstzunehmende Erkrankung, welche in extremen Fällen sogar tödlich endet (Suizid). Das Zweite sind normale Gefühlreaktionen, denn jeder Mensch hat mal eine schlechte Phase.

Es braucht mehr als nur Traurigkeit für eine Depression. Depressionen sind viel mehr ein ganzer Haufen von Symptomen, welche zusammen auftreten.

Ich versuche es dir anhand des internationalen Diagnoseverzeichnisses ICD-10 zu erläutern, also jenem Werk, auf welches sich auch Fachpersonen bei Erstabklärungen berufen.

Das ICD-10 gilt als weltweites Diagnosewerk, welches die wissenschaftlichen Kriterien für eine Krankheit festlegt.

Das ICD-10 unterscheidet bei Depressionen zwischen 3 Haupt- und 7 Nebensymptomen. Damit es zu einer Diagnose Depression kommt, müssen mind. 2 Haupt- und mind. 3 Nebensymptome während mind. 2 Wochen durchgehend und in ausreichender Stärke vorhanden sein.

Hauptsymptome
- Freudlosigkeit und/oder Interessensverlust
- Antriebslosigkeit und/oder erhöhte Ermüdbarkeit
- Depressive Grundstimmung (negatives Denken, Hoffnungslosigkeit etc.)

Nebensymptome
- Schlafstörungen
- Suizidgedanken
- Psychomotorische Aktivierung oder Hemmung
- Vermindertes Selbstwertgefühl/Selbstvertrauen
- Vermindertes Konzentrationsvermögen
- Schuldgefühle und/oder Entscheidungsschwierigkeiten
- Stark veränderter Appetit

Falls du unter diesen Symptomen leidest braucht du unbedingt die Hilfe einer Fachperson (Psychiater oder Psychologe). Du kannst dich auch zunächst an deinen Hausarzt wenden.

Antwort
von helloyolo, 45

Kann am Alter liegen, ich hatte das auch mal 1 Jahr lang als ich 15 oder 16 war. Das ist aber kein Grund, sein Leben aufzugeben. Vertrau dich deinen Eltern an oder gehe zu deinem Hausarzt und erkläre ihm alles, der wrd dir eine Überweisung für eine Therapie geben.

Hab keine Angst davor, es gibt immer mal schlechte Zeiten :)

Antwort
von LittleMistery, 37

Wie alt bist du denn und wie hast du versucht dich umzubringen?

Kommentar von AnonymGirlxo ,

Ich werde bald 13 und habe damals versucht, meine Haut 'aufzuratschen'.

Kommentar von LittleMistery ,

Das wird mit hoher Wahrscheinlichkeit, auch wenn ich mich jetzt weit aus dem Fenster lehne, an der Pubertät liegen. Was genau meinst du mit aufratschen? Erklär mal etwas genauer. Für mich ist das kein Versuch sich umzubringen.

Antwort
von relevant, 33

Wenn dir schon bestätigt wurde, dass du Depressionen hast, wirst du wo du ansetzen kannst. Am besten in einer Klinik oder bei einem Therapeuten behandeln lassen. 

Was sicher ist, dass es nicht ohne Grund da ist. Versuche viel zu schlafen.

Was ist mit deinen Eltern? 

Kommentar von AnonymGirlxo ,

Danke für die Antwort! Ich weiß nicht, wie ich es meinen Eltern sagen soll... 

Kommentar von relevant ,

Wie war dein Verhältnis in der Vergangenheit? Sind sie im Alltag gestresst?

Ich habe deinen Beitrag oben gelesen. Warst du schon bei einem Psychologen? Er kann dir helfen einen weg zu finden wie du mit den Eltern darüber reden kannst. 

Kommentar von AnonymGirlxo ,

Ja, sie haben zwar viele Termine, versuchen aber so oft wie möglich bei uns zu sein. Ich bin nie alleine zu Hause.

Früher habe ich mir keine Gedanken darüber gemacht. Ich habe viel gelacht, erkennt man auf jeden Fall an meinen Grübchen. 

Und nein, ich war noch nie bei einem Psychologen oder Vertrauenslehrer.

Kommentar von relevant ,

Das würde ich dir auf jeden Fall empfehlen. Die haben eine Schweigepflicht, dürfen nicht mal deinen Eltern etwas erzählen.

Aber mir dem Vertrauenslehrer zu reden ist auch nicht verkehrt wenn du ihn positiv wahrnimmst. Das ist schneller möglich. In der Zwischenzeit gehst du zum Hausarzt und fragst Wochen Psychologen er dir empfiehlt, kann nämlich sein, dass ihr in der Nähe Jugendpsychologen habt. 

Antwort
von Annalenainsta, 46

Es geht mir genauso .Hormone !

Antwort
von rlstevenson, 45

Warum solltest Du denn nicht unter Depressionen leiden? Jeder Dritte leidet irgendwann im Leben darunter. Schildere Deinem Hausarzt Deine Beschwerden, er kann Dich zu einem Facharzt in Deiner Nähe überweisen.

Antwort
von peti14, 44

Auf was bist du denn wütend?

Kommentar von AnonymGirlxo ,

Wie meinst du das?

Antwort
von Virginia47, 4

Nein.

Kommentar von AnonymGirlxo ,

Woran hast du das erkannt? 

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