Frage von wgabauer, 32

Österreichischer - Bayrischer Dialekt Wer kennt sich aus?

Ich habe mal gehört, dass Kaiserin Elisabeth, besser bekannt als Sisi, befohlen hat, dass in den Grenzgebieten zu Bayern das lang gezogene "A", das in Wien zum Dialekt gehört, gesprochen werden musste. Der Grund dafür war angeblich, dass man einen Bayern und einen Österreicher besser an der Sprache erkennt. Das damalige Österreichisch war offenbar dem Bayrischen zu ähnlich. Ist da was dran oder nicht?

Antwort
von Hardware02, 25

Na, ob das funktioniert hat? Also ich komme aus Süddeutschland und es ist (für mich) sehr deutlich zu erkennen, ob jemand aus Bayern, Österreich, Schwaben oder Franken kommt. Dafür klingt in Norddeutschland alles ziemlich gleich ;-)

Von daher halte ich das für ein Gerücht.

Kommentar von wgabauer ,

Hallo HARDWARE02: Ich bin auch ein Bayer und weiß, dass man das heute gut unterscheiden kann. Aber kann es nicht sein, dass es ausgerechnet deshalb so ist, weil Elisabeth dies so angeordnet hat? Es gibt ja in Österreich ebenso viele Verschiedene Dialekte, wie in Bayern, vielleicht sogar mehr. Natürlich kann man Fränggisch :-) leicht von Obaboarisch unterscheiden. Auch Tirolerisch von Wiener Dialekt zu unterscheiden ist kein Problem. Aber damals war es eben so, vor allem in der Gegend um Freilassing, dass sich die Bürger dort "vermischt" haben. das heißt, vo drent her, noch do her. gheirat ham :-)

Übrigens hab ich mir auch sagen lassen - müssen - dürfen - dass das Hochdeutsch eigentlich vom Bayrischen abstammt. Obs stimmt weiß ich natürlich nicht. Der Grund dafür war angeblich, dass in den nördlichen Königshäusern nur französisch gesprochen wurde und man sich auf eine deutsche Sprache einigen musste. Wie gesagt, ich bin mir da nicht so sicher.

Kommentar von OlliBjoern ,

Soweit mir nun bekannt ist, ist das Hochdeutsche im Wesentlichen von der (mitteldeutschen) "sächsischen Kanzleisprache" abgeleitet, ist somit definitiv unterscheidbar vom "Niederdeutschen" (daher auch "Hoch"deutsch). Die Gegend Hannover/Leine/Hameln/Weser kenne ich recht gut, dort wird heute zwar Hochdeutsch gesprochen, die Sprache stammt aber definitiv nicht von dort. Früher wurde dort eine niederdeutsche Variante gesprochen, das Hochdeutsche hat diese dann verdrängt.

Ich meine, dass auch Martin Luthers Bibelübersetzung dazu beigetragen hatte, dass eine einheitlichere Form der deutschen Sprache entstehen konnte. Luther wurde in Eisleben, heute Sachsen-Anhalt, geboren.

Die bayrischen und die österreichischen Dialekte gehören sprachgeschichtlich zusammen. Sie sind klar getrennt von den westlichen (alemannischen) Dialekten, zu denen auch das Schwäbische zählt.

Was Sisi nun direkt mit der sprachlichen Entwicklung zu tun hat, kann ich derzeit nicht beurteilen. Es gibt übrigens auch die "Kärntner Dehnung". „Trink a Wå:sa, werta pe:sa“ („Trink Wasser, dann geht's dir besser“) (siehe https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%A4rntner\_Mundart)


Expertenantwort
von earnest, Community-Experte für Sprache, 16

Selbst wenn es sich hier NICHT um ein Gerücht handeln sollte: Glaubst du, dass dieser "Befehl" befolgt worden wäre?

Gruß, earnest

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