Frage von Oldenburger2011, 39

Ölpumpe in Mietwohnung defekt -wer zahlt?

Wir wohnen in einer Mietwohnung die mit Öl beheizt wird, jede Partei muss selbst Hand tanken und dies zahlen. Nun war die Pumpe defekt, wir haben den Vermieter darauf aufmerksam gemacht weil wir ja auch die Heizung benötigen. Der Handwerker montierte eine Ersatzpumpe. Durch eine Nachricht wurde uns mitgeteilt (durch Vermieter) das eine neue Pumpe 1000 Euro kosten würde und die alte defekt wäre durch Dreck.. Wir wären daran schuld und müssten dies zahlen. Wir haben nach dem letzten Tanken die Heizung einige Tage gar nicht genutzt, gewartet wurde die Anlage seit Jahren nicht mehr. Die Pumpe ist auch älter als 10/12 Jahre. Wer muss die defekte Pumpe zahlen ? kann man uns die Ersatzpumpe einfach abmontieren und uns ohne Heizung da stehen lassen?

Antwort
von juergen63225, 23

Muss grundsätzlich der Vermieter zahlen, wenn die Heizung zur Wohnung gehört und nicht privat übernommen wurde. Allerdings kann im Mietvertrag stehen, dass Bagatellreparaturen bis 100 Euro vom Mieter zu zahlen sind. Muss aber ausrücklich im Vertrag stehen.

Kommentar von Oldenburger2011 ,

Das war uns so auch bekannt. Er meinte aber wir hätten angeblich die Heizung zu früh nach dem Tanken genutzt ( kann er aber ja gar nicht beweisen und War auch nicht der Fall) und daher habe die Pumpe Dreck angesaugt.

Kommentar von juergen63225 ,

Dann führt es wohl zum Rechtsstreit. wenn man nicht frieren will  Pumpe selber kaufen, und Miete entsprechend kürzen. Aber gleich mit Anwalt .. als nächstes droht dann die Kündigung, die vor Gericht keinen Bestand hätte, aber Kosten und Sress .

Vielleicht ist der Vermieter ja nach Anwaltsschreiben auch zu einem Kompromiss bereit.

Antwort
von klugshicer, 23

Normaler Weise befindet sich in dem Druckspeicheraggregat (vor der Kolbenpumpe) ein Kraftstofffilter. 

Dieser Kraftstoff-Filter muss regelmäßig gereinigt werden. Wenn man dass nicht macht dann zieht die Pumpe irgendwann kein Öl mehr und der Motor könnte überlastet werden.

Der zweite Punkt ist die Tankreinigung wenn man die nicht regelmäßig (etwa alle 10 Jahre) macht, dann sammelt sich am Boden immer mehr Dreck. Wenn dieser Dreck in die Pumpe gerät könnte sie kaputt gehen.

Bei der Tankbefüllung wird immer etwas von dem Schlamm, der sich am Boden befindet aufgewirbelt. Deshalb schaltet man normaler Weise bei der Befüllung die Pumpe aus und wartet mit dem Einschalten bis sich der Schlamm wieder gesetzt hat.

Jetzt kommt es auf den Mietvertrag an und ob ihr lt. Mietvertrag für die Wartung der Heizungsanlage verantwortlich seit.

Solltet ihr für die Wartung zuständig sein und das Druckspeicheraggregat auf Grund mangelnder oder falscher Wartung kaputt gegangen sein, dann müsst ihr auch die Kosten tragen.

Diese Druckspeicheraggregate sind übrigens recht teuer 800,- 1400,- sind (für neue Geräte) nicht ungewöhnlich. Aber in der Regel kann euer Vermieter nur den Zeitwert verlangen.

Mit etwas Glück bekommt man bei EBay eines für 50,-

Kommentar von Oldenburger2011 ,

Also die pumpe wurde ewig nicht gewartet , es steht auch darüber nichts im Mietvertrag.. ich weiß auch gar nicht ob diese pumpe Filter etc besitzt, sie ist wie gesagt älter als 10 bis 12 Jahre. Im allgemeinen sind das auch recht alte Tanks, nur einwandig.. Die pumpe War beim Tanken aus sowie Tage danach..

Kommentar von klugshicer ,

Diese Filter befinden sich normal Weise in der Zuleitung zur Pumpe und verfügen über Ventile die verhindern, dass das Heizöl zurück fließt - das erspart einem (nach der Reinigung/Wechsel des Filters) die nervige Anlaufprozedur einer trockenen Pumpe.

Manchmal sind diese Filter auch in die Pumpe integriert.

Sollte das Druckspeicheraggregat bei der Installation ohne Filter angeschlossen worden sein (weil z.B. jemand der irrigen Meinung war dass man keinen Filter bräuchte), dann hätte derjenige fahrlässig gehandelt.

Wenn also die ursprüngliche Installation im Auftrag des Vermieters ohne Filter durchgeführt wurde, dann muss dieser auch die Kosten dieser Nachlässigkeit tragen.

Antwort
von realistir, 12

Beschreibe doch zuerst mal die Anlage vernünftig, erst dann kann man vernünftig über dies und das reden!

Was soll dein verwirrender Hinweis, jede Mietpartei muss selbst Hand tanken und zahlen?
Ich vermute, es hat jeder in seinem Keller einen 1000 Liter Tank aus dem per Handpumpe Öl in einen Kanister gepumpt werden muss. Dieser Kanister ist dann in die Wohnung zu tragen und dort ein oder mehrere altmodische Ölöfen aufzufüllen. Oder gibt es eine Förderpumpe, die das Heizöl hoch zu den Ölöfen pumpt?

Das wäre dann keine sonst übliche Heizungsanlage mit einem Tank und zentraler Heizungsanlage für alle Wohneinheiten. Das wäre dann also sehr privat und unabhängig vom Vermieter.

Ansonsten habe ich schon den größten menschlichen Mist erlebt, den man erleben kann! Ich habe eine Fussbodenheizung üblicher Bauart und natürlich einen 1500 Liter Tank. Dieser ist genau 150 cm hoch und irgendwann nach zig Jahren ging der Ölbrenner auf Störung, obwohl der Vorfilter vor der Ölpumpe üblich getauscht wurde.

Heizungsfachleute wollen natürlich gerne Geld verdienen, sagten die Ölpumpe sei kaputt gegangen, es müsse eine neue her. Nee sagte ich, zuerst kontrolliere ich mal genauer die Anlage und wenn nötig, melde ich mich wieder. Als erstes baute ich den Ansaugteil vom Tank ab um nach zu sehen, ob dort alles in Ordnung ist. ;-)

Und siehe da, in diesem 150 cm hohen Tank gab es eine Ansaugleitung von 2,5 Metern Länge. Das heißt auf dem Tankboden lag alles was länger war als 140 Centimeter. Folglich konnte dann auch Öldreck, Ölschlamm vom Tankboden aus abgesaugt werden! Habe den Ansaugschlauch auf 135 Centimeter Länge gekürzt, somit kann kein Schlamm mehr vom Boden aufgesaugt werden.

Der Rest wurde gespült und der Vorfilter wurde sogar um einen viel feineren erstezt und seit dem hatte ich nie wieder solcherlei Störungen und eine neue Pumpe wurde auch nicht nötig.

Wieso Tankverkäufer in einem Tank der nur 150 cm hoch ist, einen Ansaugschlauch von 2,5 m Länge verkaufen ist fraglich. Denen ist scheinbar alles egal, die schauen nicht mal ob es sinnvoll ist was die verkaufen.

Zurück zu dir, deinem Problem.
Zuerst beschreibst du deine Heizanlage etwas genauer. Vor allem was es da selbst zu tanken von Hand gibt und warum. Dann lässt sich der Rest besser klären.

Kommentar von Oldenburger2011 ,

Ich habe es eigentlich schon mehrfach beschrieben.. Nun gut.. jede Mietpartei hat einen Tank im Keller, um das Öl muss ich mich selbst kümmern/ also Heizöl bestellen. Diese Pumpe pumpt das Öl dann in unser Stockwerk und ich kann oben dann den Ofen zünden..

Die Pumpe war defekt.Eine Ersatzpumpe wurde gestellt vom Installateur. Eine neue soll oder ist bestellt welche wir zahlen sollen weil die Pumpe durch Verschmutzung defekt sei. Wir haben allerdings den Ofen mehrere Tage nach dem Tanken gar nicht benutzt. 

G

Kommentar von realistir ,

Deine Beschreibung ist erst jetzt für mich eindeutig erkennbar geworden. Also ist es wie ich beschrieben habe eine Ölversorgung für Ölheizungsöfen auf der entsprechenden Etage. Keine Zentralheizung.

So gesehen gilt doch der Tank, die Ölpumpe und die Ölöfen als dein Eigentum. Oder hat all dies der Vermieter gekauft und an jede Mietpartei weiter vermietet?

Nun ist doch alles Glasklar. Die Pumpe zählt zu deinem Eigentum, es sei denn die ist vermietet an dich, wie Tank.
Wenn die Pumpe zu deinem Eigentum zählt, dann kann nicht irgendwer eine Pumpe bestellen, sondern nur Du!

Wie ich bereits erklärte kann der Ansaugschlauch dieser Pumpe auf dem Boden des Tankes liegen und dort eventuellen Ölschlamm ansaugen. Das wäre dann der übliche Murks der oft verkauft wird und somit zu solchen Kosten führen kann. Dann ist völlig egal ob ihr bereits stunden nach einem auffüllen des Öltanks gepumpt habt, oder erst Tage später!

Ich hatte früher vor über 40 Jahren auch so gewohnt und da verstopfte auch meine Pumpe. Nur ich baute diese Pumpe aus, reinigte diese selbst und ersparte mir somit eine neue Pumpe.
Mir ist sowieso schleierhaft was an so einem Ding 1000 Euro kosten soll.
Sowas müsste sich für viel weniger Geld reinigen und wieder betriebsfähig machen lassen. Aber es wird ja gerne weg geworfen und für teuer Geld zu gerne was neues verkauft und dann nicht mal dafür gesorgt, dass Jahre später sowas wieder vorkommen kann, weil der grundlegende Fehler nicht behoben wurde.

Antwort
von Guekeller, 12

Die Ölpumpe ist notwendig, damit die Wohnung zweckgemäß genutzt werden kann. Also ist das Sache des Vermieters, gar keine Frage.

Expertenantwort
von bwhoch2, Community-Experte für Mietrecht, 25

Die Pumpe dieser Ölversorgung ist Vermietersache.

Wenn diese kaputt geht, kommt allerdings die Wartung mit ins Spiel. Damit so eine Pumpe weit länger als 10/12 Jahre läuft, wovon man durchaus ausgehen darf bei dem Preis, muss die Tankanlage und die Pumpe regelmäßig gewartet werden.

Heizungsbauer wissen das und haben den Vermieter darüber sicher auch informiert. Auch der Vermieter kann nicht behaupten, dass er bei einer so alten Anlage noch nie davon gehört hätte.

Der Vermieter kann die Pflicht zur Wartung über den Mietvertrag auf die Mieter übertragen. Und nun kommt es ganz entscheidend darauf an, was zum Thema Wartung im Mietvertrag steht. Im Grunde gibt es 4 Möglichkeiten:

1. Nichts steht dazu drin

2. Zuständig für die regelmäßige Wartung ist allein der Vermieter

3. Der Vermieter kümmert sich um die regelmäßige Wartung, aber die Kosten hat der Mieter zu tragen.

4. Der Mieter ist allein zuständig, dass die Wartung regelmäßig einmal jährlich (Pumpe) und ca. alle 5 - 6 Jahre (Tank) erfolgt und hat auch die Kosten zu tragen.

Trifft letzteres zu und die Wartung wurde nicht vom Mieter in Auftrag gegeben, müßte der Vermieter immer noch beweisen, dass die mangelnde Wartung schuld daran ist, dass die Pumpe ihren Geist aufgegeben hat. Das wäre theoretisch mit Hilfe des Heizungsinstallateurs möglich. Wenn die alte Pumpe unverändert aufbewahrt wird, ggf. später auch noch durch einen Gutachter.

Keinesfalls kann man Euch ohne Ersastzpumpe frieren lassen. Der Vermieter ist zuständig für die ordnungsgemäße Funktion der eingebauten Heizung, egal wer schuld daran ist, dass die Pumpe kaputt gegangen ist.

Danach kann man eine evtl. Rechnung für eine neue Pumpe anzweifeln oder ggf. auch noch anmerken, dass ein Austausch gar nicht notwendig gewesen wäre, wenn man sie defekte gesäubert und ggf. repariert hätte. Auch hier käme ggf. ein Gutachter ins Spiel.

Läßt Euch der Vermieter im Kalten sitzen, müßt ihr die Bude dennoch warm bekommen. Egal, wie ihr das schafft, eine Mietminderung mit einem hohen Prozentsatz und die Kostenerstattung für zusätzlichen Aufwand wären für Euch auf jeden Fall drin. Darauf sollte es der Vermieter besser nicht ankommen lassen.

Antwort
von 1q3c6njjj, 11

100 € je Reparatur, und dann auch nur bei Teilen, die man selber bewegt, wie Lichtschalter, Mischbatterien u.ä.. Allerdings gehts ja hier um ca. 1000 € für eine Pumpe, die Teil einer Heizungsanlage ist.

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