Frage von Achilles215, 61

Nutzung Terrasse bei mehreren Eigentümern?

Hallo. Folgendes Szenario:

Person A und Person B besitzen zu je 50% eine Terrasse. Ein kleiner Teil davon ist überdacht.

Person B hat nun ohne Rücksprache mit Person A einer dritten Person C erlaubt, sein Auto dauerhaft unter die Überdachung zu stellen.

Person A ärgert sich, dass er nicht gefragt wurde und gemeinsame Nutzfläche eigenmächtig von Person B an Person C übergeben wurde.

Ist das in Ordnung? Kann Person A irgendwas dagegen tun (außer mit Person B darüber reden - das war schon erfolglos)? Wie ist die Rechtslage?

Danke schon mal.

Antwort
von Zakalwe, 26

Person A und Person B besitzen zu je 50% eine Terrasse.

Wie darf man sich das vorstellen? Jeder hat seinen eigenen Nutzungsbereich? Dann darf Person B durchaus jemand anderem erlauben, seinen Bereich zu nutzen.

Oder wird der gesamte Bereich von beiden gemeinschaftlich benutzt? Dann darf das so nicht geschehen, schon gar nicht, wenn da dauerhaft was rum steht. Interessant wäre, was passiert, wenn Person A das eigene Auto mal dahin stellt, wenn Person C weg gefahren ist.

Wie die Rechtslage hier aussieht, kann ich dir aber nicht 100%ig sagen.

Antwort
von HeymM, 17

Wenn es weder einen Nutzungsvertrag noch genaue Absprachen gibt, dann hilft noch das wiederholte Gespräch.

Das Einschalten eines Anwalts wäre das aller letzte Mittel.

Ein Vorschlag: Wenn das Auto sowieso auf die Terrassenhälfte des anderen Eigentümers steht, dann belass es doch einfach dabei. Dir steht ja die andere Hälfte zur Verfügung. Warum darüber diskutieren?

Absprechen muss er mit Dir nichts, wenn die Nutzung der jeweiligen Hälfte für jeden Eigentümer stillschweigend hingenommen wurde und einer gewissen Logik entspricht.

Kommentar von Achilles215 ,

es gibt keine "Terrassenhälften", auch nicht stillschweigend. wie bereits geschrieben wird die Terrasse gemeinschaftlich genutzt.  Und wieso muss Person A hinnehmen, dass der überdachte Teil von Person B einfach beschlagnahmt wurde und Person C zur Nutzung überlassen? Ich sehe dahinter keine Logik.

Kommentar von HeymM ,

Da es bei Deiner Fragestellung an nötigen Informationen fehlte, bzw. widersprüchliche Angaben (gemeinsame Benutzung/Besitztum zu je 50%) gibt, war meine Antwort mit Annahmen behaftet.

Wenn die Terrasse also komplett beiden Personen gehört, hätte man einen Nutzungsvertrag schließen müssen. Da dieser ja nicht existiert, muss man sich gemeinsam zusammen setzen und das "Problem" aus der Welt schaffen. 1) In dem beide Parteien im Nachhinein einen Nutzungsvertrag schriftlich vereinbart, oder 2) man sich mündlich über die zukünftige Nutzung der gemeinsamen Terrasse einigt. Wenn das nicht funktioniert, hilft in der Tat nur ein Anwalt, leider.

Antwort
von bwhoch2, 8

Was ich überhaupt nicht verstehen kann: Wieso stellt man ein Auto auf eine Terrasse. Da stelle ich mir eher Terrassenmöbel darauf vor.

Wenn ich davon aus gehe, dass es sich um zwei oder drei PKW-Stellplätze handelt, die bisher wechselweise von den beiden Eigentümern nach Bedarf genutzt wurden, also ohne feste Zuordnung, dann stellt es sich für mich wie folgt dar:

Das Haus des A wird von einer oder mehreren Personen bewohnt und das Haus B ebenfalls, wobei im Haus B noch Mieter C eingezogen ist, dieser also zum Haus B gehört.

Ordnet man das Eigentum an den Stellplätzen den Häusern zu, also zu jedem Haus gehört 50 % des teilweise überdachten Platzes, dann stünde logischerweise jedem Haus und damit jedem Bewohner eines Hauses das Nutzungsrecht zu, so lange nicht mehr als 50 % jeweils genutzt werden.

Ob da nun das Auto der Person B oder des Mieters C steht, dürfte doch egal sein.

Wenn A und B Eigentümer sind, steht im Grundbuch auch, wem bzw. zu welchen Teilen oder welcher Teil von dem Abstellplatz jeweils wem gehört. Danach würde sich als aller erstes ein Richter orientieren.

Ist es so, dass es einen jeweils separaten Eintrag für die beiden Häuser gibt und noch einen dritten Eintrag für den Abstellplatz, wobei A und B als gemeinschaftliche Eigentümer eingetragen sind, gehört dieser Platz den beiden Personen. Jede dieser Personen wird nach Belieben über jeweils maximal 50 % der Fläche verfügen können und somit kann immer einer der beiden auch einem dritten die Fläche überlassen.

Habe ich es richtig verstanden, dass es nun nicht darum geht, dass sich plötzlich 3 Autos auf dem Platz drängen, sondern mehr darum, dass der ungeliebte C immer den überdachten Teil nutzt?

Dann wäre eine Lösung, dass man den Platz komplett überdacht oder, wenn das nicht geht, das vorhandene Dach entfernt.

Eine weitere - und wie mir scheint - einzig sinnvolle Lösung ist, vertraglich genau abzusichern, wer welchen Teil der Fläche jeweils nutzen darf.

Damit könnte man das Nutzungsrecht einer dritten Person ausschließen und man könnte beispielsweise auch regeln, dass immer im Monats- oder Jahresrhytmus die Stellplätze getauscht werden, sodass am Ende jeder mal den Vorzug der Bedachung vertraglich gesichert nutzen kann. Um das sauber zu formulieren, sollte man gemeinsam einen Anwalt oder Notar aufsuchen.

Antwort
von qugart, 38

Die Rechtslage orientiert sich an der Vereinbarung der beiden Eigentümer.

Es gilt normalerweise das, was die beiden vereinbart haben.

Kommentar von Achilles215 ,

es wurde nichts über die Nutzung vereinbart, außer das relevante Veränderungen vorher besprochen werden, was ja in dem fall dann wohl nicht eingehalten wurde.

Kommentar von qugart ,

Na dann...ab zum Rechtsanwalt. Was immer dann dabei auch rauskommt und was das dann auch kosten wird. Quasi ein klassischer Nachbarschaftsstreit

Antwort
von troublemaker200, 31

Wie ist Aufteilung und die Nutzung der Terrasse durch Person A und B  vertraglich geregelt?

Wenn nix vereinbart ist, --> Anwalt einschalten.

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